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Autor Thema: Futurama - Leela und die Enzyklopoden  (Gelesen 4972 mal)
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Vince
Steelbook
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Beiträge: 4.348


Debakelvince


« am: 10. April 2009 um 19:16 »

Futurama - Leela und die Enzyklopoden
Originaltitel: Futurama - Into the Wild Green Yonder
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2009
Regie: Peter Avenzino
Sprecher: Billy West, John DiMaggio, Phil LaMarr, Katey Sagal
 


Technische Daten
Vertrieb: 30th Century Fox
Regionalcode: 2
Laufzeit: 85:38 Min.
Bildformat: 1,85:1 (anamorph / 16:9)
Sprachen: DD 5.1 Deutsch, Englisch, Italienisch, Russisch; DD 2.0 Audiokommentar
Untertitel: Deutsch, Englisch, Griechisch, Hebräisch, Isländisch, Italienisch, Kroatisch, Portugiesisch, Russisch, Slowenisch, Audiokommentar
Freigabe: FSK 12
Verpackung: Amaray

Film
Seltsam unspektakulär und pflichtschuldig läuft die Ansammlung von vier dtv-Spielfilmen aus, zusammengefasst auch “Futurama - Season 5" genannt. Allerdings mit Ansage: Nachdem Dwayne Carey-Hill mit “Bender’s Big Score” und “Bender’s Game” zwei detailversessene, episodenhafte Beiträge abgeliefert hatte, die eher Ansammlungen von Popkultur-Reminiszenzen waren als eigene Geschichten, darf nun Peter Avenzino wieder ans Ruder, der mit “The Beast With A Billion Backs” den bislang ruhigsten Kurs fuhr. Er sollte sich in der Abschlussarbeit selbst treu bleiben, treuer jedenfalls als es dem auf Überraschungen hoffenden Publikum lieb sein kann.




Zeugnis legt schon die einfallslose Eröffnung ab. Man erinnere sich an die spektakuläre Präsentation der Crew im ersten Film oder an die Pre-Title-Sequenzen im zweiten und dritten, die jeweils auf grandiose Art und Weise alte Disney-Kurzfilme bzw. die “Yellow Submarine” der Beatles aufs Korn nahmen, so wie es nur Groenings Produktionsschmiede kann. Nun bekommt man einen von “Family Guy”-Vater Seth MacFarlane eingesungenen Titelsong, der in das “Mars Vegas”-Casinoambiente einführt. Als Frank Sinatra-Verarsche macht das die paar Sekunden ja Laune, als Ersatz für die fantasiereichen Eröffnungen der Vorgänger bleibt das zu wenig.

Wenig gibt auch der restliche “Mars Vegas”-Abschnitt, der sich weitestgehend in altbekannten Manierismen der populären Figuren erschöpft. Fernsehpoker wird etwas auf die Schippe genommen, derweil Bender mit einer Gangsterbraut anbandelt, wovon der Bandenchef nicht so begeistert ist. Willkommen bei der Resteverwertung! Worauf die ganze Geschichte hinauswill, ist auch mit bestem Bemühen nicht zu erkennen; sämtliche Gangsterfilmklischees wurden schon in den Serienepisoden “Bendless Love” und “Bender Gets Made” durchgekaut, so dass sich die Gags um den begriffsstutzigen Corleone-Verschnitt Donbot und seine tatenfreudige rechte Hand Clamps teils schon penetrant wiederholen.




Zum Glück geht’s bald los mit der eigentlichen Storyline, die sich zwar - auch das ist beileibe nicht neu in den Zeiten, in denen wir leben - dem Naturschutz verschreibt, dies aber auf durchaus gelenke Weise. Der überdimensionale Golfplatz, der sich platzverschwenderisch über zwölf Prozent der kompletten Galaxie erstreckt, fasst ganz ausgezeichnet den menschlichen Drang zur Ausdehnung zusammen, selbst aus solch niederen Beweggründen wie dem Spieltrieb, und als Amy Wongs Vater Leo mal eben einlocht und per Astralkapsel in Sekundenschnelle auf den Zielstern fliegt, um dem Hole-in-One mit dem überdimensionierten Golfball per Hand etwas nachzuhelfen, wird auch noch eben der Fortschritt in der Kommunikationstechnologie angeschnitten. Das sind die Ideen, für die man die Abenteuer der Planet Express Crew liebt. Ohnehin folgen die Reisen durchs All diesmal vorgelegten Pfaden, die sich nach Minigolf-Art ergeben, so als habe die schier unendliche Richtungslosigkeit der All-Sphäre unter den logistischen Bemühungen der Erdenbewohner ihre grenzenlose Freiheit verloren und sei zum Straßenverkehrsnetz umfunktioniert worden.

Und doch, letztlich wird der starke Drehbucheinfall nicht genug ausgebaut. Statt dessen verlagert sich die Erzählung auf eine Gruppe von feministischen Umweltaktivistinnen in rosafarbener Kleidung, deren Appell bald auch Leela einholt. Das blonde Dummchen-Oberhaupt mit auffallend maskuliner Stimme (offenbar eingesprochen von Bender-Sprecher John DiMaggio) wirkt eher penetrant als lustig und der gesamte übertriebene Aktionismus hätte noch wesentlich besser parodiert werden können. Ähnlich geht es Fry bei seinem Missionarszug und seinem Engagement in der Gruppe der Alufolienhüte tragenden Obdachlosen. Es plätschert alles auftrieb- und höhepunktlos dahin, so dass man beinahe die Drehbuchanweisungen Welle für Welle rauschen hört. Das Interesse an der Handlung wird gerade noch so leidlich aufrechterhalten, aber für Aha-Effekte reicht die Kraft nicht aus.





