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Autor Thema: Point of no Return  (Gelesen 4229 mal)
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Jorin
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Beiträge: 17.476



« am: 05. April 2008 um 20:21 »

Point of no Return

Vertrieb: Deltamac / Fortune Star (HK)
Laufzeit: 94 Min.
Regionalcode: 0
Bildformat: Letterbox (ca. 14:9)
Sprache(n): Dolby Digital 2.0 (Kantonesisch, Mandarin)
Untertitel: Englisch
Freigabe ab: II

Regie: Ringo Lam
Darsteller: Sammo Hung, Vincent Wang, Billy Chow, Teresa Mo

Film:

‚Point of no Return’ stellt im Nachhinein betrachtet das Zusammentreffen zweier großer Stars des Hk-Kinos dar. Zur Zeit des Drehs sah das etwas anders aus: Damals befand sich Regisseur Ringo Lam nämlich gerade in einem beruflichen Tief: Lam, der auf der selben Schauspielschule wie Chow Yun-Fat lernte, merkte bald, dass die Schauspielerei nicht sein Metier war. Er wurde Produktionsassistent bei TVB (TV-Abteilung der Shaw Brothers-Studios). Aber auch hier wurde er nicht glücklich. Die Fernsehstation konnte einfach nicht die Mittel bereitstellen, die er benötigte, außerdem wurde sowohl Schauspielern, als auch Crew-Mitgliedern wenig kreativer Freiraum gewährt. Lam ging nach Kanada, wo er eine Filmschule besuchte. 1981 kehrte er nach Hong Kong zurück und drehte seinen Debütfilm 'Esprit D'Amour'. Dieser Film und sein zweites Projekt, spielten genug Geld ein, damit Lam die Chance bekam 'City on Fire' zu drehen. Sowohl Kritiker, als auch das Publikum waren glücklich. Dieser Zustand hielt aber nur für kurze Zeit. 'School on fire' startete eine Serie von Flops. Nachdem seine erste internationale Produktion 'Undeclared War' ein riesiges Loch in die Kasse von 'Cinema City' riss, musste ein Erfolg her. Ringo entschloss sich 'Point of no Return' mit Martial Arts Star Sammo Hung zu drehen. Was konnte denn da schief gehen? Sammo Hung, gelernter Martial Artist, konnte besonders in den 80er Jahren eine Reihe großer Hits aufweisen. Besonders die 'Lucky Stars'-Filme setzten neue Maßstäbe in Sachen Box-Office. Die Voraussetzungen hätten also schlechter sein können. Doch Ringo Lam ging einige Risikos ein. Sowohl Inszenierung, als auch die Geschichte unterscheiden sich doch erheblich von Sammos früheren Werken.

