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Autor Thema: Absolon  (Gelesen 471 mal)
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« am: 17. Juni 2019 um 10:45 »



Entstehungsdaten:
Großbritannien/Kanada 2003

Regie:
David Barto

Darsteller:
Christopher Lambert
Lou Diamond Phillips
Kelly Brook
Ron Perlman
Roberta Angelica

Trailer

Drei gestandene “B-Movie-Recken” (Christopher Lambert, Lou Diamond Phillips und Ron Perlman), zwei bildhübsche Ladies (Kelly Brook und Roberta Angelica), ein sein Spielfilm-Regiedebüt feiernder Storyboard-Künstler (David Barto) sowie eine “auf dem Papier” nicht uninteressant klingende Sci-Fi-Thriller-Storyidee als Basis: Gar nicht mal so schlechte Ausgangseigenschaften für eine Produktion dieser Art – zumal in der Vergangenheit diverse Streifen mit ähnlichen Voraussetzungen selbst ohne “preisverdächtig ausgearbeiteten” Drehbüchern annehmbar funktionierten. “Adrenalin: Fear the Rush” (ebenfalls mit Lambert) kommt mir dabei spontan in den Sinn – und tatsächlich fühlt man sich in den Anfangsminuten an jenes Werk Albert Pyuns erinnert, denn der Zuschauer erhält hier in vergleichbarer Weise eine Zusammenfügung von fiktiven Informationen mit echten Nachrichten-Archivaufnahmen geboten, die eine “nicht allzu ferne Zukunft” infolge einer gravierend-fatalen Epidemie aufzeigen…

“Im Jahre 2003 wurde der Planet von einem tödlichen Virus (NDS) befallen, begünstigt durch jahrelange Umweltverschmutzung und Zerstörung der Ozonschicht. Blitzschnell verbreitete sich das Virus auf der ganzen Welt. Die Weltwirtschaft brach komplett zusammen. Bis zur Entwicklung eines Hilfsmittels waren bereits 5 Milliarden Menschen gestorben. Die lebenswichtigen Vorräte werden noch 100 Jahre reichen, denn von allem ist genügend vorhanden – außer von dem lebensrettenden Heilmittel: Absolon”, heißt es unmittelbar zu Beginn – ergänzt um weitere Ausführungen eines die Situation “aus der menschlichen Perspektive heraus” veranschaulichenden Erzählers sowie einer Computer-Simulation der Zusammensetzung eines neu entwickelten Gegenmittels samt der zugehörigen Verwendungsweise. Die ersten fünf Minuten gehören also den “einleitenden Grundlagen” – doch nutzen die Macher jene Plot-Aspekte im Verlauf (im Gegensatz zum erwähnten “Adrenalin”) tatsächlich in einem ersprießlichen Einklang mit der Handlung (sprich: über die reine Funktion eines “Aufhängers” hinaus)…

Um eine Ausbreitung des NDS-Erregers im Körper zu verhindern, sind die Menschen inzwischen also auf das Medikament Absolon angewiesen, welches aufgrund seiner begrenzen Verfügbarkeit überaus teuer ist, so dass sich nur Vermögende das Mittel leisten können. Eines Tages gelingt es einem Wissenschaftler jedoch, ein theoretisch “unlimitiert” produzierbares Präparat herzustellen – was der Pharma-Industrie natürlich arg missfällt – und so wird er noch vor seinem Gang an die Öffentlichkeit erschossen. Der Polizist Norman Scott (ein “Schlabber-Klamotten” sowie zeitweise auch eine bläuliche Brille tragender Lambert) bekommt den Fall zugeteilt – das allerdings unter den wachsam-strikten Augen des Agenten Walters (Phillips: dunkle Haare, Anzüge und Sonnenbrille), der die Untersuchung fürs Justizministerium überwacht. Dennoch gelingt es Scott, ohne Walters’ Wissen an eine versteckte Disc des Professors zu gelangen, welche er “im Vertrauen” seiner Partnerin Ruth (Angelica: bauchfreies Top sowie neonrote Strähnen im pechschwarzen Haar) zur Auswertung übergibt. Zusätzlich trifft er sich mit dem Assistenten des Verstorbenen “auf eine Tasse Tee” und informiert sich dabei über dessen Forschungsergebnisse – zumindest bis jener von zwei Angreifern getötet wird, die im Anschluss wiederum von den Cops “ausgeschaltet” werden…

