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Autor Thema: Piñata: Survival Island (RC1)  (Gelesen 5981 mal)
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StS
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Beiträge: 24.733


Obsessed with the "mess" that's America


« am: 30. September 2005 um 13:32 »



“Piñata: Survival Island”
 

Technische Daten:

Regionalcode:  … 1
Vertrieb: … KaBoom / First Look
Laufzeit: … 90 Min. (NTSC)
Bildformat: … 1,33:1

Sprachen: … English (5.1 & 2.0)
Untertitel: … Spanish
Freigabe: … R (strong violence/gore, language, some sexual content and drug use)

Regie:  David Hillenbrand & Scott Hillenbrand

Darsteller:
Nicholas Brendon
Jaime Pressly
Eugene Byrd
Casey Fallo
Nate Richert
Garrett Wang
Lara Boyd Rhodes
Ed Gale

Trailer:  
http://www.firstlooklibrary.com/library/firstlookmedia/aspx/LibraryPage.aspx?Film=1013044486


Film-Kritik:

Gleich vorweg ein Wort der Warnung: Von einem neutralen Standpunkt aus betrachtet, handelt es sich bei „Piñata: Survival Island“ (aka „Demon Island“) um ein extrem schwaches Machwerk! Der Film ist simpel gestrickt, vorhersehbar, unfreiwillig komisch sowie voller Klischees und grauenhaft schlechten Special Effects – doch genau diese Elemente wirken dermaßen perfekt aufeinander abgestimmt, dass ein vollkommen homogenes Gesamtbild entsteht, woraus sich für den (dieser Art von „Erlebnis“ offen gegenüber stehenden) Betrachter eine Unmenge an Spaß generieren lässt!    

Wir schreiben das 15. Jahrhundert: Hungersnöte und Krankheiten haben die Bewohner eines kleinen zentralamerikanischen Bauerndorfes schwer gezeichnet, weshalb sie ihre einzige Chance in einer uralten Zeremonie sehen – um den Ort von den bösen Geistern zu reinigen, wird eine übergroße Piñata gebaut, in welche man im Verlauf eines Rituals all ihre Sünden verbannt. Im Anschluss legt man das aus Ton gefertigte „Gefäß“ in den Fluss, und die Strömung treibt es (mitsamt seines negativen Inhalts) hinaus auf die offene See, wodurch das Dorf gerettet ist…

Am „Cinco de Mayo“ (der fünfte Mai, dem mexikanischen Unabhängigkeitsfeiertag) des Jahres 2001 brechen nun zwei Boote der Woodson Universität mit 10 Studenten (5 Jungs, 5 Mädels – je aus einer unterschiedlichen Sorority/Fraternity) zu einer unbewohnten kleinen Insel 15 Meilen vor der Küste auf, welche der Uni gehört und auf der in diesem Jahr ihre traditionelle „All Greek“-Schnitzeljagd stattfindet. In bester Partylaune am Strand gelandet, werden sie von den beiden anwesenden Begleitpersonen jeweils paarweise aneinander gekettet sowie mit Tüten ausgestattet, denn man hat im Vorfeld 2500 Unterwäschestücke auf der (größtenteils bewaldeten) Fläche verteilt – und das Team, welches am Ende die meisten Textilien eingesammelt hat, erhält 20.000 Dollar, die dann von den Siegerverbindungen an wohltätige Einrichtungen ihrer Wahl gespendet werden…

Zusätzlich haben die Verantwortlichen noch einige Piñatas aufgehängt, in denen sich (zur Freude der Studenten) vornehmlich Alkohol finden lässt. Für Stimmung ist also gesorgt – auch wenn sich einige „Zwangspärchen“ nicht ganz so optimal verstehen wie andere, welche die Abgeschiedenheit und gegenseitige Nähe zu ihrem Vergnügen ausnutzen. Kyle (Nicholas Brendon) und Tina (Jaime Pressly) gehören zu ersterer Sorte, denn die (beinahe ehemaligen) Liebenden machen gerade eine schwierige Phase ihrer Beziehung durch und stehen kurz vorm endgültigen Aus. Na ja, irgendwann entdeckt ein Pärchen zumindest (Überraschung!) unsere bereits erwähnte antike Piñata im Uferschlamm liegend – und bei der Größe des Dings denken sie sich natürlich, dass sich in ihr bestimmt richtig tolle Sachen befinden. Mit Hilfe eines Steins wird das Aufbrechen angegangen, wobei das Geschöpf aber erwacht und fortan einen Studenten nach dem anderen auf brutale Weise aus dem Leben reißt. Als den Kids dann noch ihre Boote zerstört werden, müssen sie sich zusammenreißen und gemeinsam den Kampf gegen den Dämon aufnehmen, der mit jeder getöteten Seele stärker wird sowie sich zunehmend in eine andere, noch mächtigere Gestalt verwandelt…

