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Autor Thema: 30 Days of Night: Dust to Dust  (Gelesen 3032 mal)
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« am: 02. Juni 2010 um 18:57 »



Entstehungsdaten:
USA 2008

Regie:
Ben Ketai

Darsteller:
Christopher Stapleton
Mimi Michaels
Andrew Laurich
Shawnee Smith
Ken Foree
Ted Raimi


Ein gutes dreiviertel Jahr nach dem beachtlichen Erfolg der primär fürs Internet produzierten Mini-Serie „Blood Trails“, ihres Zeichens ja eine Art Prequel des „30 Days of Night“-Kinofilms (in dessen Gestalt Regisseur David Slade 2007 den gleichnamigen Comic von Steve Niles und Ben Templesmith für die große Leinwand adaptierte), veröffentlichten „Ghost House Pictures“ und „FEARnet.com“ Mitte 2008 das hier nun vorliegende Nachfolge-Projekt „Dust to Dust“ – ein aus insgesamt sechs „Webisodes“ bestehendes Sequel, welches den in New Orleans angesiedelten Plot-Strang seines (Online-) Vorgängers weiterführt sowie zeitlich drei Wochen nach dem grausamen Überfall der Vampire auf das kleine (nördlich des Polarkreises gelegene) Städtchen Barrow einsetzt, bei dem im Grunde genommen ja der gesamte Ort (sowohl von den Einwohnern als auch Gebäuden her) ausgelöscht wurde…

Seiner Verhaftung anschließend, ist es George Fowler (Andrew Laurich) weder gelungen, die zuständigen Behörden davon zu überzeugen, dass Vampire tatsächlich existieren, noch dass er keineswegs ein geistesverwirrter Killer ist, der gleich mehrere Personen (unter ihnen seine Freundin Jenny) auf bestialische Weise ermordet hat – ganz zu schweigen von seiner vorgebrachten Geschichte in ihrer Gesamtheit, nämlich dass stattdessen eben jene „Geschöpfe der Nacht“ die betreffenden Menschen (vor Ort in Louisiana wie auch in Alaska) getötet hätten. Nicht nur da es sich bei ihm um einen der wenigen handelt, denen die Wahrheit über diese Vorfälle bekannt ist, sondern er überdies einen Ziffern-Code auf der Brust tätowiert trägt, mit dessen Hilfe man an Aufzeichnungen gelangen kann, die beweisen würden, dass keineswegs ein „tragischer Unfall“ für das Inferno in Barrow verantwortlich war, ist sich George völlig im Klaren darüber, dass sein Leben weiterhin in akuter Gefahr schwebt...

Entsprechend bestürzt reagiert er auf die Info eines Aufsehers (Ted Raimi), dass er in ein anderes Gefängnis (mit höherer Sicherheitsstufe) verlegt werden soll – weshalb man vorsichtshalber gleich von vornherein die Krankenschwester Sara (Mimi Michaels) hinzuzieht, um ihn ggf. ruhig zu stellen, sollte seine Gegenwehr während des Transports Überhand nehmen. Letztlich kommen sie jedoch nicht einmal über den Hof des Gebäudes bis hin zum bereitstehenden Fahrzeug, bevor ein Vampir die kleine Gruppe angreift: Im Zuge dessen werden die Wachen von der Kreatur getötet und bekommt Sara ihre Kehle aufgerissen – ohne aber an der Verletzung zu sterben. In dem ganzen Tumult glückt es George derweil, sich zu befreien, eine Waffe zu greifen und seinen Widersacher (durch einen Schuss ins Bein) zumindest einen kurzen Moment lang aufzuhalten – in welchem ihm dann die Flucht gelingt, ebenso wie Sara, die panisch hinein in die dunklen Seitenstraßen der Stadt rennt, wo sie schon unmittelbar darauf (mit Entsetzen) bestimmte Veränderungen an ihrem Körper sowie innerhalb ihrer Wahrnehmung feststellen muss...

