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Autor Thema: the Strangers: Prey at Night  (Gelesen 511 mal)
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« am: 27. Mai 2018 um 14:40 »



Entstehungsdaten:
USA 2018

Regie:
Johannes Roberts

Darsteller:
Bailee Madison
Lewis Pullman
Christina Hendricks
Martin Henderson
Emma Bellomy
Damian Maffei
Lea Enslin

Trailer


Bereits kurz nachdem Bryan Bertino´s „the Strangers“ 2008 in die Kinos kam – im Zuge dessen der Film mehr als das Neunfache seines neun Millionen Dollar Budgets einspielte – wurde eine Fortsetzung des nihilistisch-packenden, mit Liv Tyler und Scott Speedman in den Hauptrollen aufwartenden Horror-Thrillers angekündigt. Bertino verfasste ein entsprechendes Drehbuch und sollte erneut die Regie übernehmen – allerdings erfuhr die konkrete Realisierung des Projekts im Folgenden eine ganze Reihe von „Rückschlägen“ (á la Termin-Verschiebungen und Veränderungen, wie z.B. eine „Ablösung“ Bertinos durch Laurent Briet), weshalb mit der Zeit immer weniger Fans an eben jenes eigentlich als „eine sichere Sache“ gewähnte Sequel zu glauben wagten. Am Ende mussten sie sich ein volles Jahrzehnt gedulden – in welchem das Original seinen Ruf bzw. Platz als ein Referenz-Werk im „Home Invasion“-Subgenre weiter festigte – bis „the Strangers: Prey at Night“ schließlich im März 2018 erschien. Inzwischen war Bertino´s Skript von Ben Ketai („the Forest“) überarbeitet worden und hatten die Verantwortlichen den Briten Johannes Roberts für die Umsetzung der fünf Millionen Dollar Produktion gewinnen können. Letzterem war mit seinem Low-Budget-Haifisch-Thriller „47 Meters down“ just zuvor ein beachtlicher Überraschungs-Erfolg gelungen…

Nach dem Einsetzen eines wohlvertrauten Pop-Songs aus den Achtzigern, der in einer Retro-Font gestalteten Titel-Einblendung sowie einem konventionell-unaufregenden kleinen Prolog lernt das Publikum das Ehepaar Cindy (Christina Hendricks) und Mike (Martin Henderson) kennen, deren jugendliches Töchterchen Kinsey (Bailee Madison) in der Vergangenheit bereits mehrfach „für Ärger gesorgt“ hatte sowie von ihnen künftig (als Resultat eines weiteren „Vorfalls“) auf ein Internat geschickt wird, da sie sich einfach nicht mehr anders zu helfen wissen. Genau dorthin brechen sie nun gemeinsam mit Kinsey´s etwas älterem Bruder Luke (Lewis Pullman) auf: Eine längere Fahrt steht ihnen bevor – die Stimmung ist nicht sonderlich gut. Übernachten wollen sie in einem seitens ihres Onkels und dessen Frau geleiteten Trailer-Park, der in einem Ferien-Gebiet nahe Gatlin Lake liegt und während der aktuellen Neben-Saison weder Touristen noch sonstige Mieter beherbergt. Aufgrund ihres Eintreffens zu fortgeschrittener Stunde finden sie die Schlüssel ihrer Unterkunft an der Rezeption hinterlegt vor – samt einer Notiz, dass man sich dann halt am kommenden Morgen sehen würde. Gerade einmal einige Minuten in dem typisch amerikanischen „Mobile Home“ angelangt, klopft es plötzlich unerwartet an der Tür: Es ist ein Mädel (Emma Bellomy), welches sich nach dem Öffnen danach erkundigt, ob denn Tamara daheim sei…

