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Autor Thema: Aquaman (aka "Mercy Reef")  (Gelesen 1449 mal)
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« am: 09. Dezember 2018 um 18:11 »



Entstehungsdaten:
USA 2006

Regie:
Greg Beeman

Darsteller:
Justin Hartley
Lou Diamond Phillips
Ving Rhames
Adrianne Palicki
Amber McDonald
Denise Quiñones
Rick Peters

Trailer


Bei Aquaman handelt es sich um einen von Paul Norris und Mort Weisinger erschaffenen, der Allgemeinheit erstmals 1941 präsentierten „Comic-Helden“ aus dem Hause „DC“, der als Sohn eines Menschen und einer Atlantis-Bewohnerin geboren wurde, eigentlich Arthur Curry heißt, u.a. über das genannte Tiefsee-Reich herrscht sowie mit zu den sieben Gründungs-Mitgliedern der „Justice League“ gehört. Aufgrund seiner mütterlicherseitigen Abstammung vermag er unter Wasser zu atmen, mit sehr hoher Geschwindigkeit zu schwimmen sowie mit Meerestieren telepathisch zu kommunizieren. Darüber hinaus besitzt er außerordentliche physische Kräfte und ist sich auch an Land problemlos aufzuhalten in der Lage – beginnt dort nach einer gewissen Dauer jedoch an einer gefährlichen Dehydrierung zu leiden…

Im Laufe der Dezennien wurde sein Aussehen mehrfach verändert – etwa von einem blonden Herrn mit orangem Oberteil und grüner Hose hin zu einem blaugekleideten langhaarigen Bartträger mit Hakenhand. Offenkundig hatte sich Zack Snyder ein Stück weit an letzterer Variante orientiert, als er den Hawaiianer Jason Momoa für das 2016er Kino-Debüt der Figur (in Form eines „Cameos“ in seinem Blockbuster „Batman v Superman: Dawn of Justice“) castete. Seither absolvierte Curry/Momoa zudem einen prominenten Auftritt in „Justice League“ und erhielt anschließend dann (2018) „die Ehre“ seines eigenen, nach ihm benannten „Solo-Films“ zugesprochen. Im Folgenden soll es hier nun aber um ein anderes Projekt gehen, welches einige Zeit zuvor (im Fernsehen) seinen Anfang nahm…

Es war in den 2000ern, dass die sich um die Jugend-Jahre Clark Kents (sprich: Supermans) rankende TV-Serie „Smallville“ zu einem Quoten-Hit avancierte. In der 92. Episode (ausgestrahlt im Oktober 2005) tauchte dort unmittelbar am Anfang Aquaman auf, welcher (von Alan Ritchson verkörpert) Lois Lane vorm Ertrinken bewahrt sowie Clark im Zuge der sich entfaltenden Ereignisse dabei behilflich ist, ein „Waffen-Projekt“ Lex Luthors zu zerstören. Positives Feedback in der Hinsicht führte kurzerhand dazu, dass Al Gough und Miles Millar – die beiden „Schöpfer“ der Show – die Entscheidung trafen, eine Serie mit Arthur Curry im Zentrum zu konzipieren – und das unter dem Arbeits-Titel „Mercy Reef“ (benannt nach einem Riff vor der Küste des Ortes, an dem Arthur in der Geschichte wohnt)…

Gough und Millar verfassten das zugehörige Skript, sicherten sich das Interesse des Senders „the WB“, erhielten ein ausreichend hohes Budget für einen entsprechenden „Pilot“ und gingen daraufhin mit Greg Beeman (TV´s „Heroes“) als Regisseur an ausgewählten Locations rund um Miami in Produktion – wobei anstelle von Ritchson jedoch Justin Hartley (TV´s „Passions“) als „Lead“ verpflichtet wurde, da es kein offizielles „Smallville“-Spinoff werden sollte. Alles ging gut – doch fusionierte „the WB“ just dann mit „UPN“ zu „the CW“, wonach die neue Leitung einem solch kostspieligen Unterfangen erst einmal kein „grünes Licht“ gewähren wollte. Unabhängig dessen wurde die 42-minütige (komplett fertig gestellte) Episode später als „Aquaman“ u.a. auf verschiedenen Internet-Portalen (wie z.B. „iTunes“) veröffentlicht…