Als Sara´s Bruder Nick (Christopher Stapleton), seines Zeichens ein zerrütteter Cop, der aus persönlichen Belangen gerade dabei ist, den Dienst zu quittieren, am Tatort eintrifft, brieft ihn seine ehemalige Partnerin Gina (Shawnee Smith) erst einmal über die Situation – legt ihm zugleich aber auch nahe, sich keinesfalls in die Untersuchungen einzumischen. Natürlich kann ihn das jedoch nicht davon abhalten, trotzdem auf eigene Faust nach seiner Schwester und dem Flüchtigen zu suchen: Dank guter Kontakte vermag er George sogar wenig später bei einem ehemaligen Weggefährten (Ken Foree) zu stellen – allerdings ist auch der untote Jäger der Fährte seiner anvisierten Beute nachgegangen, und so kommt es zu einer weiteren erbitterten Auseinandersetzung, aus der sich die zwei Männer nur mit vereinten Kräften freikämpfen können. Unabhängig des Erlebten bleibt Nick dennoch (vorläufig) weiterhin skeptisch im Hinblick auf George´s Behauptungen: Erst recht nicht will er hören bzw. wahrhaben, dass Sara nicht mehr zu retten sei, da sich jene binnen der nächsten Stunden (unabwendbar und vollständig) in einen Vampir verwandeln würde – dass dies jedoch die tragische Wahrheit markiert, muss er im Folgenden dann allerdings „auf die harte Tour“ erfahren...

„Dust to Dust“ schließt ziemlich direkt an das Ende von „Blood Trails“ an – nutzt die Figur des George Fowler im Prinzip aber nur als Anknüpfpunkt und Katalysator einer neuen Story-Line, in deren Rahmen er dieses Mal weit minder prominent im Zentrum der sich entfaltenden Geschehnisse steht und welche spezielle inhaltliche Elemente der ersten Serie (wie die durchaus wohl noch bestehende „Vampirjäger-Bewegung“) überhaupt nicht mehr richtig aufgreift. Zwar bemüht sich George weiterhin redlich, die betreffenden Beweise an die Öffentlichkeit zu kehren, ebenso wie (im Einklang mit eben dieser Bestrebung) darum, seinen Namen von den ihm zur Last gelegten Vorwürfen reinzuwaschen – doch wird er „inhaltlich“ von den beiden Geschwistern klar überschattet. Während sie verfolgt werden und möglichst rasch Sara aufzuspüren versuchen, muss er Nick, der sich ja bereits am Anfang in einer emotional angespannten Lage befand, sowohl von seiner Unschuld als auch der Existenz jener generell als „Fabelwesen“ angesehenen Geschöpfe überzeugen – was aufgrund der schon bald zusammen durchgestandenen Ereignisse jedoch binnen kurzem in einer Art Schulterschluss resultiert, da sie sich mit einem gemeinsamen Feind konfrontiert sehen. Darüber hinaus verkompliziert die berufliche wie private Verbindung Nicks zu Gina die gesamte Angelegenheit ein zusätzliches Stück weiter – zumindest bis sich die resolute Polizistin mit einigen garstigen Tatsachen konfrontiert sieht, welche ihr unweigerlich „die Augen öffnen“...

Von den einzelnen Handlungs-Elementen her gefielen mir die mit Sara in Zusammenhang stehenden am besten. Da der Vampir sie nicht direkt gebissen, sondern „nur“ verwundet hat, vollzieht sich ihre Verwandlung entsprechend weniger rasch, also über eine Zeitspanne von mehreren Stunden hinweg: Angefangen bei ihren sich verändernden Zähnen, welche eine größere, markantere Form annehmen, über Schmerzen und ungewohnte Empfindungen, die sie lange Zeit nicht genau einzuordnen weiß, bis hin zu ihrem intuitiven Verlangen nach Blut – unabhängig all ihrer Bemühungen, dagegen anzukämpfen, nimmt der Prozess unaufhaltsam seinen Lauf, und je weiter dieser voranschreitet, desto mehr entgleitet ihr die verbliebene Kontrolle über ihre beabsichtigten Handlungen. Zuerst greift sie einen Mann in einer Gasse an, der aber noch mit dem Schrecken davonkommt, später wird sie von einer jungen Dame mit in dessen Wohnung genommen, da diese glaubt, Sara wäre Opfer eines Verbrechens geworden – bloß ist es jener in dieser Phase des Geschehens schon kaum mehr möglich, sich dem immer intensiver werdenden „Hungergefühl“ weiter zu widersetzen, worauf sie zuerst den kleinen Hund der Frau „reißt“ sowie im direkten Anschluss ihren ersten Menschen tötet, um sich an ihm zu nähren. Sie will das nicht, verabscheut sich selbst für das Getane – aber es liegt jetzt nunmal in ihrer Natur, und zunehmend wird ihr die Unveränderbarkeit ihres Schicksals (einschließlich aller grausamen Ausprägungen) bewusst...

