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Autor Thema: the Twilight Saga: New Moon  (Gelesen 3273 mal)
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« am: 13. Dezember 2009 um 20:20 »



Entstehungsdaten:
USA 2009

Regie:
Chris Weitz

Darsteller:
Kristen Stewart, Taylor Lautner, Robert Pattinson, Billy Burke, Ashley Greene, Michael Sheen, Dakota Fanning, Rachelle Lefevre, Peter Facinelli, Jackson Rathbone, Elizabeth Reaser, Anna Kendrick, Michael Welch, Kellan Lutz, Nikki Reed, Graham Greene, Edi Gathegi, Tinsel Korey, Cameron Bright, Noot Seear, ...

Trailer


„the Twilight Saga: New Moon“ (2009) ist die Verfilmung des zweiten Romans aus Stephenie Meyer´s (mit mehr als 40 Millionen verkauften Exemplaren) ungemein erfolgreichen Jugendbuch-Reihe: Im September 2006 erschienen, vermochte sich das (literarische) Werk über 47 Wochen lang auf der „New York Times“-Bestseller-Liste zu halten und wurde hierzulande unter dem Titel „Bis(s) zur Mittagsstunde“ veröffentlicht, worauf die US-Independent-Schmiede „Summit Entertainment“ – ebenso beruhigt wie beflügelt von den überaus lukrativen Zuschauerzahlen des 2008er Vorgänger-Films – schließlich rund 50 Millionen Dollar in die Realisierung der hier nun vorliegenden sowie von unzähligen Fans der Franchise im Vorfeld sehnsüchtig erwarteten Kino-Adaption investierte. Im Grunde genommen mit der gesamten (inzwischen vertraut gewordenen) Besetzung wiederum mit von der Partie, zusätzlich ergänzt um einige interessante Erweiterungen des Figuren- Schrägstrich Cast-Ensembles, sowie ein erneutes Mal auf einem Skript Melissa Rosenbergs basierend, ging das Projekt relativ zügig (ein knappes Jahr vor seiner letztendlichen Premiere) in Produktion – dieses Mal allerdings unter der Regie des „Cambridge Trinity College“-Absolventen Chris Weitz, welcher (unter nie umfassend zufriedenstellend kommunizierten Umständen) die Nachfolge Catherine Hardwickes übernahm sowie zuvor die beiden Bestseller „About a Boy“ (2002) und „the Golden Compass“ (2007) für die große Leinwand in Szene gesetzt hatte…

Unabhängig aller auf sie einwirkenden (belastenden und unweigerlich diverse Gefahren mit sich bringenden) Umstände, welche in erster Linie aus seiner „Natur“ als Vampir resultieren, sind Bella Swan (Kristen Stewart) und Edward Cullen (Robert Pattinson) am Anfang dieser Geschichte noch immer zwei einander wahnsinnig liebende „Star-Crossed-Lovers“. Nicht nur in Anbetracht ihrer bevorstehenden Volljährigkeit macht sie sich jedoch zunehmend Gedanken über die „generelle Vergänglichkeit der Menschen“ – schließlich könnte er im Prinzip „endlos“ leben (er ist jetzt schon über 100) und würde dabei obendrein permanent den Körper eines Siebzehnjährigen beibehalten, während sie indessen mit jeder Sekunde kontinuierlich altert. Auf solchen Ängsten basierend, zum Beispiel wie genau sich das wohl mit der Zeit auf ihre Beziehung auswirken wird (mal ganz abgesehen von ihrem Traum, ewig mit ihm zusammenbleiben zu wollen), hegt sie nun den innigen Wunsch, von ihm ebenfalls in einen Vampir verwandelt zu werden – etwas, das er allerdings strikt ablehnt, da ihm die Schattenseiten seiner Existenzform durchaus gewahr sind…