So bleibt zu vermelden: Wie schon bei “The Beast With A Billion Backs”, der aber immerhin mit einer starken Grundidee aufwarten konnte, fehlen die wahnwitzigen Einschübe virtuoser Nichtigkeit, wie Dwayne Carey-Hills Futurama-Filme sie zu zelebrieren wusste. Anstatt einfach mal das Tempo durch logikanspannende Zeit- und Gedankensprünge hochzupeitschen, wird zunächst wie nach Vorschrift ein Vorspiel vorne angehangen, das thematisch rein gar nichts mit dem Rest zu tun hat, um dann eine wenig beeindruckend inszenierte Umweltgeschichte zu erzählen, die nur in Fragmenten die alte Klasse aufblitzen lässt, wie man sie schlichtweg gewohnt ist. Nun endlich wird der Vorwurf, Futurama sei nicht für das Spielfilmformat geeignet, greifbar. Musste man ihn nach dem höchst gelungenen “Bender’s Big Score” nämlich noch als nichtig abwinken, lohnt es jetzt, sich Gedanken um ihn zu machen. Vielleicht gerade rechtzeitig für ein eventuelles Umdenken ins 20-Minuten-Format. Das Experiment war es wert, aber nun liegt das Bedürfnis doch wieder eher in einer regulären neuen Staffel. Und die darf sich sogar gerne noch zwei, drei Jahre Zeit lassen. Um sich zu sammeln. Und Ideen.
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Bild
Das Doppelkonturenproblem hat sich wieder minimal verbessert, ist aber nicht verschwunden. Auch die grobe Strichführung ist erneut ein Grund zur Klage. Die Farben sind manchmal etwas blass, so dass spezielle Effekte - etwa bei der Peepshow - nicht optimal zur Geltung kommen. Die Bildsuaberkeit ist allerdings wieder vorbildlich.
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Ton
Man kennt's aus jahrelanger Serienerfahrung. Die Regler hat seither niemand mehr angefasst. Immer noch gehobenes TV-Niveau, meist parallel zum Einsatz von 3D-Modellen geht auch mal die Lautstärke etwas hoch, ansonsten sehr unspektakulär.
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Verpackung und Menüs




Angepasst an die bisherigen Veröffentlichungen leitet wieder ein musikalisch untermaltes und mit Filmszenen gespicktes Hauptmenü in die Navigation ein. Die verhält sich detailfreudig und alles in allem bedienleicht, wenn auch im Extras-Bereich verwirrend. Der dekorative Pappschuber wurde wieder weggekürzt (oder es gibt immer jeweils eine Auflage mit und eine ohne Schuber und ich hatte bei "Bender's Game" einfach nur Glück bzw. diesmal Pech), dafür prangt das neue FSK-Zeichen schon unschön auf dem Cover. Booklet is nich.
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Extras:
Wir hätten anzubieten:
- einen wie immer spaßig-unterhaltsamen Audiokommentar von Matt Groening, David X Cohen, John DiMaggio, Maurice LaMarche, Patric M. Verrone, Michael Rowe, Lee Supercinski und Peter Avenzino
- ein animiertes Storyboard des ersten Viertels des Films (22:24 Min.)
- "Futurama - The Making of it" (ahaaaa... endlich mal sowas wie ein Making Of! Also nicht, dass man da wirklich was erfahren würde, das ist alles auf albern gemacht - 5:08 Min.);
- "Der fabelhafte Penn Jillette" (über den Kopf-im-Glas, der im Casino als Poker-Kommentator auftaucht - 2:07 Min.)
- "Überbleibsel aus dem Schneideraum" (5 Deleted Scenes - 2:31 Min.)
- "Matt & David in der Schwerelosigkeit" (eine Geschichte über Matt Groening und David X Cohen, wie sie an einer Schwerelosigkeitssimulation teilnehmen - lustige Bilder! 4:22 Min.)
- "Zeichenkurs" (Farnsworth, Nibbler, Hypnotoad, Fry werden gezeichnet - 11:09 Min.)
- "3D-Modelle" (der Krater, der Hippiebus, der Minigolfgorilla, das Raumschiff, der Strudel - 4:18)
- "Bender im Kino" (Bender zeigt, wie man sich im Kino NICHT verhalten sollte; 1:15 Min.)
- "Zapp's Liebestipps" (2:48 Min.)
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Fazit
IMO Tiefpunkt der "5. Staffel", so dass die Sehnsucht nach kurzen Episoden nun endgültig wieder da ist. Die DVD-Umsetzung bewegt sich genau im Rahmen der Erwartungen.

Testequipment
TV-Gerät: Tevion 4:3
DVD-Player: Pioneer XV-DV313 5.1 Komplettsystem
[/quote]

Sonstiges
Review zu Bender's Big Score
Review zu Die Ära des Tentakels
Review zu Bender's Game
Gespeichert
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