„the Strangers: Prey at Night“ ist ein Nachfolger, der inhaltlich (über vereinzelte Anspielungen sowie das wiederum sein Unwesen treibende, prominent in die Marketing-Kampagne mit eingebundene Killer-Trio hinaus) nicht direkt an seinen Vorgänger anknüpft – bspw. ist Liv Tyler´s Figur im Vorliegenden doch nicht zurückgekehrt, wie von Bertino ursprünglich eigentlich angedacht. Im Gegensatz zu dessen Film erweckt Roberts' auf Anhieb einen deutlich „formelhafteren“ Eindruck – u.a. in Anbetracht der gewählten Art des Einstiegs – worüber hinaus es ihm im Rahmen der „Expositions-Phase“ nicht geglückt ist, aus den die Familie bedrückenden Emotionen und Sorgen eine vergleichbar ergiebige (für den späteren Verlauf wichtige) „Dynamik“ zu generieren, wie sie beim ersten Mal ja wahrhaft vorzüglich etabliert wurde. Cindy und Mike sind sympathische Eltern, die sich für die besagte Konsequenz entschieden haben, nachdem sich das „rebellische“ Verhalten Kinseys nicht gebessert hat. Jene hat dunkle Haare, trägt eben solchen Nagellack (plus ein Ramones Shirt), ist enttäuscht, schnippisch, wütend und raucht. Es ist nachvollziehbar, dass sie die Schule nicht wechseln will – fernab ihrer Freunde und gewohnten Umgebung. Luke indes verursacht keine „Probleme“, ist sportlich und mitunter um Schlichtung bemüht. Sie „nerven“ einen nicht, diese Charaktere – allerdings sie sind unschön generisch geraten…

Die Hoffnung auf einen einigermaßen harmonisch zusammen verbrachten Ausklang des Tages zerschlägt sich im Anschluss ans Von-dannen-ziehen der eigenwilligen (Kundigen natürlich als „Dollface“ vertrauten) jungen Dame prompt, als Kinsey kurzerhand Reißaus nimmt, anstatt mit ihnen Zeit zu verbringen. Luke wird ihr hinterher geschickt, um „mit ihr zu reden“ – was er auch recht ordentlich hinbekommt – wonach die Geschwister beim Schlendern durch die menschenleere Siedlung einen Trailer mit offen stehender Vordertür entdecken, sie im Innern nachsehen (u.a. ob sich dort nicht vielleicht etwas Alkohol finden lässt) und dabei stracks auf die bestialisch zugerichteten Leichen ihrer Verwandten stoßen. Sie fliehen, treffen auf ihre sie inzwischen suchenden Eltern und teilen sich erneut auf: Cindy und Kinsey sollen die Cops rufen – während sich Mike (mit Luke) ein eigenes Bild des Geschehenen machen will. Zudem weiß er von einem versteckten Revolver des Onkels. Derweil sind die Telefon-Leitungen jedoch gekappt sowie ihre in ihrer Unterkunft zurückgelassenen Handys zertrümmert worden. Ohne letztere aus dem Haus zu gehen: Nicht gerade realistisch. Egal. Unmissverständlich belegen die gefundenen Leichen, dass es die Maskierten „ernst“ meinen – sie also keineswegs nur darauf aus sind, ihnen einen Schrecken einzujagen. Der Überlebenskampf beginnt…

Erfreulicherweise entpuppt sich „the Strangers: Prey at Night“ als ein anders ausgerichtetes Werk als Bertino´s bedachter, klaustrophobischer One-Location-„Home Invasion“-Thriller – und zwar in der Hinsicht, dass man es vermieden hat, jenes Szenario bloß zu kopieren bzw. nur ein gewisses Stück weit zu variieren: Nein, vielmehr haben wir es hier mit einem klassischen „Slasher“ zutun, bei dem neben einigen sich in beengten „Mobil-Heim“-Räumlichkeiten entfaltenden Ereignissen sich eine Menge weitere „draußen“ abspielen. Das Gebiet ist umzäunt, spärlich beleuchtet, leicht mit Nebel verhangen und umschließt u.a. ein paar Straßen, bewaldete Flächen, einen Laden und einen mit kitschigen Neon-Lichtern ausgestatteten Pool-Bereich, der den Schauplatz zweier mit einem grandiosen Zoom eröffnender, ebenso erbarmungsloser wie stark arrangierter Auseinandersetzungen bildet. Leider haben Ketai und Roberts auf diverse einem seit Dekaden bekannte, einen von daher regelmäßig „zum Augenrollen animierende“ Genre-Klischees entweder nicht verzichten wollen oder können – siehe bspw. einen Cop, der rein auf die Person achtet, auf die er seine Waffe gerichtet hat, ein „unheimliches“ Spielzeug, ein einen erschreckendes Tier oder Flüchtende, die in dem ganzen Trubel die Auto-Schlüssel fallen lassen oder mitten auf der Fahrbahn rennen, obgleich sie von jemandem in einem Pkw verfolgt werden…

