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Autor Thema: Black Site Delta  (Gelesen 332 mal)
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« am: 03. September 2017 um 17:42 »



Entstehungsdaten:
USA 2017

Regie:
Jesse Gustafson

Darsteller:
Cam Gigandet
Teri Reeves
Michael Dale
John Brodsky
Arash Mokhtar
Casey Hendershot

Trailer


Auf der Basis einer Skriptvorlage Rick Benattars, Nigel Thomas' und Guy Stevensons von Spielfilm-Regiedebütant Jesse Gustafson in Szene gesetzt, haben wir es bei dem 2017er B-Movie „Black Site Delta“ mit so etwas in der Art einer (sowohl nicht gerade aufwändig produzierten als auch qualitativ mauen) Kombination aus „Con Air“, „the Rock“ und „Half Past Dead“ zutun. Im Zentrum des Geschehens steht Jake (Cam Gigandet) – seines Zeichens ein Ex-Soldat, der sich unmittelbar zu Beginn des Streifens auf dem Weg zu seiner Tochter befindet, die er länger schon nicht mehr gesehen hat (da er ständig „unterwegs“ war) und deren Mutter obendrein inzwischen verstorben ist. Als Geschenk hat er einen großen Plüsch-Hasen für sie dabei. Um seinen Mut „zu sammeln“, lässt er sich aber erst einmal in einer Kneipe nieder, wo ihn prompt eine nette Barkeeperin „anbaggert“ – bevor jene nur wenig später von einem Biker „blöd angemacht“ wird und sich Jake wiederum dazu veranlasst sieht, sich (verbal) in die Situation einzumischen. Standhaft vermag er sich angesichts der Provokation, dass der „Unsympath“ hämisch sein Bier über das Stofftier vergießt, noch zusammenzureißen – doch als der ihn daraufhin (mit einigen Kumpels im Schlepptau) draußen auf dem Parkplatz mit einem Messer attackiert, reagiert Jake „instinktiv“ und tötet ihn im Zuge dessen „aus Notwehr“. Gegen die Verbliebenen hat er allerdings keinerlei Chance – welche ihn kurzerhand (unmittelbar vorm Eintreffen der Cops) brutal bewusstlos prügeln…

Nachdem er erneut zu sich gelangt, findet er sich in der Zelle einer Einrichtung eingesperrt wieder, über die er im Folgenden von seinen „Trakt-Genossen“ erfährt, dass es sich bei ihr um eine geheime Militär-Basis mit einem kleinen Gefängnis für „spezielle Soldaten“ handelt, die jeweils „nicht der Öffentlichkeit zu offenbarende Taten“ begangen haben. „Praktischerweise“ legt einer der Insassen Wert auf eine Vorstellungsrunde: Lahmes Story-Telling pur – gepaart mit einfallsarm-generischen Background-Infos. Da gibt es den Army Ranger Hudson (Casey Hendershot), der beim Drogen-Dealen erwischt wurde, den Drohnen-Piloten Simms (Benjamin Charles Watson), der sich weigerte, einen Angriff auf ein Gebäude auszuführen, in dem sich auch Kinder befanden, den labilen Sniper Diego (Dion Mucciacito) sowie den redselig-irren Taylor (Josh Brodsky) – plus eine schweigsam-gewalttätige Person in Einzelhaft, über die sie nichts Konkretes wissen. Kaum ist der Plausch vorüber, durchbricht plötzlich eine Schar Baddies (in ihren Fahrzeugen) das Haupttor des Geländes: Frei eines ausgelösten Alarms werden die spärlichen zugegenen (scheinbar recht schlecht ausgebildeten) Dienstleitenden „völlig überrascht“ und erschossen. Dachte die Regierung eventuell, dass wenn das Ganze eh „Top Secret“ ist, man in Sachen Security prima da „sparen“ könnte? Arg unglaubwürdig, jedenfalls – unabhängig der eingebundenen Bemerkung, dass für die aktuelle Schicht bloß nur eine „Skeleton Crew“ eingeteilt war…

