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Autor Thema: Rakka (Oats Studios: Volume 1)  (Gelesen 573 mal)
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« am: 23. Juli 2017 um 17:50 »



Entstehungsdaten:
Kanada 2017

Regie:
Neill Blomkamp

Darsteller:
Sigourney Weaver
Eugene Khumbanyiwa
Carly Pope
Brandon Auret
Robert Hobbs
Mike Huff

Link zum Kurzfilm


Nach der Vollendung seiner 2015er Veröffentlichung „Chappie“ hatte sich Regisseur und Drehbuchautor Neill Blomkamp Gedanken über etwaige Optionen und Möglichkeiten gemacht, sich „in unabhängiger Form kreativ entfalten“ zu können, ohne sich dabei einem mit größeren Projekten meist unweigerlich verbundenen hohen Zeitaufwand und finanziellen Druck ausgesetzt zu sehen. Ergebnis dieser Überlegungen wurde schließlich das von ihm gegründete, in Kanada angesiedelte „Oats Studios“-Kollektiv: Eine sich (vorerst) auf „experimentelle Shorts“ konzentrierende Filmschmiede, welche der Öffentlichkeit im Juni 2017 dann ihr (anbei nun zur Besprechung vorliegendes) „Debütwerk“ präsentierte – nämlich den 22-minütigen Sci-Fi-Action-Horror-Streifen „Rakka“. Kostenfrei auf „YouTube“ (ebenso wie auf „Steam“) verfügbar, besteht der Plan darin, dem Publikum das Ganze in Gestalt einiger unter der Bezeichnung „Volume 1“ gebündelten Episoden vorzustellen, Feedback einzuholen sowie u.a. mit Hilfe von „Spenden“ das nötige Geld für eine Fortführung dieses ambitionierten „Wagnisses“ zu sammeln: Sozusagen eine Kombination aus „Proof of Concept“-Marketing, „Open Source“- und „Crowdfunding“-Vorhaben…

Die Handlung setzt im Jahr 2020 ein, in welchem die Erde zuvor von einer Reptilien-artigen Alien-Rasse angegriffen und besetzt wurde: Dank ihrer fortgeschrittenen Technologien haben eben jene Kreaturen die Menschheit relativ rasch besiegt und weitestgehend ausgelöscht, im Zuge dessen immense Zerstörung angerichtet sowie eigene „Mega-Strukturen“ errichtet, in denen sie grausame Experimente an Überlebenden durchführen. Parallel dazu treiben sie ihr Bestreben voran, die Atmosphäre des Planeten durch eine Veränderung ihrer Zusammensetzung ihrem sonst gewohnten Habitat anzupassen – was bereits zu einem beunruhigenden Anstieg der Temperaturen (samt damit verknüpfter Auswirkungen wie Dürren und Überschwemmungen) geführt hat. Zudem besitzen sie die Befähigung, in die Gedanken ihrer Gegner eindringen und auf jenem Wege die Kontrolle über deren Körper-Funktionen übernehmen zu können. Nichtsdestotrotz regt sich weiterhin aktiver Widerstand – bspw. in Texas, wo sich einige Zivilisten und Kämpfer (unter ihnen Carly Pope und Sigourney Weaver) zusammengefunden haben und sich per Anwenden angepasster Guerilla-Taktiken beherzt gegen ihre Versklavung oder Vernichtung auflehnen…