Auf der Feier zu Ehren ihres 18. Geburtstags (im Hause der Cullens) geschieht es dann jedoch, dass sie sich beim Öffnen eines Geschenks am umhüllenden Papier schneidet – und diese kleine (so entstandene) Wunde reicht bereits aus, um den „Beute-Instinkt“ der Anwesenden abrupt anzuregen, worauf Jasper (Jackson Rathbone), der für diesen „Reiz“ Empfindlichste aus ihren Reihen, nur mit beträchtlicher Mühe davon abgehalten werden kann, über sie herzufallen. Obgleich Bella den Vorfall sofort als Argument im Sinne ihres Begehrens verwendet, sieht Edward das weiterhin aus seiner abweichenden (grundlegenden) Position heraus und fasst daher kurzerhand den (schmerzhaften, wohl aber notwendigen) Entschluss, sich vollständig aus ihrem Leben zurückzuziehen, um sie auf diesem Wege vor größerem Schaden zu bewahren – und so verlassen er und seine Familie wenig später das kleine (in Washington gelegene) Städtchen Forks, um zugleich auch jenem Tag zuvorzukommen, an dem jemand ihr „ausbleibendes Altern“ mal aktiv zu hinterfragen beginnt…

Augenblicklich stürzt Bella diese Entscheidung (seelisch) in ein tiefes, depressives Loch, aus dem sie weder ihre Freunde (u.a. Anna Kendrick) noch ihr fürsorglicher Dad (Billy Burke) mehrere Monate lang herausholen können. Ihr Verhalten geht sogar so weit, dass sie sich bewusst in Gefahrensituationen bringt, da Edward ihr in solchen (quasi als sie vor Unheil bewahrende „Stimme der Vernunft“) erscheint – offenbar die einzige Möglichkeit, ihm irgendwie nahe zu sein. Erst die Freundschaft mit Jacob (Taylor Lautner), einem Bekannten aus Kindertagen, der einem in der Region ansässigen Stamm Amerikanischer Ureinwohner angehört, verleiht ihr erneut einen gewissen Halt – doch auch diese Verbindung fördert schon bald verschiedene Probleme zutage, denn zum einen hat sich Jacob längst unsterblich in sie verliebt, während ihr Herz aber noch immer für Edward schlägt, zum anderen trägt er ebenso ein „dunkles Geheimnis“ in sich, da es sich bei ihm und einigen seiner Stammesbrüder in Wahrheit um Werwölfe handelt, die seit jeher mit den Vampiren verfeindet sind…

Wie Jacob ihr (eines Tages) berichtet, haben sich seine Vorfahren dem Schutz der Menschen verschrieben – eine seit Generationen gepflegte Aufgabe und Tradition, welche zugleich auch das Fundament des mit den Cullens vereinbarten „Waffenstillstands“ markiert. Im Zuge seiner Ausführungen informiert er sie des Weiteren darüber, dass sich gegenwärtig zwei gefährliche Blutsauger in der Gegend aufhalten würden, welche sich (im Gegensatz zu der genannten Familie) auf „klassische Weise“ ernähren und entsprechend für so manch einen Mord in jüngster Zeit verantwortlich seien: Laurent (Edi Gathegi) und Victoria (Rachelle Lefevre). Da letztere unerbittliche Rache für den „Tod“ ihres Partners geschworen hat, an dem Edward und sie ja damals mit beteiligt waren, realisiert Bella sofort, dass sie in akuter Gefahr schwebt – bloß hindert sie ihre aufgewühlte Gefühlswelt an einer optimalen Reaktion darauf. Stattdessen bemüht sie sich, ihre Emotionen irgendwie wieder zu ordnen, wobei sie und Jacob sich allmählich näher zu kommen anfangen – bis sie ausgerechnet dann die Nachricht erhält, dass Edward (durch eine Verkettung unglücklicher Umstände) dem Irrglauben verfallen sei, sie wäre ums Leben gekommen, weshalb er nun selbst darauf aus ist, seine Existenz zu beenden, was nur durch die (in Italien residierende) „Vampir-Obrigkeit“ gewährt und ausgeführt werden kann. Ein Wettlauf gegen die Zeit entbrennt, der schon bald wesentlich weitere Kreise zieht und sich fortan (in einem nicht unerheblichen Maße) auf die Zukunft aller Involvierten auswirken soll…

