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Autor Thema: Monsters vs Aliens  (Gelesen 5788 mal)
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freeman
Kinothekar
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Beiträge: 7.231



« am: 16. April 2009 um 12:01 »

Monsters vs Aliens



Was macht man, wenn außerirdische Aggressoren die Erde bedrohen? Klar, man ruft eine Handvoll Monster hinzu, die den Aliens schon die Flötentöne beibringen werden! PLUS: freeman im 3D Fieber!

Originaltitel: Monsters vs Aliens
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2009
Regie: Rob Letterman / Conrad Vernon
Sprecher: Original: Reese Witherspoon, Seth Rogen, Hugh Laurie, Will Arnett, Kiefer Sutherland, Rainn Wilson, Paul Rudd, Renée Zellweger u.a. Deutschland: Oliver Kalkofe, Ralf Moeller, Diana Amft u.a.

-----------Der Dreamworks-Boy-------------

Zunehmend entwickelt sich der auf der Mondsichel hockende Junge aus dem Vorspann der Dreamworks Animationsfilme zum genialsten Teaser seiner Zunft, denn ob ihn nun Shrek vom Mond befördert oder die Madagascar Pinguine bewusstlos schlagen und verschwinden lassen, man weiß dank der wenigen Sekunden irgendwie immer sofort, worauf man sich bei dem aktuellen Film einzustellen hat. Diese Entwicklung findet nun in Monsters vs Aliens ihren Höhepunkt. Hier hockt der Junge wie gewohnt in der Mondsichel und angelt. Doch halt, wieso ist denn alles schwarz weiß? Und was will das Raumschiff über ihm, das ausschaut, als sei es dem „Plan 9 from Outer Space“ oder dem ersten „Krieg der Welten“ Film entsprungen? Himmel, ist das etwa ein Traktorstrahl, der da aus dem Raumschiff kommt und den Jungen wegsaugt? Einen Filmriss später wissen wir dann also, worum es hier gehen wird: B-Movietrash um Aliens ...


-----------Story & Gemoser-------------

Und genau dieses „Genre“ wird in den folgenden Minuten von Monsters vs Aliens gelungen hochgenommen, angereichert um das Element des ebenfalls sehr beliebten Monsterfilmes. Die Handlung im Telegrammstil: Susan Murphy, ihres Zeichens langweilige Landpomeranze, will gerade die Ehe mit ihrem Verlobten eingehen, als sie von einem Meteoriten getroffen wird. Kurz darauf ist es mit der Langweiligkeit vorbei, denn aufgrund der aus dem Meteoriten auf Susan übergehenden Stoffe mutiert sie zur Riesenfrau, was eine Behörde auf den Plan ruft, die heimlich diverse Monster „sammelt“ und „erforscht“. Leider haben sie dazu bei Susan kaum Zeit, denn plötzlich landet ein außerirdischer Aggressor auf der Erde, der die in Susans Körper „gefangenen“ Meteoritenstrahlen absaugen und zur Unterwerfung der Erde nutzen will. Die letzte Bastion im Kampf gegen den außerirdischen Knilch sind freilich unsere zum Team gereiften Monster...

Die da wären Bob, eine gallertartige Flüssigkeit, Missing Link, die fehlende Evolutionsstufe zwischen Mensch und Fisch, Insektosaurus, ein auf Godzillaformat aufgeblasenes Insekt, und Prof. Dr. Kakerlake, eine Mischung aus Mensch und Kakerlake. Und alle Monstren sind schon einmal treffliche Anspielungen auf diverse Filme der goldenen 50er, 60er Filmjahre. Bob erinnert nicht von ungefähr an den „Blob“, Missing Link an den „Schrecken vom Amazonas“, Insektosaurus an die diversen Japanmonstren von „Godzilla“ bis im weiteren Verlauf der Handlung „Mothra“ und Prof. Dr. Kakerlake an „Die Fliege“. Susan selbst ist freilich eine gelungene Reminiszenz an „Attack of the 50 Feet Woman“. Dazu gibt es Sprüche und Versatzstücke aus „Star Trek“, die Aliens sehen aus, als seien sie „Mars Attacks“ entsprungen und und und. Filmfans werden hier in einer Vielfalt fündig werden, wie man es nur selten im Animationsgenre erlebt hat. Wobei sich dieser Aspekt der „Handlung“ in erster Linie an das erwachsene Publikum richtet. Jene werden sich auch über das hohe Tempo und diverse, genial schräge Gags freuen.


