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Autor Thema: Age 13 (Kurzfilm)  (Gelesen 5235 mal)
0 Mitgliedern und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Vince
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Debakelvince


« am: 09. Juni 2008 um 19:35 »


Originaltitel: Age 13
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1955
Regie: Arthur Swerdloff
Darsteller: Michael Keslin

Anmerkung: Diese Kritik bezieht sich auf eine modifizierte Version des Films. Im Rahmen der Bearbeitung durch "Chroma Key"-Mastermind Kevin Moore ist der Film hier in halber Geschwindigkeit abgespielt; zudem wurde die ursprüngliche Tonspur gegen einen Soundtrack vom "Graveyard Mountain Home"-Soundtrack ausgetauscht. Aus diesem Grund sehe ich von einer Bewertung ab.
Eine Kritik zur zugehörigen CD findet ihr in der CD-Review-Abteilung.

 
Der 50er-Jahre-Zeitgeist paust sich mit Hochdruck durch die verschlüsselten Bilder des streckenweise surreal anmutenden Kurzfilms von Sid Davis ab. Muss er, denn Gegenstand von “Age 13" ist eine Sozialstudie. In dessen Zentrum ein 13-jähriger Junge, umringt von primären und sekundären sozialen Institutionen, aus der Ordnung gerissen durch ein tragisches Ereignis (den Tod der Mutter). Nun werden die Institutionen erstmalig wahrgenommen und in einem Atemzug hinterfragt: was ist Andrews Stiefvater eigentlich für ein Mensch, was hat Andrew überhaupt mit seinen Klassenkameraden gemeinsam?

In realistischen Bildern, die immer wieder schleichend von psychedelischen Montagesequenzen durchkreuzt werden, wird die Perspektive der Jugend aufgearbeitet, die im Zuge der immensen Konzentration auf externe, sprich: außenpolitische Dinge selbst als interne “Dinge” immer wieder vergessen und auf sich alleine gestellt wird. Inmitten von Schuluniformen und Rorschachtests bleibt kein Platz für Individualismus - Psychologisches und Soziologisches wird massendeckend mit einem Kamm abgefertigt.
Stichwort Masse: Dass der Junge ausgerechnet mit Hilfe des Massenmediums Radio glaubt, seine Mutter zurückbringen zu können, ist ein Statement versus Einwegkommunikation, das die Hauptthese mit Nachdruck untermauert.

Der Film zeigt beobachtend, aber auch vorausblickend auf, worin der McCarthyismus zu jenem Zeitpunkt zu münden droht. Konzipiert als exemplarisches Muster mit dem Anspruch der Verallgemeinerung, endet die Geschichte immerhin mit einem Hoffnungsschimmer, wo sie bisweilen noch zu eskalieren drohte; der Zeigefinger wird nicht allzu weit erhoben. So kann man sich auf die durch Subtilität punktenden Surrealismen konzentrieren, die von einigen Ausnahmen abgesehen (Montage des Kopfes des Stiefvaters in das Muster des Rorschachtests) sehr organisch in den Plot eingebunden sind, der ansonsten seine Höhepunkte bereithält (Schulhofszene), aber auch die notwendigen Momente der Bedächtigkeit generiert.

Screenshots



« Letzte Änderung: 09. Juni 2008 um 19:39 von Vince » Gespeichert
dÆmonicus
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Dragon


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« Antwort #1 am: 09. Juni 2008 um 19:47 »

Da sind noch ein paar komische Zeichen drin.  Sehr glücklich Warum hat Moore diesen Film gewählt? Ist der was besonderes?
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Vince
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Debakelvince


« Antwort #2 am: 09. Juni 2008 um 20:09 »

Da sind noch ein paar komische Zeichen drin.  Sehr glücklich
Ich weiß. Aber wenn ich die rauseditiere und auf Abschicken drücke, sind sie trotzdem wieder drin.  Verwundert

Zitat
Warum hat Moore diesen Film gewählt? Ist der was besonderes?

Keine Ahnung, wahrscheinlich, weil das so schön arthousemäßig rüberkommt. Surreales Kurzfilmsozialdrama aus den 50ern... yeah, sophisticated!  Zwinkern
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dÆmonicus
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Dragon


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« Antwort #3 am: 09. Juni 2008 um 21:56 »

Das reicht als Grund natürlich völlig aus.  Lautes Lachen

Danke fürs reviewen. Schön wenn immer mal wieder ausgefallene Sachen auftauchen.  Sehr glücklich
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