Stephenie Meyer ist es mit ihrer „Twilight Saga“ gelungen, sowohl den Zeitgeist als auch den Nerv einer sich genau nach Eskapismus dieser Art sehnenden (vornehmlich aus weiblichen Teenagern bestehenden) Zielgruppe zu treffen – und egal wie man nun selbst zu dem betreffenden Ausgangsmaterial, seiner inhaltlichen wie qualitativen Beschaffenheit sowie dem unweigerlich mit der Franchise verbundenen Fan- und Medien-Hype stehen mag, gebührt diesem ganzen Phänomen der heutigen Pop-Kultur (aus diversen Gründen) unzweifelhaft eine (faire) Menge Anerkennung und Respekt. In meiner Besprechung des ersten Teils verglich ich das Anlaufen jenes Films in den amerikanischen Lichtspielhäusern mit einem „Tsunami“, dessen Kraft durch die Erwartungen des Publikums im Vorfeld extrem aufgestaut bzw. gebündelt worden war: Allein in den USA wurden am Startwochenende knapp 70 Millionen Dollar in die Kino-Kassen gespült – weltweit spielte der Streifen insgesamt rund 385 Millionen ein. Und nun mal zum Vergleich: Für das Erreichen letzterer Summe benötigte „New Moon“ nach seinem Anlaufen keine zwei Wochen – inklusive des Übertreffens aller als „realistisch“ angesehenen Prognosen sowie des Aufstellens einiger Box-Office-Rekorde entlang des Weges! Tatsachen, vor denen ich meinen (imaginären) Hut ziehe. Es ist klar, dass Streifen wie diese (siehe z.B. auch „Transformers“ oder „High School Musical“) nicht für die Kritiker, sondern primär für die Fans gemacht werden: Sie sind nicht darauf aus, Preise zu gewinnen (außer vielleicht jene, welche die Zuschauer selbst vergeben, wie etwa die „MTV Movie Awards“), und gelten demgemäß als „Critic-Proof“ (sprich: negative Reviews üben nahezu keinerlei Einfluss auf die Ticket-Verkaufszahlen aus). Vor eben diesem Hintergrund, ebenso wie den beiden Gegebenheiten, dass ich (männlich, über 30 etc.) definitiv nicht der Zielgruppe angehöre sowie die Adaption des Vorgänger-Buches eher mäßig fand, war es mir nun also einigermaßen problemlos möglich, mich diesem Sequel hier relativ neutral anzunähern und mich dabei strikt auf das vorliegende Werk an sich zu konzentrieren…

Von der allerersten Szene an, in welcher Bella in einem Traum auf sich selbst im Herbst ihres Lebens trifft, während Edward noch immer den Körper eines Siebzehnjährigen vorweisen kann, er ihr aber dennoch treu zur Seite steht, ist man sich Meyer´s Handschrift (erneut) auf Anhieb bewusst – nämlich zeitlose Themen (wie die Angst vorm Erwachsenwerden oder dem Verlust jugendlicher Schönheit, gepaart mit dem Hinweis, dass die inneren Werte viel wichtiger seien) in einer modernen und weitestgehend überstilisierten Form (im Gewand einer mit Fantasy-Elementen angereicherten Geschichte) zu präsentieren. In Bella´s Alter, innerhalb des ersten Jahres ihrer bislang intensivsten Beziehung, ist sie fest davon überzeugt, ewig mit Edward zusammenbleiben zu wollen – im wahrsten Sinne des Wortes. Aus seiner Erfahrung heraus vertritt er jedoch die Überzeugung, dass die Schattenseiten eines solchen Entschlusses, welchen sie in seiner Gänze aktuell überhaupt noch nicht realistisch zu erfassen vermag, klar überwiegen würden, weshalb er sich dagegen sträubt und sie schließlich sogar verlässt – und zwar zu ihrem eigenen Schutz und Wohl, nicht etwa weil er plötzlich irgendwie weniger für sie empfindet. Dinge wie der Wunsch, möglichst jede Sekunde in der Nähe des Partners sein zu wollen, oder überzogen wirkende emotionale Reaktionen auf bestimmte Einwirkungen, sind untrennbar mit einer jungen Liebe verbunden – und genau das vermittelt der Film (getreu der zuvor beschriebenen Herangehensweise) überaus treffend. Was mir dabei sehr zusagte, war dass im „Moment des Abschieds“ (schön stimmig im Wald angesiedelt, kurz nach dem Vorfall auf der Geburtstagsfeier) nicht offensiv „auf die Tränendrüse gedrückt“ wurde – stattdessen verdeutlicht genau diese Auslegung jener Stelle den „Schock-Zustand“ Bellas nach dem Erfahren seiner Entscheidung meiner Meinung nach perfekt. Erst als ihr alles (etwas später) umfassend bewusst wird, kehrt der Schmerz an die Oberfläche – ihre nächtlichen Schreie sind eindringlich, die Ohnmacht ihres Dads, seiner Tochter beim Lindern ihres Leids nicht behilflich sein zu können, zudem für jeden nachempfindbar…

