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Autor Thema: Midnight Sun  (Gelesen 305 mal)
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« am: 15. April 2018 um 17:06 »



Entstehungsdaten:
USA 2018

Regie:
Scott Speer

Darsteller:
Bella Thorne
Patrick Schwarzenegger
Quinn Shephard
Rob Riggle
Nicholas Coombe

Trailer


Bei der Teenager-Romanze „Midnight Sun“ (2018) haben wir es mit einem amerikanischen Remake des aus Japan stammenden 2006er Dramas „Taiyô no uta“ (aka „Song to the Sun“) zutun, von dem es überdies u.a. bereits eine „Manga“-Veröffentlichung, TV-Serie und südkoreanische Musical-Adaption gibt. Sich in der Tradition von Werken wie „the Fault in our Stars“, „A Walk to remember“, „Everything, everything“ sowie „Me and Earl and the dying Girl“ entfaltend, wird die Geschichte der 17-jährigen Katie (Bella Thorne) erzählt, welche an einer unheilbaren, auf einem Gen-Defekt beruhenden Haut-Krankheit namens „XP“ (Xeroderma Pigmentosum) leidet, die mit einer extremen Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung einhergeht, so dass bereits der flüchtigste direkte Kontakt mit Sonnenlicht tödliche Folgen für sie hervorrufen könnte. Ihre Mutter starb bei einem Unfall – und so wächst sie „hinter Spezial-Glas“ im Haus ihres fürsorglichen Vaters Jack (Rob Riggle) auf, der sie auch daheim unterrichtet. Früher haben andere Kinder sie als „Vampir-Mädchen“ bezeichnet – doch ist das schon lange her: Im Prinzip weiß kaum noch jemand, dass sie überhaupt dort wohnt, da sie nur selten in die Öffentlichkeit hinausgeht – und wenn, dann meist zu irgendwelchen Arzt-Terminen…

Die Tage verbringt Katie vorrangig damit, zu lernen, Lieder zu schreiben, auf der Gitarre zu spielen oder mit ihrer besten/einzigen Freundin Morgan (Quinn Shephard) „abzuhängen“. Trotz allem ist sie zufrieden und dankbar für das, was sie hat. Bereits in ihrer Kindheit war ihr ein regelmäßig vor ihrem Fenster vorbeiskatender Knabe aufgefallen: Inzwischen zu einem adretten jungen Mann herangewachsen, plagen den gerade seinen High School Abschluss feiernden Charlie (Patrick Schwarzenegger) gewisse „Zukunfts-Unsicherheiten“, da ihm eine Verletzung vor kurzem ein bis dato sicheres Schwimm-Stipendium „gekostet“ hat. Es ist ab und an, dass Katie nach Anbruch der Dunkelheit am örtlichen Bahnhof als Straßen-Musikerin auftritt – wo Charlie an einer eben jener Abende prompt auf die hübsche Rothaarige mit der schönen Stimme aufmerksam wird: Obgleich ihr erstes Gespräch (von ihrer Seite aus) eher „verlegen-unbeholfen-peinlich“ verläuft, verlieben sie sich „Hals über Kopf“ ineinander und beginnen fortan zu daten – allerdings verschweigt sie ihm ihre Krankheit aufgrund der Sorge, dass jene alles dann bloß „überschatten“ würde. In der Hinsicht will sie nicht von ihrem Schicksal bestimmt werden und einfach nur ihr Glück genießen…

„Midnight Sun“ ist wahrlich kein origineller, unvorhersehbarer Film: Das Drehbuch von Newcomer Eric Kirsten wartet mit diversen Klischees und „Standard-Situationen“ auf, wie sie einem aus einer Vielzahl ähnlicher Love-Storys wohlvertraut sind. Umso erfreulicher, dass es ihm und Regisseur Scott Speer („Step Up Revolution“) dennoch gelungen ist, das Ganze nie „öde“ werden zu lassen – was maßgeblich einer prima aufgelegten Besetzung sowie einer Reihe bewegender, humor- und gefühlvoller Momente zuzurechnen ist, die dem Streifen einen unverkennbaren „Charme“ verleihen. Unabhängig der evidenten Ausrichtung auf die Zielgruppe „jugendliche Mädels“ entfaltet sich das meiste „relativ bieder“ – wodurch das Gebotene hierzulande ohne weiteres mit einer „FSK-0“-Einstufung freigegeben wurde: Sex, Saufgelage oder vulgäres Sprachgebaren sucht man im Vorliegenden also vergebens. Dafür gibt´s u.a. zärtliche Küsse und Umarmungen, nächtliches Schwimmen im Ozean in Unterwäsche sowie anschließendes Kuscheln unter einer Decke am Lagerfeuer. Auf eine klassische „Teen-Party“ (samt Tanzen und „Beer Pong“) wird zwar auch gegangen – eine flotte „Montage-Sequenz“ hält die dort verbrachte Zeit jedoch angenehm bündig in Grenzen…