Zehn Jahre ist es her, dass Arthur Curry (Graham Bentz) seine Mutter (Daniella Wolters) bei einem „mysteriös-übernatürlichen Vorfall“ im sogenannten „Bermuda-Dreick“ (östlich von Florida) „verlor“. Fortan seitens seines Adoptiv-Vaters Tom (Lou Diamond Phillips) allein großgezogen, ist 'A.C.' (Hartley) nun ein Twen, lebt in Tempest Key auf einem Boot und bietet Tauch-Touren an, um sein Einkommen zu sichern – und das gemeinsam mit seiner Bekannten Eva (Amber McDonald), welche eine Strand-Bar gleich nebenan leitet. Ihm ist bewusst, dass er viel schneller schwimmen sowie deutlich länger die Luft anhalten kann als alle anderen Menschen, setzt sich aktiv für Meerestiere ein (rettet bspw. Delfine aus Gefangenschaft) und sehnt sich nach Antworten auf die Frage, was genau mit seiner Mutter geschehen ist…

Urplötzlich beginnen sich einige „Seltsamkeiten“ zu häufen: Ein Mann (Mark Perun) wird aus dem Meer geborgen, der jemanden namens „Orin“ sucht, ein „Phänomen“ wie an jenem schicksalhaften Tag in A.C.´s Kindheit bringt den Kampf-Jet der Pilotin Rachel Torres (Denise Quiñones) zum Absturz, ein Agent der Regierung (Rick Peters) nimmt Ermittlungen auf und A.C. wird beim „Moonlight-Baden“ mit sexy Beach-Babe Nadia (Adrianne Palicki) unerwartet von eben jener attackiert. Zum Glück kann Leuchtturm-Wärter McCaffery (Ving Rhames) rechtzeitig einschreiten: Er verjagt die Blondine mit einigen Pfeilen aus seiner Armbrust und erläutert ihm im Anschluss, dass sie (vereinfacht ausgedrückt) eine „bösartige Sirene“ sowie Arthur himself der „Prinz von Atlantis“ sei…

Ich muss sagen, dass mir „Aquaman“ (2006) einen Zacken besser gefiel als z.B. die 2011er „Wonder Woman“-Start-Episode aus dem Hause „NBC“, welche ja ebenfalls keine Fortführung erfuhr. Rückwirkend betrachtet – also im Kontext der Zeit verortet, in der das Werk entstand (samt der angepeilten Zielgruppe und damaligen „Seh-Gewohnheiten“ sowie mit „Smallville“ weiterhin einen stolzen Erfolg im Programm markierend) – könnte ich mir tatsächlich vorstellen, dass die Serie durchaus ordentlich vom Publikum aufgenommen worden wäre – schließlich war die betreffende „Lage“ vor 12 Jahren noch eine ganz andere als heute, wo dem Zuschauer inzwischen sowohl im Kino als auch im TV regelmäßig diverse (meiner Meinung nach: alles in allem zu viele) Comic-Adaptionen angeboten werden…

Gough und Millar servieren uns eine klassische „Origin-Story“ – mit einem über seine „Ursprünge“ (und die seiner Mutter) nichts wissenden Arthur (dem aber schon bewusst ist, dass er über bestimmte „Begabungen“ verfügt), seinem Zieh-Vater Tom, dessen Kenntnis-Stand noch nicht konkret preisgegeben wird, sowie Mister McCaffery, dem „Erklär-Bär“ der Geschichte. A.C. engagiert sich in den Bereichen Tier- und Umwelt-Schutz – was ihn bereits mehrfach „mit dem Gesetz in Konflikt gebracht“ hat – sein Job läuft aktuell nicht sonderlich lukrativ – weshalb sich Eva sogar dazu gezwungen sieht, das Boot zum Verkauf anzubieten, das ihm momentan als „Behausung“ dient – und generell kann er sich einige der Instinkte und Empfindungen einfach nicht erklären, die da so „in ihm“ existieren…

Justin Hartley, der später noch eine andere bekannte Comic-Figur portraitierte – nämlich Oliver Queen bzw. Green Arrow in „Smallville“ – macht seine Sache brauchbar: Obgleich mimisch und charismatisch etwas „blass“, kommt er als Arthur Schrägstrich Aquaman in einem passablen Maße glaubwürdig und einnehmend daher. Lou Diamond Phillips („Renegades“) ist derweil nicht lange mit von der Partie und Ving Rhames („the Tournament“) legt mal wieder seine übliche (einen unweigerlich leicht „zum Augenrollen animierende“) „Badass-Attitüde“ an den Tag – was schlussendlich aber „okay“ ist, zumal dabei ein gewisses „Zwinkern“ seitens der Darbietungsweise erkennbar ist. McCaffery hatte A.C. stets „beschützend im Blick behalten“, nachdem er einst zusammen mit dessen Mutter Atlantis verlassen hatte…