Rund drei Monate lang zieht sich Bella daraufhin, inspiriert veranschaulicht durch eine nett anzusehende Kamerafahrt, von ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen zurück – gibt sich ihren (sie peinigenden) Emotionen hin. Ihre Gefühlswelt wird dabei u.a. in Gestalt diverser E-Mails nach außen getragen, welche sie (einem Tagebucheintrag gleich) an Edward´s Halbschwester Alice (Ashley Green) schreibt. Der Kummer brennt tief – bloß erreicht man ja irgendwann stets einen Punkt, an dem man versucht, wieder in den Alltag zurückzukehren: In dieser Phase angelangt, beginnt sie erneut den Kontakt zu ihren „alten“ Schulfreunden zu suchen – bis sie eines Abends allerdings (per Zufall) feststellt, dass ihr Edward immer dann erscheint, wenn sie sich in Gefahr begibt. Seine vorgebrachten Warnungen sind ihr egal – fortan geht es ihr nur noch um das Gefühl seiner Nähe, weshalb sie prompt zu einer Art „Adrenalin-Junkie“ avanciert: Klar mutet es eher belustigend an, wenn sie auf einmal mit einem Motorrad durchs Gelände braust, die Gesellschaft zwielichtiger Typen sucht oder gar von einer Klippe hinab in die tosende See springt, doch ist das unterm Strich ja nichts weiter als eine (dem konzeptionellen Rahmen entsprechende) „Übersteigerung“ der allgemeinen Beobachtung, dass Personen in einer vergleichbaren Situation (Stichwort: Verlust der ersten großen Liebe) nur selten rational denken und handeln. Sie kann einfach nicht loslassen. Im Buch dagegen ist es wohl so, dass sie ausschließlich Edward´s Stimme hört – seine visualisierte bzw. gezeigte „geisterhafte Nähe“ muss demnach als ein Zugeständnis ans Publikum gewertet werden, was so aber absolut in Ordnung ist, da es ansonsten wesentlich schwieriger gewesen wäre, ihre „epische Liebesgeschichte“ (in diesem Film hier, unabhängig der Gesamt-Reihe) fortzuführen, wenn einer der beiden für mehr als die Hälfte der Laufzeit überhaupt nicht auftaucht. Trotz allem funktioniert dieses Vorgehen nicht unbedingt optimal: Ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn man (parallel dazu) einige seinen „Alltag“ (u.a. sein Umgehen mit der Situation) aufzeigende Szenen mit eingebaut hätte – denn ohne einer echten Kenntnis des Ausprägungsgrads seiner Leiden wirkt seine Rückkehr ins Hauptgeschehen im finalen Akt (inklusive seines „Todeswunschs“) zu abrupt, schlichtweg weil man nicht „dramatisch genug“ (auf eine sich steigernde Weise) an sie herangeführt wurde…