Immer wieder bringen einen spezielle Ereignisse, Reaktionen und registrierte Kleinigkeiten unweigerlich zum Lächeln – so z.B. die erste Begegnung zwischen Katie und Charlie, bei der sie ihm (aus Mangel an Vorerfahrung auf dem Gebiet) kurzerhand eine sich um eine „Katzen-Beerdigung“ rankende Ausrede auftischt, eine „Nerd-Feier“, auf der Eis und Chili serviert wird, sowie etliche Wortwechsel zwischen Katie und ihren Nahestehenden (inklusive eines treffenden Taylor Swift Verweises). Seit er die Verletzung erlitten hat, machen sich Charlie´s Kumpels Gedanken um ihn – und freuen sich entsprechend, als er ihnen Katie vorstellt, da ihnen auf Anhieb klar wird, dass sie ihm „gut tut“. Eine selbstbewusste, sexy-attraktive, gern mit ihm „anbändeln“ wollende Cheerleaderin (Tiera Skovbye) gibt es ebenfalls – allerdings wurde (dankenswerterweise) davon abgelassen, daraus irgendwelche Drohungen, Intrigen oder Konfrontationen (Katie gegenüber) resultieren zu lassen. So wie „normale Kids“ in ihrem Alter unternehmen Katie und Charlie allerlei Dinge – unter ihnen ein Trip nach Seattle, bei dem sie ein Live-Konzert besuchen. Neue Empfindungen und Lebenslust – präsentiert mit gewitzten Dialogen und sympathischen Charakteren: Eine nette Kombination…

Gegenseitig ermutigen und unterstützen sich beide dabei, ihre Befürchtungen und Ängste zu überwinden: Sie spornt ihn dazu an, seine Sport- und College-Ambitionen nicht aufzugeben – während er ihr wiederum beim aktiven Angehen ihrer musikalischen „Träume“ bzw. beim „nach außen tragen“ eben jener Leidenschaft hilft. Die zugehörigen Gesangs-Darbietungen Thornes überzeugen – gerade weil sie (im Einklang mit der Art der Songs) weitestgehend „natürlich“ gehalten wurden. In diesem Kontext gibt es allerdings die einzige wirklich als „cringeworthy“ zu beschreibende Szene des Films zu verzeichnen – nämlich als Charlie Katie auf einer Ufer-Promenade zum Spielen eines ihrer Lieder animiert und sich im Zuge dessen nach und nach mehrere wohlgelaunte Menschen unterschiedlicher Ethnien und Generationen um sie herum versammeln, die fortan angetan zu ihren Klängen mitwippen, mitklatschen (etc.). Ich nehme an, dieser „Ausrutscher“ dürfte vor allem Erwachsenen auffallen – ebenso wie (dieses Mal jedoch im positiven Sinne) einige Feinheiten bei der Bebilderung Karsten Gopinaths („the River Why“), der die Geschehnisse und Locations des kanadischen Drehorts Vancouver in eine durchweg zusagende Optik gekleidet hat…

Entgegen ihres derzeit (primär via Social Media) gepflegten Images verkörpert Bella Thorne („Keep Watching“) in „Midnight Sun“ ein rundum liebenswürdiges Mädel: Man nimmt ihr die anfängliche Schüchternheit Katies, die „sie durchflutenden“ Gefühle sowie die Emotionen und damit verbundenen Entscheidungen des späteren Verlaufs anstandslos ab. An ihrer Seite ist Arnold´s und Maria Shriver´s Sohn Patrick Schwarzenegger („Scouts Guide to the Zombie Apocalypse“) mit von der Partie, der – obgleich er gelegentlich ein wenig „hölzern“ wirkt und insbesondere beim Lachen an seinen Dad erinnert – glücklicherweise über besseres Aussehen und eine „etwas breitere Palette an mimischen Fähigkeiten“ als sein alter Herr verfügt. Er und Thorne teilen sich eine wunderbar ausgeprägte „Chemie“: Wie sie sich „anschmachten“ und seelenvoll miteinander umgehen, geben sie ein echt hübsches Paar ab. Ihre „Fotogenität“ trägt zudem zu einem „Hauch des Märchenhaften“ bei, der das Werk umgibt – siehe nur mal dass einer der populärsten Sportler an der örtlichen High School, der obendrein auch smart und sensibel ist, sich postwendend innig in die unbedarfte, bezaubernde „Neue“ verliebt, die schon jahrelang „aus dem Verborgenen heraus“ für ihn geschwärmt hat…

