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Autor Thema: Jethro Tull - Thick as a Brick (40th Anniversary Edition)  (Gelesen 4126 mal)
0 Mitgliedern und 1 Gast betrachten dieses Thema.
gelini71
Syncro Schauer
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Keine Angst - ich bin es nur


« am: 05. November 2012 um 16:11 »


Chrysalis 1972/2012

Offizielle Jethro Tull Webseite

• Ian Anderson – Gesang, Querflöte, Akustische Gitarre, Violine, Trompete, Saxophone
• Martin Barre – Gitarre
• John Evan – Piano, Orgel
• Jeffrey Hammond – Hammond Orgel
• Barriemore Barlow – Schlagzeug

Produziert von Ian Anderson
Orchester Arrangement: David Palmer 

Neues 2012 Master sowie Remix: Steven Wilson

Tracklist
01. Thick as a Brick Part 1 – 22:43 
02. Thick as a Brick Part 2 – 20:54 
 
 
10 Narrenkappen

Der Klassiker von 1972 endlich sowohl in Akustischer als auch Optisch bester Form

Großbritanien 1972 - Der achtjährige Gerald Bostock gewinnt mit seinem Gedicht „Thick as a Brick“ (Wörtlich übersetzt: „Dumm wie ein Stein“ – die Deutsche Entsprechung ist „Dumm wie Bohnenstroh“) einen Lokalen Lyrikwettbewerb & wird in der Presse als neues Literarisches Talent gefeiert. Doch kurz nach der Bekanntgabe wird ihm der Preis wieder entzogen, weil manche in dem Gedicht Gotteslästerliche Gedanken gefunden haben (wollen). Bostock wendet sich per Brief an Jethro Tull Chef Ian Anderson mit der Bitte sein Gedicht als Songtext für das nächste Jethro Tull Album zu verwenden. Anderson macht dieses Gedicht  zum gesamten Hauptthema seines neuen Album & verpackt dieses sogar in einen Nachdruck des „St. Cleve Chronicle“ damit die Welt von diesem Skandal erfährt.   

Eine nette Geschichte – nur leider komplett erfunden. 1972 gab es noch kein Internet & so musste man als Musiker sich schon was einfallen lassen um Aufmerksamkeit zu erregen. Und so erfand Ian Anderson eben diese Geschichte um Gerald Bostock & um diese richtig Realistisch erscheinen zu lassen erfand er nicht nur eine gesamte Zeitung, er führte Bostock sogar als alleiniger Texter des Albums „Thick as a Brick“ auf. Erst Jahre später kam raus das Gerald Bostock ein eingetragenes Pseudonym von Anderson ist. Der Jethro Tull Chef hatte die Öffentlichkeit gekonnt an der Nase rumgeführt.

Neben der Musik war der Dreh- & Angelpunkt eben besagte Zeitung, ein Optisches Highlight zu einer Zeit wo man als Musiker in Sachen Covergestaltung komplett freie Hand hatte & es immer wieder neue Highlights & Ideen gab. Verpackt war das ganze eben wie schon erwähnt in einer normalen Zeitung, das Papier war genauso dünn (und somit entsprechend empfindlich), leicht Gelblich im Farbton & alles im schönen Schwarz-Weiß Druck. Die gesamte Zeitung war von vorne bis hinten erfunden, sämtliche Berichte, Fotos, ja sogar die Werbung oder die Kleinanzeigen waren einzig ein Produkt der Phantasie. Wer genauer hinsah konnte allerdings entdecken das an der ganzen Sache etwas nicht stimmte – denn typisch Britischer Humor durchzog sich komplett durch diese Zeitung, vieles entdeckte man aber erst beim genaueren Hinsehen.

Im CD Zeitalter ging dieser Optische Gag dann komplett flöten – ein kleines CD Booklet im Plastik Case kann eine großformatige Zeitung nicht ersetzen. Doch pünktlich zum 40. Jubiläum gibt es eine Neuauflage des Albums, verpackt in einer Taschebuch ähnlichen Verpackung & einem Nachdruck der kompletten Nonsens Zeitung (allerdings auf das Format angepasst, weswegen die Neuauflage mehr Seiten hat als das Original).

Doch nicht nur Optisch ist das ganze der Neuzeit angepasst worden, es wurde natürlich auch ein Remastering durchgeführt. Dieses machte nicht irgendwer – Porcupine Tree Frontmann Steven Wilson hat den Job erledigt. Dabei machte er nicht nur ein einfaches Mastering wo mal etwas an der Lautstärke gedreht wird, ein paar Filter eingeschaltet werden um Rauschen zu vermindern (und damit die Dynamik zu killen) oder Loudness mehr reingebracht wird um die Musik lauter & voller klingen zu lassen - Nein, er fertigte sogar einen komplett neuen Remix des Albums an.

Wem bei dem Wort „Remix“ nun der Angstschweiß ausbricht den kann ich beruhigen – Wilson hat weder ein neues Instrument eingespielt oder gar einen Dancebeat unterlegt. Er hat lediglich die einzelnen Tonspuren in ein neues Verhältnis gebracht, also das gesamte Album neu abgemischt. Das Ergebnis ist verblüffend – noch nie klang „Thick as a Brick“ so gut. Ian Andersons Stimme wurde mehr nach vorne geholt, das Schlagzeug was im Original etwas matschig klang wird ebenfalls aus dem Gesamtklang isoliert, die Hammond Orgel die im Original ziemlich penetrant nach vorne gemischt war wird nun besser ins Gesamtbild integriert & auch das Orchester am Ende von Teil zwei ist ebenfalls nicht mehr so nach vorne gemischt, aber dafür hört man nun im Teil 1 auf einmal ein Piano im Hintergrund welches vorher im Mix vergraben war. Kurzum – das Album klingt jetzt einfach in sich geschlossener, aufgeräumter, moderner . Zudem wirkt es durch diese Behandlung auch frisch & keinesfalls angestaubt. Man könnte fast meinen eine aktuelle Aufnahme zu hören & nicht ein Album was mal eben 40 Jahre auf dem Buckel hat.