Beim Verfassen von „New Moon“ diente Meyer Shakespeare´s „Romeo & Juliet“ als eine Quelle der Inspiration – etwas, um das übrigens keinerlei Geheimnis gemacht wird. Alle klassischen Zutaten sind vorhanden: Eine unglückliche Liebe, aus der irgendwann ein (als letzter Ausweg angesehener) Suizid-Gedanke erkeimt, ebenso wie zwei (eigentlich) seit jeher miteinander verfeindete „Familien“ – nämlich die Cullens und der ortsansässige Indianer-Stamm, von denen einige Männer ein Gen in sich tragen, das es ihnen ermöglicht, sich ab einem gewissen Alter in rund zwei Meter große „Wolfs-Kreaturen“ zu verwandeln. Einer dieser ist Jake, den Bella ja schon aus Kindertagen kennt: In seiner Gegenwart löst sie sich zunehmend aus ihrer gewählten Isolation – wobei er sich indessen bemüht, ihr über die Trennung hinwegzuhelfen, sowie er zugleich seine eigene (anfänglich weitestgehend unerwiderten) Gefühle (ihr gegenüber) in den Griff zu bekommen versucht. Er ist nicht so kühl und reserviert wie die Vampire – höchstens wenn er mit seinen „Artgenossen“ unterwegs ist. Er zeigt Bella bestimmte „Alternativen“ auf, welche an sich (speziell nach dem Lüften seines Geheimnisses) gar nicht mal so unterschiedlich anmuten: Auch das „Wolf-Pack“ bildet eine harmonische Einheit verschiedener Personen und nimmt sie in ihrer Mitte auf, als Jacob sich aktiv für sie einsetzt – aber (wie bei den Cullens) markiert ihre „animalische Natur“ gleichermaßen eine Gefahr für Außenstehende (wie sie), u.a. da einer von ihnen selbst mal seine Freundin (Tinsel Korey) im Zuge eines Wutanfalls (ungewollt) im Gesicht durch einen „Prankenhieb“ entstellt hat. Zudem sind sie es, welche die Menschen (bzw. in erster Linie Bella) nun fortan vor Laurent (Edi Gathegi) und Victoria (Rachelle Lefevre) beschützen, denen (seitens des Skripts) jedoch leider bloß eine „Randposition“ eingeräumt wurde – weshalb sie immer nur kurz auftauchen und dann jeweils für ein wenig „Action“ sorgen, ohne weiter gefordert zu werden. Insbesondere im Falle Rachelles („Prom Wars“) empfand ich das als ungeheuer schade, da sie über eine tolle Ausstrahlung verfügt und den Part makellos meistert – weswegen es mich umso gravierender ärgert, dass sich die Verantwortlichen bei „Summit“ (aus wiederum recht diffusen Gründen) dazu entschlossen haben, die Figur im nächsten Sequel umzubesetzen (so sehr ich Bryce Dallas Howard („the Village“), ihre Nachfolgerin, generell auch schätzen mag)…