Für die kleinen Zuschauer bleiben knuffig designte Charaktere, bei denen der absolut kultige Bob schon die halbe Miete darstellt, viel Slapstickaction und Botschaften um die Wichtigkeit von Freunden, oder dass es wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben und sich von nichts und niemanden verbiegen zu lassen. Die meisten Gags werden aber komplett an ihnen vorbeigehen ... was aber nicht unbedingt heißt, dass dieser Film vornehmlich auf die Erwachsenen abgestellt ist.

Diese werden nämlich recht schnell feststellen, dass Monsters vs Aliens handlungstechnisch so ziemlich der dünnste Streifen der aktuellen Welle an computeranimierten Streifen ist, der zudem an einer komplett farb- und belanglosen Hauptfigur leidet, die einem genialen Charakter wie Wall-E in keiner einzigen Sekunde auch nur ansatzweise das Wasser reichen könnte. Es bleibt kaum Raum für eine Figurenentwicklung, moralische Dilemmas (beispielsweise der Wille der Monster, die Menschheit zu retten versus die komplette Ablehnung, die ihnen aus der Bevölkerung entgegenschlägt) werden zwar angeschnitten, aber nicht einmal ansatzweise zu Ende gedacht und zieht man einmal die filmischen Referenzen und den damit unbestreitbar einhergehenden Unterhaltungsfaktor ab, wird es mehr als öde. Denn dann ist die Handlung nicht mehr als: Frau wächst, kämpft mit Monstren gegen Aliens, alle haben sich lieb. Ende. Grund dafür ist meines Erachtens der nächste Punkt:

-----------Die 3 D Revolution-------------

Viel wird darüber gesprochen. Alle warten auf James Camerons „Avatar“ und erhoffen sich davon nicht mehr und nicht weniger als die Revolution/Rettung des Kinos. Doch der Anfang wurde schon gemacht. „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ und „Bolt, der Wunderhund“ bilden die Speerspitze der neuen, ach so revolutionären 3D Technik. Ok, kennt man Filme wie „Der weiße Hai 3“, „Spy Kids 3D“ oder ist gar IMAX Fan, dann ist die Revolution eher eine Kleine. Denn 3D war schon immer da und sollte schon zu ganz anderen Zeiten das Kino revolutionieren, doch abseits von Kopfschmerzen blieb da meist nicht viel. Aber die neuen Techniken sollen diese Migräneanfälle zur Vergangenheit machen. Leider machten dabei schon die 3D Imaxfilme, die technisch bisher das Nonplusultra der 3D Technik darstellten, deutlich, dass hier die Inhalte teils eklatant hinter der Technik hinterher hinkten. So kommen und kamen die Dokus aus dem 3D Bereich im IMAX Format nie über ein WOW ob der Schauwerte hinaus und amüsierten mit teils kindlich naiv aufbereiteten „wissenschaftlichen“ Fakten.


Das eigentliche Erlebnis war und ist das 3D Format und der damit verbundene Boah Ey Effekt, der einen teils gar trefflich von den Inhalten ablenkt. Und genau dieses Problem macht bisher die anrollende 3D Welle für mich ziemlich uninteressant, denn sowohl „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ als auch „Bolt, der Wunderhund“ wurden laut Kritik Opfer dieses außen hui, innen pfui Effektes. Und Monsters vs Aliens setzt diese Tradition nun vorerst fort.

Wat, Wat, Wat??? Freeman, du hast den Film in 3D gesehen? Klaro! Hier nun mal meine Eindrücke: In Leipzig hat sich das relativ kleine, sich vor allem an die Randgruppen Kinder und männliche Couchpotatoes mit der Vorliebe für harten Horror und schnelle Action wendende Kino Regina vor den großen Kinoketten UCI und Cinestar die Möglichkeit der digitalen 3D Projektion gesichert. Die Anschaffungskosten bezahlt der Kinobesucher mit einem 3 Euro teureren Eintritt gleich mit, aber das ist mir ein besonderes Kinoerlebnis definitiv wert.

