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Autor Thema: Lake Consequence (australische RC4)  (Gelesen 5687 mal)
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« am: 18. Oktober 2005 um 12:08 »



“Lake Consequence”
 

Technische Daten:

Regionalcode:  … 4
Vertrieb: … Magna Pacific
Laufzeit: … 90 Min (Pal)
Bildformat: … 1:33:1 (4:3 Vollbild)

Sprachen: … Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Untertitel: … -/-
Freigabe: … R / 18+

Regie:  Rafael Eisenman

Darsteller:
Billy Zane
Joan Severance
May Karasun
Whip Hubley
Courtland Mead

Trailer:  
http://videodetective.com/home.asp?PublishedID=4360


Film-Kritik:

Zalman King hat sich im Laufe seiner Karriere mit qualitativ hochwertigen, sinnlichen sowie massenkompatiblen Hochglanz- Erotikfilmen einen Namen gemacht – als Regisseur, Produzent und/oder Drehbuchautor lassen sich einschlägige Titel wie „9 ½ Weeks“, „Two Moon Junction“, „Wild Orchid“ oder „Delta of Venus“ in seiner Arbeitsvita entdecken.
Im Fall von „Lake Consequence“ beschränkte er sich auf die beiden letztgenannten Tätigkeiten und überließ Kollege Rafael Eisenman, mit welchem er ebenfalls an seiner erfolgreichen TV-Serie „the Red Shoe Diaries“ zusammenarbeitete, die Umsetzung – geblieben sind aber alle gewohnten Attribute, wie beispielsweise verbotene Versuchungen, Entdecken der eigenen Sexualität, schöne Locations und makellose Körper freizügiger, attraktiver Schauspieler…  

Irene (Joan Severance), eine Hausfrau in den Mittdreißigern, führt zusammen mit ihrem erfolgreichen und liebevollen Mann Jim (Whip Hubley) sowie dem gemeinsamen Sohn Christopher (Courtland Mead) eigentlich ein Bilderbuchleben, in welchem das familiäre Glück zusätzlich von finanzieller Abgesichertheit verstärkt wird – wäre da nicht dieses oftmals langweilende Gefühl der Routine, das aber meist erst dann an die Oberfläche tritt, wenn ein äußerer Reiz zur Selbstreflexion zwingt oder die Gedanken in „was wäre wenn“-Gefilde abdriften lässt. In diesem Fall geschieht das in Form des Landschaftspflegers Billy (Billy Zane), welcher im Auftrag der Stadt die jährliche Trimmung der Bäume entlang ihres Anwesens vornimmt. Trotz eines schlechten Starts zwischen den beiden, stellt sich der schweigsame Arbeiter, der während dieser Tage in einem Trailer auf der anderen Straßenseite wohnt sowie in der Freizeit entweder an seinem Motorrad schraubt oder auf der Gitarre spielt, nach und nach als freundlich heraus, zumal er Irene auch nützliche Tipps zur natürlichen Schädlingsbekämpfung geben kann.

Am Ende der Woche, als Jim und Chris zum gemeinsamen Angelkurztrip die Stadt verlassen, will sie Billy für dessen Hilfe ihren Dank aussprechen und schaut sich aus Neugier mal in seinem Trailer um – schließt sich dabei jedoch selbst ein und kann nicht verhindern, dass dieser kurz darauf in Bewegung gesetzt wird, da die Arbeiten abgeschlossen sind. Nach gescheiterten Versuchen, den Fahrer des ziehenden Pick-Ups auf sich aufmerksam zu machen, gibt sie sich der Lage resigniert hin und schläft im Verlauf der langen Fahrt irgendwann gar ein. Als sie wieder erwacht, findet sie sich inmitten ländlicher Natur an einem idyllischen, abgelegenen See wieder. Von Billy ist nichts zu sehen, dafür lernt sie dessen Bekannte Grace (May Karasun) beim Nacktbaden kennen, deren Freizügigkeit sie im ersten Augenblick etwas verunsichert – doch beide Frauen verstehen sich auf Anhieb, und nach Billys Rückkehr bietet man Irene an, sie am Abend in die nächste Stadt zu bringen, von wo aus sie mit dem Bus heimfahren kann.  