Als Eva tritt Amber McDonald („Without a Paddle 2“) überaus sympathisch (und attraktiv) in Erscheinung, an der Leistung der ehemaligen „Miss America“ Denise Quiñones („Elite“) als charmant-toughe F-18-Pilotin gibt es ebenso wenig auszusetzen wie an der Rick Peters (TV´s „Veronica Mars“) als ein sich mit einigen „übernatürliche Begebenheiten“ konfrontiert sehender Agent, in einem Nebenpart begegnet einem Kenny Johnson („Solace“) als Cop und Adrianne Palicki („John Wick“) ist schon eine echt „fesche Sirene“. Nachdem es für letztere in der Titel-Rolle des oben genannten „Wonder Woman“-Projekts bei „DC“ ja nicht geklappt hat, kam sie 2014 dann immerhin prima bei „Marvel´s Agents of S.H.I.E.L.D.“ unter. Als „Baddie“ ist sie hier zufrieden stellend – die zugehörige Make-up-Arbeit überzeugt…

Okay – wo also liegen die Probleme bei „Aquaman“? Zum einen wirkt alles irgendwie so, als wäre man arg „auf Nummer sicher gegangen“, was u.a. das Casting, den Look und die Inhalte (die Balance aus Action, Mystery, Drama und Humor) betrifft. Selbst bei den „Auswirkungen“ der einzigen wirklich überraschenden Szene (zwischen Eva und Nadia zum Showdown hin) wird im Nachhinein kurzerhand noch „zurückgerudert“. Obendrein sind mehrere der Dialoge entweder „zu dick aufgetragen“, zu banal geartet und/oder unfreiwillig komisch anzuhören. Beispiele gefällig? „If you look hard and long enough into the deep – something’s going to start looking back“ oder „Maybe someday the fish will get their revenge“ oder auch „Destiny is like a riptide – you never know it’s pulling you in until it’s too late“

An die 7 Millionen Dollar hat das Werk gekostet – wovon ein stattlicher Anteil in die CGIs geflossen ist, von denen reichlich auszumachen sind: Flugzeuge, eine Kreuzung aus „Wasser-Tornados“ und „Sky-Beams“, die übermenschlichen Tauch- und Schwimm-Skills Arthurs, die „Monster-Gestalt“ Nadias sowie das komplette sich zwischen riesigen Wellen auf hoher See entfaltende Finale sind da vorrangig anzuführen. Für eine „the-WB-Nachmittags-Sendung aus den 2000ern“ sind sie überwiegend von solider Qualität – dem heutigen Standard nach sehen sie indes „eher billig“ aus. Zum Glück wartet Florida mit etlichen ansprechend-schicken Locations auf und vermag man sich an einer Reihe schöner Unterwasser-Aufnahmen (inklusive einer breiten Auswahl aquatischer Lebewesen) zu erfreuen…

Mit vielen erfahrenen „Routiniers“ auf beiden Seiten der Kamera – unter ihnen zudem noch Cinematographer Christopher Faloona (TV´s „Banshee“) und Komponist Didier Rachou (TV´s „Sex and the City“) – ist das Ergebnis keineswegs „ernsthaft schlecht“ geraten. Einige Ideen und Details (á la dass Arthur´s Boot den Namen „Quint“ trägt) wussten mir zu gefallen – wie auch der Sub-Plot, dass nach und nach einige Leute identifiziert werden, die eigentlich vor teils über 70 Jahren im „Bermuda-Dreieck“ verschwanden, nun aber plötzlich in Tempest Key unterwegs sind. Überdies sind keine nennenswerten „Leerlauf-Phasen“ zu verzeichnen und musste ich bei Eva´s Kommentar „Well, they always look so friendly on the 'Starbucks' cups“ (als es in einem Gespräch mit A.C. um „fiese Meerjungfrauen“ geht) spontan durchaus mal schmunzeln…

„Unterm Strich“ ist „Aquaman“ also ein einigermaßen unterhaltsamer „Pilot“ geworden, der mit etwas „Justierung“ (z.B. das Ändern der zeitlichen Verortung „this morning“ nach der Einstiegs-Rückblende) sowie einer inspiriert(er)en Weiterführung in Serien-Form wohlmöglich anständig hätte „funktionieren“ können: Potential und eine große Auswahl an Story-Richtungen waren jedenfalls vorhanden. Am Ende dieser Episode hat Arthur zumindest bereits seine persönliche „With great power comes great responsibility“-Erkenntnis hinter sich, wird einem noch ein netter kleiner „Twist“ präsentiert und hat McCaffery den Part von A.C.´s „Mentor“ übernommen – worauf der jenem erst einmal Shakespeare´s „Henry V.“ zu lesen gibt; und das mit der Anmerkung „Don’t worry – there’s plenty of sex and violence in there to keep you interested“


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« Letzte Änderung: 11. Dezember 2018 um 18:21 von StS » Gespeichert

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