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Autor Thema: erasure - The Tank, the Swan and the Balloon...  (Gelesen 7373 mal)
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Jorin
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Beiträge: 17.450



« am: 10. April 2005 um 15:03 »

erasure - The Tank, the Swan and the Balloon
Recorded live at the Manchester Apollo 06. 08. 1992




Technische Daten:
    Vertrieb: Mute Records
    Regionalcode: 2 (Europa)
    Laufzeit: Konzert 135 Minuten, Interview 25 Minuten
    Regie: David Mallet
    Darsteller: Andy Bell, Vince Clarke
    Bildformat: 4:3
    Tonformat: 5.1 Dolby Surround, 2.0 PCM Stereo
    Sprachen: Englisch
    Untertitel Interview: Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch (auch ausblendbar)
    Freigabe: ab 14 Jahren


Über erasure:
"Who needs Love (like that)" wurde als erste Single der Pop-Gruppe erasure bereits am 2. September 1985 veröffentlicht, wurde doch erst ein knappes Jahr später zum Hit und stürmte die deutschen Top 50. Die englische Gruppe wurde von Vince Clarke, der hauptsächlich für die Melodien und die technische Umsetzung des ganz eigenen erasure-Musikstils verantwortlich ist, ins Leben gerufen. In einer Fachzeitschrift suchte er mittels Anzeige einen Sänger für sein Projekt und wählte aus über 80 Bewerbern ausgerechnet Andy Bell aus, ein Glücksgriff, wie sich später herausstellte. Immer wieder gelang es dem Duo in den Achtzigern, ihre Titel in den Charts zu plazieren.

Im Jahr 2000 allerdings erreichte die Geschichte des Duos ihren vorläufigen Tiefpunkt. Das Album "Loveboat" fand in den USA nicht mal eine Plattenfirma, die es veröffentlichen wollte. Es wurde erst einige Monate später als geplant dennoch veröffentlicht, verkaufte sich aber sehr schleppend.

Dennoch sind erasure nicht untätig geblieben, ihr Album "Other People's Songs", auf dem sie fremde Stücke covern, schaffte es, an alte Erfolge anzuknüpfen. Für den Herbst ist das neue Album zur Veröffentlichung vorgesehen.

erasure live:
Die getestete DVD ist eine Aufnahme des Live-Konzertes "The Tank, the Swan and the Balloon" vom 06. 08. 1992, welches im Manchester Apollo stattfand. Das ehemalige Theater wird seit Jahren von namhaften Künstlern genutzt, und liegt nur knappe 10 Minuten von der City von Manchester entfernt. Von außen traut man dem Gebäude sein oft turbulentes und lautstarkes Innenleben sicher nicht zu.



erasure starten ihr Konzert wie ein Theaterstück, Andy Bell wird in einem weißen Schwan sitzend auf die Bühne gefahren, Bodennebel simuliert eine frühe Morgenstunde am See, Feen tanzen zu sphärischen Klängen. Das eher unbekannte "Siren Song" ist das erste Stück des Konzerts, danach geht es dann aber direkt mit dem bekannteren "Ship of Fools" weiter und schon fühlt man sich wie in die 80er zurück versetzt. Man trägt die quietschbunten Klamotten dieser Zeit, denkt nicht an zu hohe Steuern oder drohende Arbeitslosigkeit... Nein, man geht völlig im technisch-verspielten erasure-Klang auf. Neben "Chorus", "Heart of Stone", "Stop!", "Star" und "Sometimes" werden natürlich auch in diesem Konzert die Cover-Versionen der Abba-Hits "Voulez Vous", "Take a Chance on me", "S.O.S." und "Lay all your Love on me" gespielt, und wer bei dem fulminanten Beginn von "Voulez Vous" noch die Füße still halten kann, sollte sich besser eine Klassik-CD zu Gemüte führen. Dem Duo gelingt es mit jedem ihrer Songs, ganze 29 Stück werden in diesem Konzert gespielt, stets aufs Neue zu begeistern. Sicher muss man elektronische Musik mögen, Freunde handgemachter Musik werden an dieser DVD sicher keinen großen Gefallen finden.



Andy Bell spielt in gewohnter, äußerst (man verzeihe mir die Wortwahl) schwuler Art und Weise mit den Fans im Saal. Nicht, dass ich etwas gegen homosexuelle Mitmenschen hätte, aber die provozierende Art und Weise, in der Andy Bell seine sexuelle Ausrichtung präsentiert, mag dem einen oder anderen zu konservativen Mitmenschen etwas zu weit gehen. Andererseits ist es sicher nicht verkehrt, gerade zu damaliger Zeit, offen dazu zu stehen, und ich persönlich finde den Mut, mit dem Bell dies tut, großartig.