Als es dann soweit ist, will sich Irene dieser Ausbruchsmöglichkeit aus ihrem Alltag jedoch nicht verweigern, worauf sie sich den beiden inmitten des chinesischen Neujahrsfest-Trubels anschließt. Die folgende Nacht voller erotischer Erfahrungen lässt aber nicht nur ihre lang unterdrückten sexuellen Bedürfnisse an die Oberfläche treten, sondern auch verdrängte Erinnerungen an ein gravierendes Ereignis in ihrer Jugend, welches das Auseinanderbrechen ihrer Familie heraufbeschworen hatte. Diese Konfrontation mit ihrer (damaligen und jetzigen) Sexualität lässt sie panikartig fliehen sowie zu dem Entschluss gelangen, dass es ihr nach allem nun unmöglich ist, zu ihrer Familie zurückzukehren…

Vom Aufbau her weicht „Lake Consequence“ vom sonst gewohnten Zalman King Schema ab (schrittweise Steigerung bis zu einem finalen ausschweifenden Geschlechtsakt), denn bereits nach dem zweiten Drittel findet der „Höhepunkt“ auf diesem Gebiet in Form einer „Menage et trois“ im chinesischen Badehaus statt, wonach verstärkt auf Irenes „Trauma“ eingegangen wird – jedoch ohne dass dabei die Erotik zu kurz kommt. Als Fünfzehnjährige hatte sie alles daran gesetzt, zu ihrem Musikidol in den Tourbus zu gelangen, wo man sie dann jedoch beinahe missbraucht hat – das wurde nur dadurch verhindert, dass der Bus in einen Unfall verwickelt wurde. Auf diese Weise erfuhren ihre Eltern davon und gaben ihr selbst aufgrund ihres Verhaltens die Schuld. Im kleinen Ort sprach sich die Sache schnell herum und die Familie musste schließlich gar wegziehen, was Irene nie verarbeitet hat. Diese Aufarbeitung unterfüttert ihre Figur zwar mit mehr Substanz, lässt aber die aufgebaute psychologische Spannung zwischen den drei Hauptcharakteren vollkommen fallen und mündet in den Überlegungen bezüglich ihrer Zukunft, bei der natürlich Grace keine Rolle spielt. Eine stärkere Konzentration auf die Eifersucht und Besitzansprüche beider Frauen, die sie angesichts Billys bewusst freien, ungebundenen Art eigentlich gar nicht haben dürften, wäre wahrscheinlich vorteilhafter gewesen.

Im Verlauf des Sichtens ist mir zudem eine Sache ins Auge gefallen, welche von der Mehrzahl der Zuschauer (gerade in diesem Genre) sicher nicht unbedingt erkannt wird: Das Skript von King steckt voll von psychologischen Motiven, die angesichts ihrer gezielten Verwendung auch so konzipiert wurden, dass sie die Handlung begleiten sowie die Situationen auf jener Ebene widerspiegeln. Aus dem Blickwinkel der Traumdeutung steht beispielsweise der Baum, wenn er denn gesund ist, für Stärke und Glück im Leben, während das Fällen eine persönliche Niederlage befürchten lässt oder als positive Warnung vor falschen Überzeugungen/Haltungen gelten kann, welche man ablegen sollte, um im Leben voran zu kommen. Das trifft auf Irenes Situation zu, denn die majestätischen Bäume vor ihrem Haus werden getrimmt und sind von Parasiten befallen, wobei sie durch die Begegnung mit Billy zuerst ein Mittel gegen den Befall, später durch die gemeinsame Erfahrung den Schlüssel zum Richten ihres Lebens erhält. Kurz vorm entscheidenden Wochenende besucht die Familie einen Jahrmarkt – ein Rummel steht für Veränderung sowie den Hinweis, dass man eine Sache fehlerhaft/zu ernst angeht und sich der Freude/dem Genuss verweigert, was geändert werden sollte. Bei „Wasser“ ist es noch deutlicher, denn jenes repräsentiert natürlich die Seele. Ein See kann für einen Übergang vom bewussten zum spirituellen Selbst stehen – bei unerwarteter Begegnung zudem für eine Möglichkeit, sich selbst durch neue Entscheidungen zu erkennen bzw zu verstehen. Irene kann nicht schwimmen, was ihre Blockaden darstellt, die ländliche Umgebung des Sees kann darüber hinaus noch verbildlichen, dass Leidenschaft und Liebesglück bevorsteht – nämlich wenn sich grüne Bäume im Wasser spiegeln. Es gibt noch etliche weitere eindeutige Exempel: Als sich Billy im Verlauf des Dreiers im chinesischen Bad mehr auf Grace konzentriert, zündet Irene mit einer Kerze die Vorhänge an (Feuer steht für Leidenschaft, ein Brand für Gefühls- bzw Gewissensunsicherheit sowie für eine reinigende Kraft), im Anschluss richtet die Story ihren Fokus eher auf das entscheidende Ereignis in ihrer Jugend, das ja in einem Unfall mündete (Verkehrsunfälle symbolisieren Verhaltensunsicherheiten, oftmals im Zusammenhang mit dem Selbstbild oder der eigenen Sexualität). Natürlich handelt es sich hierbei bloß um angewandtes allgemeines, oberflächliches Basiswissen seitens der Macher, denn ich möchte dem Film keinesfalls eine ausgefeilte psychologische Tiefe bescheinigen, doch ein gewisses Maß ist zweifellos vorhanden. Außerdem ist die Umsetzung dieser Aspekte glücklicherweise eher subtil ausgefallen – im Gegensatz zu mach anderer Produktion (ein immer wieder gern genommenes banales Beispiel in die Einblendung von Brandungswellen, die gegen die Küstenlinie (vornehmlich Felsen) schlagen, während sich ein Paar im Verlauf des Beischlafs dem Höhepunkt nähert – siehe zur Negativveranschaulichung „Tod im Spiegel“ et al).    