Für die Behörden ist die Ermittlung damit abgeschlossen – doch Scott wittert eine Vertuschung Schrägstrich Verschwörung. Dies scheint sich zu bestätigen, als Walters am nächsten Morgen bei ihm auftaucht und ihn kurzerhand angreift. Zum Glück erscheint die Wissenschaftlerin Claire (Brook: sporadisch eine typische “Ärzte-Brille” sowie abwechselnd offene oder gebundene brünette Haare tragend) rechtzeitig, um Norman “gerade noch so” in Sicherheit zu bringen, denn der Chef des Absolon herstellenden Konzerns (Perlman: schwarzer Anzug, helle Haare, rote Krawatte und Brille) will unter allen Umständen verhindern, dass sein Produkt in Sachen Nachfrage “nutzlos” wird – weshalb er Walters und dessen Kollegin (Topaz Hasfal-Schou: Afroamerikanerin, weiße Kleidung, blaue Dreadlock-Spitzen) angewiesen hat, alle “kritischen Probleme” für ihn aus der Welt zu schaffen. Auf ihrer Flucht werden sich Claire und Scott zum ersten Mal so richtig dem Elend der Leute bewusst, welche sich die Behandlung ihrer Leiden nicht leisten können – und Claire ist es, die ihn schließlich auch darüber aufklärt, dass er inzwischen selbst eine halbe Komponente des Gegenmittels “in sich hat” (Stichwort: Tee). Die “Kehrseite” daran ist jedoch, dass Scott – sollte er binnen drei Tagen nicht die andere Hälfte des Serums zu sich nehmen – an den Folgen sterben würde, da die in seinem Blut produzierten Antitoxine inzwischen kein Absolon mehr vertragen…

Seit seinem “Abstieg in die zweite Liga” seiner Profession (irgendwann in den ’90ern) hat Christopher Lambert (“Mean Guns“) in wenigen guten, vielen mäßigen sowie einigen echt schwachen Streifen mitgewirkt. Dieser hier gehört eindeutig letzterer Kategorie an – was an diversen Faktoren liegt, zu denen auch die Darsteller zählen: Aus ihrer persönlichen Erfahrung heraus dürften sie wohl bereits (spätestens) während des Drehs erkannt haben, dass sich dieses Projekt vermutlich nicht zu einem “großen Karrierewurf” entwickeln würde – weshalb Lambert bspw. gelangweilt wirkt und seine Szenen eher lustlos über die Bühne bringt, während Ron Perlman, dessen Filmographie-Anteil an öden “DtV”-Werken teilweise wenigstens von achtbaren Großproduktionen á la “Hellboy” (2004) “überstrahlt” wird, im Laufe seiner begrenzen Screen-Time nie den “Autopiloten” abschaltet (plus all seine Aufnahmen in einem einzigen Raum am Schreibtisch “aussitzt”) sowie Lou Diamond Phillips (“Takedown“) erneut eine “cheesy Villain”-Performance abliefert (wie zuvor etwa schon in “Stark Raving Mad”). Generell nehmen alle ihre Parts schlichtweg zu ernst: Zwar mag das zu der Thematik an sich passen – nicht aber zur Umsetzung. Überraschend solide in dieser Hinsicht kommt indes das britische Ex-Model Kelly Brook (“Piranha 3D”) daher, die ihre Sache ordentlich macht – vom Styling her allerdings ein kleines Stück weit der “modernen Aufmachung” Roberta Angelicas (“Jill the Ripper”) unterliegt…

