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Autor Thema: Abbitte  (Gelesen 3132 mal)
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freeman
Kinothekar
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Beiträge: 7.231



« am: 04. April 2008 um 09:52 »

Abbitte


Eine Reihe katastrophaler Missverständnisse führt dazu, dass Robbie Turner (James McAvoy) unschuldig eines schweren Verbrechens bezichtigt wird. Die Anklage zerstört die junge Liebe zwischen Robbie und Cecilia (Keira Knightley) und verändert das Leben der beiden für immer...

Universal veröffentlichte am 27.3.2008 die DVD zu dem wuchtigen Drama um Verlangen, Schuld und Vergebung, das bei der diesjährigen Golden Globe Verleihung als bester Film des Jahres ausgezeichnet wurde. DVD und Film will ich euch hiermit ans Herz legen ...

Originaltitel: Atonement
Herstellungsjahr: 2007
Produktionsland: Großbritannien
Regie: Joe Wright
Darsteller: Keira Knightley, James McAvoy, Romola Garai, Saoirse Ronan, Brenda Blethyn, Vanessa Redgrave u.a.
Label: Universal
FSK: 12
Lauflänge: ca. 118 Minuten
Bild: 1.85:1 Anamorph Widescreen
DVD Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch, Ungarisch jeweils in Dolby Digital 5.1
Verpackung: Amaray
DVD Extras: Unveröffentlichte Szenen, Making Of, Verfilmung des Romans, Audiokommentar mit Regisseur Joe Wright

1935 rumort es in England, scheint man doch an der Schwelle zu einem Krieg zu stehen. Doch in manchen Bereichen des Landes spielt dies keine Rolle. Hier lebt man ein gelacktes wie langweiliges Leben und scheint nur für den Moment zu existieren. Langeweile ist alles, was hier die Menschen umtreibt. Die Folge: Briony Tallis, ein 13jähriges Mädchen, fühlt sich von ihrer Familie unbeachtet und obendrein in seinen Fähigkeiten unterfordert. Verärgert über diesen Umstand treibt die Fantasie des Mädchens ungeahnte Blüten und es kommt zur Katastrophe als Briony die zarten Liebesschwüre zwischen ihrer Schwester Cecilia und Robbie, dem Sohn einer Bediensteten, vollkommen falsch interpretiert. Als auch noch ein schmutziger Brief von Robbie an Cecilia in Brionys Hände fällt, mutiert Robbie in Brionys Augen zu einer ernsthaften Bedrohung für sie und ihre Schwester! Als an einem Familienabend Brionys Verwandte Lola von einem Mann "vergewaltigt" wird, zählt Briony eins und eins zusammen und gibt bei der Polizei an, Robbie sei der Vergewaltiger und sie habe ihn gar gesehen und das wo Briony genau weiß, dass Robbie kein Vergewaltiger ist! Doch sie nimmt dies billigend in Kauf, um die Bedrohung Robbie zu beseitigen und trennt die füreinander bestimmten Liebenden Robbie und Cecilia auf Lebenszeit ... Ob die beiden wohl wieder zueinander finden werden, wenn Briony Abbitte geleistet hat?

Abbitte (=die Bitte um Verzeihung beziehungsweise das Vergeben von Schuld) ist ein wuchtiges Drama, das an verschiedensten Fronten kämpft. Es geht in erster Linie um eine große Liebe, eine große unmögliche Liebe. Auch die schmerzliche Trennung der Liebenden wird ausführlich angeschnitten. Fast noch wichtiger aber sind die lancierten Motive um Schuld und Unschuld, Treue und Verrat. Das schockierendste Element ist aber vermutlich die Erkenntnis, wie lange ein Mensch brauchen kann, um sich selbst eine Schuld einzugestehen. All diese sehr schweren und fast schon existentialistischen Themen schneidet Abbitte an und verwebt sie dank seiner formalen Brillanz zu einem aufwühlenden und rundum funktionierenden Ganzen.

Das Ergebnis ist ein brillant erzählter und montierter Bilderrausch mit - von kleinen Ausnahmen abgesehen - sehr starken Darstellern, der sich scheinbar von Minute zu Minute steigert und sowohl mit einem komplexem Handlungsgerüst als auch einer konstanten Spannungskurve aufzuwarten versteht. Dabei ist das Erzähltempo selbst erstaunlich gemäßigt, ja fast schon elegisch. Geadelt von einem wunderschönen Score gehört Abbitte trotz kleiner Schönheitsfehler zum Wuchtigsten und Bewegendsten, was derzeit über unsere Heimkinoleinwände flimmern könnte.
8 Narrenkappen

Lest die Langform des doch stark gekürzten Reviews in der Kinothek!

Screens:



DVD Test:

Menüs:
Sowohl das Hauptmenü als auch die Untermenüs sind leider nicht animiert, dafür aber zumindest atmosphärisch erstklassig an den Film angepasst und mit der schönen Musik aus dem Film unterlegt.