Am Eingang werden dann noch einmal 5 Euro Pfand für eine stylische 3D Brille fällig. Diese eignet sich nicht als Sonnenbrille, sonst hätte man sie ruhig mal klauen können Zwinkern, und hat prinzipiell Ähnlichkeiten mit den rot-blaugefensterten 3D Pappbrillen als mit den strangen 3D Brillen in IMAX-Kinos, ist dafür aber leichter und angenehmer zu tragen. Und der Effekt ist bombig! Plastischere Bilder hat noch kein 3D Film im alten Pappbrillenverfahren und dem damit einhergehenden 3D Verfahren geliefert. Deutlich gestaffelt sind die Objekte im Raum angeordnet, gigantisch groß ragen Gegenstände in den Kinosaal hinein und fliegen Objekte vor der Nase des Zuschauers herum. Mehrmals versucht man gereichte Hände zu greifen oder die Sicht behindernde Gegenstände wegzuschieben, geht in Deckung oder zuckt, weil wieder irgendwas auf einen zurast. Einfach verblüffend und wirklich eine ganz andere Form des Kinokonsums. Nimmt man die Brille ab, sieht man ein verschwommen wirkendes Bild, in dem zwei Bilder leicht versetzt übereinander liegen - was Wunder, braucht ein echter 3D-Film doch zwingend zwei perspektivisch unterschiedliche Bilder. Was ich nachteilig empfand, ist, dass die Brille - wie schon die alten Pappbrillen - die Umgebungshelligkeit schwer heruntersetzt und so auch der Film deutlich dunkler und weniger farbintensiv wirkt, als man es normalerweise gewohnt ist. Gerade dunkle Szenen fallen dadurch extrem anstrengend für die Augen aus. Dennoch kommt diese 3D Darstellung vor allem dem Entertainmentfaktor schwer entgegen und macht riesigen Spaß.

Freeman mit Polarisationsbrille. Rechts sieht man, dass das stylische Brillchen sogar meine ungünstige Gesichtsform entzerrt und links wird dank unvorteilhafter Perspektive offensichtlich, dass es sich eben doch nur um eine 3D Pappbrillenvariante mit rotem und blauem Fenster handelt.

Und genau darauf ist nun eben auch Monsters vs Aliens abgestellt und man fragt sich irgendwann schon, ob die teils arg gestreckt wirkenden Actionszenen ohne diese 3D Wirkung auch nur ansatzweise so unterhaltsam geraten oder ob sie deutlich schneller als das entlarvt werden, was sie letztendlich auch sind: Ballast.

-----------Die Technik hinter dem Film-------------

Animationstechnisch trägt man dem 3D Ansatz Rechnung und verpasst dem Film viele, sehr ungewöhnliche Perspektiven und Einstellungen, die vor allem mit der Wahrnehmung von Größe und der Darstellung von Räumlichkeit spielen und das Auge ein ums andere Mal hinters Licht zu führen scheinen. Dabei gestaltet man die Hintergründe unglaublich weitläufig und detailverliebt, weil man eben durch die Staffelung von Gegenständen und Menschen in diesen weitläufigen Arealen am eindrucksvollsten den 3D Effekt umsetzen kann. Die Folge sind unglaublich viele, hervorragend umgesetzte Massenszenen und ein ungeahnter Detailreichtum, der eben vor allem für Action im Hintergrund sorgt und das Hirn trefflich von der dünnen Story abzulenken versteht.

Abgesehen von diesen grandiosen Einlagen präsentiert dich Monsters vs Aliens absolut auf der Höhe der Zeit und überzeugt sowohl mit flüssigen und hervorragenden Bewegungen als auch mit feingliedrigen Details wie lebensechten Haaren und dergleichen mehr. Auch Flora und Fauna überzeugen genauso wie Wassermassen. Dabei setzt man aber niemals auf kompletten Fotorealismus und überzieht vor allem alles, was mit Menschen zu tun hat, comicesk und verleiht ihnen etwas cool Cartoonartiges. Kurzum: Technische Perfektion wohin man schaut! Dazu bastelte Hans Zimmer einen für ihn untypisch verspielten Score, der sich mancher Zitate bedient und das „Beverly Hills Cop“ Thema genauso einsetzt wie das „E.T.“ Thema.


