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Autor Thema: Heino - Mit freundlichen Grüßen (Das verbotene Album)  (Gelesen 3233 mal)
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gelini71
Syncro Schauer
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Beiträge: 8.243


Keine Angst - ich bin es nur


« am: 03. Februar 2013 um 18:34 »


Starwatch / Sony Music 2013

Offizielle Heino Webseite

• Heino - Gesang
• Manuel Lopez – Gitarre
• Richard Hellenthal – Posaune
• Rüdiger Baldauf – Trompete
• Marcel Brell – Keyboards
• Christian Geller – Keyboards
• Billy King / Leslie Moryson – Chor

Produziert von Christian Geller

Tracklist
01. Junge – 3:05
Original: Die Ärzte 
02. Haus am See – 3:35 
Original: Peter Fox
03. Ein Kompliment – 3:11 
Original: Sportfreunde Stiller
04. Augen auf – 3:15 
Original: Oomph!
05. Sonne - 4:05
Original: Rammstein
06. Gewinner – 3:42 
Original: Clueso
07. Liebes Lied – 3:37 
Original: Absolute Beginner
08. Leuchtturm – 4:29 
Original: Nena
09. Vogel der Nacht – 4:17 
Original: Stephan Remmler
10. MFG – 3:25
Original: Die fantastischen Vier
11. Kling Klang – 3:44
Original: Keimzeit
12. Willenlos – 3:28
Original: Marius Müller-Westernhagen

Amazon MP3 Bonus: „Was soll das ?“ – Original von Herbert Grönemeyer
I-Tunes Bonus: „Song für Liam“ - Original von Kraftklub
 
 
7 Narrenkappen

Humor ist wenn man trotzdem lacht – Heinos „Rache“ macht Spaß
 
Laut einer Statistischen Erhebung ist Heinz Georg Kramm – besser bekannt unter seinem Künstlernamen Heino – der bekannteste Deutsche. Angeblich sollen über 90% etwas mit seinem Namen und/oder seinem Gesicht was anfangen können und er übertrifft damit die Bundeskanzlerin oder den Papst. Diese Bekanntheit kommt sicherlich wegen der Polarisierung die Heino bei den Menschen auslöst. Heino, als Interpret des Deutschen Volkslied und Bewahrer des Deutschen Liedguts schon mit einer Art Missionischen Eifer unterwegs, wird von seinen (meist sehr alten) Fans geliebt, von den meisten anderen aber eher belächelt bis gehasst. Jahrelang hat er Parodien, Verarsche und Witze still ertragen (OK – fast immer: Der „wahre Heino“ alias Norbert Hähnel wurde dann doch von ihm verklagt) sowie alle Anfeindungen über sich ergehen lassen. Nun will er es ihm Alter von 74 Jahren noch mal wissen und polarisiert erneut. Diesmal mit einem Coveralbum.

Denn diesmal hat Heino nicht wie üblich irgendwelche Volkslieder aufgenommen sondern er covert sich einmal quer durch die moderne Deutsche Musikszene. Das Spektrum reicht dabei von Pop (Nena, Westernhagen) über Rock (Rammstein, Die Ärzte) bis hin zu Hip Hop (Peter Fox, Die fantastischen Vier). Begleitet wurde das ganze von einer großen Boulevardzeitung mit vier Buchstaben die dem ganzen mit einer etwas seltsamen Berichterstattung mit dem Tenor „Rockerkrieg“ zu der nötigen Aufmerksamkeit verhalf und einigen der gecoverten Musikern negative Aussagen in den Mund legten die umgehend von deren Seite wieder dementiert wurden. Ob das ganze nun inszeniert wurde ist zweitrangig – der Erfolg gibt dem ganzen Recht und Heino wird sich wohl nach seiner sehr langen Karriere endlich einmal über ein Nummer 1 Album in den Charts freuen dürfen – denn das hatte er bis jetzt tatsächlich noch niemals.

Die Frage ob er das Songs covern überhaupt darf ist recht einfach zu beantworten: Ja, er darf – sofern er nicht den Text verändert. Wäre dem nicht so wären die meisten Coverversionen die man so zu hören bekommt nicht erlaubt. Somit ist der Zusatz „Das verbotene Album“ eher als eine Art Gag zu verstehen – verboten ist sicherlich vieles, dieses Album aber ganz sicher nicht.

