NarrenTalk - Der DVDnarr.com Podcast
DVDnarr.com   
Home Forum NarrenTalk (Podcast) Fotogalerie Amazon.de
Suche Hilfe
Registrieren
Benutzername:   Passwort:
Passwort vergessen?
Seiten: [1]   Nach unten
  Sende dieses Thema  |  Drucken  
Autor Thema: Die Reise des jungen Che  (Gelesen 1997 mal)
0 Mitgliedern und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Jorin
Globaler Moderator
*
Offline Offline

Beiträge: 17.451



« am: 18. Mai 2008 um 09:33 »

Die Reise des jungen Che

Vertrieb: Highlight
Laufzeit: ca. 120 Min.
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,85:1 anamorph
Sprache(n): Deutsch, Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Freigabe ab: FSK 6

Regie: Walter Salles
Darsteller: Gael García Bernal, Rodrigo De la Serna

Film:

Ernesto Guevara und sein Freund Alberto Granado brechen 1952 aus behüteten Verhältnissen auf und begeben sich auf eine weite Reise durch Lateinamerika.  Da ihnen bald bewußt wird, daß sie sich finanziell verkalkuliert haben, durchqueren sie den Kontinent weiter als Vagabunden. Ab diesem Zeitpunkt sind die Abenteurer auf die Großzügigkeit der Einwohner angewiesen und lernen auf diese Weise die einfachen Menschen und Gegebenheiten ihres stark geschwächten Landes kennen. Sie erleben eine soziale und politische Realität, die sie vor Antritt dieser Reise nicht verstehen konnten, und das wird die Weltsicht der beiden jungen Männer für immer verändern...

Bereits zu Anfang wird der Zuschauer per Texteinblendung darauf hingewiesen, dass der Film gar nicht versuchen will, Guevaras Entwicklung zum Rebellenführer darzulegen, sondern er zeichnet die Reise nach, die Ernestos Gefühls- und Gedankenwelt maßgeblich beeinflussen wird. Damit folgt die Verfilmung den Büchern, welche die Abenteurer später über ihre Erlebnisse verfassten. Der internationale Filmtitel "Motorcycle Diaries" ist dabei ein wenig verwirrend, da die klapprige Maschine nur zu Beginn eine Rolle spielt und bereits vor Erreichen der Halbzeit das Zeitliche segnet. Ein bisschen wirken sie wie Don Quichotte und Sancho Pansa auf ihrem Pferd Rosinante, nur daß Ernesto Guevara und Alberto Granado auf einem alten Motorrad reiten, das sie "La Poderosa", die Mächtige, nennen. Jedoch scheut sich auch dieser „Gaul“ nicht, die Protagonisten mit schöner Regelmäßigkeit aus dem Sattel zu werfen.

Der Regisseur Walter Salles, ein bekennender Anhänger des Neorealismus, hat mit seinen bisherigen Filmen das brasilianische Cinema Novo international bekannt gemacht. Er  bleibt auch hier wie in "Fremdes Land", "Central Station" und "Hinter der Sonne" bei seinem Lieblingsthema „Reise/Selbstfindung“ und bindet sich eng an seine Personen, die Gesichter, Gefühle und Landschaften, indem er die Kamera wie einen weiteren Begleiter agieren lässt.

Der Zuschauer erfährt viel über den frühen Ernesto: Wie die Begegnung mit dem erschütternden Elend des Kontinents ihn formt, man lernt seine viel gerühmte Einheit von Denken und Handeln kennen und seine Prinzipienfestigkeit. Der junge Gael Garcia Bernal spielt diesen Ernesto sensibel und mit jener Unbeirrbarkeit, die sympathisch ist und irritierend zugleich. Bernal, könnte man denken, hat nur einen Fehler: Er sieht nicht aus wie Che Guevara.

