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Autor Thema: Indian Love Story - Lebe und denke nicht an morgen  (Gelesen 4610 mal)
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Jorin
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Beiträge: 17.481



« am: 18. Mai 2008 um 09:46 »

Indian Love Story - Lebe und denke nicht an morgen

Vertrieb: Rapid Eye Movies
Laufzeit: ca. 187 Min.
Regionalcode: 2
Bildformat: 2,35:1 anamorph
Sprache(n): Hindi (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Freigabe ab: 6 Jahren

Regie: Nikhil Advani
Darsteller: Shahrukh Khan, Saif Ali Khan, Preity Zinta

Film:

Die junge Inderin Naina Kaipur (Preity Zinta) wohnt mit ihrer Familie in New York und leidet nach dem Selbstmord des Vaters unter emotionalen Problemen, die nur durch ihren platonischen und in Bezug auf andere Frauen jedoch ziemlich triebgesteuerten Kumpel Rohit (Saif Ali Khan) aufgefangen werden. Familiäre Streitigkeiten mit ihrer Großmutter und das schlecht florierende indische Restaurant, das Nainas Mutter führt, verstärken die negativen Schwingungen und belasteten ebenfalls das Zusammenleben. Gerade in dieser Downphase zieht  Aman (Shahrukh Khan) in die Nachbarschaft ein und weiß mit seiner positiven Ausstrahlung und seinem ungebremsten Tatendrang das Leben der Kapurs zu verbessern. Doch auch er birgt ein dunkles Geheimnis, das in seiner Erfüllung unaufhaltsam sein wird…

Amerikanische Screwball-Elemente treffen auf indisches Gefühlskino: So kann man in etwa die Melange beschreiben, die den Zuschauer in über drei Stunden mitreißen kann. Der Angelpunkt des Filmes ist Shahrukh Khan, der als irdischer Engel seine (un-) beliebten Manierismen und den Kumpel-Typus wieder nach Herzenslust ausspielen kann und einen der großartigsten Auftritte der Filmgeschichte erhält. Seine Mitstreiter Preity Zinta und besonders Saif Ali Khan brauchen sich jedoch nicht hinter dem Superstar zu verstecken; beide finden punktgenau die richtige Mischung zwischen Komik und Dramatik und zeigen, dass sie mittlerweile zu den besten indischen Charakter-Darstellern gehören. Nebenfiguren wie z.B. Jaya Bhaduri fügen sich mit ihrer Präsenz wunderbar in das Werk ein, und erfreulich ist, dass viele indische Filmstars wie Rani Mukherjee und Kajol winzige Gastauftritte absolvieren. Auffällig ist leider mal wieder, dass bei der Wahl der ausländischen Statisten nicht besonders viel Geschick bewiesen wurde. Es ist immer wieder erstaunlich, dass jemand auch nur beim Herumstehen mangelndes Talent offenbaren kann.

Storytechnisch atmet der Film natürlich klassisches Bollywood-Kino, aber da der Schauplatz dieses Mal, im Gegensatz zu sonstigen Mini-Ausflügen z.B. in die Schweiz, komplett in die USA transferiert wurde, fehlt dem Ergebnis ein wenig das indische Flair, das für mich gerade den Reiz ausmacht. Das Drehbuch überrascht mit manchen (mehr oder weniger glaubhaften) Twists, kann aber außer dem Ortswechsel keine echten Neuerungen bieten und schippert manchmal im seichten Gewässer der Belanglosigkeit, was aber durch das Tempo und die Spielfreude der Darsteller erfolgreich aufgefangen wird. Die zweiten 90 Minuten sind auf Grund der dramatischen Entwicklungen manchmal ein wenig sämig, können aber das Gesamtbild letztendlich nicht schädigen...so etwas gehört einfach dazu. Interessant ist, dass trotz allen oberflächlichen Modernismen die weibliche Hauptrolle erneut ihren Lebenspartner nicht selbstständig aussuchen kann, sondern anstelle der üblichen Bestimmung durch den Familien-Patriarchen die Verbindung hier von einer externen Stelle organisiert wird.

Musikalisch ist der Film für meinen Geschmack ziemlich wechselhaft geraten: Neben großartig orchestrierten und interpretierten Songs wie Maahi Ve (welches auch das tänzerische Highlight bietet) und dem Titelstück, finden sich auch Multi-Kulti-Gurken wie eine Punjabi-Version von Roy Orbinson´s Pretty Woman,  inkl. peinlichem Shahrukh-Rap, US-Flaggen und farblichem Overkill und der horriblen Nummer It´s time to Disco, die mit billigen Synthesizer-Sounds und Saturday Night Fever-Hommagen den Bogen der westlichen Annäherung überspannt.

