NarrenTalk - Der DVDnarr.com Podcast
DVDnarr.com   
Home Forum NarrenTalk (Podcast) Fotogalerie Amazon.de
Suche Hilfe
Registrieren
Benutzername:   Passwort:
Passwort vergessen?
Seiten: [1]   Nach unten
  Sende dieses Thema  |  Drucken  
Autor Thema: Sinead O'Connor: Goodnight, thank you  (Gelesen 4761 mal)
0 Mitgliedern und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Jorin
Globaler Moderator
*
Offline Offline

Beiträge: 17.448



« am: 12. Mai 2008 um 18:29 »

Irische Volksweisen, beeindruckend wiedergegeben von Sinead O'Connor, die einige wohl nur noch aus den 80ern kennen. Damals belegte sie mit "Nothing compares to you" bei uns den ersten Platz, doch sie ist auch heute noch auf der Bühne aktiv. Im Review ein im Juli 2003 in Dublin aufgezeichnetes Konzert, in dem sie 13 irische Volkslieder live und mit kleiner Band zum Besten gibt.

Sinead O'Connor: Goodnight, thank you. You've been a lovely audience - Live in Dublin

Publisher: ev Classics
Laufzeit: ca. 68 Minuten Konzert, ca. 82 Minuten Bonusmaterial
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1, DTS
Untertitel: Holländisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch (Bonusmaterial und Konzert)
Regionalcode: 0

Tracklist:
1. Molly Malone
2. Ò rò Sè Do Bheatha `Bhaile
3. The Singing Bird
4. My Lagan Love
5. I Am Stretched On Your Game
6. Nothing Compares 2 U
7. John I Love You
8. The Moorlough Shore
9. You Made Me The Thief Of Your Heart
10. Paddy´s Lament
11. Thank You For Hearing Me
12. Fire On Babylon
13. The Last Day Of Our Acquaintance

Das Konzert

Wer, wie ich als Recherche zu diesem Review, den Lebensweg der 1966 in Glenageary in der Nähe von Dublin geborenen Sängerin Sinead O'Connor verfolgt, wird sicher manchmal ungläubig mit dem Kopf schütteln. Im Kindesalter oft misshandelt, verzettelt sich O'Connor immer wieder in Widersprüche und scheint nicht so recht zu wissen, wo sie nun eigentlich hin gehört. Sie sagt Auftritte ab und verzichtet auf Auszeichnungen, weil zuvor die amerikanische Nationalhymne gespielt werden soll, klagt öffentlich die stetigen Misshandlungen von Schutzbefohlenen und Kindern in der christlichen Kirche an, und gibt immer wieder das Ende ihrer musikalischen Karriere bekannt, um wenige Monate später doch wieder ein neues Album herauszubringen. So erscheinen im Laufe der Jahre 12 Alben, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich immer schlechter verkaufen.

Das im Juli 2003 in Dublin aufgezeichnete Konzert beinhaltet 13 irische Volkslieder, die man teilweise auch in anderen Fassungen von anderen Künstlern kennt. Mit ihrer kleinen Band gelingt es O'Connor jedoch, diese in ihrer ursprünglichen Form wiederzugeben. Wie im äußerst informativen Interview zu erfahren ist, wollte sie das für dieses Konzert zugrunde liegende Album damals bereits seit 12 Jahren aufnehmen. Dies war ihr unter den großen Major Studios jedoch versagt, da diese wohl zu wenig Einnahmen fürchteten. Überhaupt nehmen die in der Dokumentation zu Worte kommenden Produzenten, Autoren und Musiker kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Veröffentlichungen der großen Studios geht. Hier kommen in Irland sehr bekannte und namhafte Künstler zu Wort, unter anderem Christy Moore und auch Produzent Adrian Sherwood.

Die Stücke selbst bieten einen schönen Überblick über die irischen Volksweisen. Hervorragend getragen von O'Connors sagenhafter Stimme, ist man doch immer wieder überrascht, warum von der Künstlerin hierzulande nicht mehr zu hören ist als ab und zu ihre alte Nummer "Nothing compares to you", die bei diesem Konzert natürlich auch gespielt wurde. Die Bühnenshow muss man allerdings suchen, wird sie aber nicht finden - Es gibt schlichtweg keine. Man ist dazu verdammt, sich mangels optischer Reize auf die Musik zu konzentrieren. O'Connor ist in ihrer lockeren Bluse und Hose einfach zu wenig Frau, um da irgendwie zu reizen, und auch Bühnenbild und Licht reißen da nichts raus. Das Konzert lebt einzig von der Stimmgewalt der kleinen Person vor dem Mikrofon. Als absolute Favoriten in dem Konzert zähle ich "My Lagan Love", welches O'Connor, wie wir aus der Dokumentation erfahren, einfach mal etwas moderner und sexier gestalten wollte; "You made me the thief of your heart", ungewohnt düster und anklagend wiedergegeben; "Thank you for hearing me", bei dem ich auch hier eine Gänsehaut bekomme; und "Fire on Babylon" - Man glaubt gar nicht, welche Stimmgewalt Sinead O'Connor noch nach einer Stunde Konzert auf die Bühne transportieren kann.