Das Album selber macht einfach gute Laune, da man als Zuhörer merkt das hier ein Sänger ist der wirklich singen kann und es nach Jahrzehnter langer Erfahrung auch gelernt hat wie man einen Song interpretiert. Zwar verändert Heino nicht den Text oder die Melodieführung, aber er singt durch veränderte Betonung manchen Song eben anders und so ergeben sich ganz neue Textliche Ebenen.

Bestes Beispiel ist sicherlich der Einstieg mit „Junge“, im Original von den Ärzten. Der Text ist bekanntermaßen eine Erinnerung an Farin Urlaubs Jugendzeit und eine Sammlung aller Sprüche die er sich so zu jener Zeit von seinen Eltern anhören dürfte. Bei Heino nun dreht sich das ganze – nun spricht der Elternteil und die Worte bekommen teilweise die Schärfe wieder die sie wohl damals wohl gehabt haben und wirken dabei gleichzeitig genauso lächerlich wie sie Rückblickend auch sind. Langer Rede kurzer Sinn: Eine wirklich gelungene Coverversion.

Ebenfalls lustig ist das Rammstein Cover „Sonne“, bei dem Heino das R noch mehr rollt als es Rammsteinsänger Till Lindemann sowieso schon tut. Wenn Rammstein also einen neuen Sänger brauchen dann steht mit Heino ein passender Ersatz bereit. Der Höhepunkt ist aber sicherlich „MfG“ bei dem Heino mit todernsten Ton die Abkürzungen so zum besten gibt das man einfach nur lachen muß. Das sollte man wirklich mal gehört haben.

Mit „Haus am See“, „Ein Kompliment“ oder „Gewinner“ kann man sowieso nix falsch machen – auch diese Songs interpretiert Heino souverän und ohne Tadel, seine Version von „Gewinner“ gefällt mir persönlich sogar noch besser als im Original von Clueso. Doch leider gibt es auf diesen Album einige Songs von denen Heino besser die Finger gelassen hätte – nicht das er diese falsch singt sondern schlichtweg weil sie nicht zu ihm passen. Da wäre „Liebes Lied“ bei dem man einfach diese Knödelstimme von Jan Delay vermisst, zudem merkt man jetzt das eben jene Knödelstimme so manche Stolperfalle im Text übertünchen konnte während Heino alles korrekt ausspricht. Ebenfalls unpassend ist „Augen auf“ was aber eher am braven Musikalischen Umfeld liegt (dazu gleich mehr) oder „Kling Klang“ bei dem der Text einfach nicht zu einem Mann mit 74 Jahren passt.

Heinos Interpretationen entlarven auch, das „Leuchtturm“ von Nena, „Vogel der Nacht“ von Stephan Remmler oder sogar „Willenlos“ von Westernhagen schlichtweg brave Deutsche Schlager sind. Besonders schlimm ist „Vogel der Nacht“ geworden – warum sich Heino ausgerechnet diesen wohl schlechtesten Remmler Song ever ausgewählt hat bleibt ein Rätsel. Nun ja - er kann diesen Song wenigstens in einer Volksmusiksendung singen ohne das dies weiter auffällt.
 
Musikalisch und Produktionstechnisch ist das ganze eine ganz normale Schlagerproduktion – das Musikalische Umfeld ist etwas dünn, das Schlagzeug kam wohl aus dem Rechner (in den Credits wird auf jeden Fall kein Schlagzeuger aufgeführt) und die beiden Bläser hat man dann über mehrere Spuren gelegt damit es etwas voller klingt. Die Keyboardmelodien klingen  streckenweise arg billig und nach Kaufhausberieselung – dafür steht Heinos tiefe Baritonstimme im Mittelpunkt die komplett über der Musik steht. Kleine Seitenhiebe sind leider eher selten – witzig der „Fanta Fanta – weil’s Spaß macht und schmeckt“ Schlachtruf am Ende von „MfG“.

Somit steht diesem Album einer etwas mutlose Produktion im Wege. Trotzdem – Heino hat zwei Eigenschaften die vielen anderen Musikern fehlen: Humor und Eier ! Den Mut so was durchzuziehen muß man erst einmal haben und das Ergebnis ist unterm Strich ein fröhlich lustiges Werk bei dem man einfach Gute Laune bekommt. Nur schade das einige Gurken dabei sind die man als Hörer schlucken muß. Der Witz funktioniert bei einigen Stücken nicht wirklich und so wird das Endergebnis etwas getrübt. Dennoch: Wer Humor hat und mal seine Freunde ärgern will der macht trotzdem damit nix falsch. Ich jedenfalls habe meinen Spaß und hoffe das da noch mal was nachkommt, ich wüsste da so einige Songs die er da noch covern könnte.....
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