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Autor Thema: Seoul Raiders  (Gelesen 2795 mal)
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Jorin
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« am: 06. April 2008 um 07:51 »

Seoul Raiders

Vertrieb: Mega Star
Laufzeit: 99 Min.
Regionalcode: 0
Bildformat: 1,85:1 anamorph
Sprache(n): Dolby Digital 5.1 (Kantonesisch, Mandarin), DTS (Kantonesisch)
Untertitel: Englisch, Chinesisch (Traditionell, Einfach)
Freigabe ab: IIa

Regie: Jingle Ma
Darsteller: Tony Leung Chiu Wai, Richie Ren, Shu Qi

Film:

Der ehemalige japanische Agent Lam (Tony Leung) erhält den Auftrag gestohlene Dollar-Druckplatten wiederzubeschaffen, um diese dann der amerikanischen Regierung auszuhändigen. Der Raub glückt, jedoch wird Lam bei der Übergabe von dem Botschaftsangestellten Owen Lee (Richie Ren) ausgetrickst, weil der Gauner wiederum die Ware an den koreanischen Fälscher-Boss Polar Bear verscherbeln will. Das lässt Lam natürlich nicht auf sich sitzen und macht sich umgehend auf nach Seoul, um mit Hilfe seiner scharfen Assistentinnen und einer kessen Diebin (Shu Qi) die Platten wiederzubeschaffen und dem Gangsterkönig mal zu zeigen, wo der Hammer hängt.

Da sind sie wieder!!! – Ich habe sie in der letzten Zeit wirklich ernsthaft vermisst, aber jetzt ist alles wie in der guten alten Zeit: Die Druckplatten sind „back on the shack“. Selten war in Hongkong ein Thriller der 80er bis 90er ohne diesen  „McGuffin“ komplett, aber in den letzten Jahren wurde dies von den Drehbuchautoren bedauerlicherweise ein wenig aus den Augen verloren; zuviel Kreativität muss nicht immer gut sein.

Jetzt ist alles im Lot, wenn….ja, wenn da nicht direkt die verschenkte Eröffnungssequenz wäre. Vergeblich wartet der geneigte Zuschauer auf ein spektakuläres Intro (wie z.B. bei „Twins Effect“), stattdessen werden ein angedeuteter Raub, ein bisschen Comedy-Handgemenge mit Kicks, Blocks und Punches und das gegenseitige Austricksen zweier Rivalen nach „Schema F“ geboten.

Leider setzt sich die anfängliche Enttäuschung über einen Großteil der Laufzeit fort. Bei den Fights fällt besonders auf, dass hier die Lust an der Inszenierung fehlt; überhaupt bleibt der Spaß, der beim Vorgänger besonders hinter der Kamera und im Schneideraum zu spüren war, fast gänzlich auf der Strecke. Auch die weibliche Besetzung wirkt die meiste Zeit ziemlich deplatziert: Mit der eigentlichen Handlung (die anscheinend nur auf einen Bierdeckel geschrieben wurde) haben sie so gut wie gar nichts zu tun, sondern kommen meist nach einer beendeten (Kampf-) Szene mit Tony Leung frisch aufgeputzt heran getrippelt, geben ein paar überflüssige Kommentare ab, führen wie Tick, Trick und Track ihre Dialoge fort, stehen ein wenig dekorativ herum und staksen dann wieder gackernd aus dem Blickfeld heraus. Warum Tony die Mädels letztendlich rekrutiert hat, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Ähnliches gilt für Shu Qi, die sicherlich sehr nett anzusehen, aber darüber hinaus für den Film nur marginal von Interesse ist. Alle Akteure, die Handlung und die Fights wirken unter der oft pseudo-witzigen Oberfläche glatt und leblos. Eine Identifikation mit einer Person ist zu keiner Zeit möglich, auch Spannung kommt nicht auf, sondern wird direkt durch dudelige Musik mit „Happy-Happy-Joy-Joy-Charakter“ im Keim erstickt (besonders schlimm: Die repetitive Feierabendkapellen-Version von „Battle Without Honor Or Humanity“ aus "Kill Bill"). Ein Musterbeispiel ist der Fight im Pool, der mit einer zweifelhaften Kanto-Pop-Nummer unterlegt wurde, die für den einheimischen Zuschauer vielleicht witzig ist, aber aufgrund fehlender Untertitelung für Nicht-Chinesen wohl für immer kryptisch bleiben wird.

