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Autor Thema: Ein Hauch von Zen  (Gelesen 7328 mal)
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Ronin
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fire walk with me


« am: 11. Oktober 2008 um 11:51 »




Ein Hauch von Zen
A Touch of Zen
Hsia Nu



Regie: King Hu
Jahr: 1971
Land: Hong Kong / Taiwan


Film: Der Privatgelehrte Ku wird in seinem beschaulichen Dorf Zeuge absonderlicher Dinge. Plötzlich treiben sich Agenten des Palasteunuchen dort herum und stellen Fragen über scheinbar redliche Bürger. Es kommt zum Kampf, aus dem die bezaubernde Miss Yang, dank Kus Hilfe, siegreich hervorgeht, nur um dann plötzlich zu verschwinden. Auf der Suche nach ihr gerät Ku abermals ins Visier der Regierung, woraufhin sich Miss Yang und ihr treuer Ergebener Shih auf den Weg machen, um Ku zu helfen. Unerwartete Hilfe bekommen sie dabei vom Mönch Hui Yuan, der sein Leben zwar ganz den Lehren Buddhas gewidmet hat, aber dennoch bereit ist, für die schwachen den Kampf aufzunehmen.
King Hus frühe Quasireferenz in Sachen „Wuxia“ schlägt einen ungewöhnlichen Weg der Geschichtenerzählung ein. Nach circa zwei Dritteln des Films findet praktisch ein Break statt, womit der erste Teil der Story endet und liebgewonnene Figuren, wie „Ku Shen Chai“ in den Hintergrund treten und fortan nur noch kleine Nebenrollen besetzen. Andere Charaktere hingegen, wie der wehrhafte Abt „Hui Yuan“, treten aus dem Schatten und übernehmen nun tragende Rollen. Dies trägt dazu bei, dass die Story deutlich komplexer, als bei aktuellen Werken ist, was sich nach dadurch potenziert, dass das Ende reichlich Spielraum für Eigeninterpretationen lässt. Doch gerade dieses Ende ist es, was den Film zu etwas besonderem macht. Hui Yuan, der sein eigenes Eingreifen in die Kämpfe anfangs noch mit mangelnder Erleuchtung gerechtfertigt hat, scheint letztlich genau diesen Zustand erreicht zu haben. Trotz schwerer Verletzung kann er, befreit von allem Leid dieser Welt, in sich gehen, und den Anderen den rechten Weg weisen.
Die zahlreichen Kämpfe des Films sind, vor allem in Anbetracht des Alters, zum Teil brillant choreographiert und weisen schon viele Elemente heutiger Film-Schwertkämpfe auf. Oft erwähntes Paradebeispiel sei auch diesmal die Auseinandersetzung im Bambuswäldchen, wobei auch der spätere Kampf von General Shih und Miss Yang gegen Hsu einige Schauwerte bietet.
8 Narrenkappen
Für eine ausführliche Review des Films empfehle ich Vince seine 1A-Kritik

Bild: Das Alter hat sichtlich am Bild genagt, was sich durch Verschmutzungen und durchgehende Unschärfe bemerkbar macht. Außerdem kann man in dunklen Szenen eher selten echtes schwarz zu Gesicht bekommen. Dafür können die Farben zum großen Teil überzeugen.
4 Narrenkappen

Ton: Auch hier muss man dem Alter Tribut zollen. Der Ton liegt sowohl auf deutsch, als auch auf chinesisch (Mandarin) nur in DD 1.0 vor. Trotzdem liefert er eine zufriedenstellende Vorstellung ab. Nur selten bekommt man überspitzte Höhen, die bei Filmen dieses Alters durchaus typisch sind, zu hören. Die deutschen Synchronstimmen wollen zum Teil leider nicht so richtig zu den Charakteren passen. Vor allem, wenn man den O-Ton zum Vergleich heranzieht. Die Übersetzung klingt hingegen größtenteils durchaus stimmig.
6 Narrenkappen

Ausstattung: An Extras liefert die deutsche DVD lediglich eine selbst ablaufende Slideshow, in der einige Szenen des Filmes wiederzufinden sind. Außerdem sind (ausschließlich) englische Untertitel mit an Bord. Die Menüs sind recht ansprechend gestaltet und mit bewegten Bildern unterlegt. Alles in allem eher enttäuschend, was einem hier geboten wird. Da wäre an Extras sicherlich noch einiges zu holen gewesen, wenn man nur gewollte hätte. Als weiterer Kritikpunkt wäre durchaus noch die Verpackung zu erwähnen. Das edel anmutende Cover schreit förmlich nach einem Digipak. Stattdessen bekommt man als Kunde ein schnödes Amaray-Derivat vorgeworfen, das einem beim Öffnen einzig und allein die DVD, ohne informatives Beiwerk präsentiert.
4 Narrenkappen

Fazit: Angesichts der Tatsache, dass dies die erste und eventuell, auf lange Sicht, einzige deutsche Veröffentlichung von King Hus Meisterwerk ist, kann man die DVD trotz der mageren Ausstattung und Präsentation vollends empfehlen. Der Film holt hier die Kohlen aus dem Feuer und lässt mich noch einen Narrentip zücken.

