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Autor Thema: Akte X - Deep Water  (Gelesen 9876 mal)
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Vince
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Debakelvince


« am: 09. September 2005 um 01:13 »

Akte X - Deep Water
Diese Kritik erscheint auch bei www.filmbesprechungen.de



Technische Daten
Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment
Regionalcode: 2
Laufzeit: 82:30 Min.
Regie: Kim Manners, Tony Wharmby
Darsteller: Robert Patrick, Gillian Anderson, Annabeth Gish, Lucy Lawless, Cary Elwes, Mitch Pileggi, James Pickens Jr., Tom Braidwood, Dean Haglund, Bruce Harwood, Sheila Larken, Jeff Austin, John Casino, Nicholas Walker, Adam Baldwin, Ryan Cutrona
Drehbuch: Chris Carter, Frank Spotnitz
Bildformat: Widescreen 1,78:1 (Nicht Anamorph)
Sprachen: Dolby Digital 5.1 Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Holländisch
Freigabe: FSK 12

Film
Inhalt: Agent John Doggett (Robert Patrick) trifft unerwartet auf eine alte Bekannte: Nach vielen Jahren taucht seine Ex-Army-Kollegin Shannon McMahoon (Lucy Lawless) wieder auf und behauptet, Teil eines Militärexperimentes zu sein und zu Versuchszwecken mißbraucht worden zu sein. Man habe sie zu einer Art Amphibienwesen gemacht, um so die Entwicklung von Supersoldaten voranzutreiben.
Dana Scully (Gillian Anderson), als Neumutter soeben von ihrem Partner Fox Mulder (David Duchovny) getrennt, macht erste Erfahrungen mit ihrem Kind William - und muss erkennen, dass es außerirdische Gene in sich trägt! Zu allem Überfluß scheint jemand das Video ausgetauscht zu haben, das beweist, dass Unbekannte hinter dem damals noch ungeborenen Kind Scullys her waren. Doggett verdächtigt den leitenden FBI-Director Kersh (James Pickens Jr.), der zur Verstärkung Brad Follmer aktiviert, seines Zeichens Assistent Director - und Ex-Freund von Doggetts Partnerin Monica Reyes (Annabeth Gish)...

“You ever hear of King George III? He was King of England when America declared independence in 1776. King George III kept a diary. On July 4, 1776, he made an entry in it:
Nothing important happened today.”
   
Director Kersh, “Nothing important happened today, Part II”



Spoiler zur TV-Serie.

Die X-Akten gehen in die neunte und letzte Runde. Viel ist passiert in acht Jahren der Ermittlungen von Fox “Spooky” Mulder, der seit der Entführung seiner Schwester auf der Suche nach Beweisen für außerirdische Existenzen ist, und von seiner kritischen Partnerin Dana Scully, die sich mit ihrer wissenschaftlichen Art in all den Jahren als feste Stütze erwiesen hat. Autarke Fälle von höchster Kuriosität wechselten sich ab mit einem niemals enden wollenden Strang der Verschwörung auf höchsten Regierungsebenen. Beweise für außerirdisches Leben schienen mal definitiv zu sein, bevor das Licht der Erkenntnis wieder auf neue Felder schlug und jegliche Alien-Geschichten als Ablenkungsmanöver entlarvte. Erst nach dem fünften Jahr stand es hundertprozentig fest: Aliens gibt es auf der Erde schon seit Jahrtausenden, und durch zunehmende Entführungen und Experimente steuert die Welt auf den Punkt X zu, den Moment der vollständigen Kolonisierung. Das Ziel der wenigen Rebellen um Mulder, Scully und Skinner:  “Fight the Future”.