Selbst Vince Clarke wird bei dem einen oder anderen Stück aktiv und tanzt auf der Bühne, und er hat sichtlich Spaß dabei. Das Bühnenbild, die Choreographie, die Kostüme: Alles erinnert an ein Theaterstück und passt stets sehr gut zu den Songs. Zwei mit Talent und Stimme gesegnete Hintergrundsängerinnen unterstützen Andy Bell, der auch nach 2 Stunden noch stimmlich zu begeistern weiß. Er trifft selbst zum Ende des Konzerts noch jeden Ton und wirkt keineswegs heiser, das können heute leider nur noch wenige Sänger/innen.



Bild:
Das Bild liegt im 4:3-Format vor, was nicht wirklich verwundert. Gab es 16:9 damals eigentlich schon? Die Farben wirken sehr kräftig und klar, von einigen wenigen Nahaufnahmen der Tänzer/innen einmal abgesehen, die dann fast schon iim dunklen, vernebelten London zu tanzen scheinen. Sicher könnte man sich jetzt, wie bei Amazon in den Kundenrezensionen auch nachzulesen ist, an der nicht wirklich guten Schärfe der Aufnahmen festhalten. Man darf aber nicht vergessen, dass wir hier ein Konzert von 1992 vor uns haben, und für dieses stolze Alter ist die Schärfe eigentlich noch ganz gut. Da habe ich mit meinem 16:9-Fernseher schon mehr am Bildformat zu knabbern, ein Breitbildformat hätte mir natürlich erheblich besser gefallen.
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Ton:
Als ich die 5.1-Tonspur auswählte, dachte ich, ich habe Watte in den Ohren. Alles wirkt etwas dumpf und monoton, Bässe sind gar nicht wahrzunehmen. Ich musste glatt kontrollieren, ob der Subwoofer überhaupt angeschaltet ist. Dann wechselte ich per Fernbedienung des DVD-Players mitten im Konzert auf die Stereospur. Ein Unterschied wie Tag und Nacht: Druckvolle Basswiedergabe und klare Töne kamen so unvermittelt aus den Boxen, und die Lautstärke scheint bei der Aufnahme (oder Abmischung) um einiges höher gewesen zu sein. Für ein mittlerweile über 10 Jahre altes Konzert ist die Stereospur sehr gut gelungen, von der 5.1-Spur rate ich aber dringend ab. Auch steht mein Receiver auf dem Disco-Programm, was zwar den räumlichen Eindruck nimmt, aber noch etwas besser klingt.
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Menüs:
Die Menüs sind klar gegliedert und animiert. Nach heutigen Gesichtspunkten sicherlich etwas zu simpel geraten, aber ein verspieltes Menü passt auch besser zu den "Unglaublichen", als zu einem erasure-Konzert von 1992. Über das Menü lässt sich die Tonspur auswählen und es gibt ein Trackverzeichnis, mit dem jeder Track einzeln angewählt werden kann.
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Extras:
Neben der DVD "Hits - The Videos" fällt das wenige Bonusmaterial dieser DVD negativ auf, denn auf "Hits - The Videos" gibt es zahlreiche Live-Aufnahmen z.B. von "Top of the Pops" 1986, Interviews und Promotion-Dokumentationen. Warum das nur 25 Minuten dauernde Interview mit Andy Bell, Vince Clarke, Dean Bright (Kostüme) und Les Child (Choreographie) auf eine zweite DVD gepresst wurde, bleibt ein Rätsel. Bei zwei Tonformaten hätte es sicher auch noch auf der ersten DVD Platz gefunden, vielleicht wollte Mute Records damit auch nur einige Kunden mehr erreichen, die auf zusätzliche Extras in Form von Backstage-Material gehofft haben. Ein spimples Interview ist da sicher etwas enttäuschend, da wäre deutlich mehr möglich gewesen. Immerhin ist es aber sehr informativ, was die vier Herren uns zu erzählen haben.
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Fazit:
Ich als alter erasure-Fan, der (fast) jedes Album besitzt, musste einfach zuschlagen. Für einen relativ günstigen Preis bietet "The Tank, the Swan and the Balloon" beste Unterhaltung, eine für damalige Verhätnisse tolle Choreographie, und nicht zuletzt für Fans der elektronischen Musik jede Menge Musik. Im Vergleich fällt auf, dass erasure viele schnelle Nummern in den Achtzigern und Anfang der Neunziger veröffentlicht haben, aber nur wenige langsame Stücke. Die Auswahl ist gut getroffen (mehr dazu im Interview auf der zweiten DVD), der Ton druckvoll und treibend, das Bild annehmbar. Ein gut gelaunter und zu zahlreichen sehr provokanten Späßen aufgelegter Andy Bell sorgt zusammen mit tollen Backgroundsängerinnen und Tänzer/innen, die wirklich Spaß an ihrem Beruf zu haben scheinen, dafür, dass die über zwei Stunden wie im Schlaf viel zu schnell vorbei sind. Das Licht geht aus, der Vorhang fällt, und man ist zurück aus den 80ern... Dankbar für erasure, dass es sie gab und immer noch gibt.
 10 Narrenkappen