Erneut wird das „zentrale Dreier-Gespann“ (Edward/Jacob/Bella) von den Jung-Stars Robert Pattinson („Remember Me“), Taylor Lautner („Valentine´s Day“) und Kristen Stewart („the Messengers“) verkörpert – und es ist erfreulich zu vermelden, dass ihre Chemie untereinander, unabhängig ihrer fern von „Oscar“-reifen Performances, nach wie vor stimmt. Taylor hat sich für seine (wesentlich mehr Screen-Time aufweisende) Rückkehr einen stattlichen Zuwachs an Muskelmasse antrainiert, zeigt seinen gestählten Oberkörper relativ häufig (ein solcher Moment (nach einem Motorrad-Unfall) stellt dabei übrigens eine der Speerspitzen der unfreiwilligen Komik dar) und trägt außerdem irgendwann endlich mal eine anständige Frisur zur Schau – bloß mangelt es ihm an Charisma, die Rolle (sowohl im Bereich des „schwärmenden Kumpels“ als auch in dem des „kämpferischen Beschützers“) umfassend zu tragen. Kristen agiert achtbar – doch die reich an Klischees daherkommende Beschaffenheit ihres Parts macht ihr auf diesem Gebiet durchaus etwas (evident) zu schaffen. Zum Glück spielt sie die zehrenden Emotionen meist verinnerlicht, nicht nach außen getragen – was es dem Publikum erleichtert, eigene Gefühle besser auf sie projizieren (bzw. diese nachzuempfinden) zu können. Robert nimmt man die über 100 Jahre an gesammelten Erfahrungen Edwards zwar noch immer nicht ab – dennoch ist seine Darbietung insgesamt okay, selbst wenn es bei ihm kaum übers Posen hinausgeht. Er lächelt sogar mal, als er Bella am Ende (in der Toskana, bei den „Volturi“) endlich wieder in die Arme schließen kann! Apropos Italien: Nach einer leichtsinnigen Aktion Bellas, bei der sie beinahe ertrinkt, worauf er sie (mit einem gewissen Zutun von Jacob) für tot hält, will er dort die Obrigkeit seiner Spezies aufsuchen, um von ihnen „erlöst“ zu werden. Als ihr Anführer wurde der britische Charakter-Mime Michael Sheen („Frost/Nixon“) gecastet, der nach seinem Stelldichein als Anführer der Lykaner im dritten „Underworld“-Streifen vorliegend nun also quasi „übergelaufen“ ist: Gut aufgelegt, verschmitzt und bedrohlich zugleich, ist sein Auftritt einfach köstlich beizuwohnen. Als seine eiskalte Dienerin Jane steht ihm zudem die fast schon erwachsen gewordene sowie ihr Talent einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis stellende Dakota Fanning („Man on Fire“) zur Seite. Es wäre toll gewesen, wenn man ihnen zusätzliche Zeit und Aufmerksamkeit innerhalb der Geschehnisse zugestanden hätte – denn mit ihnen gewinnt der Film merklich an Klasse…

Wie bereits „Twilight“ zuvor, so verfügt auch „New Moon“ über eine ruhige, unüberhastete (keinesfalls unangenehme) Erwählweise, welche im Rahmen ihrer Entfaltung innerhalb des knapp 130 Minuten umspannenden Verlaufs aber gleichermaßen (im Hinblick auf die Gewichtung der einzelnen inhaltlichen Elemente) etwas „unausgewogen“ anmutet: Im Grunde genommen gehört (erneut) mehr als die erste Hälfte allein den Beziehungsgeflechten unter den Haupt-Protagonisten – bis die drohenden Gefahren imminenter zum Vorschein treten und die ganze Angelegenheit im Zuge dessen spürbar an Fahrt gewinnt. Den Anfang markiert Laurent´s Rückkehr, welche im Übrigen mit der Einführung des „Wolf-Packs“ einhergeht – doch es ist erst Victoria´s großer Auftritt, der das Werk (zu Beginn des finalen Drittels) auf ein „neues Level“ hebt: In dieser perfekt arrangierten, hervorragend bebilderten sowie von dem Thom Yorke Song „Hearing Damage“ wunderbar stimmig untermalten Sequenz greift jene zuerst ein von Charlie (Burke) und dessen Kumpel Harry (Graham Greene) geführtes Suchkommando an, worauf sie von den Wölfen durch den Wald bis hin zum Meer gehetzt wird, während Bella zugleich nahebei (selbst) eine Klippe betritt, um sich von dieser zu stürzen – und dass sich beide kurz darauf gar für einen flüchtigen Augenblick unter Wasser „begegnen“, bevor Jacob sie in letzter Sekunde retten kann, krönt diesen Höhepunkt des Streifens schließlich vollends. Von dem Punkt an geht alles sehr schnell – bloß (wie schon in jener Phase des Vorgängers) leider ein Tick zu übereilt: Da Alice Bella in einer Vision hat sterben sehen, reist sie an und gerät prompt (leicht) mit Jacob aneinander, welcher dann wiederum Edward´s „Todeswunsch“ (durch einen (per Telefon) an ihn gerichteten Satz) auslöst – weshalb die zwei Frauen rasch einen Flieger nach Europa besteigen, um ihn genau davon abzuhalten. Die gesamten Szenen dort, inklusive des temporeichen Wettlaufs gegen die Zeit (u.a. durch die engen Gassen einer mit hunderten (in Rot gehüllten) Prozessions-Teilnehmern bevölkerten Altstadt) sowie der folgenschweren Begegnung mit den „Volturi“, sind unterhaltsam und straff erzählt – aber (nicht bloß im Vergleich zu allem davor) einfach zu kurz geraten! Liebend gern hätte ich in diesem Akt noch zirka 10 zusätzliche Minuten mit Sheen, Fanning und der (ebenso reizenden wie eine lebhafte Energie aufweisenden) Ashley Greene („Summer´s Blood“) verbracht…