Aufgrund des straffen Zeitplans (alle sechs Folgen wurden in nur fünf Drehtagen umgesetzt) musste sich Regisseur Ben Ketai, der zuvor übrigens „Blood Trails“ verfasst sowie die beiden Horror-Kurzfilme „Suck“ (2007) und „Megan“ (2008) in Szene gesetzt hatte, gewissenhaft auf seine Cast&Crew verlassen können. Schauspielerisch ist auf jeden Fall eine merkliche Steigerung gegenüber der Vorgänger-Serie zu verzeichnen: Während Andrew Laurich („the Ugly One“) und Christopher Stapleton („Kemper“) jeweils passabel agieren, war ich mit der Leistung Mimi Michaels´ („Boogeyman 3“) indessen umfassend zufrieden, da sie die „Wandlung“ Saras (mitsamt der zugehörigen Emotionen) rundum glaubwürdig transportiert. Für Nebenrollen konnten dieses Mal sogar drei (vorrangig in Genre-Kreisen) vertraute Gesichter gewonnen werden – nämlich Shawnee Smith, welche ja primär durch die „Saw“-Franchise Bekanntheit erlangte und von Steve Niles höchstpersönlich „rekrutiert“ wurde, Ken Foree, einer der Leads aus Romero´s „Dawn of the Dead“, sowie Ted Raimi (TV´s „SeaQuest DSV“), Bruder des „Ghost House Pictures“-Mitbegründers Sam, der sich inzwischen aber auch selbst (dank diverser Cameos und Projekte) über die Jahre hinweg eine eigene Fan-Basis aufzubauen vermochte...

Auf handwerklicher Ebene hat Ketai anständige Arbeit abgeliefert – was sicher mit ein Grund dafür war, dass man ihm im Folgenden die Regie des 2010er „30 Days of Night“-Spielfilm-Sequels „Dark Days“ anvertraut hat. Da ohnehin auf aufwändigere Set-Pieces verzichtet wurde, fallen vorhandene Budget-Einschränkungen nicht weiter ins Gewicht – u.a. dank des Geschicks und der vorgebrachten Kreativität der Beteiligten erweckt das Gebotene nie eine irgendwie „suboptimal kostengünstige“ Impression. Der Look der Vampire entspricht dem generellen Stil der gesamten Franchise – also blutrünstige Kreaturen, die frei jeglicher „romantischer Ausstrahlung“ daherkommen sowie sich kontinuierlich auf der Jagd nach ihrer Beute befinden – und ihre kompromisslos durchgeführten Angriffe wurden erneut reich an „roher Energie“ arrangiert. Auf CGIs hat man (mit hervorstechender Ausnahme eines fiesen, qualitativ aber gar nicht mal schlecht aussehenden Head-Shots) fast völlig verzichtet, die traditionellen Gore-Zusätze und Latex-Kreationen sind nicht zu verachten – und die Verwandlung Saras wurde in Form einer stimmigen Kombination klassischer Make-up-Kunst mit „akzentuierenden“ Sound-Effekten und Kamera-Einstellungen prima veranschaulicht. Das Gewalt-Level ist dieses Mal etwas geringer ausgefallen bzw. einzustufen – was allerdings beileibe nicht heißen soll, es wären keinerlei Härten mehr vorhanden, sondern einfach, dass man die Momente jener Art „effizienter“ in den Verlauf mit eingebunden hat. Die Atmosphäre ist düster und der Score Andreas Boultons („B.T.K.“) geht in Ordnung, wie auch der Eindruck der von Cinematographer Eric Maddison („Exit“) eingefangenen Images – wobei die „Shaky Cam“ hier erfreulicherweise erst im Zuge des Showdowns „vordergründiger“ zum Einsatz kommt...

Fazit:  Alles in allem handelt es sich bei „30 Days of Night: Dust to Dust“ um eine brauchbare Mini-Serie im „Webisode“-Format, die in sechs straff gehaltenen Episoden (mit einer Netto-Komplettlaufzeit von unter 30 Minuten) eine kurzweilige Geschichte erzählt, welche Drehbuchautor Ed Fowler (den Rahmenbedingungen entsprechend) durchaus inspiriert konzipiert hat. Zügigen Tempos wechseln sich Action-reichere Augenblicke mit ruhigeren (nichtsdestotrotz aber dramatischen) ab – und im Gegensatz zu „Blood Trails“, dessen Story im Übrigen recht solide weitergeführt wird, mutet das Gesamtbild dieses Mal auch ein merkliches Stück weit „runder“ und unterhaltsamer an. Eine gewisse Oberflächlich lässt sich zwar nicht verleugnen, und „bestimmte Vergleiche“ sollte man lieber in keiner Weise heraufbeschwören – doch als „kleiner Appetithappen für Zwischendurch“ funktioniert die Reihe an sich eigentlich relativ gut...

knappe
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dÆmonicus
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Dragon


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« Antwort #1 am: 07. Juni 2010 um 23:30 »

Zwar klingt dein Review recht positiv, aber ich werde die Minis wohl doch auslassen.  Zwinkern
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