Sobald sie registrieren, in was für eine bedrohliche Situation sie da hineingeraten sind, verhalten sich die Familien-Mitglieder mal nachvollziehbar – punktuell gar einfallsreich-clever – mehrfach aber auch derart unvernünftig, als hätten sie noch nie zuvor einen Horror-Streifen gesehen. Bailee Madison („Watercolor Postcards“) verkörpert Kinsey, welche (wie nicht wenige Teenager) ihre Sorgen und Lage eingangs tendenziell als „Welt-Untergang“ empfindet, nicht minder ordentlich als Bill´s Sohnemann Lewis Pullman („Aftermath“) ihren Bruder Luke sowie Christina Hendricks („the Neon Demon“) und Martin Henderson („the Ring“) ihre Eltern: Die Parts und Performances erfüllen jeweils ihre Zwecke, ohne sonderlich „reichhaltiger Natur“ zu sein. Als ihre Widersacher sind in diesem Sequel nun Emma Bellomy (TV´s „Smoketown“), Lea Enslin („BFF Girls“) und Damian Maffei („Ext. Life“) als „Dollface“, „Pin-Up Girl“ und der „Man in the Mask“ mit von der Partie: Längst gehören sie fest zur entsprechenden Sparte der Popkultur – ihr langsames „Auftauchen aus der Dunkelheit“ wurde zig-fach kopiert. Sie terrorisieren, agieren frei konkreter Motive, sind „creepy“ dank ihrer Erscheinung und verstören aufgrund spezieller Handlungen (á la sich in aller Seelenruhe neben einen Sterbenden zu setzen) sowie einzelner prägnanter Worte – in diesem Fall eine von „Dollface“ geäußerte zynisch-schaurige Gegenfrage…

Roberts ist ein kompetenter Regisseur, der „the Strangers: Prey at Night“ einen markanten „Achtziger-Retro-Vibe“ verliehen hat – etwa indem er den soliden Score Adrian Johnstons („Isolation“) um einige einen bewussten Kontrast zu den grausamen Geschehnissen erzeugende Songs jener Ära (wie z.B. Kim Wilde´s „Cambodia“, Bonnie Tyler´s „Total Eclipse of the Heart“ und Tiffany´s „I think we´re alone now“) ergänzte, er verschiedenen „Vorbildern“ (unter ihnen „Halloween“, „Christine“, „the Texas Chainsaw Massacre“ und „Scream“) seine Hochachtung erwies sowie mit Cinematographer Ryan Samul („Cold in July“) jemanden an Bord hatte, der ihm genau die richtige Kamera-Arbeit für „seine Vision“ zu liefern vermochte. Ironischen „Meta-Humor“ gibt es keinen, intensive Spannung kommt selten auf, nicht jeder „Jump-Scare“ ist so effektiv wie einer auf einem Spielplatz und gegen Ende prescht das brutale Treiben „mit Volldampf“ geradewegs in abstruse „over-the-Top-Gefilde“ vor – bevor dann nach nicht einmal 80 (straffen) Minuten der Abspann einsetzt. Zusammenfassend bleibt demzufolge festzuhalten, dass Roberts' düster-gewalttätige Fortsetzung zwar nicht an Bertino´s Original herankommt – u.a. weil sie dafür einfach zu konventionell und „vordergründig“ geraten ist – Genre-Fans aber dennoch getrost mal (mit heruntergeschraubten Ansprüchen und Erwartungen) einen Blick riskieren können…

knappe
6 Narrenkappen


« Letzte Änderung: 27. Mai 2018 um 14:56 von StS » Gespeichert

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