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Autor Thema: Malia / Boris Blank - Convergence  (Gelesen 2412 mal)
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gelini71
Syncro Schauer
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Beiträge: 8.193


Keine Angst - ich bin es nur


« am: 02. Februar 2014 um 18:29 »


Mercury 2014

Malia Webseite bei Jazzecho

• Malia - Gesang
• Boris Blank – sämtliche elektronischen Musikinstrumente
sowie
• Michael Flory – Trompete auf “Tears run dry”

Produziert von Boris Blank
Aufgenommen im Yello Studio, Zürich (Schweiz)

Tracklist
01. Celestial Echo – 4:09 
02. Embraceable Moon – 4:10 
03. I feel it like you – 3:40 
04. Touching Ghost – 3:21 
05. Claire Cadillac - 3:09
06. Raising Venus – 4:40 
07. Fever – 3:25 
08. Smouldering Ashes – 3:56 
09. Magnetic Lies - 3:56 
10. Tears run Dry – 3:42 
11. Turner´s Ship – 6:42
 
 
7 Narrenkappen

Elektronischer Jazz für die Abendstunden – und es klingt irgendwie nach Yello....

Wer die Sängerin Malia nicht kennt muß sich jetzt nicht schuldig fühlen weil er irgendetwas verpasst haben könnte. Die Dame ist bis dato nur Insidern im Bereich Jazz ein Begriff. Wer vor einigen Jahren öfters MTV geschaut hat wird eventuell die aus Ostafrika stammende, mittlerweile in London lebende Sängerin von ihrem Clip zu dem Song „Purple Shoes“ kennen, wo sie nackt nur mit Schuhen bekleidet durch die Straßen von London spaziert ist. Der Clip wurde ein Hit, der Song nicht.

Für ihr mittlerweile fünftes Album geht Malia in die vollen und hat einen richtigen Coup bei der Wahl des Produzenten gelandet – es ist niemand geringeres als das Musikalische Gehirn von Yello: Boris Blank. Es ist eine Premiere für Blank, denn zum ersten mal produziert er jemand anderes als sich selber und zudem ist es zum ersten Mal eine Zusammenarbeit mit jemand anderem als mit Dieter Meier, seinem jahrzehntelangen Partner bei Yello. Boris Blank war aber hier nicht nur Produzent, er schrieb auch zu jedem Song die Musik.

Und so macht sich beim Hörer auch direkt ein recht entspanntes Deja-Vu Gefühl breit sobald er die CD in den Player steckt. Es klingt nach Yello und zwar jenen Yello aus dem sehr ruhigen und Jazzlastigen Album „Touch“ aus dem Jahre 2009. Wer genau dieses Album mochte der wird sich hier direkt wohlfühlen. Ruhige entspannte Klanglandschaften, teilweise sehr sparsam arrangiert dafür sehr räumlich vom Klangbild. Boris Blank schafft es auch hier wieder einmal, das Musik aus dem Computer nicht automatisch kalt und steril klingen muß sondern sehr warm und angenehm rüberkommt.

Die „Musik“ sind auch eher Soundtupfer, ein schneller Beat ist überhaupt nicht vorhanden. Alles ist sehr ruhig, getragen – irgendwie eine Mischung aus sehr Atmosphärischen Ambientsounds mit Jazz. Ein relativ flotter Song wie „I feel it like you“ mit seiner funky Gitarre ist schon fast ein Fremdkörper. Wer sich im Yello Soundkosmos auskennt wird allerdings sehr viele Sounds wiedererkennen, denn Boris Blank hat halt bei einigen Sachen schon so was wie einen Treatmark Sound, wie bei den Saxophone Samples die man von ihm seit gut 30 Jahren kennt oder die Art wie Gitarrensounds eingesetzt werden.

Ganz nach vorne gemischt wurde die Stimme von Malia, die – das muß man allerdings sagen – nicht jedermanns Geschmack sein wird. Nicht jeder wird die Art wie sie ihre Songs singt mögen, sie ist eine klassische Jazzsängerin in der Tradition einer Nina Simone oder Billy Holiday. Nicht falsch verstehen: Die Frau kann singen, es kommt nur eben darauf an ob man mit dieser Art zu singen was anfangen kann. Probehören ist unbedingt Pflicht. Denn Malia nutzt das gesamte Spektrum Ihrer Stimme aus – vom leisen Flüstern bis hin zum vollen lauten Umfang, sie lebt praktisch ihre Songs. Wie gesagt: es ist halt Jazz, wenn auch moderner elektronischer Bauart.

Einen Hit gibt es nicht, einen Song mit dem man das Album bewerben kann ist nicht auszumachen. Das schöne nahezu romantische „Touching Ghost“ oder der Einstieg „Celestial Echo“ mit seinen sparsamen Sounds passen einfach in die dunklen Abendstunden, auch „Raising Venus“ gefällt. Die x-te Coverversion von „Fever“ hätte man sich allerdings sparen können, auch der Schlußtrack „Turner´s Ship“ mit seinen Afrikanischen Ethnosounds passt nicht so recht zum Rest des Albums. „Tears run dry“ kennt der Yello Fan ja bereits von der großen Yello Anthology.

Kein schlechtes Album was einige Durchläufe braucht und bei dem man eine persönlich positive Einstellung zum Thema Jazz haben sollte. Das es Streckenweise wie ein verhindertes Yello Album ohne Dieter Meier klingt liegt in der Natur der Sache. Wer „Touch“ bereits mochte der wird hier keine Probleme haben, auch wenn etwas Abwechslung fehlt. Ein großes Hitalbum ist es allerdings nicht, ebenso wenig sollte man Hoffnung haben das man den ein oder anderen Song mal im Radio hört – dafür ist das ganze schlichtweg zu speziell, zu eigen, zu wenig Massenkompatibel. Ein Album für ruhige Abendstunden mit einem Glas Wein für Menschen die es gerne etwas melancholisch mögen....

“I feel it like you“ in voller Länge bei Soundcloud

Gespeichert
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