Trotz letzterer Gegebenheit weist der Gesamteindruck jedoch keine „widrige Künstlichkeit“ auf – eher eine „beschwingte Leichtigkeit“, welcher sich der geneigte Betrachter nur schwer zu entziehen vermag. Neben den Leads sind es überdies zwei weitere Darsteller, die gewichtige ersprießlich-achtbare Performances abliefern: Zum einen wäre da der sonst hauptsächlich für „grobe Komik“ bekannte Rob Riggle („the Other Guys“) als Katie´s Vater Jack, der sich fürsorglich um sein Töchterchen kümmert – ihr die Erfahrungen mit Charlie dabei aber von Herzen gönnt. Im Rahmen ihrer gemeinsamen, nicht selten mit Humor angereicherten Screen-Time harmonieren Thorne und er prächtig – jedes Mädchen dürfte sich wohl einen Paps wie ihn wünschen – worüber hinaus es Quinn Shepard („Blame“) gelungen ist, aus ihrer „kordial-lässige beste Freundin“-Figur ein Maximum herauszuholen. Dank Morgan´s Zutun begegnen sich Katie und Charlie nach ihrem ersten Aufeinandertreffen erneut – wobei sie und Jack (auf Katie´s festen Wunsch hin) ihr „Geheimnis“ ihm gegenüber bewahren. Umso tragischer, dass es genau dieses Unwissen seinerseits ist, das schließlich mit dazu führt, dass Katie eines Morgens einige Sekunden zu spät nach Hause kommt und die Krankheit zum Ausbruch gelangt…

Es ist die unheilvoll befürchtete (Schrägstrich erwartete) Entwicklung und ihre Auswirkungen auf alle Beteiligten, die daraufhin in den Fokus rückt – doch statt „mächtig auf die Tränen-Drüse zu drücken“, konzentriert sich der Film viel kräftiger auf seine Botschaft, das Leben möglichst immerzu in vollen Zügen zu genießen, wenn man die Chance dazu hat. Rührend ist das Präsentierte (selbstredend) dennoch: Bei meinem Kino-Besuch war gegen Ende eine Menge Schluchzten um mich herum zu vernehmen. Der nicht unbedingt konventionelle Ausklang hat mir gefallen – und auch im Ganzen sind die ansprechenden Faktoren dieser handwerklich ordentlich realisierten Produktion in der Überzahl. Fraglos hätten die Macher ruhig intensiver auf „XP“ (über eine reine Nutzung als „dramaturgische Funktion“ hinaus) eingehen können – aber nunja, die Prioritäten wurden halt anderswo gesetzt. Zumindest hat mich das Gesehene dazu bewogen, daheim mal einige entsprechende Recherchen anzustellen – bei denen ich u.a. gelernt habe, dass die meisten dieser Fälle in Japan auftreten sowie dass sich bei den Leidtragenden für gewöhnlich Warzen-ähnliche Läsionen und Haut-Tumore bilden, bevor sie sterben. Bei Katie wurde aufs Darzeigen solch unschöner Symptome übrigens verzichtet…

Fazit:  Irgendwo zwischen Arthur Hiller´s „Love Story“ und einer gängigen Nicholas Sparks Adaption zu verorten, ist Scott Speer´s „Midnight Sun“ eine angrenzend ebenso kitschig-klischeehafte wie bewegend-unterhaltsame, ungemein von ihrem charmanten wie gut aufgelegten zentralen Cast-Ensemble profitierende Romanze für ein vorrangig weibliches Teenager-Publikum…


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« Letzte Änderung: 17. April 2018 um 18:14 von StS » Gespeichert

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