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Autor Thema: Kill Switch  (Gelesen 133 mal)
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« am: 26. November 2017 um 17:28 »



Entstehungsdaten:
Holland-Deutschland-USA 2017

Regie:
Tim Smit

Darsteller:
Dan Stevens
Bérénice Marlohe
Tygo Gernandt
Charity Wakefield
Kasper van Groesen

Trailer


„What´s in the Box?“ lautet der Titel eines knapp zehn-minütigen, angeblich für unter 200 Euro realisierten „Shorts“, mit dem den beiden Holländern Tim Smit und Steven Roeters infolge seiner 2009er Veröffentlichung ein „viraler Hit“ gelang – was in erster Linie sowohl der gebotenen „First Person“-Perspektive und der überraschend hohen CGI-Qualität als auch dem Umstand zu verdanken war, dass eingangs keiner so richtig wusste, ob das u.a. an Games wie „Portal“ und „Half-Life“ erinnernde Werk nicht eventuell mit zu einer „geheimnisvollen“ Marketing-Kampagne der „Valve“-Software-Schmiede gehörte. Obgleich nichts hinter dieser Vermutung steckte, hatte das Projekt seinen Machern innerhalb „gewisser Kreise“ jedoch stracks die gewünschte Aufmerksamkeit beschert – worauf Smit seither verschiedene Musik-Videos und Werbe-Clips drehte, an den „Visual Effects“ von Streifen wie „Tiger House“ mitarbeitete und zudem einen auf dem ursprünglichen Projekt beruhenden Spielfilm mitentwickelte, welchen er schließlich selbst (ohne einer Beteiligung Roeters) im Rahmen einer niederländisch-amerikanisch-deutschen Co-Produktion in Szene setzte: „Kill Switch“ – wie das betreffende Resultat nun heißt – ist ein von Omid Nooshin („Last Passenger“) und Newcomer Charlie Kindinger verfasster Sci-Fi-Action-Thriller aus dem Jahr 2017, für dessen Hauptrolle die Verantwortlichen den momentan verbreitet ja als „Rising Star“ geltenden Briten Dan Stevens („A Walk among the Tombstones“) gewinnen konnten…

In einer nicht allzu fernen Zukunft hat das überaus Kapital- und Technik-starke Unternehmen „Alterplex“ eine schier unerschöpfliche Quelle „sauberer Energie“ aufgetan, mit der sich die entsprechenden Probleme unserer Zivilisation künftig effektiv lösen lassen könnten: Den Forschern ist es gelungen, die Erde sozusagen „zu klonen“ – das allerdings ohne Lebewesen dort, so dass man jenen Planeten im Folgenden bedenkenlos „anzapfen und aussaugen“ kann. Gebündelt wird der gewonnene Strom in einem am Stadtrand Amsterdams errichteten Turm-Komplex. Es ist ein kontroverses Vorhaben, welches jedoch erfolgreich in Betrieb geht – bis sich in den Tagen nach der Aktivierung plötzlich „seltsame Phänomene“ (á la unerklärliche Wetter-Veränderungen und spurlos verschwindende Passangierjets) in der Region zu häufen beginnen. In dieser Phase wird der noch nicht lange für „Alterplex“ tätige, gemeinsam mit seiner verwitweten Schwester Mia (Charity Wakefield) und deren Sohn Donny (Kasper van Groesen) extra dafür aus den Staaten nach Holland gezogene NASA-Pilot Will Porter (Stevens) in die Firmen-Zentrale gerufen, wo ihm seine Vorgesetzte Abigail Vos (Bérénice Marlohe) den bis dato geheim gehaltenen Teil seiner Einstellung eröffnet: Sein Auftrag ist es nun, in die „the Echo“ genannte Parallelwelt „hinüberzuwechseln“ und eine als „Redivider“ bezeichnete „Notfall-Box“ binnen einer zeitlichen Frist mit einer Computer-Schnittstelle im „Gegenstück“ des Turms zu vereinen, um dadurch weitere „Schäden“ abzuwenden…