Fat Goose (Sammo Hung) wird zufällig Zeuge eines Polizistenmordes. Er wird von den Mördern entdeckt und schwebt ab diesem Zeitpunkt in Lebensgefahr. Die Polizei scheint dieser Umstand nicht übermäßig zu interessieren, nachdem die Zeugenaussage von Fat Goose keine Wirkung zeigt. Der Mörder kommt dank einflussreichem Arbeitgeber einfach auf freien Fuß und sinnt auf Rache. Erst nachdem die Wohnung von Fat Goose in Flammen aufgeht, hilft ihm Pitt, Polizist und ehemalige Partner des Ermordeten. Hier zeichnet sich schon mein erstes Problem ab: Wieso hilft Pitt Fat Goose nur widerwillig, nachdem es fast zu spät ist? Sollte er nicht dem Mord an seinem Partner nachgehen? Mit allen Mitteln versuchen den Mörder dingfest zu machen? Und ist ein Augenzeuge, der auch noch Kung Fu-Basics beherrscht, nicht praktisch für ein solches Vorhaben? Naja, immerhin finden die beiden zusammen und machen sich an die Arbeit. Sammo Hung spielt dabei keinen kompromisslosen, verzweifelten Zeugen, der zu allem bereit ist, nachdem er alles verloren hat (wie es das DVD-Cover vermuten lässt), sondern ein etwas trotteliges und eingeschüchtertes, gutmütiges Dickerchen. Die Rolle passt zu Sammo, klar, und glaubwürdig ist das was er zeigt auch, aber natürlich lässt diese Art Charakter, der neben einem toughen Polizisten auftritt, kaum Platz für Sammos Fähigkeiten als Kampfsportler. Als schutzsuchender Trottel kann man sich nicht alleine wehren. Und so blitzt nur ganz selten das auf, was Sammo-Filme besonders sehenswert macht und was seine Fans sehen wollen. Klar, Sammo hat auch andere Qualitäten, wie gesagt, schauspielerisch kann ich mich nicht beschweren, aber trotzdem erwarte ich klasse Action. Und mit Ringo Lam ist ja nicht gerade ein Action-Neuling für die Regie verantwortlich. Das Problem ist nun einmal, dass Sammos Rolle zwar auf seinen (dicken) Leib zugeschnitten wurde, aber keineswegs Spielraum für seine Actionqualitäten lässt. Das ist überaus schade, denn Gelegenheiten gäbe es einige: Schurke 'God of Hell' präsentiert sich gewissenlos und kaltblütig, macht nicht viele Worte, sondern lässt Taten sprechen. So zerschneidet er schon einmal Frauengesichter, oder ballert auf alles was sich bewegt. Grund genug für Sammo ihm kräftig den Arsch zu versohlen! Ansatzweise kriegt man das im Endkampf, aber eben nur ansatzweise. Unbefriedigende Ausbeute, wirklich sehr dürftig. Und Leading Man Vincent Wang ist auch kein Chow Yun-Fat! Als Polizist macht er eine einigermaßen gute Figur, bleibt aber blass und ist uncharismatisch. Wenn schon ein heroic bloodshedfilm mit einem Kung Fu-star, der nicht zeigt was er kann, dann wenigstens mit einem Cop, mit dem man mitfiebert, dem man die Daumen drückt und mit klasse shoot-outs und gefährlichen Stunts. Shoot-outs, die begeistern gibt es keine. Stunts, die für offenstehende Mäuler gut wären auch nicht wirklich. Zwar ist der ein oder andere Stunt schon gefährlich und auch 'schön' anzusehen, aber die richtigen, mörderichen, großen Stunts sucht man vergebens. Der Film hat sicherlich schon einige Jährchen auf dem Buckel. Das hat aber Police Story auch und dort hängt der Hauptdarsteller am Bus und seilt sich 2 Stockwerke an der Deko ab und landet im Glas. In 'Point of no Return' gibt es zwar eine obligatorische Autoverfolgungsjagd und einige Explosionen, bei denen die Stuntmen nur knapp der Feuerwalze entkommen (gefilmt in der Totalen, keine Tricks wie in vielen Hollywoodfilmen) und einen Stunt mit einem brennenden Bus (Dauer<3sec.), aber sonst ist ziemlich tote Hose.

Ja, und das war noch nicht alles was mir negativ aufgefallen ist. Es wird noch 'geschickt' ein Komikfaktor, Fat Goosens Mutter, eingefädelt. Die gute Frau lebt im Heim (?) und unterzieht jede zukünftige Mrs. Fat Goose einer Untersuchung. Muss ja wissen, ob die Flamme gut genug für den dicken Sohn ist. Alberner HK-Humor ahead. Normalerweise hab ich damit kein Problem, aber .... naja .... ich find das hier nicht besonders witzig. Die Schwester von Pitt (sie hört auf den Allerweltsnamen 'Angel') wird auf Fat Goosens Wunsch als seine neue Freundin vorgestellt und gleich beäugt. Fat Goose gewöhnt sich an den Gedanken und macht sich Hoffnungen. Soll das nun komisch sein, oder ist das ein weiteres tragisches Moment? Fat Goose kauft sich zum Beispiel ein neues, ziemlich kostspieliges Hemd um seiner Flamme zu gefallen und über weite Strecken denkt man sich: Junge, die mag dich nicht, du machst dich zum Deppen. Vielleicht ist das in bestimmten Lebenslagen ganz witzig, aber ich konnte damit wenig anfangen, zumal das ein, zwei mal am Rande eingeflochten wird, gegen Ende hin diesem kleinen 'Handlungsstrang' aber viel zu wenig Raum gegeben wird. Wieso nicht weglassen und dafür Sammo Hung das machen lassen, was er am besten kann?