Auch dieses Mal lag es an Drehbuch-Autorin Melissa Rosenberg (TV´s „Dexter“), Meyer´s Roman einer Kino-Adaption angemessen aufzuarbeiten bzw. in Form zu bringen – mit einem ähnlich zweischneidigen Ergebnis: Ihr Skript repräsentiert das Buch ziemlich gut – was simultan allerdings bedeutet, dass weder die Dialog-Qualität sonderlich weit übers Triviale hinausreicht noch einem in Anbetracht der geballten melodramatischen Zusätze je in irgendeiner Weise der Begriff „Subtilität“ in den Sinn kommt. Die aktuelle jugendliche Generation mag vielleicht nicht die cleverste sein, doch bin ich mir sicher, dass selbst ausgedehnte Teile jener Zielgruppe die zu vermittelnde Botschaft verstanden hätten, ohne dass man sie ihnen förmlich „mit dem Holzhammer einprügelt“, so wie das hier (offenkundig) der Fall ist. Das konsequente wie permanente Übersteigern der Emotionen (bis hin zum „Shakespeare-esken“ Selbstaufopferungs-Drang) geht allerdings klar auf Meyer´s Kappe, ist also keineswegs Melissa´s Verschulden – ebenso wenig wie das konstante Hinauszögern bestimmter Dinge, also das kontinuierliche Hinhalten des lechzenden Lesers bzw. Zuschauers (und das nicht nur, weil es sich ja erst um die zweite Folge einer mehrteiligen Reihe handelt). Trotz der stürmischen Emotionen, Vampire und Werwölfe sucht man Sex und echten Horror (wie erwartet) vergebens – die Mormonin Meyer ist nunmal keine Anne Rice oder Laurell K. Hamilton. Die vereinzelten Humor-Beigaben sind okay und untermauern die Feststellung, dass sich der Streifen selbst nicht übertrieben ernst nimmt – nur hätte man Bella´s (ebenfalls für sie schwärmenden) Klassenkameraden Mike (Michael Welch) dabei getrost nicht unbedingt ganz so viel Aufmerksamkeit widmen müssen. Manch einer interessanteren (und überwiegend gut gespielten) Neben-Figur wäre da definitiv mehr „Raum“ zu wünschen gewesen, wie zum Beispiel (neben den zuvor schon herausgestellten) Bella´s Vater Charlie (Billy „Untraceable“ Burke), Schulfreundin Jessica (Anna „Elsewhere“ Kendrick) oder die Cullens Esme (Elizabeth „Stay“ Reaser), Carlisle (Peter „Fastlane“ Facinelli) und Rosalie (Nikki „Thirteen“ Reed). Einige Akteure gehen in dem umfangreichen Ensemble gar völlig unter – Cameron Bright („X-Men 3“) etwa habe ich überhaupt nicht bewusst wahrgenommen. Schade, denn verschiedene Sub-Plots und Persönlichkeiten sind beileibe nicht ohne Reiz…