Zügig befördert „Kill Switch“ den Zuschauer mitten hinein in die Action – und das indem angrenzend alles, was ich in der obigen Inhaltsangabe angeführt habe, im Zuge regelmäßig eingebundener Rückblenden präsentiert bzw. preisgegeben wird, während der eigentliche Haupt-Plotstrang des Films den Verlauf von Will´s Mission aufzeigt. Nach dem „Sprung“ kommt er zirka acht Kilometer von seinem Ziel entfernt wieder zu sich: In dieser „spiegelverkehrten Version“ von Amsterdam herrscht das blanke Chaos, welches primär „sich am Himmel auftuende“, diverse größere Gegenstände in die Luft hebende und diese dann andererorts unkontrolliert zu Boden krachen lassende „Schwerkraft-Anomalien“ sowie eine Schar bewaffneter Flug-Drohnen umfasst, die ihn prompt attackieren, obwohl sie aus dem Hause „Alterplex“ stammen. Besonders schlimm ist jedoch die Feststellung, dass diese Erde keineswegs „frei von Leben“ ist – wie aufgefundene Leichen und aggressive Mitglieder einer militanten „Pro-Umwelt-Gruppierung“ offenkundig beweisen, die sich Feuergefechte mit Sicherheitskräften eben jenes Konzerns liefern, für den er arbeitet und dem wohl die Schuld an der ganzen sich entfaltenden Situation zuzuschreiben ist. Als Will in eine Auseinandersetzung mit einigen Aktivisten gerät, entdeckt er unter ihnen auf einmal seinen ehemaligen Kollegen Michael (Tygo Gernandt), der inzwischen „die Seiten gewechselt“ hat und ihm u.a. davon berichtet, dass Will´s „anderes Ich“ (in dieser Welt) vor kurzem getötet wurde…

Den Job bei „Alterplex“ hatte Will (unabhängig aller „Geheimniskrämerei“) sowohl angenommen, da man ihn mit einer „bedeutsamen, Pionier-artigen Herausforderung“ (die angeblich selbst seinen NASA-Trip ins All „locker übertrumpfen“ würde) geködert hatte, als auch weil ihm und seiner Familie eine „finanzielle plus medizinische Rundum-Versorgung“ in Aussicht gestellt wurde. Trotz dieser Annehmlichkeiten waren Mia und Donny nach dem Umzug nach Europa jedoch nie glücklich geworden und entwickelten den Wunsch, in die USA zurückzukehren – etwas, auf das sie sich wenige Stunden vor seinem Aufbruch zu diesem Einsatz hier schließlich verständigt hatten. Sein neu erlangtes Wissen, dass jeder einen „Doppelgänger“ in „the Echo“ besitzt, lässt ihn sich zudem Gedanken um die Sicherheit jener machen. Natürlich haben wir es dabei mit einer Bemühung seitens des Skripts zutun, die Figur „menschlicher“ zu gestalten – was an sich aber nichts daran ändert, dass einem Will (als Person) nicht sonderlich interessant vorkommt. Er muss abwägen, ob er Michael glauben soll – oder lieber nicht. Wie sind die von einem Herrn namens Hugo (Mike Libanon) angeführten „Aufständischen“ nun wirklich einzuschätzen – und wie sieht es in der Hinsicht mit „Alterplex“ aus; inklusive Firmen-Chef Reynard (Gijs Scholten van Aschat) und Abigail, deren „Duplikat“ er schon bald um Aufklärung und Unterstützung bittet? Fürs Publikum nicht gerade schwer zu beantwortende Fragen…

Die auf der „geklonten Erde“ angesiedelten Ereignisse erhält der Betrachter komplett aus der „Point-of-View“-Perspektive Wills geboten – im klaren Kontrast zu den „im klassischen Stil“ dargereichten Flashbacks, welche bspw. mehrfach dann einsetzen, wenn er aus irgendwelchen Gründen (wie eine Verletzung oder die Druckwelle einer Explosion) das Bewusstsein verliert. Neben damit einhergehenden „Tempo-Schwankungen“ erzeugen vor allem erstere Passagen in diesem Zusammenhang mit voranschreitender Dauer einen anwachsend „unvorteilhafteren“ Eindruck: Zwar sind sie technisch einwandfrei arrangiert worden – muten dank ihres bläulich-kühlen, allerlei digitale Effekte aufweisenden Looks und „Inhalts“ (bei dem eine Menge erkundet, gerannt, geschossen und gekämpft wird) allerdings so an, als würde man jemandem beim „Zocken“ eines Computerspiels zusehen. Will absolviert eine Mission – nämlich den „Redivider“ von seiner Ursprungsposition zum „Energie-Tower“ zu bringen – sieht sich Gefahren ausgesetzt, muss sich wehren und trägt überdies ein nützliches „Interface“, welches ihm verschiedene Informationen (wie Telefonnummern, Ortsangaben oder Daten zu seinem Gesundheitszustand) direkt in seinem Blickfeld anzeigt. Dem Werk mangelt es an dem „treibenden Irrsinn“, mit dem „Hardcore Henry“ aufzuwarten vermochte – „ermüdet“ einen (nach und nach) aber ähnlich wie eben jener „experimentell-einfallsreiche“ Streifen, der seinerzeit (2015) auch schon keinen „breiteren Anklang“ finden konnte…