Die Bösewichte sind darauf aus, die Kontrolle über eine ebenfalls auf dem Areal vorhandene Drohnen-Kommandozentrale zu erlangen – sowie anschließend mit einem Atom-Sprengkopf-bestückten Exemplar jener unbemannten Fluggeräte NYC zu zerstören! Die unnötig zahlreichen „gesichtslosen“ (allesamt Ski-Masken tragenden) Söldner werden von dem einstigen SAS Colonel Irving (Michael Dale aus „Black Nativity“) befehligt, welcher Jake noch „von früher her“ kennt, hauptsächlich seine Leute herumscheucht sowie bis auf einen gepflegten Bart und britischen Akzent nicht viel zu bieten hat (sprich: Charisma oder etwas in der Art: nada!). Angeheuert hat ihn und seinen Trupp der vermögende afghanische General Kahn – überdreht, nervig und nicht sonderlich gut: Arash Mokhtar („Bystander“) – der die meiste Zeit in seinem Hummer sitzt, wo er sich u.a. mit einer „Gespielin“ (Sherri Eakin aus „the Shadow Effect“) vergnügt, Koks konsumiert und sich des Öfteren ungeduldig bei Irving nach dem „Stand der Dinge“ erkundigt. Er ist so einer, der schonmal einen aus dem eigenen „Team“ erschießt, da derjenige ihn (angeblich) „dumm angeglotzt“ hat: Gähn! Parallel zum Bemühen der Schergen, eine Sicherheitstür aufzuschweißen, glückt es den Inhaftierten indes, sich zu befreien – wobei sich der Sechste im Bunde (in Gestalt der einzigen Überraschung des Films) unerwartet als weiblich entpuppt: „Undercover“ im Mittleren Osten, hatte Vasquez (Teri Reeves) einen mächtigen Herrn getötet, um eine Frau vor der Steinigung zu bewahren…

Nun „auf freiem Fuß“, könnten sie durchs offene Tor hinaus in die Freiheit spazieren – wären fortan allerdings auf der Flucht vor den Behörden. Wie passend, dass Simms vor seiner verweigerten Subordination ja vor Ort gearbeitet hat und daher davon weiß, auf was es die Fieslinge abgesehen haben. Spontan wird gemutmaßt, dass sie gewiss eine Begnadigung erhalten würden, wenn sie das verhindern – also ist´s beschlossen! Das nenn ich mal mutige Zuversicht im Hinblick auf die, von denen sie zuvor in einen „Black Site“-Knast gesperrt wurden! Zügig setzt eine Aneinanderreihung konventionell-solider Shootouts und einzelner „Handgemenge“ ein, die sich insgesamt durchaus als „akzeptabel“ charakterisieren bzw. einstufen lassen – bei denen jedoch keinerlei Spannung aufkommt. Letzteres liegt u.a. daran, dass unsere (kaum je irgendwelche Deckung nutzende) „Anti-Helden“ treffsicherer Natur sind – während sich ihre Widersacher geradezu unfähig in der Beziehung präsentieren und daher auch nie wie eine „echte Gefahr“ anmuten. Ärgerlich zudem, dass der Sniper mit seinem Repetiergewehr ohne nachzuladen deutlich über 20 Projektile am Stück rausjagt. Punktuell kam es mir das Gebotene wie das Äquivalent einer „Schießbude“ vor: Nicht wirklich reizvoll, dem beizuwohnen. Mit so manchem in der Post-Production digital hinzugefügten Mündungsfeuer und Blut konnte ich unterdessen leben – allerdings wäre es schön gewesen, wenn die Akteure am Set die Rückstöße gelegentlich nicht „zu simulieren vergessen“ hätten…

Cam Gigandet („In the Blood“) mag zwar den schwarzen Gürtel in Krav Maga besitzen, nicht unattraktiv sowie mimisch an sich nicht gänzlich untalentiert sein – bleibt als Jake hier leider aber komplett „blass“, was nicht allein an seiner (wie alle anderen übrigens auch) eindimensional gestrickten Rolle liegt. Derweil verkörpert Teri Reeves (TV´s „Chicago Fire“) ihren „Badass-Chick“-Part (den Vorgaben entsprechend) prima, hat sich John Brodsky („Day 39“) bei seiner Comic-haften Darbietung des mordlüstern-manischen Psychopathen Taylor offenbar an der Figur des „Jokers“ orientiert und sind Casey Hendershot („Navy Seals vs. Zombies“), Dion Mucciacito („the Challenger“) und Benjamin Charles Watson („the Limits“) kaum der Rede wert. Das Drehbuch wartet mit banalen Dialogen sowie einigen Logik-Löchern und „zum Augenrollen animierenden“ Momenten auf – bspw. als Vasquez und der gleich mehrfach von seiner Tochter berichtende Jake inmitten all des Trubels urplötzlich rumzuknutschen anfangen – worüber hinaus die „Abgänge“ Kahns und Irvings enttäuschend schwach geraten sind und Gustafson´s Inszenierung (ebenso wie die Kamera-Arbeit Laurence Vannicellis) jeglichen „individuellen Stil“ vermissen lässt. Immerhin entfaltet sich der Verlauf einigermaßen straff und leistet sich der Film „in handwerklicher Hinsicht“ keine „groben Schnitzer“ – unabhängig dessen, dass man ihm sein limitiertes Budget stets ansieht (etwa da es weder Explosionen noch aufwändigere Sequenzen jeglicher Art zu verzeichnen gibt)…

Kurzum:  „Black Site Delta“ ist ein durchweg belangloser, unaufregender Action-Streifen, der aber zumindest über ein markantes Poster-Motiv verfügt...


knappe
3 Narrenkappen


« Letzte Änderung: 05. September 2017 um 09:48 von StS » Gespeichert

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