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Autor Thema: Thunderbolt (dt. DVD)  (Gelesen 6798 mal)
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woodz
Steelbook
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Beiträge: 4.227



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« am: 18. August 2004 um 14:56 »

Thunderbolt (HK 1995)[/b]



Technische Daten:
Vertrieb: Kinowelt (D)
Laufzeit: ca. 106 Minuten
Regie: Gordon Chan
Darsteller: Jackie Chan, Anita Yuen, Michael Wong, Thorsten Nickel
Bildformat: 2,20:1 (anamorph)
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Cant./ Eng./ Jap. DS 2.0 (mit nicht ausblendbaren dt. UT)
Untertitel: deutsch für Hörgeschädigte
Freigabe: FSK16
RC2


FIlm:
Jackie (Jackie Chan) zieht nach seiner Rennmechanikerausbildung zurück nach Hong Kong. Hier führt er eine Werkstatt zusammen mit seinemVater (Yuen Chor) und seinen zwei Schwestern. Als er bei einem Schleppereinsatz Zeuge wird, wie ein Rennwagen einen Polizisten überfährt, schreitet er ein und macht den Raser (Warner 'Cougar' Krugman "gespielt" von Thorsten Nickel) kurz darauf dingfest. Der wird eingesperrt, doch entkommt wieder. Daraufhin werden Jackies Schwestern gekidnapped. Die einzige Möglichkeit sie wiederzubekommen ist ein großes Rennen in Japan zu fahren, an dem auch Cougar teilnehmen wird ...

Autorennen gehören zu Jackie Chans Leidenschaften. Es ist deshalb auch kaum verwunderlich, dass der HK-Superstar, der mit seinem eigenen Racing Team schon Teilnehmer bei der Macau Rally war, die Chance in einem Film über Rennsport mitzuwirken nicht ungenutzt vorbeiziehen lässt. Der Regisseur hieß Gordon Chan, der kurz zuvor mit Fist of Legend (mit Jet Li) Aufsehen erregte und nun dieses Mammutprojekt (Kosten ca. 25 Millionen U.S. $: damals eine Rekordsumme in HK) mit Chan stämmen sollte. Der Hauptdarsteller hatte auch bei diesem von seiner "Haus-produktionfirma" Golden Harvest finanzierten Projekt größtenteils freie Hand und so holte er Sammo Hung als Action Director mit an Bord. Gute Entscheidung, was die eindrucksvoll eingefangenen Kampf-Sequenzen beweisen. Besonders die Szene in der Spielhalle ist genial geworden. Kraftvoll, akrobatisch, fließend. Sammo Hung lässt Jackie Chan hier vortrefflich aussehen. Jedoch ist es nicht immer Jackie Chan, den wir als JC ausmachen sollen. Ja, auch der große JC wird anno 1995 gedoubled! Manchmal erkennt man in den Fight Szenen, dass nicht er selbst, sondern ein wenig bekannter Stunt-Man einige seiner Kicks etc. vollführt. Dies liegt wohl daran, dass er nicht die richtige Statur für die vielen drahtseilunterstützten Aktionen hat. Sammo wollte wohl unbedingt diese Choreographie durchziehen. Gut, dass er sich hier gegen Jackie, der sicherlich wenig von der Sache hielt, durchgesetzt hat. Denn die Sequenz ist wirklich klasse geworden.
Aber Chan hatte natürlich bei allen Stunts, die er machen konnte, seine Finger im Spiel. Und nicht nur die Finger. Er schonte bei seinen halbrecherischen Stunts weder Finger noch Arme, weder Beine noch Rücken. Es ist zwar kein Riesenstunt dabei, wie zum Beispiel der "Clocktower-Fall" aus Project A, aber viele kleinere und auch waghalsige: Bei vielen Aktionen fühlt man den Schmerz regelrecht. Das Ergebnis lässt sich aber wiedermal sehen. Nichts gekünzelt, weggeblended, verdeckt, vertuscht. Alles echt. Keine CGI-Effekte, keine Schonung. Der Zuschauer dankte es dem Star. Am ersten Tag spielte Tunderbolt eine Rekordsumme von 4 Millionen HK$ ein!
Auch Car Stunt Director Frankie Chan ließ es Krachen. Im Schlussrennen dürfen wir uns über einige Crashs freuen, die oftmals ungemein gefährlich aussehen und aus verschiedenen Kameraperspektiven wiederholt werden um den WOW-Effekt zu erhöhen. Aber das End-Rennen ist in seiner Gesamtheit eher ein Ärgernis: Einmal ist es schade und sehr untypisch, dass ein Film mit Jackie Chan nicht mit einem End-Kampf endet. Kein riesige Fight Sequenz sondern eine schlecht gefilmtes Rennen. Keine Frage, die Auto Stunts sind gut, aber wie sie gezeigt werden ist miserabel: Beinahe die komplette Sequenz wurde "verschnellert". Das erkennt man besonders schmerzlich an rennenden Streckenposten, die wie aus einem cartoon wirken.
Zweiter großer Negativaspekt: Bösewicht Cougar. Ein nichtssagender, total böse dreinblickender, blasser und teilweise nerviger Charakter. Das liegt natürlich hauptsächlich am Schauspieler, der zum schlechten Over-acting neigt. Vielleicht ließen die teuren Autostunts und das doch begrenzte Budget das Angagieren eines richtigen Darstellers nicht zu. Vielleicht wollte sich der Schauspieler auch nur der dämlichen Geschichte und der vielen Logikfehler, die auch seine Person nicht verschonen, anpassen. Während der kompletten Laufzeit wird nur kurz angedeutet, dass Cougar Waffen  und wahrscheinlich verbotene Chemikalien entgegennimmt. Jedoch sind die Mengen der Güter so begrenzt, dass kaum angenommen werden kann, er handele damit. Die Polizei ist auch nur hinter ihm her, weil er einen Polizisten überfahren hat. Man bekommt keine Erklärung dafür was Cougar veranlasst bei seiner Flucht ein ganzes Polizeirevier auszulöschen. Wieso will er unbedingt raus? Nur um ein Rennen zu fahren??
Logikfehler gibt es auch an anderer Stelle. Thunderbolt ist ein trilingualer Film. Es wird japanisch, kantonesisch und englisch gesprochen. Jackie kann alle 3 Sprachen und wendet sie auch an. Nur meistens zur falschen Zeit. So kommt es vor, dass er auf eine auf englisch gestellte Frage auf japanisch antwortet. Michael Wong wechsel mitten im Gespräch von englisch auf kantonesisch und wieder zurück. Von einem Satz auf den anderen, obwohl niemand mit ihm kantonesisch spricht. Aber darüber kann ich noch hinwegsehen. Und viele von euch werden auch die Synchro vorziehen und damit erübrigt sich dieses Logikproblem.
Dann wär da noch die Sache mit dem Namen. Jackie wird hauptsächlich Jackie genannt, aber auch Foh. Allerdings steht in den End Credits, dass Jackie Chans Charakter Alfred heißt!! Ach, was solls ...
Alle Fans von Jackies Filmen, die den Film noch nicht kennen, sollten aber gewarnt sein. In Thunderbolt geht es nicht so heiter zu wie in seinen größten Erfolgen. Keine Stimmung zum Wohlfühlen, wenig Comedy. Stattdessen gibt es blutige Kopfschüsse und einen leidenden und manchmal blutverschmierten Hauptdarsteller. Nichtsdestotrotz ist der Film ungemein unterhaltsam und trotz des mäßigen Finales schön anzusehen.
 8 Narrenkappen