Natürlich handelt es sich hier um einen Neujahrs-Popcorn-Blockbuster reinsten Wassers, und die aufgezeigten Mankos wären in diesem Kontext allesamt zu verschmerzen, wenn wenigstens die Fights zu begeistern wüssten. Aber auch hier ist außer humorvollem Standard kaum etwas zu vermelden und weit entfernt vom Regenschirm- oder Skateboard-Spaß aus dem ersten Teil. Sicherlich haben die drei Hauptdarsteller keine richtige Kampfausbildung genossen, was aber zumindest im Vorgänger noch durch eine clevere Inszenierung recht gut kaschiert worden ist. Hier sind Jingle Ma und seinem Team jedoch etwas die Luft und die Innovation ausgegangen, was besonders bei dem völlig verschenkten Fight mit dem Bodyguard und dessen unmotivierten Auflösung zu spüren ist.

Letzte Hoffnung: Das Finale! – Denkste: Auch hier kommt keine Spannung auf und alles gerät wieder ein Stückchen zu unspektakulär und kurz; für eine A-Produktion ein wenig beschämend. Sehr schade, da wäre mehr drin gewesen.

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Bild:

Der Kontrast ist sehr gut gelungen, und die Farben sind ausgewogen, hätten aber manchmal ein wenig kräftiger sein können. Die Detailschärfe ist an einigen kurzen Stellen nur befriedigend, am Tiefpunkt kurz vor der 32. Minute wirkt das Bild sogar etwas matschig. Bei genauem Hinschauen sind ein paar Verschmutzungen zu erkennen, fallen aber für die Bewertung nicht sehr ins Gewicht. So eben noch:

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Ton:

Die kantonesische dts-Spur bietet meist sehr guten, jedoch etwas frontlastigen Sound. Bei Action- oder Scoreeinsätzen werden die Rearspeaker gut ausgenutzt, aber für mein Empfinden hätten ein paar Surroundeffekte ausgefeilter eingesetzt werden können. Auch der Subwoofer glänzt nicht gerade mit hoher Einsatzrate. Bei manchen Dialogen (z.B. in der 40. oder 56. Minute) kann man bei erhöhter Lautstärke leichte Verzerrungen wahrnehmen, ansonsten sind diese klar verständlich und ausgewogen abgemischt. In der 94. Minute ist der Ton für kurze Zeit ein wenig dumpf, was sich aber schnell wieder neutralisiert.

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Extras:

Texttafeln (wahlweise englisch oder chinesisch):
  • The Story
  • Biografien und Filmografien
  • Cast & Crew Übersicht

(Folgende Extras nur auf Kantonesisch bzw. Mandarin ohne englische Untertitel):
  • Making Of (9:24 Min.)
  • Travelogue (10:05 Min.)
  • Trailer zum Film (1.37 Min.)
  • Teaser zum Film (0:31 Min.)
  • Entfallene Szenen (4:52 Min.)

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Fazit:

Der neue Blockbuster aus Hongkong bietet zwar kurzweilige Unterhaltung, weiß aber trotzdem nicht so recht zu begeistern, da der Film weit unter seinen Möglichkeiten und ausschließlich oberflächlich bleibt. Zuwenig inszenatorische Cleverness und das Fehlen jeglicher Innovation machen das schwache Drehbuch nur noch offensichtlicher, was dem ersten Teil zumindest noch in Teilen zu vertuschen gelang. Wenigstens wird dieses Mal auf eine Liebesgeschichte verzichtet, aber das ist auch schon die einzige Überraschung, die geboten wird. Die DVD ist in Ordnung, jedoch ist das Fehlen englischer Untertitel bei den Extras einfach nur ärgerlich. Für einen günstigen Preis kann man durchaus einen Blick riskieren, ansonsten bleiben eine Menge anderer Werke zur Auswahl (z.B. „Kung Fu Hustle“), denen der Spagat zwischen guter Action und Comedy besser gelingt.

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