Die Nachfolge von Regisseurin Catherine Hardwicke, welche dem ersten Film (dank ihrer „Indie-Herangehensweise“) eine nicht unanregende persönliche Note versah, übernahm vorliegend nun also Chris Weitz: Eine nachvollziehbare Wahl – schließlich vermochte er zuvor bereits Erfahrungen im Realisieren eines dramatischen Stoffes („About a Boy“) sowie einer Big-Budget-Hollywood-Produktion („the Golden Compass“) zu sammeln. Aus der „technischen Perspektive“ heraus betrachtet, ist eine klare Qualitäts-Verbesserung zu verzeichnen: Die Bewegungen der Vampire wirken dieses Mal fließender, nicht so ungelenk, Javier Aguirresarobe´s („the Road“) Kamera-Arbeit ist exzellent, der Schwerpunkt der gewählten (optischen) Farb-Palette hat sich von einem kühlen Blau hin zu eher wärmeren Tönen gewandelt und der hochwertige Score Alexandre Desplats („the Queen“) unterstreicht die Atmosphäre der Locations und Bilder überaus dienlich. Zudem sehen die Vampire, jetzt mal abgesehen von Jasper´s Frisur, nun erheblich ansehnlicher aus – speziell im Bereich des Make-ups und der verwendeten Kontaktlinsen. Während ich die „Spontan-Verwandlungen“ der Menschen in die Wölfe gar nicht mal so übel fand, wirkt ihre „CGI-Beschaffenheit“ doch relativ künstlich bzw. ihr präsentiertes Aussehen (einschließlich ihrer Bewegungen) angrenzend unnatürlich – zum Glück tauchen sie immer nur kurz im Geschehen auf, was diesen Kritikpunkt etwas abmildert. Über die Entscheidung, die Action-reicheren Momente stets in Zeitlupe darzubieten, lässt sich gewiss streiten – enttäuscht hat mich dagegen jedoch eindeutig die Art des In-Szene-Setzens der Außenaufnahmen in der italienischen Stadt (mitsamt der vielen in leuchtenden Gewändern gekleideten Gläubigen), was einfach nicht „episch“ genug geschah (zu wenige Shots aus der Luft, stattdessen zu viele in irgendwelchen engen Gassen). Glitzernde Vampire im Sonnenlicht, unfreiwillige Komik so einiger Worte und Einstellungen, ein Hauch von Homo-Erotik (rein aus der männlichen Perspektive heraus betrachtet) sowie übertrieben starke Gefühls-Schwankungen – offensichtlich allesamt feste (wenn auch von mir keineswegs gern gesehene) Bestandteile der „Twilight Saga“, um welche Weitz ebenfalls nicht herumgekommen ist. Im Vergleich zu Hardwicke ist er insgesamt als der bessere Handwerker anzusehen – sie indes bewies ein ersprießlicheres Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Charakteren. Meine Hoffnung lastet nun schwer auf David Slade („Hard Candy“), welcher bei „Eclipse: Bis(s) zum Abendrot“ (dem nächsten Sequel) die Regie übernommen hat – also darauf, dass es ihm (nach Möglichkeit) gelingt, eine inspiriertere Balance aller Komponenten und Eigenschaften zu treffen sowie das volle Potential der Franchise endlich mal umfassend auszuschöpfen…

Fazit: „New Moon” ist sowohl reich an Licht (schön anzusehen, ansprechend besetzt etc.) als auch Schatten (u.a. nicht genügend ironische Brechungen aufweisend sowie etwas unausgewogen in der Gestaltung seiner inhaltlichen Entfaltung) – nichtsdestotrotz aber ein perfekt auf seine Zielgruppe zugeschnittenes, cineastisch solide umgesetztes „Pop-Kultur-Phänomen“, das eine kleine Steigerung gegenüber seinem Vorgänger markiert und auch darüber hinaus (selbst „Nicht-Fangirls“, zumindest in Teilen) einigermaßen ordentlich zu unterhalten bzw. zu gefallen vermag…

knappe
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« Letzte Änderung: 13. Dezember 2009 um 20:49 von StS » Gespeichert

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