Bedingt durch David Duchovnys zunehmende Unzufriedenheit mit dem Schattendasein als TV-Serien-Darsteller wurde die Season 7 zu seinem letzten kompletten Amtsjahr als Fox Mulder, bevor er im Season 7-Finale selbst Opfer seiner langjährigen Suche wurde und gleichzeitig am Ziel seines Weges angelangt war. Am Ende von “Alles beginnt in Oregon” wird er entführt.
Aus Sicht der Drehbuchautoren wie auch der sonstigen Filmemacher war das der einzige richtige Schritt, denn wo Duchovny im zwischen Season 5 und 6 angesiedelten Kinofilm noch mit voller Frische dabei war, machten sich schon in Season 6 teilweise Ermüdungserscheinungen bemerkbar, bevor er in Season 7 vollkommen die Lust verlor. Für die Serie bedeutete sein Verlust aber den Anfang vom Ende. Es folgten zwar immerhin noch zwei Staffeln, die teilweise sogar noch mit Duchovnys Präsenz abliefen, jedoch verloren die Folgen zunehmend an Qualität.
Dabei hatte man mit Robert Patrick als Darsteller von Agent John Doggett, Scullys neuem Partner für die Suche nach Mulder, noch ein dickes Ass im Ärmel. Patrick, der bis heute immer noch mit seiner Lebensrolle des T-1000 aus “Terminator 2" in Verbindung gebracht wird, vermochte es tatsächlich, dem Konzept von Chris Carter eine neue Facette hinzuzufügen. Schließlich stieß noch Annabeth Gish als spirituell veranlagte Agent Monica Reyes zum Ensemble.

Zur Doppelfolgen-Premiere der Season 9 “Deep Water” - oder im weitaus tiefergehenden Originaltitel gesprochen “Nothing important happened today” - sind daher erwartungsgemäß Annabeth Gish, Robert Patrick, Gillian Anderson (Dana Scully) und Mitch Pileggi (Direktor Skinner) die zentralen Figuren. Unterstützt werden sie von zwei Gaststars: Cary Elwes (“Der Dummschwätzer”, “Saw”) spielt den neuen FBI-Agent Brad Follmer, einen früheren Vertrauten von Monica Reyes, und Lucy Lawless (“Xena”) verkörpert eine inzwischen zum Supersoldaten mutierte frühere Army-Kollegin von John Doggett.

Die achte Staffel, um noch kurz die Ausgangsposition zu klären, endete nicht wie gewöhnlich mit einem Cliffhanger, sondern die Doppelepisode “William” wurde noch vor der Pause abgeschlossen. Es ging um die Austragung von Scullys Schwangerschaft, während Unbekannte Scully jagten, um an ihr Kind William zu gelangen. In einem aufwändigen Beschützungsszenario, das deutlich durch Camerons “Terminator”-Reihe inspiriert ist, konnte Scully schließlich ihr Neugeborenes in den Händen halten. Viele Fragen wurden beantwortet, einige Charaktere fanden ihr unrühmliches Ende und ein provisorischer Schlussstrich wurde gezogen: nicht zuletzt durch das endliche Zusammenfinden von Mulder und Scully, auf das die Fans so viele Jahre gewartet haben.

“Deep Water” eignet sich nun ganz klar die Ausgangslage nach der achten Season an, um sie für die Zwecke des Plots zu verwenden. Mulder ist inzwischen wieder ins Nichts verschwunden, während Scully sich als Mutter einer ganz neuen Situation ausgesetzt sieht, die der Dynamik vollkommen entgegenläuft, welche in ihrer Ermittlungsarbeit als FBI-Agent zu einem Teil von ihr geworden war. Den aktiven Part übernehmen nun Doggett und Reyes, für die sich die Drehbuchautoren deutlich sichtbar bemühten, persönliche Komponenten ins Spiel zu bringen.