Der Reiz und Spaß eines Video-Games resultiert aus der Interaktivität bzw. dem immersiven Aspekt des betreffenden Mediums. Im Vorliegenden ist man „passiv“ – so als würde man sich eine Demo oder die Aufzeichnung eines anderen Players anschauen. Im übertragenen Sinne tritt „Leading Man“ Dan Stevens entsprechend bloß in den „Cut-Scenes“ auf – was schade ist, da jemand mit seinem Charisma den Film „insgesamt“ sicher bereichert hätte (seine Stimme in „the Echo“ genügt in der Beziehung nicht wirklich). In den vergangenen Jahren hat sich Stevens im TV (mit seiner Beteiligung an Serien wie „Downton Abbey“ und „Legion“), in „Indies“ á la „the Guest“ und „Colossal“ sowie jüngst erst in dem Mainstream-Blockbuster „Beauty and the Beast“ einen geschätzten Namen erworben – weshalb es Smit´s Glück war, ihn für das Projekt gewonnen zu haben. Ihm wäre halt nur mehr Screen-Time und besseres „Ausgangs-Material“ zu wünschen gewesen. Als Michael wurde mir Tygo Gernandt („Brimstone“) indes kein Bisschen sympathisch – während mir Bérénice Marlohe („Skyfall“) in der Rolle Abigails eingangs (als „Alterplex“- Geschäftsfrau) prima gefiel, sie bei mir später (in der Parallelwelt) jedoch zunehmend „an Zuspruch verlor“, maßgeblich aufgrund ihrer „gewollt toughen“ Miene. Darüber hinaus sind u.a. noch Charity Wakefield („the Raven“), Kasper van Groesen („Nono, het Zigzag Kind“), Mike Libanon („Skin“) und Gijs Scholten van Aschat („Tirza“) mit von der Partie, die jeweils „ihre Zwecke erfüllen“…

Smit und seiner Crew ist es gelungen, viel aus ihren „limitierten Ressourcen“ herauszuholen – wobei sich speziell die Qualität der CGIs absolut sehen lassen kann, die zuhauf in die Bilder eingefügt wurden und von Graphiken und spiegelverkehrte Schilder über zerstörte Gebäude und sich am Himmel auftuende „Portale“ bis hin zu Kampf-Drohnen und zu Boden stürzende Schiffe, Züge, Trümmer (etc.) reichen. Im Gegensatz zu der des genannten Ilya Naishuller Flicks kommt die Kamera-Arbeit Jacco van Rees („Sunny Side up“) weniger „nervig-verwackelt“ daher; der Score des Duos „Seven League Beats“ ist solide – bleibt einem aber nicht im Gedächtnis haften. Die meist recht rasanten Action-Szenen (in deren Rahmen unterschiedliche Waffen und Fahrzeuge zum Einsatz gelangen) gehen durchaus in Ordnung – nennenswert „packend“ sind die Geschehnisse jedoch nicht. Mit den durchweg „blassen“ Protagonisten vermag man einfach nicht „mitzufiebern“ – und was genau es mit dem „Redivider“ auf sich hat, dürfte wohl kaum jemanden ernsthaft überraschen. Mehr „Substance“ (in Addition zu dem offerierten Maß an „Style“) hätte dem Werk gut getan – zumal die Handlung über einige nicht uninteressante, allerdings nie vernünftig „vertiefte“ Ansätze (bspw. hinsichtlich „politisch-ökologischer Verstrickungen“ mächtiger Konzerne) verfügt. Und dass man über das ganze sich um „the Echo“ rankende „Plot-Konstrukt“ lieber nicht weiter nachdenken sollte, war ja eigentlich eh von Anfang an klar…  

Fazit:  Obgleich „Kill Switch“ beileibe nicht unambitioniert ist und Lob für das mit vergleichsweise „bescheidenen Mitteln“ Erschaffene verdient, enttäuscht der Film alles in allem jedoch ein nicht unerhebliches Stück weit – vorrangig in den Bereichen Spannung, Charakterzeichnung und Story-Inhalt…

knappe
4 Narrenkappen


« Letzte Änderung: 28. November 2017 um 18:02 von StS » Gespeichert

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