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Autor Thema: OMD - English Electric  (Gelesen 2194 mal)
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gelini71
Syncro Schauer
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Beiträge: 8.174


Keine Angst - ich bin es nur


« am: 14. April 2013 um 16:49 »


100% Records / BMG 2013

Offizielle OMD Webseite

• Paul Humphries – Gesang, Keyboards, Bass
• Andrew McCluskey – Gesang, Keyboards
Sowie
• Malcolm A. Holmes – Schlagzeug
• Martin H. Cooper – Keyboards
• Claudia Brücken – Deutsche Stimme bei “Kissing the Machine”

Produziert von OMD
Aufgenommen in den Motor Museum Studio, Liverpool (UK)

Tracklist
01. Please Remain Seated - 0:44    
02. Metroland - 7:33    
03. Night Café - 3:46    
04. The Future will we Silent - 2:41
05. Helen of Troy - 4:13    
06. Our System - 4:33    
07. Kissing the Machine - 5:06    
08. Decimal - 1:16    
09. Stay with me - 4:27    
10. Dresden - 3:37    
11. Atomic Ranch - 1:44    
12. Final Song - 3:25
 
 
4 Narrenkappen

Die Zukunft liegt in der Vergangenheit – Ein Album für Menschen welche die letzten 25 Jahre im Koma verbracht haben

Anfang der 80iger Jahre – der Synthiepop überrollt die Welt. OMD sind neben the Human League nicht nur die Sperrspitze dieser neuen Musikwelle, sie gelten auch als Innovatoren. Ihre Experimente an den neuen Klangerzeugern wurden von den Kritikern gelobt und die beiden Köpfe Paul Humphries und Andrew McCluskey outeten sich direkt von Anfang an als Fans von Kraftwerk. Da man mit Experimenten aber kein Geld verdient machte man auch einige nette Popsingles die dann in den Charts ziemlich hoch reinschossen – „Maid of Orleans“ war 1981 Europaweit die meistverkaufteste Single des Jahres, obwohl der Song mit seinem sperrigen 6/8 Takt nicht direkt nach Hit schreit. Im Laufe der Zeit verschwanden die Experimente immer mehr, dafür gab es immer mehr Pop. 1989 hatte Andrew McCluskey genug und verlies die Band, Paul Humphries machte OMD zu seinem Soloprojekt und feierte bis in die 90iger Jahre hinein weiterhin Erfolge. 1996 folgte aber auch hier das Aus, im Jahre 2010 vereinigten sich Humphries und McCluskey wieder mit dem Ziel, OMD wieder mehr an die Anfänge zurückzuführen.    

Anfänge heißt in diesem Fall: Wir klauen bei Kraftwerk was das Zeug hält. Direkt am Anfang bei „Metroland“ zitieren OMD ganz dreist die Melodie von „Europa Endlos“. Auch „Kissing the Machine“ atmet ganz stark den Atem von Kraftwerk (Stichwort: „Trans Europe Express“) – was wohl daran liegt das dieser Song ursprünglich von Karl Bartos stammt. Irgendwas eigenständiges ? Fehlanzeige – in den einzelnen Songs gibt es immer wieder einzelne Kraftwerk Zitate, sei es ein Effekt, ein Sample oder ein Break. Wer die Alben der Düsseldorfer Band zur Genüge kennt wird ein Deja Vu nach dem anderen haben. Und wenn man sich nicht bei Kraftwerk bedient dann wird die eigene Soundbibliothek munter zitiert – mehr als einmal hat man das Gefühl das man den ein oder anderen Sound schon mal woanders bei OMD gehört hat.

So klingt das meiste hier auch extrem retro – man könnte fast meinen ein altes Album aus den 80igern zu hören. Das ist manchmal ganz charmant, eher aber auch etwas nervig verkrampft. Den Hang zu leicht kitschigen Melodien haben OMD auch nach über 30 Jahren nicht abgelegt, alles ist ein wenig süßlich und too-much. Dabei sind Songs wie „Night Cafe“,  „Dresden“ oder „Stay with me“ noch gar nicht mal so schlecht, „Helen of Troy“ (bester Song auf dem Album) und der abschließende „Final Song“ sind als Synthie Balladen ganz gelungen.

„Wie klingt die Zukunft ?“ fragen OMD einmal in der Mitte des Albums ? Wenn man dieses Album als Maßstab nimmt dann ziemlich altmodisch. Das die beiden auch anders können zeigen die kurzen Zwischenspiele die immer wieder auftauchen – da klingen OMD nämlich auf einmal ganz Zeitgemäß, lassen den Bass ganz Electrohouse mäßig mal kräftig knarzen oder schaffen schöne Atmosphärische Kabinettstücke irgendwo zwischen Ambient und Minimal Techno. Die weibliche Roboterstimme, die man schon seit einigen Jahren aus diversen Benny Benassi Tracks her kennt wird allerdings etwas zu oft eingesetzt.

OMD bleiben einfach OMD – allerdings die OMD die man eher von Mitte der 80iger her aus den Popcharts kennt. Wer die etwas schleimigen, schwülstigen Melodien von ihnen schon immer mochte und mit den unzähligen Kraftwerk- und Eigenzitaten leben kann bekommt ein nettes, kurzweiliges Album. Für mich ist das aber einfach zu wenig – etwas mehr Mut zum Experiment hätte dem ganzen gut getan. So bekommt man ein Album was nicht weiter beim bügeln stört – nett aber auch etwas out-of-date und irgendwie auch belanglos.

Erschienen in diversen Formaten – einfach CD, Deluxe CD mit Bonus DVD, Vinylalbum mit CD, Download sowie als limitierte teuere Sammlerbox exklusive über die Bandwebseite.

Anspieltip: Helen of Troy
Gespeichert
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