Schade, hier hat Ringo Lam eine durchschnittliche Story zu unspektakulär umgesetzt. Noch dazu kommt die Enttäuschung, die sich unweigerlich breit macht, da man mit dem Namen Sammo Hung sofort etwas verbindet, das man bei 'point of no Return' vorenthalten bekommt. Und um mich über einen verknallten 'Fat Goose' zu amüsieren, der sich für die wenig begehrenswerte Angel zum Heinz macht, bin ich auch nicht in der Stimmung.

Durchschnitt also. Auch in Sachen Filmmusik gibt’s nichts besonderes, kein Stück bleibt hängen, oder passt besonders gut zum Geschehen. Alles Standart, nicht schlecht, aber auch weit entfernt von gut.

4 Narrenkappen

Bild:

Etwas ältere Deltamac Veröffentlichungen ähneln sich doch stark: Kein anamorph gespeichertes Bild, was auf einem Breitbild TV ein unbefriedigendes Ergebnis hervorruft. Die Zoom-Funktion muss bemüht werden. Ergebnis sind deutliche Unschärfen, Grobkörnigkeit und weiche, oft ausgefranste Konturen. Die Farben wirken größtenteils sehr blass. Der Kontrast geht in Ordnung. Sehr negativ aufgefallen sind mir die vielen Verschmutzungen. Kleine Blitzer sind keine Seltenheit. Es prasselt nahezu ein 'Pünktchenregen' auf den Zuschauer nieder.

4 Narrenkappen

Ton:

Der Ton liegt in DD2.0 vor und kommt ausnahmslos von vorne. Räumlichkeit Fehlanzeige. Wenigstens kann man die Dialoge gut verstehen.

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Extras:

Außer dem Trailer wird uns überhaupt nichts an Zusatzinformationen bereitgestellt!

1 Narrenkappe

Fazit:

Ein Film, der verständlicherweise floppte. Ringo Lam blieb immerhin seinem Stil treu und kollidierte damit mit Sammos Stil. Der Film ist nahezu Kung Fu-frei und an einigen stellen brutal. Sammo passt da nicht rein, sorgt nur für unerfüllte Erwartungen. Für Sammo war die Flop-Erfahrung relativ neu, Ringo Lam musste schnellsten Erfolge feiern, ansonsten wäre er wohl in der Versenkung verschwunden. Gut für ihn, dass 'Full Contact' mit seinem Kumpel Chow Yun-Fat die Flop-Serie beendete.

Die DVD, die Deltamac hier abliefert, ist alles andere als das gelbe vom Ei.

2 Narrenkappen

Dies ist ein vor langer Zeit unter Joomla veröffentlichtes Review und wurde nur "gerettet". Deswegen kann es zu kleinen Ungereimtheiten kommen, z.B. fehlende Bilder oder nicht nachvollziehbare Textstellen. Soweit möglich, wurde das Review jedoch geprüft und bereinigt.


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« Antwort #1 am: 05. April 2008 um 21:30 »

Steh dem Film etwas positiver gegenüber, die Action ist zwar relativ rar, aber von Lam dann durchaus überzeugend und angenehm "gritty" umgesetzt.
Dass sowohl Regisseur als auch Hauptdarsteller ein Risiko eingingen und sich jeweils zur Hälfte dem Geschmack des Anderen anpassen wollten, führt natürlich zu einem recht gemischten, aber dennoch unterhaltsamen Paket, dass gerade heutzutage durchaus seinen Wert hat.

Kleine Anmerkungen noch. Was im Text etwas mißverständlich und nicht klar ausgedrückt ist: Lam hat vor City on Fire, der auch mitnichten ein finanzielles Risiko oder ein ungewohntes Bild in der damaligen Filmlandschaft war, ganze Fünf Werke gedreht statt nur Zwei.
Außerdem könnte man vermerken, dass Kino- und eigentlich verwendete Titel Touch and Go lautet.
Und der Blasse Cop heißt Vincent Wan.

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