Der Prolog ist trotz des vollständigen Eintauchens in den Hauptstrang der Serie jedoch wie gehabt im Stil der “Monster of the Week”-Stories gehalten. Lucy Lawless, bislang in der Serie noch nicht aktiv gewesen, wird mit der kühlen Ausstrahlung beinahe einer Terminatrix vorgestellt, womit die stilistische Brücke zur “William”-Doppelfolge schon gelegt wäre. In einer (nicht auf der DVD enthaltenen) geschnittenen Szene wird dies noch deutlicher, wenn der Mann am Tresen mit dem Drink in der Hand aus dem Augenwinkel glaubt, eine nackte Frau vorbeigehen zu sehen, als er plötzlich bemerkt, dass es nur eine Frau in rückenfreiem Abendkleid ist. Lawless’ Figur ist  unmenschlich, unwirklich gezeichnet und mit eiskalter Erotik versehen, die Wärme jeglicher Art vermissen lässt. Sie ist tatsächlich auf den ersten Blick ein “Monster of the Week”, angelegt wie eine Männer verschlingende Nymphe, die wie durch Sirenengesang ihren Partner auf sich zulocken kann, um ihn schließlich zu töten. Das Schicksal des verträumt im Drink rührenden Mannes an der Bar ist in dem Moment besiegelt, wo er versucht, ein Gespräch einzuleiten. Schließlich machen sich beide auf den Weg zu seinem Haus (hier wird man an “Species” erinnert), als der deutsche Titel der Doppelepisode erstmals seine Wirkung entfaltet: Auf einer Brücke drückt Lucy Lawless das Bein ihres Begleiters auf das Gas und stürzt mit ihm zusammen in den Fluss. Im sinkenden Auto bleibt sie regungslos sitzen, während er panisch versucht, sich aus seinem Sitz zu befreien. Kaum hat er es geschafft, packt sie ihn blitzschnell am Bein und zieht ihn mit in die Tiefe.



Hier beginnt nun normalerweise der übliche Vorspann, jedoch wurden die beiden Folgen auf der DVD-Auskopplung zu einem abendfüllenden Spielfilm zusammengeschnitten, so dass ein veränderter Abspann (der allerdings die komplette neunte Staffel begleitet) bereits vor dem Prolog abläuft. Es ist deutlich erkennbar, dass die Folgen nicht auf das Spielfilmkonzept ausgelegt sind, denn anfangs sowie in der Filmmitte ergeben sich kleinere strukturelle Sprünge, die “Deep Water” als Doppelfolge einer Serie entlarven.

Was folgt, ist die Klärung der Ausgangspositionen. Nacheinander wird die aktuelle Situation der drei Protagonisten - Agent Reyes, Agent Doggett und Dana Scully - dargestellt. In Dialogen und Handlungen der Figuren werden die zurückliegenden Geschehnisse aus “William” verarbeitet. Wir erfahren erneut davon, dass Doggett eine Ermittlung gegen Direktor Kersh hat anlaufen lassen. Neue Beweismittel ergeben sich, die das zuvor Gesehene verfälschen: Ein Videoband zeigt nichts von dem, was in der Tiefgarage vor sich gegangen ist.
Gleichzeitig werden Reyes und Doggett von ihrer Vergangenheit eingeholt. Reyes muss sich mit ihrem früheren Freund Brad herumschlagen, den Kersh zur Klärung des Falls hinzugezogen hat. Cary Elwes ist mal wieder in seinem Element, wenn er eine Figur spielt, die zwar das Richtige tun will, aber in ihrem Stursinn immer nur das Gegenteil macht.
Für Agent Doggett bedeutet die Recherche in der Vergangenheit eine Verknüpfung mit dem Prolog, denn Shannon McMahon (Lawless) ist eine Kollegin aus seiner Zeit in der Army. Hier entwickelt sich der Plot dann am stärksten weiter, denn sie ist der Schlüssel für eine erneute Regierungsverschwörung um die Züchtung von Supersoldaten - ein Handlungsstrang, der bis zum Ende der Staffel beibehalten werden sollte und im Finale endgültig aufgelöst wird.