Das Spielfilmdebüt des Spaniers David Barto, der zuvor Storyboards u.a. für “Blade 2” und “Faust: Love of the Damned” kreierte, krankt vor allem unter zwei Faktoren: Dem geringen Budget sowie dem schwachen Drehbuch. Letzteres stammt aus der Feder David Mirmans, der zuvor schon mehrere “Lambert-Vehikel” (unter ihnen “Knight Moves” und “Gideon”) verfasst hatte: Im Vorliegenden hat er eine nicht unerhebliche Anzahl von Klischees (Scott hat seine Frau verloren und besitzt kaum Freunde, etliche Cops sind korrupt, der Pharmaboss ist skrupellos und nur auf Profit aus etc. pp.) mit unnötigen Elementen (wie z.B. einem Erzähler “aus dem Off” oder dem immer mal wieder eingeblendete 72-Stunden-Countdown Normans) vereint sowie die registrierbaren Plot-Löcher und “Leerlauf-Phasen” mit verschiedenen Action-Szenen auszufüllen versucht. Der sich um den Virus, dessen Bekämpfung, die damit verknüpften wirtschaftlichen Beweggründe und medizinisch-biologischen Weiterentwicklungen (u.a. Immunisierung gegenüber dem Erreger sowie drohende Medikamenten-Abhängigkeit) rankende “Kern-Story” hätte durchaus reizvoll und packend (eventuell ja sogar clever) ausfallen können – doch nicht in der einfallslos ausgestalteten Form Mirmans, welche auf Seiten des Zuschauers kaum Interesse zu generieren in der Lage ist…

Trotz einer an sich soliden Inszenierung bekommt man kaum “Eye Candy” oder in Erinnerung verbleibende Aufnahmen geboten. Als Schauplätze genutzte Locations wie Hinterhöfe oder Lagerhallen, unspektakuläre Verfolgungsjagden, Schießereien und Fights sowie einige als Obdachlose hergemachte Statisten, welche die Folgen der Epidemie auf die ärmeren Bevölkerungsschichten repräsentieren sollen, überzeugen einen jeweils nicht gerade anständig. Neben den bereits erwähnten “kreativen Entscheidungen” bei Kleidung und Accessoires griff man zudem auf etliche “Kamera- und Editing-Mätzchen” (wie “abgehackt-ruckelige” Zeitraffer-Sequenzen) zurück, die eher merkwürdig ausschauen als eine (fraglos erhoffte) Form von “Coolness” vermitteln. Der einzige wirkliche Special Effect des Films lässt sich übrigens gleich nach dem Prolog bewundern – nämlich ein Hologramm, das wirklich ansehnlich umgesetzt wurde und zusammen mit dem gut arrangierten Mord an dem Professor einen eigentlich “zuversichtlich stimmenden” Einstieg markiert. Leider stellt sich jene Sequenz als die insgesamt beste heraus – worauf der Fortgang der Handlung mit der Zeit zunehmend zu langweilen beginnt und sich meine anfängliche Hoffnung auf ein nettes B-Filmchen (angesichts banaler Drama-Elemente, 08/15-Action-Setpieces sowie einem klaren Mangel an Spannung und Kurzweil) dementsprechend rasch zerschlagen hat…

Fazit:  Man lasse einen unerfahrenen Regisseur ein knapp durchschnittliches Drehbuch mit einem verhältnismäßig geringen Budget umsetzen, engagiere einige bekannte Gesichter der “zweiten Garde” – welche ja ebenfalls irgendwie ihre Rechnungen zahlen müssen – und hoffe, dass das Endprodukt möglichst zügig in die Gewinnzone vorstößt: Ein “uninspiriertes Standard-Rezept” für einen weiteren unbedeutenden “DtV”-Titel, der einem im Nachhinein dann auch relativ schnell wieder in Vergessenheit gerät – was so voll und ganz auf “Absolon” zutrifft…

3 Narrenkappen


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