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Autor Thema: Black Box - Special Edition  (Gelesen 6498 mal)
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Vince
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Debakelvince


« am: 24. Oktober 2007 um 17:14 »

Black Box (Special Edition)
Originaltitel: Boîte noire, La
Herstellungsland: Frankreich
Erscheinungsjahr: 2005
Regie: Richard Berry
Darsteller: José Garcia, Marion Cotillard, Michel Duchaussoy, Bernard Le Coq, Héléna Noguerra, Gérald Laroche, Marysa Borini, Nathalie Nell, Lise Lamétrie, Pascal Bongard, Steve Campos, Hugo Brunswick

 


Film
Unsere grauen Zellen sind schon ein Phänomen für sich und es ganz sicher wert, dass man Filme über sie dreht. Denn wir haben sie zwar alle in uns, sie sind sogar das Zentrum unseres Handelns; doch bis zum Boden ergründet hat sie noch niemand. Deswegen ist es möglich, einen schwarzen Fleck in unserem Bewusstsein zum Aufhänger eines Psychothrillers zu machen. Schockierender Gedanke, dass es in unserem Inneren eine verschlossene Tür gibt, die wir nicht öffnen können, nicht wahr?

Neu ist daran selbstverständlich nichts mehr - es ist (anno dazumal) 2005. Aber 2005 liegt das doppelbödige Spielchen mit der eigenen Psyche mal wieder voll und ganz im Trend. “The Machinist” hat die Gewässer aufgewühlt mit einem Christian Bale, der “Method Acting” fast schon neu definierte, auch wenn der spanische Streifen weniger originell war als man annehmen sollte; vielmehr traf er den Zeitgeist und war ganz einfach ziemlich gut gemacht. Der Schweif dieser Schnuppe schoss hinterher; es folgten Filme wie “Stay”, “The Jacket”, “Freeze Frame” oder eben “Black Box”.




Die Franzosen sind ja immerhin seit Jahren - abseits Hollywood - die Könige der visuell dynamischen Umsetzung und insofern wird niemandem eine lange Nase wachsen, der behauptet, dass aus Frankreich einmal mehr eine echte Stylebombe importiert wurde, die uns Deutsche zu grauen Mäusen degradiert und im Boden versinken lässt. Schön kompakt aufgezogen auf nicht einmal 90 Minuten, wird stringent und zielbewusst die Psyche der Figur von Hauptdarsteller José Garcia (würde in einem US-Remake wohl von Robert Downey Jr. gespielt werden) von hinten aufgerollt.

Der Plot entwickelt sich nach dem Try & Error-Prinzip zur Wahrheit hin. Beginnend bei einem aus der Egoperspektive gezeigten Autounfall arbeitet sich Garcias Figur detektivisch dazu vor, Licht ins Dunkel zu bringen. Wenn neue Informationen hinzukommen, wird das bisherige Wissen neu geordnet und bei der Neuordnung rümpeln die Drehbuchautoren mal eben das komplette Weltbild um und auf einmal ist die Sachlage komplett anders. Surreale Sequenzen wie eine komplett leergefegte Stadt oder ein durch Drogen verursachter Fiebertraum (eine optisch beeindruckende Sequenz) zeigen sich als Begleitumstände der Hirnrümpelaktion. Orte werden mehrfach besucht, Charaktere kommen mehrmals ins Spiel, aber immer ein wenig anders als vorher.

Mosaikhaft hat man sich dann zum Ende, der finalen Erkenntnis durchgearbeitet; der “Aha”-Effekt des Finales fehlt aber glücklicherweise, da die komplette Handlung von Twists durchzogen ist und dem endgültigen Kalleffekt damit die Wirkung genommen wird. Das verhindert, dass man über eine weniger gute Auflösung allzu enttäuscht ist; es nimmt dem Ende seine Wichtigkeit und setzt die wichtigen Punkte woanders an. Das ist gut - so viel wissen wir inzwischen nach dem kollektiven Shyamalan-Bashing.




“Black Box” hätte dazu auch nicht die notwendigen Qualitäten gehabt - das weiß er selbst. Es ist einfach eine Zeit angebrochen, in der man von Spielen mit der Psychologie kaum mehr überrascht werden kann. Nach “Fight Club”, nach “Matrix” ist man auf sämtliche theoretischen Metaebenen vorbereitet. Nicht nur kann alles ein Traum sein, es kann sogar alles der Traum eines Traumes sein - oder der Traum eines Traumes, der einen Traum träumt.