Weiterführende Informationen und Links:
erasure-Homepage.
Deutsche erasure-Fanpage.
Diese DVD bei Amazon bestellen.
Mehr von erasure bei Amazon.

Getestet mit:
Loewe Cantus 16:9-Fernseher, Yamaha RX-V496 RDS und Magnat 5.1-Aktivsystem.
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Hannibal
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« Antwort #1 am: 10. April 2005 um 15:16 »

Ganz hervorragend gemacht, so stell ich mir ne Musik-DVD-Review vor! Du beschreibst das KOnzert sehr schön, sagst was zum Hintergrund, der Musikrichtung und bewertest trotzdem objektiv (Wer nix für elektronische Musik übrig hat....).
Da ich eher auf handgemachte Musik stehe, wird die Scheibe bzw. die Gruppe (noch nie was von gehört  Mit den Augen rollen  Verwundert: ) eher nix für mich sein, die Review is trotzdem erstklassig.

MFG
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Jorin
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« Antwort #2 am: 10. April 2005 um 18:32 »

Danke, Hanni...  Zwinkern  ...bal! Hat mich 2 Stunden gekostet, aber was macht man nicht alles als Narr  Sehr glücklich
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kaiserfranz
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« Antwort #3 am: 11. April 2005 um 10:32 »

Hast du wirklich toll gemacht! Respekt! Da steckt viel Arbeit drin. Ich kenne die Gruppe zwar ehrlich gesagt auch nicht, aber du stellst sie du durch deine Review sehr gut vor. Ich kann mich Hannibal nur anschließen. So sollte eine Musik-DVD Review aussehen.

Gruss
kaiserfranz
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dÆmonicus
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Dragon


« Antwort #4 am: 11. April 2005 um 10:38 »

Ts.. lauter Banausen. Kennen sollte man die schon! *g* Die Unwissenheit der Jugend......  Lautes Lachen

Tolles Review!! Auch wenn es nicht so ganz meine Musik war/ist. Bin dann doch zu sehr "schwarz" in der Beziehung und da passt so was nu mal gar nicht.  Lautes Lachen
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Jorin
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« Antwort #5 am: 12. April 2005 um 20:47 »

Danke sehr, es folgen wohl weitere Musik-DVD-Reviews  Zwinkern
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Sir Khan
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« Antwort #6 am: 12. April 2005 um 20:55 »

Spitzen-Review, Tiger. Und vor allem, schön mal wieder was von Dir zu lesen.
Musikalisch absolut nicht meine Tasse Tee. Verwundert
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freeman
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« Antwort #7 am: 13. April 2005 um 01:43 »

Allmächt, was geht denn hier? Wollte schon vor ner ganzen Weile meinen Senf zu deiner Kritik abgeben. Die hat mir nämlich richtig gut gefallen. Aber das hier keiner Erasure kennt, is schon derbe, irgendwie. Als Depeche Mode Fan der ersten Stunde (und begeisterter Mode-Konzertgeher) sind Erasure freilich Pflicht. Zwar sind sie bei weitem net so düster wie Mode, aber hey, Spaß macht ihre Mucke auf jeden Fall und das kann ich auch deshalb bestätigen, weil ich heute im Club zu deren Mucke gut abgegangen bin ... heute war 80er - 90er Jahre Party ...

In diesem Sinne:
freeman
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dÆmonicus
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Dragon


« Antwort #8 am: 13. April 2005 um 10:40 »

Zitat von: "freeman"
Aber das hier keiner Erasure kennt, is schon derbe, irgendwie.
freeman

Na nu mal nicht übertreiben!! Ich kenn sie und DM ist ja wohl geil. Und wenn wir schon dabei sind: Yazoo die "alte " Band von Vince Clarke!!!!!  Headbanger

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