Bild:
Immerhin liegt das Bild anamorph vor, denn das was Kinowelt bietet ist nicht wirklich gut. Zuviele Blitzer, Grieseln und mäßige Farbwiedergabe. Ausserdem fällt während des ganzen Films ein dünner, heller Streifen in der rechten Hälfte des Bildes negativ auf. Schärfe und Kontrast sind ok.
Zu den UT: Leider fehlen die dt. Untertitel in einem kurzen Dialog. Ausserdem sind sie teilweise fehlerhaft.
 4 Narrenkappen

Ton:
Selbst mit DPLII ist der Ton eine Enttäuschung.
Die Stimmen kratzen. Der Subwoofer macht eine 106 minütige Pause. Die Rears warten nie mit direktionalen Effekten auf. Die Musik ist wenigstens annähernd harmonisch auf die Fronts und den Center gelegt. Im ersten Drittel des Films sind die Aufschläge der Autos (Jackie jagt schwarzes Auto in HK) auf die Straße viel zu leise abgemischt. (O-Ton-Spur.)
 2 Narrenkappen

Bonus:
Es gibt einige Trailer (Thunderbolt, The Faculty, das Fest, u.a.) und die Dokumentation "Martial Arts - Hollywood Stuntmakers" Zwinkern (ca 37 min.) .
Wie der Name schon sagt passt die Dokumentation sehr wenig zum Hauptfilm. Die Doku startet mit einer total dämlich choreographierten Szene, nach der sich der Host vorstellt. Danach wird sehr kurz und oberflächlich auf Bruce Lee eingegangen. Brandon Lee kommt kurz zu Wort. Danach geht es um die Vertonung einer Fight Sequenz. Der größte Teil der Doku geht für die Beleuchtung des Amerikanischen Boxfilms drauf. Ein amerik. Choreograph geht auf seine Arbeit ein. Rocky und Wie ein wilder Stier sind Themen.
Für mich ist diese Doku total uninteressant. Was interessiert mich Rocky, wenn ich mir nen Jackie Film reingezogen habe? Was interessiert mich die Choreographie zu nem Boxfilm, die das Hauptaugenmerk darauf legt, dass der Anschein erweckt wird, dass der Boxhandschuh das Gesicht wirklich trifft, wenn ich kurz zuvor Sammo Hungs dynamische, kunstvolle Fight-Choreography genießen durfte?
 2 Narrenkappen

Fazit:
Ein Film, der in Ordnung geht und durch seine 1-2 genialen Szenen bis zu 2 Narrenkappen gut machen kann. Die DVD von Kinowelt ist mäßig.
 4 Narrenkappen




Equipment:

TV: Sony KV 28 Trinitron (16:9) [70 cm]
DVD: Panasonic RV 32
A/V Reciever: Marantz SR 4200
Lautsprecher: 2x Vector 77, Vector Needle center 10, 2x Vector Needle 11
Subwoofer: Vector Needle Sub 25 A
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Alucard
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Allons-y Alonzo!


« Antwort #1 am: 18. August 2004 um 17:49 »

Tolles Review!
Aber 4 Kappen für einen "Film, der in Ordnung geht"?
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woodz
Steelbook
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« Antwort #2 am: 18. August 2004 um 18:13 »

Zitat von: "Alucard"
Tolles Review!

Thx.

Zitat von: "Alucard"
Aber 4 Kappen für einen "Film, der in Ordnung geht"?

Yep. Mit Film mein ich hier nicht das Gesamtkunstwerk, sondern Story, Schauspielerperformance, usw. Sammos Choreographie macht aus nem Film der nicht über 2-3 Kappen rausgekommen wäre, einen 4er im Gesamtbild.
Zwinkern
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