Problematisch ist nun die Zuteilung der Figuren, was gerade auf Annabeth Gish - und dies nicht zum letzten Mal - zutrifft. Man versuchte, eine Art Beziehungsviereck um die neuen Agenten und ihre Anhänge aufzubauen. Doggett wird mit Shannon konfrontiert, Reyes mit Brad, während man zu allem Überfluss versuchte, eine implizite Beziehung zwischen Doggett und Reyes heraufzubeschwören. Das Resultat sind streckenweise schrecklich dumme Dialoge mit Soap-Niveau (“Glaubst du etwa, er würde mich während der Arbeit im Büro betatschen? So ist das nicht.”). Der komplette Subplot um Cary Elwes ist vollkommen unnötig, hat er doch nicht wirklich etwas Sinnvolles zur Story beizutragen, was nicht auch auf Kersh oder sonstige Akteure hätte übertragen werden können. Darüber hinaus erweist sich ausgerechnet Scully als fünftes Rad am Wagen, steht sie doch kurz nach der Geburt ihres Sohnes ganz klar im Hintergrund. Ihre Passivität ist für Akte X-Fans erdrückend, zumal nicht einmal mehr Fox Mulder zur Verfügung steht, um als Ausgleich auf Ermittlung zu gehen. Der komplette Ur-Cast wurde also in den Hintergrund gedrängt, womit “Deep Water” einen Eindruck von fehlender Dynamik vermittelt.
Dabei ist das Geschehen eigentlich ganz klar dynamisch. Es gibt groß angelegte Stunts wie das Versenken des Autos im Fluss oder die finale Explosion des Schiffs. Zwischendurch sorgen subtile Momente wie das schattenhafte Auftauchen des geheimnisvollen Hinweisgebers für Intensität, die Terminator-Bewegungsweise der Supersoldaten für Spannung. Nur sind es eben Robert Patrick und Annabeth Gish, die auf Entdeckungsreise gehen, nicht David Duchovny und Gillian Anderson. Ein unvorbelasteter Zuschauer mag diesen Kritikpunkt nicht so sehr nachvollziehen können, aber wer in der Materie drin ist, wird sich so fühlen, als würde er mit der zweiten Wahl abgespeist werden - ohne die Leistungen von Patrick oder Gish schmälern zu wollen.
Überhaupt ist Patrick das kleinere Problem. Es ist Gish, die zwar nicht durch ihre Performance, aber durch ihre geschriebene Rolle wie ein Fremdkörper wirkt. Sie ist schlichtweg überflüssig, und zwar in der kompletten Serie, was erstmals in “Deep Water” deutlich wird. Konzipiert war sie laut Making Of als eine Art Schwestern-Ersatz für Scully, die ja bekanntlich in einer früheren Staffel ihre Schwester verlor. So richtig funktionieren mag das Konzept aber nicht, was jedoch keinesfalls Gishs Schuld ist.



Dass “Deep Water” trotz aller Kritikpunkte doch noch ein würdiger Einstieg in die letzte Staffel geworden ist, liegt vor allem an dem optischen und effekteversierten Aufwand, der betrieben wurde. Für die Wassertanks wurden Studiobauten errichtet, die denkwürdige Szenen im Wasserwerk ermöglichten. Lucy Lawless gibt darin wirklich alles, so dass man ihren Charakter im Rückblick auf die Serie nicht vergessen wird, wenn es auch ihr einziger Akte X-Auftritt blieb. Das explodierende Schiff ist ein pyrotechnisches Highlight der Serie, das nicht ganz an die Ölturmexplosion aus der achten Staffel herankommt, aber dennoch beeindruckend ist; zumal die Darsteller selbst vor dem Schiff agieren.

Von höchster Intensität ist dann der abschließende Dialog zwischen Direktor Kersh und Agent Doggett, der mitunter an die Wirkung der flammenden Rede von Skinner gegen den Kettenraucher erinnert, als der ihn mit einem Navajo-Code erstmals in der Hand hält und das Blatt wenden kann. Hier wird nun die Bedeutung des Originaltitels deutlich. “Nothing important happened today” - eine Phrase, die das volle Ausmaß der Revolution verbildlicht, die vor den Augen von Millionen von Menschen abläuft und doch von niemandem gesehen wird - nicht mal von den höchsten Positionen.