Angeblich ist es so, dass B-Film-Beauty Jaime Pressly (“Ticker“/“Torque“) noch heute ziemlich gereizt darauf reagiert, wenn man sie auf ihre Beteiligung an diesem Film anspricht. Das Drehbuch wäre ihr damals beim Lesen wie eine ideale Genre-Parodie erschienen, hat sie mal dazu gesagt, was ich ihr auf jeden Fall glaube, denn alle Zutaten dafür wären zweifellos vorhanden gewesen. Leider ist den beiden Regisseuren David und Scott Hillenbrand (übrigens jene Brüder, die auch schon den miesen „Anaconda“-Nachzügler „King Cobra“ (mit Pat Morita) umgesetzt haben) dieser Ansatz wohl zu keinem Zeitpunkt in den Sinn gekommen, denn sie entschieden sich offenkundig für eine (abgesehen von einigen Sprüchen sowie dem unfreiwilligen Faktor) vollkommen ernste sowie humorlose Herangehensweise. Vielleicht mag es keinen Trost für Jaime darstellen, aber letztendlich ist Piñata trotzdem deutlich lustiger als die meisten Komödien ausgefallen!

Schon allein die Ausgangssituation, dass eine Uni eine Insel irgendwo vor der kalifornischen bzw mexikanischen Küste besitzt, auf die sich zudem irgendwie ein (im Verlauf unschuldig ermordetes) Reh verirrt zu haben scheint, sollte man nicht zu ausgiebig hinterfragen. Angenehm ist, dass der Film nach seiner 5 Minuten langen Einleitung, welche sich ebenfalls viel zu ernst nimmt und in extrem grauen Bildern die Geschichte des alten Dorfes aufzeigt, zügig in Gang kommt und das Tempo bis zum Abspann nicht wieder drosselt. Klar ist die Handlung extrem vorhersehbar, doch damit muss man bei einem Werk dieser Art wohl oder übel rechnen, denn nach dem Erwachen haben wir es mit einer dieser „typischen“ Geschichten zutun, in der College-Kids in knappen Klamotten vor einer zwei Meter großen, psychopatischen Piñata durch die Wälder flüchten (lol), wobei sie einer nach dem anderen auf grausame Weise dem Dämonwesen zum Opfer fallen, bis endlich zurückgeschlagen wird – so etwas ist nur auf B-Film-Terrain zu finden!

Die Tatsache, dass man „nur“ 12 Protagonisten als potentielle Opfer „zur Auswahl hat“, grenzt den Bodycount ja bereits etwas ein. Wenn man dann auch noch merkt, dass einige Tötungen zudem „off Screen“ stattfinden, könnte man fast schon der Sorge verfallen, gar auf diesem Gebiet enttäuscht zu werden – doch Aufatmen ist angesagt, denn wenn es mal zur Sache geht, dann aber richtig: Eine graphisch gezeigte Enthauptung, ein aufgeknackter Schädel, ein durchgerissener Körper und vieles mehr bekommt der Zuschauer zu sehen. Darüber hinaus erhält man sogar einige Anflüge von Ironie geboten, beispielsweise als die Piñata den Spieß umdreht und einen Menschen mal mit einem Stock „aufschlägt“ oder einen anderen an einem Baum aufhängt („leider“ haben die Macher für jenes Opfer ausgerechnet den einzigen farbigen Mann auf der Insel ausgesucht, was angesichts der Todesart recht unglücklich wirkt).        
 