Hauptmenü – witzigerweise gibt es nur bei der englischen Fassung ein Hauptmenü, in dem auch der eigentliche Filmtitel angezeigt wird … die deutsche Version verzichtet darauf, wie man hier sehen kann … warum auch immer …


Untermenü
4 Narrenkappen

Bild:
Die sehr gute Bildqualität der Universal DVD bringt die gesättigten, teils sehr pastellenen Farben der Einstiegsminuten genauso gut zur Geltung wie die erdig braunen, ab und an surrealen Bilder in und um Dünkirchen oder die realistischen, teils extrem kalten Bilder in Brionys Hospitalarbeitsstätte. Verschmutzungen, Blockbildung und dergleichen mehr findet man nicht. Insbesondere die teils extrem überstrahlenden Flächen im Einstiegsdrittel sind ein Stilmittel, das man der DVD natürlich nicht vorhalten darf. Leider leidet darunter aber auch die Gesamtschärfe. Mit dem Übergang in die harte Realität der Filmhandlung bessert sich die Tiefenschärfe allerdings gehörig.
8 Narrenkappen

Ton:
Der Sound spielt in Abbitte eine sehr wichtige Rolle, was durch die DVD adäquat transportiert wird. Am meisten beeindrucken die Momente kompletter Stille, die dann meist in sehr diffizile, gut ortbare Geräusche münden und so eine ganz eigene Atmosphäre erschaffen. Abgesehen von diesen Momenten wird vor allem der herrlich dominante Score sehr räumlich aufgezogen und darf über weite Strecken das Zimmer wundervoll ausfüllen. Hier schaltet sich auch der Subwoofer teils sehr wuchtig zu und sorgt für ordentlich Magengrummeln. Die die Front des Heimkinos dominierenden Dialoge sind sehr gut verständlich. Hier gibt es wirklich kaum etwas zu mäkeln.
8 Narrenkappen

Extras:
Sieben entfernte Szenen bilden den Einstieg in die DVD Extras von Abbitte. Alle Szenen sind deutsch untertitelt und kommen beinahe in Filmqualität, inklusive neuen Scoreelementen! Die Szenen selber liefern dabei weniger Momente, die man im Film irgendwie vermissen würde, unterstreichen aber im Nachhinein noch einmal überdeutlich die Bildgewalt, mit der der Regisseur arbeitete. Am Interessantesten fallen dabei die letzten vier Szenen aus, da sie das Unwirkliche des Dünkirchenabschnittes im Film noch etwas stärker betonen. Alle Szenen haben eine Länge von etwa einer Minute.

Das Making Of funktioniert weitgehend fernab des üblichen „es war großartig mit XY einen Film machen zu dürfen“ Gelabers. Viel mehr versucht man ehrlich die wichtigsten Bereiche der Filmproduktion darzustellen. Recht bald kommt man dabei zum optischen Herzstück des Filmes in Dünkirchen und präsentiert einige Bilder, die den Aufwand hinter dieser riesigen Szene erahnen lassen. Ansonsten überrascht vor allem der Regisseur mit sehr offenherzigen und interessanten Interpretationen seines Filmes und seiner Figuren. Das Making Of reiht sich mit einer Laufzeit von leider nur (man hätte am Ende wirklich gern noch mehr gesehen) 27 Minuten in den allgemeinen Klasse statt Masse Eindruck der Boni ein …

Das fünfminütige Feature „Verfilmung des Romans“ unterstreicht dann noch einmal die Probleme, die sich bei der Adaptierung des mit verschiedenen Realitätsebenen spielenden und vor inneren Monologen förmlich überfließenden Romans "Atonement" für die große Leinwand ergaben.

Der Audiokommentar mit dem Regisseur, der leider nicht untertitelt wurde, präsentiert einen mit Infos nicht sparenden Joe Wright, der freimütig darlegt, warum er beispielsweise die junge Briony häufiger direkt in die Kamera blicken ließ, dass er einen Handfetisch habe (was man mit dieser Hintergrundinfo auch wirklich merkt!) und der auch nicht mit Kritik an seiner eigenen Arbeit spart! Sehr sympathisch! Leider legt er hier und da auch längere Pausen ein, überschlägt sich im Ausgleich dazu aber bei Szenen wie der in Dünkirchen förmlich und liefert so viele Hintergrundinfos, dass man sie in ihrem Umfang irgendwann gar nicht mehr aufnehmen kann.
7 Narrenkappen

Gesamteindruck:
Einem grandiosen Film spendierte Universal eine technisch einwandfreie DVD, die dem Film in allen Belangen mehr als nur gerecht wird. Einziger Wermutstropfen: Von den tollen Extras hätten es ruhig ein paar mehr sein können!
7 Narrenkappen

In diesem Sinne:
freeman
Gespeichert

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