Fazit: Neue Spannungen haben sich aufgebaut, neue Untersuchungsfelder haben sich ergeben. Insofern macht “Deep Water” den optimalen Auftakt in die letzte Staffel perfekt. Dass trotzdem diverse Schwächen zu erkennen sind, die auch Schlimmes für die weiteren Episoden befürchten lassen, kann aber nicht geleugnet werden. So macht schon diese Doppelfolge deutlich, dass für eine Agent Reyes eigentlich nie ein Platz in der Serie gewesen ist. Ebenso wird klar, dass das Konzept ohne die liebgewonnenen Hauptdarsteller Mulder und Scully nach neun Jahren nicht mehr funktioniert. Hilflos muss man mit ansehen, wie sich Scully durch ihre neue Aufgabe als Mutter in der Passivität verliert, während ihr Kollege wieder ins Nirvana eingetaucht ist und aus diesem längere Zeit nicht mehr auftauchen wird. Technisch bleibt jedoch alles weiterhin auf gewohntem Niveau, so dass “Deep Water” im Endeffekt doch noch zufrieden stimmt.
 6 Narrenkappen

Bild
Die Bildqualität ist als gehobenes TV-Niveau zu bezeichnen. Die vielen Nahaufnahmen der Serie weisen ein ordentliches Maß an Schärfe auf, wobei Grobkörnung dennoch immer wieder auszumachen ist. Ganz problematisch, wie in der kompletten Serie, ist der Kontrast, der unter dem hohen Schwarzanteil nicht selten zu zerbrechen droht. In sämtlichen dunklen Passagen verlieren sich jegliche Details. Die Farben sind absichtlich eher gedämpft und in Grau- bis Brauntönen gehalten.
 4 Narrenkappen ,5

Ton
Der Ton schließt sich da dem Niveau des Bildes an: insgesamt sehr unauffällig, auch bedingt durch die vielen Dialoge sehr frontlastig und auf den Center beschränkt. Dennoch mischen sich immer mal wieder Effekte rein. Gerade bei der Schiffsexplosion bekommen Bass und ganz minimal die Rearspeaker etwas zu tun, und auch sonst geht es in den actionlastigeren Sequenzen im Vergleich zu anderen TV-Serien relativ laut zu.
 4 Narrenkappen ,5

Extras
Ebenso wie die Tonspuren des Hauptfilms sind die spärlichen Extras allesamt untertitelt. Diese bestehen aus zwei kleineren Featurettes: “Monica Reyes Revealed” (3:36 Min.) versucht, Annabeth Gishs Funktion in der Serie zu erklären, während die “Behind the Scenes”-Featurette (2:59 Min.) Einblick gibt in die Produktion der verschiedenen Kulissen. Leider nicht enthalten sind die beiden unveröffentlichten Szenen, die als Erweiterungen der Bar-Sequenz sowie der Dialog-Sequenz zwischen Kersh und Doggett dienen und beide auf der Season 9-Staffelbox enthalten sind.
 2 Narrenkappen

Fazit
Bei aller Liebe zu dieser wundervollen TV-Serie und auch in Anerkennung der soliden Qualität dieser zum Spielfilm modifizierten Doppelfolge aus der Season 9: Der Sinn dieser sowie anderer DVD-Auskopplungen diverser Doppelfolgen wird mir auch nach längerer Überlegung nicht klar. Akte X-Neulinge wären, wenn schon, eher mit abgeschnittenen “Monster-of-the-Week”-Stories bedient; für Veteranen hingegen, die inzwischen sowieso bereits die Staffelboxen besitzen dürften, stellt sich die Frage, wieso man den Teil einer kontinuierlichen Handlungskette auskoppeln und zu einem Fernsehfilm umschneiden muss. “Deep Water” macht nur eingebettet in den kompletten Verschwörungsstrang Sinn, denn wo sich der Kinofilm zumindest noch bemühte, auch Abstinenzlern einen Zugang zu verschaffen, erschließt sich die Handlung dieser Doppelfolge nur jenen, die sich im Akte X-Universum bereits auskennen. Eine Kaufempfehlung kann ich daher so richtig niemandem aussprechen. Dann schon eher die schönen Staffelboxen, die es ja inzwischen auch recht günstig zu erwerben gibt.
DVD-Qualität: 4 Narrenkappen
DVD-Langhaltswert:  0 Narrenkappen

Testequipment
- Fernseher: Tevion
- DVD-Player: Pioneer DV-XV313 5.1-Komplettsystem
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« Antwort #1 am: 09. September 2005 um 06:17 »

mal wieder ein ultra ausführliches und mehr als sehr gut geschriebenens Review. Das ist echt der Wahnsinn!  Geschockt
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freeman
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« Antwort #2 am: 09. September 2005 um 21:51 »

Hm, meine langjährige Lieblingsserie Akte X und als X-Phile kann ich nur sagen. Was ein Brett von einem Review. Die ganze Einleitung kannste für nen zukünftigen Abriß aller Staffeln nehmen. Nur so als Tipp und aus forschungsökonomischen Gründen sollte man Zeit sparen, wo man kann Zwinkern.