Bild:

Die Bühne ist eigentlich ständig in blaue Dunkelheit getaucht, womit Kontrast und Schärfe deutlich zu kämpfen haben. Manchmal versinkt die Bildqualität auf mittelmäßige TV-Serien-Qualität, was zwar hier nicht ganz so tragisch ist, aber durchaus für ein Konzert aus dem Jahr 2003 einen dicken Minuspunkt bedeutet.

 4 Narrenkappen

Ton:

Trotz DTS-Tonspur sollte man kein Feuerwerk erwarten. Dafür wird aber O'Connors Stimme stets klar und deutlich wiedergegeben, die Instrumente sind genau richtig eingepegelt und überspielen den Gesang nicht. Es bleibt eine kraftvolle, treibende Aufnahme, welche auch den Subwooofer immer wieder anspricht.

 7 Narrenkappen

Extras:

Neben 6 weiteren Videos bietet die DVD eine informative Dokumentation über die einzelnen Stücke, die in diesem Konzert vorgetragen werden. Produzenten, Autoren, Musiker und Künstler Irlands kommen dabei zu Wort, es werden seltene Studioaufnahmen und Testaufnahmen gezeigt. O'Connor selbst berichtet in Interviews über ihre Intentionen, ausgerechnet dieses oder jene Stück gesungen zu haben.

 8 Narrenkappen

Fazit:

Man muss irische Musik schon mögen, um den Kauf dieser DVD nicht zu bereuen. Und man sollte sich darauf einstellen, hier nicht den irischen Mainstream zu bekommen, wie er durch die Celtic Women oder Feet of Flames bzw. Lord of the Dance bekannt wurde. Die Fiedel kommt nur wenig zum Einsatz, Sinead O'Connor trägt die Stücke fast alleine. Trotzdem fand ich das Konzert recht gut, einige Stücke erzeugten eine Gänsehaut par excellence, bei anderen begann ich das Träumen und wähnte mich in einem kleinen, irischen Pub, der dortigen Lokalband lauschend. Ungeachtet ihrer politischen Ansichten und Lebensweise ist Sinead O'Connor eine der Sängerinnen, die über die kraftvollste und klarste Stimme verfügen. Hier muss nichts mit digitaler Technik überarbeitet und geschönt werden, sie braucht keine sexy Show, um zu unterhalten - Irische Musik pur! Oder, wie in der Dokumentation über sie gesagt wird: "Sie sorgt dafür, dass die Stimme immer im Vordergrund bleibt".

 7 Narrenkappen

Weitere Informationen:

Offizielle Webseite
Sinead O'Connor bei Wikipedia
Sinead O'Connor bei Amazon.de
Porträt bei laut.de
« Letzte Änderung: 12. Mai 2008 um 22:22 von nehcregit » Gespeichert
dÆmonicus
Globaler Moderator
*
Offline Offline

Beiträge: 33.166


Dragon


« Antwort #1 am: 12. Mai 2008 um 19:10 »

Ihr Heulsusen-Klassiker ist ganz nett. Aber als Künsterlin fand ich sie immer irgendwie zu anstrengend.

Danke trotzdem fürs Review.  Sehr glücklich
Gespeichert
Sir Khan
Mutti, ich will ein Ponyo!
Limited Edition
*
Offline Offline

Beiträge: 10.513



WWW
« Antwort #2 am: 12. Mai 2008 um 20:18 »

Vielen Dank für die Arbeit. Tolles Review, Tiger! - Frau selbst ist leider nicht mein Fall.
Gespeichert
Seiten: [1]   Nach oben
  Sende dieses Thema  |  Drucken  
 
Gehe zu:  



Impressum | Forumregeln | Kontakt | Sitemap
Powered by SMF 1.1.21 | SMF © 2006, Simple Machines