-----------Die Synchronisation-------------

Im Original erklingen Stimmen wie jene von Kiefer Sutherland, Hugh Laurie, Seth Rogen oder Reese Witherspoon, womit man den Film schon recht eindeutig auf Hit zu trimmen versuchte. Im Deutschen durften Stars wie Diana Amft, Oliver Kalkofe oder Ralf Moeller ran und überzeugen auf hohem Niveau! Gerade Oliver Kalkofe macht als Bob einen gigantischen Job, der den ohnehin grandiosen Charakter trefflich abrundet und teils zum echten Showstealer mutieren lässt. Und Ralf Moeller überrascht mit ungeahntem komödiantischen Timing und verleiht Missing Link dank diverser cooler One Liner und der Ironisierung seiner Actionheroattitüden unglaublich viel Präsenz. Einfach stark. Problematisch ist eigentlich nur Diana Amft, die als Susan Murphy nicht in jeder Szene überzeugt, aber auch einen ganz ordentlichen Job macht.

-----------Fazit-------------


Hier mal eine Zweiteilung: Hat man Spaß an Filmsammelsurien, die Genres hochnehmen, und hat kein Problem mit dem als Kinderfilmgenre verschrienen Animationsgenre, kann man sich Monsters vs Aliens sogar in der 2D Fassung durchaus einmal antun, wird aber nicht gar so viel Spaß haben, wie bei der 3D Fassung. Denn diese bügelt aufgrund grandioser optischer Eindrücke diverse Storyunzulänglichkeiten platt und dürfte jeden Filmfan rundum verblüffen, selbst wenn er weder B-Horrorfan oder Animationsfilmfan ist. Dementsprechend ergeht vor allem für die 3D Fassung eine Anguckempfehlung. Allerdings rein auf den Entertainmentfaktor bezogen! Denn für den eigentlichen, technisch perfekten Animationsstreifen gilt vor allem eines: Tief ist hier nur die Optik, die Story dagegen ist flach wie eine Flunder ...
6 Narrenkappen <-- 3D Wertung! Im 2D Bereich kann man sicherlich locker 2 Punkte abziehen.

In diesem Sinne:
freeman

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« Letzte Änderung: 16. April 2009 um 12:03 von freeman » Gespeichert

Sir Khan
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« Antwort #1 am: 16. April 2009 um 15:11 »

Ein sehr interessantes Review hast Du geschrieben! - Danke sehr. Der Film als solcher interessiert mich nicht.
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dÆmonicus
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Dragon


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« Antwort #2 am: 16. April 2009 um 15:13 »

Man merkt einfach, dass du ein Faible für Animationsstreifen hast. Highly entertaining! Aber dass der selbst bei dir nur auf 6/10 kommt, stimmt dann doch bedenklich.
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freeman
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« Antwort #3 am: 16. April 2009 um 15:19 »

Für mich ist der Streifen einfach der Schwächste seit Kleine Haie, große Fische, den ich damals noch ganz nett fand, mittlerweile aber gar nicht mehr sehen kann ... Leider ...

Danke fürs nette Feedback!

In diesem Sinne:
freeman
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Jorin
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« Antwort #4 am: 16. April 2009 um 15:19 »

Der Film als solcher interessiert mich nicht.

Mich auch nicht mehr, nach anfänglicher Euphorie (Euforie?) bei den ersten Plakaten. Inzwischen weiß ich: Selbst in 3D ist er Murks. Der wird nicht mal geliehen.  Teuflisches Lachen
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dÆmonicus
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Dragon


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« Antwort #5 am: 16. April 2009 um 15:22 »

Doch, geliehen bestimmt und sei es nur um zu sehen, wie der 3D Effekt im Wohnzimmer wirkt.
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