Gelungen finde ich den Blick auf die neuen Figuren, wobei ich persönlich nur mit Dogget wirklich etwas anfangen konnte. Gishs und Cary Elwes Figur waren von Anfang an nur verschenkt. Insbesondere die Tatsache, dass sich Elwes hat ködern lassen, bei Akte X mitzuspielen, verwunderte mich damals sehr, zumal er NICHT EINMAL intelligent eingebunden wurde imo.

Ansonsten, wie gesagt, geiles Review, wobei ich mir die "ausgekoppelten" Einzelfilme nie zugelegt habe. Ich habe die lieber immer im Zusammenhang der Serie gesehen ... zumal ich eh eher Fan der Monster of the Week Folgen war und freilich von den Selbstverarsche Folgen - Böses Blut war doch die mit den Vampiren, oder? Die war genial.

In diesem Sinne:
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Vince
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Debakelvince


« Antwort #3 am: 09. September 2005 um 22:58 »

Ich danke euch beiden! Lächeln

Zitat von: "freeman"
Hm, meine langjährige Lieblingsserie Akte X und als X-Phile kann ich nur sagen. Was ein Brett von einem Review. Die ganze Einleitung kannste für nen zukünftigen Abriß aller Staffeln nehmen. Nur so als Tipp und aus forschungsökonomischen Gründen sollte man Zeit sparen, wo man kann Zwinkern.

Jau, das ist wohl war. Obwohl ich, wenn ich die erste Staffel bespreche, wohl kaum damit anfangen kann, wie sich die Serie nach fünf Staffeln weiterentwickelt hat. Aber wenn ich mal ne Doktorarbeit über Akte X schreibe, dann hab ich schon mal ne Einleitung. Mr. Green

Zitat
Gelungen finde ich den Blick auf die neuen Figuren, wobei ich persönlich nur mit Dogget wirklich etwas anfangen konnte. Gishs und Cary Elwes Figur waren von Anfang an nur verschenkt. Insbesondere die Tatsache, dass sich Elwes hat ködern lassen, bei Akte X mitzuspielen, verwunderte mich damals sehr, zumal er NICHT EINMAL intelligent eingebunden wurde imo.

Sehe ich nicht anders. Absolut überflüssig, und zwar beide. Ich meine, die Annabeth find ich ganz schnuckelig, aber es ist mehr als offensichtlich, dass man hier ganz einfach das Feld einer neuen Generation überlassen wollte. Und das Konzept mit zwei Ermittlern, beide praktischerweise Singles und im gegenseitigen Interessengebiet, wollte man auch beibehalten. Problem war halt, dass Gillian Anderson zurückgedrängt wurde. Mir gefiel der ganze Baby-Plot überhaupt nicht. Das war wie ne Fußfessel für Scully, zumal sich Herr Mulder auch noch von Außerirdischen entführen ließ.
Und wer sich die Rolle des Brad Follmer ausgedacht hat, der gehört zurückversetzt. Vielleicht wollte man einfach auf Biegen und Brechen ein bekanntes Gesicht in die Serie integrieren, um sie attraktiv zu halten.

Zitat
Ansonsten, wie gesagt, geiles Review, wobei ich mir die "ausgekoppelten" Einzelfilme nie zugelegt habe. Ich habe die lieber immer im Zusammenhang der Serie gesehen

Ich ebenso. Hab kürzlich alle Folgen komplett chronologisch hintereinander angesehen, und da bekommt man ein ganz anderes Bild von dem zentralen Handlungsstrang. Die "Deep Water"-DVD hat mir auch filmbesprechungen.de zur Besprechung ausgeliehen. Selbst hab ich die Staffelboxen.


