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Autor Thema: Insight  (Gelesen 279 mal)
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« am: 01. August 2021 um 16:22 »



Entstehungsdaten:
USA 2021

Regie:
Ken Zheng
Livi Zheng

Darsteller:
Ken Zheng
Madeline Zima
Sean Patrick Flanery
Tony Todd
John Savage
Keith David

Trailer


Bei "Insight" (2021) handelt es sich um einen amerikanischen Action-Streifen, der mit einer übernatürlichen Komponente aufwartet sowie von den indonesischen Geschwistern Ken und Livi Zhang in Szene gesetzt wurde – wobei letztere das Werk überdies produzierte sowie er das Skript verfasste, die Hauptrolle übernahm und als Stunt-Koordinator fungierte. Jeweils gestandene Kampf-Sportler, hatten sie bereits mit ihrem 2015er Debüt "Brush with Danger" versucht, in der Film-Industrie auf sich aufmerksam zu machen – mit eher bescheidenem Erfolg, welcher ihnen aber immerhin u.a. die Möglichkeit bescherte, die 2018er Musik-Doku "Bali: Beats of Paradise" (mit "Grammy"-Gewinnerin Judith Hill) zu realisieren. Für ihr hier nun zur Besprechung vorliegendes Projekt war es ihnen schließlich gelungen, sowohl ein merklich höheres Budget als zuvor noch als auch die Beteiligung einer Reihe kompetent-vertrauter "B-Movie-Gesichter" zu sichern…

Seit ihrer Kindheit sind sich die Brüder Jian (Zheng) und Bao (Jonny Siew) darüber gewahr, dass sie über "seherische Fähigkeiten" verfügen: Eine Gabe, welche sie schon damals "spielerisch" trainierten. Inzwischen Mitte zwanzig, arbeitet Jian für eine Covert-Ops-Einheit der US-Regierung, die auf der Basis seiner so gewonnenen Erkenntnisse "Persons of Interest" (Terroristen etc.) aufspürt. Von dem Offizier Frank (John Savage) geleitet, der quasi zu einem "Zieh-Vater" für sie wurde, da ihr leiblicher Erzeuger ein zornig-gewalttätiger Alkoholiker war, gehörte Bao ebenfalls eine Zeit lang mit zu dem Team, bis er "seinen eigenen Weg" ging und sich der Kontakt zwischen ihnen zunehmend reduzierte. Eines Tages – einer Mission in Syrien folgend – erhält Jian die Nachricht, dass Bao in Los Angeles tot aufgefunden worden sei. Während die Umstände auf einen Suizid hindeuten, ist er sich jedoch auf Anhieb sicher, dass sich sein Bruder definitiv nicht selbst das Leben genommen hat…  

Jian erhält die Freigabe, nach Kalifornien fliegen zu dürfen, um sich um die Abwicklung der Formalitäten zu kümmern. Dort werden ihm die Detectives Abby (Madeline Zima) und Carl (Tony Todd) "unterstützend zur Seite gestellt": Etwas, das dank "einflussreicher Freunde" Jians geschieht – zum merklichen Missmut der beiden Cops, die deshalb nicht mehr so intensiv wie eigentlich gewollt nach einem kürzlich entführten Mädel suchen können. Zudem missstimmt es sie ein wenig, dass er fest von einem Mord ausgeht – entgegen der Spuren und bisherigen Untersuchungen. Als Jian erfährt, dass Bao bei dem Tech-Unternehmen "Vortex" tätig war, das von einem anderen Ex-Mitglied der Truppe geführt wird – Sean Patrick Flanery als "in Ungnade gefallener" Wallace – ist ihm sofort klar, dass jener dahinter steckt – also nimmt er sich der Sache kurzerhand selbst/allein an: Erzählt den Cops nichts weiter davon und bricht u.a. in die Firmen-Zentrale ein – doch hat Wallace bereits mit seinem Auftauchen gerechnet…

In so ziemlich jeglicher Hinsicht ist "Insight" ein relativ "einfach" geartetes Werk – was neben den nicht gerade umfangreichen finanziellen Ressourcen ebenso der Drehbuch-Beschaffenheit zuzuschreiben ist. Die Story weist gewisse Elemente von Filmen á la "Beverly Hills Cop" und "Rush Hour" auf – kommt zwar ohne Humor daher, dafür aber mit der vertrauten Plot-Komponente eines "Outsiders", der in die "City of Angels" reist, um das Ableben eines Nahestehenden aufzuklären – worüber hinaus sie sich frei irgendwelcher Twists oder Überraschungen entfaltet und die Charaktere allesamt ebenso "unvertieft" verbleiben wie die meisten Inhalte: Details bspw. über Wallace´s Business, die konkreten Umstände dessen "Bruchs" mit Frank und dem Team sowie generell über die "Regierungs-Dienste" Jians werden nahezu keine preisgegeben – und auf den (vorhersehbaren) Nebenhandlungs-Strang rund um die gekidnappte Teenagerin hätte man problemlos gleich komplett verzichten können…