Inszenatorisch gibt es nichts zu bemängeln. Regie-Neuling Nikhil Advani weiß das recht hohe Tempo besonders in der ersten Hälfte clever und charmant aufrecht zu erhalten und schafft optische Abwechslung mit Split-Screens, individuellen Kamerafahrten und gelungenen Montagen, was für den Film einen nicht zu unterschätzenden Pluspunkt ausmacht und Neugier auf zukünftige Werke dieses Talentes weckt.

Letztendlich findet die Produktion von beinahe allen Zutaten die richtige Mischung und bietet  für alle Bollywood-Freunde ein Must-See und für alle interessierten Neulinge den  perfekten Einstieg in Freud und Leid der indischen Kinoemotionen.

8 Narrenkappen

Bild:

Direkt zu Anfang fällt auf, dass der Film mit der Bildschärfe zu kämpfen hat; besonders die Kantenschärfe ist nicht gerade überwältigend. Die Farben sind kräftig, und der Kontrast ist auch als gelungen zu bezeichnen. Das befürchtete Bildrauschen hält sich zum Glück zurück. Verschmutzungen oder Dropouts sind nicht erkennbar. Zusammenfassend ist die Qualität recht zufriedenstellend, da sich auch die britische DVD mit ähnlichen Problemen herumschlägt.

7 Narrenkappen

Ton:

Die deutsche Tonspur wird nur in Dolby Surround geboten, bietet dafür eine gute Qualität. Die Dialoge sind klar verständlich, und die Synchro ist als solide zu bezeichnen. Die Stimmen sind teilweise den Originalen gegenüber nicht immer glücklich gewählt. Der Subwoofer hat besonders bei der Musik seine Höhepunkte. Die Rears werden mit Effekten und Musik oft eingesetzt und bieten einen schönen Raumklang; ein 5.1-Mix wäre trotzdem wünschenswert gewesen, wie er auch bei der Originaltonspur vorhanden ist. Diese ist aber eine große Enttäuschung: Zu leise gemastered und schwach in der Dynamik geht auch wie bei der DVD von In guten wie in schweren Tagen der Daumen runter. Gerade für Liebhaber des Hindi-Flairs ist die britische DVD vorzuziehen. Da wäre eine Qualitätsverbesserung bei Rapid Eye Movies wünschenswert. Toll wäre auch eine "Play All"-Funktion bei der Songauswahl.

8 Narrenkappen

Extras:
 
DVD Features:
• Making of (23 Min.)
• Deleted Scenes (35 Min.)
• Kinotrailer
• Television Promos

Diese standen mir zur Rezension leider nicht zur Verfügung, deshalb keine Wertung.

Fazit:

Ein guter Film-Einstieg für Bollywood-Neulinge, die sich nicht sofort in traditionell indische Gepflogenheiten stürzen wollen, wird auf einer qualitativ guten DVD geboten. Die Extras hören sich interessant an und bieten eine schöne Ergänzung. Toll, daß dieses kleine Kölner Label sich dieser Filmsparte annimmt und sich augenscheinlich mit der Veröffentlichung viel Mühe gibt. Wenn in Zukunft noch Verbesserungen an Schärfe und Originalton vorgenommen werden können, dann sind diese Releases für jeden Bollywoodfreund ein Pflichtprogramm.

8 Narrenkappen

Dies ist ein vor langer Zeit unter Joomla veröffentlichtes Review und wurde nur "gerettet". Deswegen kann es zu kleinen Ungereimtheiten kommen, z.B. fehlende Bilder oder nicht nachvollziehbare Textstellen. Soweit möglich, wurde das Review jedoch geprüft und bereinigt.
« Letzte Änderung: 18. Mai 2008 um 10:33 von nehcregit » Gespeichert
Sir Khan
Mutti, ich will ein Ponyo!
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Beiträge: 10.513



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« Antwort #1 am: 18. Mai 2008 um 10:31 »

Hey Tiger, das Fazit hatte ich aber nicht mit 4,0 bewertet. Macht keinen Sinn. Müsste das jetzt nicht das Doppelte sein?
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Jorin
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« Antwort #2 am: 18. Mai 2008 um 10:33 »

Ich habe eigentlich immer alles umgerechnet. Der muss mir durchgeschlüpft sein.  Peinlich!
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