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Autor Thema: Flight of Fury  (Gelesen 1483 mal)
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John Woo
Steelbook
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« am: 20. Februar 2007 um 21:35 »

Flight of Fury



Originaltitel: Flight of Fury
Herstellungsland: Rumänien, USA
Erscheinungsjahr: 2007
Regie: Michael Keusch
Darsteller: Steven Seagal, Steve Touissant, Angus MacInnes, Mark Bazeley, Ciera Payton, Alki David, Katie Jones u.a.


Das hier ist nun der dritte und der letzte Film mit Steven Seagal vom deutschen Regisseur Michael Keusch ("Shadow Man", "Attack Force") und gleichzeitig Seagals Abschied vom Ostblock. Die neuste Produktion "Once upon a time in the Hood" (Titel wird vermutlich noch ändern) hatte er ja dann in New Mexiko gedreht.
Unter der Regie von Michael Keusch kam wie erwähnt der mässige "Shadow Man" und der meines Erachtens grottenschlechte "Attack Force" raus, der zusammen mit "Foreigner - der Fremde" sowie dessen noch schwächeren Fortsetzung bekanntlich zu den schlechtesten Seagal-Filmen gehört.

Über den vorliegenden Film wurde auch wieder viel gemunkelt. Da im Film viele Luftkämpfe mit Stealth-Bombern und sonstigen Flugzeugen stattfinden, solle der Film solle sehr viele Stock Footage - Aufnahmen haben. Darauf werde ich im Verlaufe meines Reviews noch detaillierter eingehen.
Jetzt erstmal zur Story die man in einem Satz zusammenfassen kann: Steven Seagal muss als Spezialagent John Sands für die U.S. Air Force einen von Terroristen geklauten Stealth-Bomber ausfindig machen und wiederbeschaffen.
Zu meiner Überraschung gibts endlich mal keine idiotischen Subplots, der rote Faden ist immer vorhanden und endlich gibts mal nicht 100 Parteien wo man nicht mehr weiss, wer gut und böse ist. Somit kann man endlich mal wieder zurücklehnen und die Action geniessen anstatt einer megaverwirrenden Story (welche es leider in praktisch allen Filmen seit Exit Wounds gab) folgen zu müssen. Insofern mutet der Film auch herrlich old school -ig an und erinnert ein wenig an Filme wie Alarmstufe: Rot, ohne jetzt dessen Qualitäten zu erreichen. Trotzdem Story-mässig ein klarer Schritt in die richtige Richtung.



Der Film geht auch gleich zur Sache: Gleich am Anfang wird während eines Testfluges der U.S. Air Force ein hochmoderner Stealth-Bomber von einem Verräter entführt. Ich muss hier gleich mal klarstellen: Beim Film handelt es sich ja quasi um ein Remake des Michael Dudikoff -Films "Black Thunder", kenne den Film allerdings nicht, sondern habe nur den Trailer gesehen und kann lediglich aufgrund von vorhandenen Reviews Vergleiche ziehen.
Was klar ist: In "Black Thunder" wurde der Stealth-Flieger SR-71 entführt, hier ist es aber das F117A -Fluggerät, also genauso wie im Film "Stormcatcher" mit Dolph Lundgren. Allerdings benutzt Seagal hier ein SR-71 -Flieger, um die Terroristen zu suchen, was uns natürlich zu dem Schluss führt, dass hier sämtliche Stock Footage gleich aus beiden Streifen nochmals verbraten wird. Und obwohl ich die beiden Filme wie erwähnt nicht gesehen habe, konnte ich die Stock Footage -Szenen klar entlarven, vor allem weil einige Aufnahmen auch optisch qualitativ gegenüber dem Rest des Films abfallen. Somit kam bei mir ein bisschen ein gedämpftes Gefühl im Magen auf, auch wenn diese Szenen immer passend eingesetzt wurden und mir auch nie langweilig wurde, was ja keine Selbstverständlichkeit bei neuen Seagal-Filmen ist.
Desweiteren gibts auch mal einen Absprung mehrerer Soldaten aus einem Flugzeug, welcher hundertprozentig auch aus einem anderen Film stammt, was man schon ziemlich deutlich sehen kann.
Dass der Film auf stolze 98 Minuten kommt, verwundert angesichts der vielen (Stock Footage-) Flugszenen nicht, aber langweilig wirds wie erwähnt wirklich nie. Was mich ein bisschen genervt hat, ist, dass der geklaute Hightech-Stealthbomber nicht nur vom Radargerät - nein, auch noch ganz von der Bildfläche verschwinden kann. Das war schon bei Black Thunder so und schon dort war das irgendwie peinlich. Aber immerhin kam dadurch auch ein wenig Spannung auf, was im B-Movie Genre auch nicht selbstverständlich ist.