Selbstverständlich schaut man sich einen Film wie diesen nicht wegen der Story oder der in ihr enthaltenen Hintergründe an, welche dann auch erwartungsgemäß dürftig, klischeehaft sowie voll von belanglosen Dialogen ausgefallen ist – gerade gegen Ende, als Billy Irene ihre Worte für die Begegnung mit Jim vorzugeben versucht, fällt dieser Punkt besonders ins Gewicht. Es geht um die Erotik, die umgebende Atmosphäre und die agierenden Darsteller. Regisseur Eisenman hat stimmige Bilder eingefangen, diese mit aufblitzenden Rückblenden sowie ansprechender Schnitttechnik optisch aufgewertet und alles mit einem schwülen Score (viel Jazz) von George S.Clinton („Wild Things“) unterlegt, was die Situationen und Emotionen unterstützt sowie die Freiräume der meist nonverbalen Kommunikation passend füllt. Billy Zane („Demon Knight“), der spätestens seit „Titanic“ auch einem größeren Publikum bekannt ist, spielt, ähnlich wie Rourke in „Wild Orchid“, den Wegbereiter der Suche einer Frau nach ihrer persönlichen sexuellen Identifikation. Joan Severance („Bird on a Wire“) überzeugt als gelangweilte, aufgrund ihrer Vergangenheit gehemmte Ehefrau, May Karasun („the Journey: Absolution“) rundet das Trio der attraktiven und freizügigen Hauptprotagonisten ab, während Whip Hubley („Driven“) als Jim dem eigentlichen Geschehen ausgeschlossen bleibt. Ihre Leistungen sind zwar allesamt nicht gerade überwältigend, aber angemessen okay. Wer also für schön in Szene gesetzten Softsex „in der Stimmung“ ist, bei dem es einem nicht nur um die Aneinenderreihung von Kopulationsmomente geht, kann hier getrost mal einen Blick riskieren, zumal der Ausgang angesichts der Möglichkeiten (sowohl von den Figuren als auch von den Inhalten her) einen überraschend verantwortungsbewussten Verlauf wählt…      

 4 Narrenkappen ,5


Screenshots:






Bild & Ton:
Der Ton ist annehmbar, sofern man nicht zuviel erwartet (nur 2.0 Stereo etc), wobei man aber zum Glück von Rauschen oder Störgeräuschen verschont bleibt. Das Bild hingegen ist recht unbefriedigend ausgefallen – es wirkt teilweise unruhig sowie unsauber. Der Kontrast ist schwach, was vor allem bei dunkleren Szenen auffällt, und innerhalb des Bildes blitzen oftmals kleine weiße Punkte auf. Insgesamt schade, doch bei deutschen „Laser Paradise“- oder „Best Entertainment“- Veröffentlichungen habe ich oftmals schon eine viel schlimmere Qualität erlebt, weshalb man diese Edition nicht zu streng verurteilen sollte.


Menüs:
Ein starres Hauptmenü mit dem Coverdesign als Motiv, unterlegt mit einem Soundtrack-Instrumentalstück von George Clinton.
Bei der Kapitelanwahl stehen nur Screenshots als „Auswahlhilfe“ zur Verfügung.




Extras:
Absolute Fehlanzeige in Sachen Bonusmaterial.

 0 Narrenkappen


Fazit:

Film:  „Lake Consequence“ bietet eine Hausfrauenfantasie um das Erkennen und Ausleben der eigenen, verborgenen Sexualität im typischen/gewohnten Stil einer Zalman King Produktion – wer also weiß, auf was er sich da einlässt, sollte von diesem „Made for TV“-Movie nicht enttäuscht werden … knappe 5 von 10.

DVD:  Eine sehr einfach gehaltene Edition von „Magna Pacific“, die aufgrund der Abwesenheit von Extras sowie der unterdurchschnittlichen Bildqualität enttäuscht. Man muss dazu jedoch auch sagen, dass es sich (meines Wissens nach) bislang um die einzige DVD-Veröffentlichung des Films handelt, welche zudem noch die ungeschnittene Fassung beinhaltet.

Film:  4 Narrenkappen ,5
DVD:  2 Narrenkappen
Gespeichert

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