DVD (gesamt): 6 Narrenkappen

* wolfman hat das Review auf die Startseite gepackt!
« Letzte Änderung: 11. Oktober 2008 um 15:18 von wolfman » Gespeichert

Vince
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Debakelvince


« Antwort #1 am: 11. Oktober 2008 um 15:07 »

Fein fein, danke für die Kritik (und den Hinweis auf meine Zwinkern ). Um die deutsche DVD schleiche ich schon lange herum, weil die britische einfach nur Mist ist... und jetzt ist sie ja auch mal günstiger geworden. Aber ich mag mir nicht so gerne Filme doppelt kaufen und wenn, muss das Ergebnis schon vollends überzeugen. Tuts ja hier anscheinend nicht. Schade, aber wohl zu erwarten gewesen. Wichtig ist, dass der Film jetzt überhaupt mal der breiten öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist, der war ja vorher rar wie nen Einhorn...
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wolfman
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« Antwort #2 am: 11. Oktober 2008 um 15:21 »

Sehr schönes Review der Herr! Wertungstechnisch liegen wir ja gleich auf! Wobei ich aber durchaus gestehen muss, dass mir A Touch Of Zen auch etwas Sitzfleisch abgenötigt hat.
Die DVD ist in der Tat nicht allzu berauschend. Das Bild ist aber brauchbar und der Mono-Ton halt zeitgemäß!

Ich war mal so frei und hab das Review auf die Startseite gepackt.
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StS
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« Antwort #3 am: 11. Oktober 2008 um 18:31 »

Schönen Dank für die Info zu einem Film, mit dem ich mich aus eigenem Interesse heraus wohl nie beschäftigt hätte - doch jetzt hab ich zumindest schonmal etwas über den Streifen gehört bzw gelesen. Da es sich bei ihm allerdings um einen handelt, der weder meinen bevorzugten Genres, Epochen und Regionen entpricht, werd ich in diesem Fall wohl (auch) passen...  Zwinkern 
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wolfman
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« Antwort #4 am: 11. Oktober 2008 um 18:32 »

Geschockt Das hätte ich jetzt nicht gedacht!  Cool Zwinkern
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Iám Groot


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« Antwort #5 am: 11. Oktober 2008 um 19:14 »

Da es sich bei ihm allerdings um einen handelt, der weder meinen bevorzugten Genres, Epochen und Regionen entpricht, werd ich in diesem Fall wohl (auch) passen...  Zwinkern 

Geschockt Das hätte ich jetzt nicht gedacht!  Cool Zwinkern

 Vor Lachen auf dem Boden rollen Lautes Lachen
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Ronin
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fire walk with me


« Antwort #6 am: 11. Oktober 2008 um 19:20 »

Wobei ich aber durchaus gestehen muss, dass mir A Touch Of Zen auch etwas Sitzfleisch abgenötigt hat.
Ich muss zugeben, daß mich der Film diesmal auch 3 Sessions gekostet hat.  Peinlich!

@Vince: Die war ich dir ja noch schuldig.  Zwinkern
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Kenix
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« Antwort #7 am: 11. Oktober 2008 um 20:40 »

Mich interessiert der Film leider auch nicht, wenn auch aus anderen Gründen als beim StS.
Der ist mir zu sehr Kanontitel, zu sehr "Muß man gesehen haben, um mitzureden" und die Cineasten bilden sich hinterher sonstwas darauf ein. Ganz allgemein gesprochen, die Anwesenden mal ausgenommen  Sehr glücklich

Da sträuben sich bei mir einige von King Hus Werken, nur sein Fate of Lee Khan und Sons of Good Earth hab ich selber, allerdings auch noch ungesehen daheim.
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Vince
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Debakelvince


« Antwort #8 am: 11. Oktober 2008 um 23:01 »

@Ronin: So siehts aus, das hatte ich nicht vergessen. Zwinkern

Mich interessiert der Film leider auch nicht, wenn auch aus anderen Gründen als beim StS.
Der ist mir zu sehr Kanontitel, zu sehr "Muß man gesehen haben, um mitzureden" und die Cineasten bilden sich hinterher sonstwas darauf ein. Ganz allgemein gesprochen, die Anwesenden mal ausgenommen  Sehr glücklich

Mir ist nicht so ganz klar, wieso das ein Grund sein sollte, sich nicht für den Film zu interessieren. Letztlich sollte man einen Film doch des Films wegen gucken und nicht wegen des Hypes durch irgendwelche ominösen Cineasten...
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Kenix
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« Antwort #9 am: 11. Oktober 2008 um 23:46 »

Manche schauen gewisse Werke nicht, weil ein Großteil der Kritiken schlecht oder bestenfalls mäßig sind oder ihnen die Schauspieler / Themen nicht zusagen. Wieder Andere schauen Alles mit Alba oder Madsen.
Mich interessieren die sogenannten "Heiligen Kühe" nicht.

Wenn ich mir nur einen Überblick über das Genre verschaffen möchte, würde ich mir sicherlich auch die Brotkrumen herauspicken. Den Kanon halt. So geh ich aber lieber selber auf Entdeckungsreise, abseits des ausgetrampelten Pfades.
« Letzte Änderung: 12. Oktober 2008 um 00:20 von Kenix » Gespeichert
Vince
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Debakelvince


« Antwort #10 am: 12. Oktober 2008 um 11:21 »

Wenn ich mir nur einen Überblick über das Genre verschaffen möchte, würde ich mir sicherlich auch die Brotkrumen herauspicken. Den Kanon halt. So geh ich aber lieber selber auf Entdeckungsreise, abseits des ausgetrampelten Pfades.

Kann man ja wohl auch ohne Probleme machen und die gehypten Dinger dennoch mitnehmen. Für mich ist alles Selbstentdeckungsreise, weil man halt sowieso jeden Film für sich selbst entdecken muss. Ich seh da keinen Unterschied ehrlich gesagt... aber gut...
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