Eröffnet wird in Gestalt einer "Vorwegnahme", im Rahmen derer Jian bereits in L.A. gelandet ist sowie einige Sachen Baos in dessen Wohnung durchgeht – worauf er am Abend ins "Vortex"-Gebäude eindringt, um dort nach Möglichkeit in einen extra gesicherten Labor-Trakt zu gelangen: Ein Plan, der unweit des Ziels plötzlich seitens aufheulender Sirenen und heraneilender Wachleute vereitelt wird. Ergänzend dazu führen einen vereinzelte Flashbacks in die Kindheit der Brüder zurück, durch die wir von ihrer Gabe sowie ihrem häufig betrunkenen Vater (Jen Sung) erfahren, der damals u.a. mit Hilfe ihrer "Voraussagungen" per Wetten bei Pit-Fight-Veranstaltungen zu Geld kommen wollte. Im Anschluss an diesen etwas Action sowie ein paar Basis-Infos bietenden Einstieg heißt es dann "Two Days Earlier" (in Al Mayadin, Syrien) – wonach der weitestgehend gradlinige Haupt-Verlauf der insgesamt bloß knapp 75-minütigen Spiel-Dauer einsetzt…

Die Rückblenden in "Insight" sollen dem Publikum Jian und Bao "näher bringen" – was nicht allzu einträglich funktioniert: Wahre Sympathien entwickelt man für sie keine. Bei Bao liegt das mit daran, dass er als (von Jonny Siew aus TV´s "Heroes" gemimter) Erwachsener über kaum Screen-Time verfügt – bei Jian hat das unweigerlich damit zutun, dass Ken Zhang ein relativ "emotionsarm-hölzerner" Darsteller ist, der außerdem nicht nur von der 1,73m-großen Zima noch mehrere Zentimeter weit "überragt" wird sowie grundsätzlich (obwohl er zu Zeiten des Drehs 25 war) so aussieht, als wäre er ein 15-jähriger, mitunter fast unfreiwillig komisch angestrengt-entschlossen dreinblickender "Bubi". Die "physischen Anforderungen" seiner Rolle meistert er indes prima. Angesichts seiner mangelnden "Ausstrahlung" kann ich mir persönlich nicht wirklich vorstellen, dass er künftig mal (über kleinere Veröffentlichungen und Parts hinaus) zu einem echten "Genre-Recken" avanciert…

Glücklicherweise hat man Zhang mit fähigem "Support" umringt: Als engagierte Polizistin agiert Madeline Zima (TV´s "Californication") solide – auch wenn sie (als Frau mit ihrer Statur) bei Kämpfen gegen männliche Widersacher nicht umfassend zu überzeugen vermag. Unabhängig dessen, dass er bei Prügeleien ebenfalls etwas "steif" anmutet, gefiel mir Tony Todd ("Frankenstein") als ihr erfahrener, um sie besorgter Partner gut – während Keith David ("Platoon") ihren Captain gewohnt charismatisch verkörpert und John Savage ("In Dubious Battle") als Jian´s Commander Schrägstrich "Vater-Figur" eine routiniert-ordentliche Performance an den Tag legt. Sean Patrick Flanery ("Born a Champion") gibt derweil einen an sich brauchbaren "Baddie" ab – allerdings ist schon auffällig, dass Wallace nicht sonderlich "aktiv bedrohlich" angelegt wurde: Nicht selten (vor allem) gibt er Anweisungen oder starrt auf irgendwelche Screens – was durchaus schade ist…

Flanery, der 2011 übrigens bereits mal in einem anderen Streifen namens "InSight" mit von der Partie war, ist ein gestandener Martial-Artist, der u.a. brasilianisches Jiu-Jitsu unterrichtet sowie im Besitz des betreffenden schwarzen Gürtels ist. Seine Skills auf dem Gebiet kann er im Vorliegenden im Zuge eines Sparrings-Fights und der finalen Konfrontation mit Jian zur Schau stellen – wobei ausgerechnet letztere Begegnung jedoch unerwartet "kurz und bündig" gehalten wurde. Zhang wiederum darf sich innerhalb der Story regelmäßig mit einem oder mehreren Kontrahenten "auseinandersetzen" – was er prächtig (sowie obendrein ansprechend "dynamisch" und übersichtlich choreographiert) meistert. Cinematographer Richard J. Vialet ("500 MPH Storm"), Regisseurin Zhang und ihre zwei Editoren haben Ken und sein Können vorteilhaft (ohne Wire-Work oder Zeitlupen-Verwendung) "ins Bild gerückt" und ihm somit (dem Publikum gegenüber) eine präsentable "Showcase"-Möglichkeit geschaffen…

Jian´s "Clairvoyance"-Fähigkeiten hat das Skript relativ "vage definiert" gehalten – das damit verbundene "Übernatürliche" ist kein allzu dominanter Faktor innerhalb der Geschehnisse. Es gibt weder Explosionen, Suspense noch nennenswerte CGIs zu verzeichnen – und das, was Wallace eigentlich anstrebt, kommt einem irgendwie "lahm" vor. Dafür ist das Tempo straff und die Handlungs-Entfaltung abwechslungsreich – inklusive Fights und Verfolgungen (plus gar eines Drohnen-Angriffs) an solch unterschiedlichen Schauplätzen wie in einem Labor, Nachtclub, schicken Apartment, einer Lagerhalle und (als herausragend coole Location für den Showdown) auf dem Dach eines Hochhauses. Alles in allem ist "Insight" ein passabel unterhaltsamer, jedoch belangloser kleiner Action-Streifen, der u.a. an seinem "blassen" Lead und oberflächlichen Drehbuch leidet, nach Einsetzen des Abspanns schnell wieder vergessen ist und von seiner ganzen Art her ein Stück weit an einen Serien-Pilotfilm erinnert…  

gute
4 Narrenkappen


« Letzte Änderung: 01. August 2021 um 17:34 von StS » Gespeichert

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