Kommen wir nun zu der Titelfigur, deren Auftritte den Film erst zu dem machen, was er ist – nämlich Trash auf einer besonderen Ebene: Die Piñata-Kreatur ist einer der lächerlichsten, aber auch unterhaltsamsten Vertreter ihrer Art (ganz oben auf dem Genre-Olymp, wo sich zB „Jack Frost“ oder der „Gingerdead Man“ ebenfalls aufhalten), denn was man hier vorgesetzt bekommt, ist schlichtweg unglaublich! Für die Effekte zeichnen sich die „Chiodo Brothers“ verantwortlich, die schon an dem klassischen „Killer Klowns from outer Space“ mitwirkten. Ursprünglich wurde das Werk ganz traditionell mit einem Darsteller in einem Kostüm abgedreht (übrigens der kleinwüchsige Ed Gale, Stunt-Double der Puppe in „Child´s Play“), doch irgendwann in der Post-Production-Phase bemerkten unsere „ernsthaften Filmemacher“, dass die Kreation einfach nicht gruselig oder überzeugend wirkt – weshalb man sich kurzerhand dazu entschloss, ihre Auftritte einfach per CGI zu verändern. Mit den nahezu schlechtesten Computereffekten, die es für Geld zu kaufen gibt, hat man also neue Varianten der Kreatur ins Bild (über die alte) gesetzt, in welche sich die „Ausgangsform“ im Verlauf verändert – jedoch so schlecht, dass man auch beim Ansehen permanent das Gefühl hat, man hätte sie nachträglich auf einer vorgelagerten Ebene eingefügt, denn sie wirkt zu keinem Moment auch nur ansatzweise in die Szenerie integriert. Das Kostüm an sich hat man am Kopf sowie mit einigen Rissen „aufgepeppt“, die nun den Blick auf (ebenfalls digitale) Lava im Inneren freilegen. Die zweite (reine CGI-) Version ist größer, mächtiger, erinnert an die Figur aus dem Spiel „Diablo“, besitzt eine "Bumerang Keule" und sieht noch komischer als sein Vorgänger aus – wird aber erneut von der dritten Variante locker getoppt, bei welcher es sich um ein beinloses, schwebendes Etwas mit Armen und einem Schwanz handelt, das zudem gelegentlich schwarzen Staub/Rauch ausspuckt. Qualität und Aussehen sind schwer in Worte zufassen – und selbst beim Betrachten traut man seinen Augen kaum, dass einem so etwas allen ernstes geboten wird…

Man könnte nun den Eindruck gewinnen, der Film wäre eine Katastrophe auf nahezu jeder Ebene, doch dem ist nicht so – bis auf die F/X ist er nämlich sauber und solide umgesetzt worden. Die Kameraarbeit ist ansprechend, die Optik wirkt keinesfalls billig, das Tempo ist hoch und der reiche Actiongehalt lässt keine Längen entstehen. Darüber hinaus weist er viele Eigenschaften auf, die ein guter Trash-Flick vorzuweisen hat: Neben den genannten Punkten wäre noch die (tagsüber) fleißig produzierende Nebelmaschine zu nennen, genauso wie der farblose, Teen-kompatible Soundtrack, lustige Geräusche (immer wenn die Piñata auftaucht, werden Laute eingespielt, als würden ein Dutzend Hunde und Katzen im Sterben liegen), klischeehafte Spielereien (die Sichtweise unseres Dämons wird per (roter) „Monster-Vision“ vermittelt), der obligatorische Showdown mit viel Feuer sowie einige vollkommen merkwürdige und/oder sinnlose Szenen (Kyle erzählt die alte Sage, die man ja bereits vom Anfang her kennt, ein weiteres Mal in voller Länge – und später hängt er sich einfach mal an einen Ast und lässt sich etwas baumeln, während die Gruppe gerade in einer Fluchtpause nach Atem ringt). Eigentlich hätte man von einem Werk dieser Art einen höheren „T&A“-Anteil erwartet – doch man kann ja nicht alles haben. Jaime entblößt sich übrigens nicht, trägt aber den gesamten Film über ausschließlich extrem knappe „Stoffetzten“ an ihrem absolut makellosen Körper. Angesichts der gedanklichen Vorstellung, dass sie bei den Dreharbeiten ständig von einem Zwerg in einem Kostüm durch den Wald gejagt wurde, tut sie mir ehrlich leid. Wenigstens schämt sie sich heute dafür, hat mir aber zumindest mit ihrer Beteiligung den Anreiz geboten, diese DVD zu kaufen. Nicholas Brendon (TV´s“Buffy“/“Unholy“) hingegen kann keine legitime Ausrede vorweisen – schließlich fungierte er zusätzlich als „Associate Producer“ des Streifens…