Zitat
... zumal ich eh eher Fan der Monster of the Week Folgen war und freilich von den Selbstverarsche Folgen - Böses Blut war doch die mit den Vampiren, oder? Die war genial.

 Sehr glücklich  Ja, die ist superklasse. Absolut genial, wie sich die Geschichte in der jeweiligen Erzählung von Mulder und Scully in Details unterscheidet. Ganz spitze war der Auftritt von Luke "Mr. Right" Wilson - in Scullys Erzählung ein spitzfindiger Charmeur, in Mulders Erzählung ein Landei mit Pferdegebiß.
Die Folge mit dem Kuriositäten-Kabinett war auch so eine von diesen Selbstironischen. Immer noch einer meiner Favoriten: Gary Oldman hält Scully einen Vortrag darüber, wie wichtig es ist, dass die Natur absurde Gestalten hervorbringt, damit nicht alle von solcher profilloser Durchschnittlichkeit sind wie ihr Partner. Er zeigt auf Mulder, der gerade mit einem Bein auf einer Treppenstufe und einer Pose wie eine Marmorstatue in den Himmel blickt. Genialer Moment! Lächeln

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freeman
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« Antwort #4 am: 09. September 2005 um 23:10 »

Zitat von: "Vince"
Mir gefiel der ganze Baby-Plot überhaupt nicht. Das war wie ne Fußfessel für Scully.


Aber echt ey, das hats meines Erachtens null gebracht. Absoluter Tiefpunkt der Scully Entwicklung in den neueren Folgen war ja wohl Emily. Ich habe noch nie so hart mit dem Schlaf gekämpft wie da, obwohl die Folge Scully gehörte und ich die eigentlich IMMER dufte fand.

Und zu den komischen Momenten muss man eben auch anmerken, dass die neueren Folgen alle nicht mehr SOOOO funktionierten, weil eben auch das lakonische von Mulder/Duchovny gefehlt hat (Duchovny soll ja darauf bestanden haben, seinen eigenen Humor einbauen zu dürfen). Denn selbst wenn Duchovny gelangweilt wirkte in manchen Folgen, so saßen seine Kommentare doch immer hundertpro. Der war am Ende ja fast eine One Liner Maschine.

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Vince
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Debakelvince


« Antwort #5 am: 09. September 2005 um 23:23 »

Zitat von: "freeman"

Und zu den komischen Momenten muss man eben auch anmerken, dass die neueren Folgen alle nicht mehr SOOOO funktionierten, weil eben auch das lakonische von Mulder/Duchovny gefehlt hat (Duchovny soll ja darauf bestanden haben, seinen eigenen Humor einbauen zu dürfen). Denn selbst wenn Duchovny gelangweilt wirkte in manchen Folgen, so saßen seine Kommentare doch immer hundertpro. Der war am Ende ja fast eine One Liner Maschine.


Dazu fällt mir nur ein:
"Sehen Sie eine Möglichkeit, das Zeug ganz schnell loszuwerden und dabei immer noch cool auszusehen?"
Ist allerdings aus der ersten Staffel. Zwinkern
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« Antwort #6 am: 10. September 2005 um 09:38 »

Zitat von: "Vince"
Dazu fällt mir nur ein:
"Sehen Sie eine Möglichkeit, das Zeug ganz schnell loszuwerden und dabei immer noch cool auszusehen?"
Ist allerdings aus der ersten Staffel. Zwinkern

LOL ja - war das nicht eine der Tooms Folgen?

Ach ja... Super Review!
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deBohli
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« Antwort #7 am: 10. September 2005 um 11:42 »

Zitat von: "Alucard"
Zitat von: "Vince"
Dazu fällt mir nur ein:
"Sehen Sie eine Möglichkeit, das Zeug ganz schnell loszuwerden und dabei immer noch cool auszusehen?"
Ist allerdings aus der ersten Staffel. Zwinkern

LOL ja - war das nicht eine der Tooms Folgen?

Ach ja... Super Review!

Genau, die erste. "Das Nest" IMO Folge 3 der ersten Staffel. Zwinkern

Super Review Respekt!
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