Verfasst von Blomkamp und Newcomer Thomas Sweterlitsch, wird die eigentliche Invasion in „Rakka“ nahezu komplett ungezeigt belassen und sich stattdessen auf die daran anschließende Okkupations-Situation konzentriert. Entsprechend viele Informationen werden dem Zuschauer innerhalb der ersten Verlaufshälfte dargereicht – und das per die Lage (plus vorangegangenen Ereignisse) ordentlich beschreibenden Voiceover-Einspielungen. Verschiedene gängige Genre-Versatzstücke (á la „Terraforming“ oder Rebellions-Bemühungen) sind offen zu registrieren – doch bei einer Produktion wie dieser sollte man damit nicht unnötig hart ins Gericht gehen. Die feindseligen, an große Echsen erinnernden Geschöpfe veranstalten allerlei Groteskes mit einzelnen Unglückseligen ihrer Gefangenen, agieren grausam und mitleidslos und können dabei auf ihre überlegene „Ausstattung“ zurückgreifen, zu der nicht nur Waffen und Luftfahrzeuge zählen, sondern auch eine multifunktionale schwarze „Flüssigkeit“, die erhärtet extrem robuster Natur ist. Um mit ihren limitierten Mitteln dagegen anzukommen, ist Cleverness und Erfindungsreichtum seitens der Menschen gefragt – wie etwa beim Bau schützender „Brain Barrier“-Apparaturen aus Elektroschrott…

Zu der Handvoll Charaktere, die einem (oberflächlich) vorgestellt sowie jeweils annehmbar verkörpert werden, gehören der traumatisierte Amir (Eugene Khumbanyiwa aus „Death Race: Inferno“), die sich um ihn kümmernde Sarah (Carly Pope aus „Ambushed“), der Pyromane und Bomben-Bastler Nosh (Brandon Auret aus „Tiger House“) sowie die toughe Anführerin Jasper (Sigourney Weaver aus der „Alien“-Franchise). Sollte Interesse daran bestehen, ist es für Blomkamp denkbar, den einen oder anderen dieser Protagonisten in künftigen Episoden näher zu beleuchten bzw. seinen oder ihren „Pfad“ in eben jenem Rahmen weiter aufzuzeigen. Stilistisch ist er seinem bisherigen Schaffen (vgl. „Elysium“) treu geblieben – von der Action-Inszenierung über den kreierten Look bis hin zu den gewählten Locations – allerdings ist dieses Werk schon eine Stufe düsterer als seine vorherigen ausgefallen und weist überdies einige brutale, durchaus in Richtung „verstörend“ tendierende Augenblicke auf. Ferner gibt es eine Reihe schicker „Aerial Shots“ zu verzeichnen, kommt die Kamera-Arbeit Mannie Ferreiras solide daher und sind die gebotenen Effekte (Prosthetics und CGIs) gerade für das verhältnismäßig geringe Budget lobenswert gut geraten…

Insgesamt ist „Rakka“ ein ordentlicher Kurzfilm geworden, der mit ein paar starken Bildern und Momenten (wie eine sich rund um einen versuchten Selbstmord-Anschlag entfaltend Sequenz) aufwartet und einen mit einem offenen Ende sowie mehreren „Unklarheiten“ zurücklässt – z.B. hinsichtlich einer nur einmal am Himmel zu erspähenden zweiten („Engel-esken“, angrenzend transparenten) Alien-Gattung. Gern hätte ich mir die Bewegungen der am Computer animierten (generell aber relativ cool ausschauenden) Kreaturen zum Teil ein wenig „geschmeidiger“ gewünscht – ebenso wie ein inspirierteres Arrangieren des finalen Shootouts (nach dem erfolgreichen Abschuss eines außerirdischen Flugobjekts) – doch alles in allem gibt es nicht allzu viel zu beanstanden. Eine (speziell bei dem Konzept hinter diesem Projekt hier zu berücksichtigende) Sache ist bloß: Würde ich eine Fortführung der Materie sehen wollen? Meine Antwort wäre „nicht wirklich“. An „District 9“ ist Blomkamp bis heute nie wieder herangekommen. Meiner Meinung nach sollte er sich (ähnlich wie bei „the Escape“) mal einer grundverschiedenen Story-Art widmen – und vielleicht nicht unbedingt selbst das zugehörige Drehbuch verfassen… 

knappe
7 Narrenkappen


Gespeichert

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