Musikalisch ist „Thick as a Brick“ klassischer Prog-Rock der Früh 70iger – eine lange, epische Komposition mit vielen Tempowechseln & vielen kleinen Stolpersteinen im  Arrangement. Im Gegensatz zu vielen vergleichbaren Longtracks aus dem gleichen Zeitraum ist „Thick as aBrick“ nicht aus verschiedenen Songs zusammengebastelt worden sondern in einem durchkomponiert – die beiden Teile sind tatsächlich zwei Überlange Songs. Auffällig auch der Verzicht auf Überlange Solos, die Band agiert hier als Ganzes. Musikalisch klingt das ganze ein klein wenig wie die frühen Genesis, durch die Querflöte von Ian Anderson kommt aber noch ein kleiner Folk Touch mit rein. Ist Teil 1 noch recht „Maintreamig“ wird es im Teil 2 etwas düsterer & Rhythmisch vertrackter. Trotz eines recht Kopflastigen Konzepts (wobei man sagen muß das Ian Anderson kein Freund von Konzeptalben ist) klingt die Musik unglaublich leicht, beschwingt fröhlich (besonders in den ersten Minuten) & die Komposition hat trotz (oder gerade) wegen ihrer Überlänge Ohrwurmcharakter.
Durch seine unordodoxe Lauflänge wurde „Thick as a Brick“ aber in der Öffentlichen Wahrnehmung nie so bekannt oder gar ein Klassiker wie z.B. „Locomotive Breath“ etwas später, weswegen die breite Mehrheit den Song (bzw Album) nicht kennt – obwohl es witzigerweise sogar einen kurzen rund dreieinhalb-Minütigen Single Edit von dem Stück gibt.

Wie es sich für eine Neuauflage gehört gibt es noch einiges an Bonus – zwar keine Outtakes aber dafür ist eine DVD mit dabei. Denn Steven Wilson hat auch eine 5.1 Abmischung gemacht, die sowohl analog als auch in dts vorliegt. Nun bin ich persönlich nicht gerade ein Freunde von solchen nachträglich angefertigten Abmischungen, wie bei Filmen bin ich bei Musik für das Original Tonformat & Stereo soll nun einmal Stereo bleiben. Wilson verzichtet dann auch auf eine Effektorgie, er mischte das Album lediglich räumlich ab. Andersons Stimme ist schön im Center, die Querflöte in den Rears. Das ganze klingt noch gar nicht mal so übel.

Des weiteren befindet sich der neue Stereo Remix auf der DVD sowie zum Vergleich das alte Stereo Master, bei dem man sehr schnell bemerkt wie dumpf das Original klang & wie gut das Ergebnis nach der Neubehandlung geworden ist. Während die Musik läuft gibt es eine kleine Slideshow durch das Zeitungscover. Als Akustischer Gag gibt es noch den Original Radiowerbespot zum Album in Form einer Nachrichtensendung – und beweist mit seiner Lauflänge von 63 Sekunden das Werbung im Jahre 1972 wohl recht günstig war.     

Auch für das Buch hat man tief im Archiv gestöbert – jede Menge Fotos aus dem Archiv von Didi Zill (Fotograf bei der Bravo) & Robert Elis, neue Liner Notes, jede Menge Interviews mit Ian Anderson & einigen Weggefährten zu jener Zeit, Bilder von alternativen Plattencovern, den Kartons wo sich die Original Masterbänder drin befanden oder die schriftlichen Anweisungen an die Konzertveranstalter sowie eine Deutsche Übersetzung des gesamten Songtexts (bzw Gedichts, je nach Sichtweise). Witzig auch der kleine Cartoon am Ende des Buchs von Nick Beggs, der Steven Wilson bei der Arbeit im Studio zeigt.

Dieses dicke Packet ist für mich schon so was wie die neue Referenz für Wiederveröffentlichungen von klassischen Alben. Hier stimmt einfach alles – die Optische Aufmachung ist erstklassisch & Informativ, der Klang des Remastering ist Weltklasse. Das Album klang nie besser & sah in CD Form auch nie besser aus. Für den günstigen Preis (so um die 24 Euro) ein absoluter must-have Kauf.
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gelini71
Syncro Schauer
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Keine Angst - ich bin es nur


« Antwort #1 am: 20. November 2012 um 16:28 »

 Geschockt Gar nicht bemerkt - mein (alter) DVD PLayer hat entweder eine gute Fehlerkorrektur oder es ist nicht jedes Exemplar betroffen

Zitat
Guten Tag,

Amazon.de hat eine wichtige Information zu Ihrer aktuellen Bestellung.

Ihre Bestellung enthält den Artikel 'Thick As A Brick (40th Anniversary Special Limited Edition)'.

Wir wurden vom Hersteller darüber informiert, dass die DVD Unregelmäßigkeiten in der Tonspur, insbesondere innerhalb der ersten vier Minuten der Laufzeit, aufweisen kann. Auf der Seite der Band finden Sie nähere Informationen über den Fehler (auf Englisch):

http://www.j-tull.com

Falls Ihr Exemplar ebenfalls von diesem Fehler betroffen ist, bietet Ihnen der deutsche Vertrieb des Titels an, Ihnen kostenlos eine einzelne Ersatz-Disc zuzuschicken.

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