 6 Narrenkappen


Screenshots:






Bild & Ton:
Das Bild (nur Fullscreen) leidet unter verschiedenen kleinen Problemchen: In einigen Szenen wirkt es etwas pixelig, jedoch nur ganz fein und minimal, wodurch bei genauerem Hinsehen an den Konturen ein leicht „kantiger“ Eindruck entsteht. In anderen Einstellungen ist die Schärfe hingegen nicht optimal, was zu einem (minimal) verschwommenen Effekt führt. Das hört sich jetzt allerdings schlimmer an, als es tatsächlich ist. Darüber hinaus kommen die Farben jedoch gut zur Geltung, der Kontrast ist okay. Der 5.1-Ton setzt keine Maßstäbe, ist aber vollkommen annehmbar.    


Menüs:
Recht starr gehalten – nur im Hintergrund gibt es einige Bewegungen in Form von wechselnden rötlichen Farbentönen sowie durchs Bild „schwebende“ leuchtende Punkte, die vermutlich (Glut-) Funken darstellen sollen. Unterlegt hat man die Menüs mit „Partygeräuschen“ und einem belanglosen Pop-Rock-Stück des Soundtracks.




Extras:
Auf den ersten Blick gar nicht mal so übel, doch bei genauerem Hinsehen schwächt sich der Anfangseindruck etwas ab. Es gibt einen Audiokommentar des Regisseurs, ein kurzes „Trivia Game“, den „Piñata“-Trailer sowie 2 weitere Promo-Clips (zu „Bark“ und „Revelation“), Cast & Crew Infos (Texttafeln), eine Fotogallerie und einen Bericht über „the Creation of the Creature“. Letzterer ist sehr informativ (ehrlich!), vor allem da die Gründe für die „technische F/X-Überarbeitung“ genannt sowie jene auch bildlich veranschaulicht werden. Die folgenden Screenshots zeigen ein „vorher/nachher“-Beispiel:



4 Narrenkappen ,5

 

Fazit:

Film:  Ein „Must See“ für alle Liebhaber schlechter Filme, die Spaß und Freude daran haben können, leichtbekleideten, gutaussehenden Jungdarstellern zuzusehen, wie diese auf einer einsamen Insel von einer lebendigen, zum schreien komischen Piñata auf blutige Weise dezimiert werden.

DVD: Für eine Veröffentlichung eines kleinen Labels gar nicht mal schlecht, denn bei Produktionen der „zweiten Reihe“ bekommt man öfters qualitativ deutlich schwächere Editionen geboten. Vom Bonusmaterial her kann die Featurette überzeugen, der Rest ist in Ordnung, aber nicht unbedingt wichtig. Positiv auch, dass ein Audiokommentar vorhanden ist. Leider trüben die Bildprobleme den Gesamteindruck etwas.  

Film:  6 Narrenkappen
DVD:  4 Narrenkappen ,5
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Vince
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Debakelvince


« Antwort #1 am: 30. September 2005 um 13:55 »

Junge, Junge... obwohl ich das Genre eigentlich nur bedingt mag, hört sich das richtig interessant an. Könnte aber auch an deiner blumigen Umschreibung liegen, die wirklich Lust auf mehr macht. Wenn man nur wüsste, wo man die Zeit finden würde, diese ganzen kleinen Trashperlen zu gucken...
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« Antwort #2 am: 30. September 2005 um 13:58 »

Ein Videoabend mit Kumpels, gute, lustige Laune, Alkohol und Knabberzeug - das ist die richtige Umgebung für solch ein Filmchen!  Sehr glücklich
Man muß natürlich mit Trash-Streifen etwas anfangen können - ansonsten hat das keinen Sinn...
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