Die einzelnen Stationen dessen Entwicklung werden oftmals nur wie Schnappschüsse in einem Fotoalbum gezeigt, das zwar mit heiteren Momenten beginnt, später jedoch dunklere Nuancen aufzeigt, welche sich anschaulich in den Augen des hervorragenden Hauptdarstellers widerspiegeln. Dadurch überzieht Salles jedoch die einschneidenden Reiseerfahrungen Guevaras mit einem gewissen Weichzeichner, und macht es auch schwerer, die Erweckung des sozialen Gewissens bei ihm nachzuvollziehen.  Von dem erwachsenen Ché, dem späteren Schutzheiligen der T-Shirt-Industrie, der kaum ein Jahrzehnt nach diesem Erlebnis Gegner der Revolution hinrichten lassen und selbst zur Waffe greifen sollte, ist hier so gut wie nichts zu entdecken. Der junge Mann, der am Ende schwimmend den Amazonas überquert um sich auf diese Weise symbolisch von der bürgerlichen Seite des Lebensflusses auf die der Ausgestoßenen zu begeben, hätte genauso gut ein zweiter Albert Schweitzer werden können.

So ist „Die Reise des jungen Che“ weniger zu einem Agitations- denn zu einem Road Movie geraten; exzellent gespielt, komisch und bewegend in den genau richtigen Anteilen, mit einem wunderbaren Soundtrack, der wie frische Luft um die Nase weht.

Der Film kann letztendlich als reines, großes und auch großartiges Gefühlskino betrachtet werden, aber nicht als eine Auseinandersetzung mit Guevara oder der kubanischen Revolution. Er fokussiert eher das Erwachen eines revolutionären Herzens.

9 Narrenkappen

Bild:

Der anamorphe Transfer wartet mit einer guten Detailschärfe auf und gefällt auch durch eine facettenreiche Farbpalette, die besonders den nostalgischen Blick auf die zahlreichen, wunderschönen südamerikanischen Locations unterstützt. Auffällig sind die ein wenig grieselig wirkenden Nachtaufnahmen, was allerdings auch vom Regisseur so gewollt sein kann. Dann lässt die Schärfe allerdings direkt ein wenig zu wünschen übrig. Die Kompression ist gelungen, und Verschmutzungen oder ähnliche Störungen sind so gut wie nicht zu erkennen.

8 Narrenkappen

Ton:

Wenig spektakulär, was bei diesem Film allerdings auch nicht nötig ist. Die Dialoge sind klar und verzerrungsfrei zu verstehen. Die Rearspeaker kommen hauptsächlich bei dem wunderbaren Score und bei einigen Umgebungsgeräuschen zum Einsatz, und der Subwoofer wird selten genutzt. Im Grunde handelt es sich hierbei fast nur um eine Stereo-Präsentation.

Die deutsche Synchro ist recht gut gelungen, lediglich bei wenigen Stimmen hatte ich den Eindruck, daß diese nicht richtig zu den Personen passen.

8 Narrenkappen

Extras:

Extras
- Deleted Scenes
- Darsteller Informationen als Textseiten
- Blick hinter die Kulissen (unkommentierte B-Roll)
- Interviews mit Darstellern & Regisseur sowie Produzent Robert Redford
- Featurette

Alles mit deutschen Untertiteln...sehr vorbildlich.

6 Narrenkappen

Fazit:

Ein interessantes und sehr gut gespieltes Bio-Pic auf einer empfehlenswerten DVD. Lediglich mehr Informationen über die historische Person Che Guevaras wären wünschenswert gewesen, da der Film sehr neugierig darauf macht (jaja, ich weiß - ich könnte auch ein Buch lesen...).

Eine Kaufempfehlung wird ausgesprochen.

8 Narrenkappen

Dies ist ein vor langer Zeit unter Joomla veröffentlichtes Review und wurde nur "gerettet". Deswegen kann es zu kleinen Ungereimtheiten kommen, z.B. fehlende Bilder oder nicht nachvollziehbare Textstellen. Soweit möglich, wurde das Review jedoch geprüft und bereinigt.


* che.JPG (7.25 KB, 98x140 - angeschaut 303 Mal.)

* chemenu.JPG (35.12 KB, 360x201 - angeschaut 440 Mal.)

* che3.JPG (25.27 KB, 360x202 - angeschaut 408 Mal.)

* che1.JPG (22.57 KB, 360x202 - angeschaut 427 Mal.)
Gespeichert
Seiten: [1]   Nach oben
  Sende dieses Thema  |  Drucken  
 
Gehe zu:  



Impressum | Forumregeln | Kontakt | Sitemap
Powered by SMF 1.1.21 | SMF © 2006, Simple Machines