So macht Richard Berry das einzig Richtige und konzentriert sich auf den Unterhaltungswert, der mit seinen stylishen Bildern und der professionellen Inszenierung überdurchschnittlich ausfällt. Überraschen kann der französische Beitrag zur Welle wahrlich niemanden mehr - aber er weiß zumindest, wie er sich zu verkaufen hat.
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Vince
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Debakelvince


« Antwort #1 am: 24. Oktober 2007 um 17:14 »

Technische Daten zur DVD
Vertrieb: Splendid
Regionalcode: 2
Laufzeit: 87:29 Min.
Bildformat: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Sprachen: DD 5.1 Mono Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Freigabe: FSK 16
Verpackung: Metalpak



Bild
Es gibt sehr kräftige Farben in drallen Türkis- und Orange-Braun-Tönen zu bestaunen. Das Bild ist sauber und klar. Die Schärfe ist schwer zu beurteilen, da oft mit Verzerrungen und absichtlichen Unschärfen gespielt wird. In den “klaren” Szenen des Films hält sie einem Urteil aber auch stand.
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Ton
Hier und da hätte man sich etwas mehr Druck gewünscht; die Möglichkeiten dazu wären da gewesen. Zwar wird hier und da mit den Rears gespielt, das ganze Potenzial wird jedoch nicht genutzt. Im Finale fällt auf, dass die Stimmen viel zu leise abgemischt sind, so dass sich die Effekte störend darüber legen.
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Verpackung und Menüs



Eine Kamerafahrt, von oben auf die im Krankenbett liegende Figur gerichtet, führt hinunter ins Menü, wo das Bild stehenbleibt. Das Kapitelmenü hingegen ist durchgehend leicht animiert. Es gibt kein separates Extra-Menü; die Extra-Punkte sind sofort im Hauptmenü anwählbar.
In der Kaufversion kommt der Film in einer Blechbox, wie man sie unter anderem von “Bittersweet Life” kennt - also eine Art billiges Steelbook (nebenbei: ohne Prägung). Die DVD ist in einer Plastikschale angebracht, wo sie zwar recht sicher aufliegt, allerdings wirkt das Plastik relativ fragil, so dass der Umgang nur sorgsamen DVD-Sammlern empfohlen wird.
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Extras
Extras-technisch winkt in erster Linie ein nicht uninteressantes Making Of mit relativ vielen Behind the Scenes-Ausschnitten (9 Kapitel, 51:20 Min.), ein alternatives Ende, das viel offener ausfällt als das richtige Ende sowie diverse Trailer (Der Fluch der Betsy Bell, Bad Bad Things, Thumbsucker, Traffic, Fragile, You’re Fired, Demon Hunter, Under Suspicion).
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Fazit
Wer die Optik französischer Filme generell mag und auch mit Filmen wie "Stay", "The Machinist" oder "The Jacket" was anfangen kann, der dürfte auch hier auf seine Kosten kommen. Relativ überraschungsfrei, aber solide wird man hier eineinhalb Stunden lang gut unterhalten. Die DVD-Umsetzung ist ordentlich, auch wenn die Blechdosen wohl Geschmackssache bleiben.
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Testequipment
TV-Gerät: Tevion 4:3
DVD-Player: Pioneer XV-DV313 5.1 Komplettsystem
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dÆmonicus
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Dragon


« Antwort #2 am: 24. Oktober 2007 um 17:17 »

Den kenn ich noch gar nicht, da mir die Bilder aber gefallen und deine Review das ja bestätigt, werd ich dem mal ne Chance geben. Aber günstig muss er sein.  Cool
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Vince
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Debakelvince


« Antwort #3 am: 24. Oktober 2007 um 17:18 »

Den kenn ich noch gar nicht, da mir die Bilder aber gefallen und deine Review das ja bestätigt, werd ich dem mal ne Chance geben. Aber günstig muss er sein.  Cool

Bei Amazon 7,95€. Zwinkern
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dÆmonicus
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Dragon


« Antwort #4 am: 24. Oktober 2007 um 17:23 »

So teuer?  Zwinkern
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Vince
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Debakelvince


« Antwort #5 am: 24. Oktober 2007 um 17:29 »

So teuer?  Zwinkern

Hey! Ich hab heute noch in der Zeitung gelesen, dass "Geiz ist geil" ausgedient hat. Zwinkern
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Dragon


« Antwort #6 am: 24. Oktober 2007 um 17:30 »

Stimmt, dass heisst ja ab morgen "Wir lieben Technik und hassen teuer".  Mit den Augen rollen Lautes Lachen
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Vince
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Debakelvince


« Antwort #7 am: 24. Oktober 2007 um 17:39 »

Genau. Was ein beschissener Spruch.  Lautes Lachen
Aber da ich auch nie ein Geiz ist geil Fan war, passt das schon. Zwinkern
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