Nun zum Meister -Steven Seagal- himself: Während er in Shadow Man und Attack Force kugelrund und mit ungepflegten langen Haaren meistens sitzend oder gemütlich durch die Botanik spazierend seine Filme "meisterte", sieht das hier zur Freude seiner Fans aber klar anders aus: Die Haare kurz geschnitten, und einige Kilo runter. So fit wie hier war er schon lange nicht mehr, was man vor allem an den Fights sieht: Superschnelle Bewegungen, oftmals auch mit dem Messer. Zum Beispiel auch, als ein Bäddie rumsteht, kommt Seagal um die Ecke geschlichen, packt ihn und bricht blitzschnell den Arm - und weil er gerade schon dabei ist ein paar Hunderstel Sekunden danach gleich noch das Bein, rammt ihm ein Messer in den Hals und lässt ihn unschön zu Boden fallen. Das sieht echt cool und trocken aus und DAS ist Seagal wie man ihn kennt. Sehr nice auch eine Szene ziemlich am Anfang -wo Seagal ein paar böse Tankstellenräuber über den Jordan schickt-: Er zückt ein Messer, macht ein paar obercoole Bewegungen und ehe der Bäddie sich versieht hat er das Messer schon im Hals. Seagals Kommentar zu den Polizisten, dass sein Verhalten nur Notwehr seie, war auch ziemlich witzig.
Allzu viele Fights gibt es leider nicht, aber die, die es hat, sind absolut überzeugend gemacht. Im Showdown gibts noch ein bisschen ein längeres Gemetzel und ist recht schick geraten, als Seagal unter anderem einen Bäddie mit einem Rohr verhaut und manchmal sogar herumRENNT! Erfreulich auch, dass Keusch praktisch keine Doubles eingesetzt hat, somit sind alle Fights komplett von Seagal selbst gemacht, ziemlich blutig und machen richtig Spass!

Den grössten Teil der Action machen allerdings einige Schiessereien aus, die allesamt selber gemacht wurden und ausserdem -im Gegensatz zu Black Thunder- recht blutig ausgefallen sind. Bereits vor dem Showdown gibt es zwei grössere Auseinandersetzungen, aber ich dachte, dass da schon noch etwas kommen darf. Und dann kommt es auch: Gut 15 Minuten lang Ballereien, Verfolgungsjagden, Explosionen und Kämpfe, und wesentlich besser inszeniert als noch in Attack Force. Die Explosionen sind hübsch gemacht und die Ballereien recht ausgiebig und blutig.
Eine Autoverfolgungsjagd in der Mitte des Films ist recht solide geraten, billige GreenScreen -Aufnahmen gehören offenbar der Vergangenheit an.
Nach dem Showdown gibts noch einen "zweiten" Showdown, wo der Steven mit dem Stealth -Bomber einen geflohenen Bäddie jagt. Dort gibts dann nochmal ein paar Explosionen, die sind dann aber mit Sicherheit Stock Footage, und die Flugaufnahmen sind's sowieso auch, aber unterhaltsam ist das ganze glücklicherweise trotzdem.

Die weiteren Schauspieler gehen absolut in Ordnung und füllen ihre meist knapp beschriebenen Rollen gut aus. Der "Höhepunkt" ist aber, wo Seagal zugucken darf, wie sich zwei Girls befummeln und rumschmusen. Das sah ja mal echt LOLig aus.

Um auf den Punkt zu kommen: Der Film ist klar der beste aller drei Filme von Michael Keusch und verglichen mit den anderen Filmen seit Exit Wounds definitiv auch einer der besseren. Die Story funktioniert und beschränkt sich endlich mal auf das Nötigste, Steven Seagal hat ein paar Pfunde abgenommen und zeigt ein paar coole Moves, die Action macht durchaus Spass und langweilig wirds wirklich nie.
Ich wüsste jetzt nicht, wie gut der Film verglichen mit dem offenbar soliden "Storm Catcher" wegkommen würde, aber er dürfte zumindest das "Original" Black Thunder um einiges übertreffen.
Die Regie von Michael Keusch ist ausserdem recht solide geraten. Die Optik geht absolut in Ordnung, auch wenn diese nicht z.B. an einen "Mercenary for justice" heranreicht.
Das hier aber ohne grosse Stilmittel gearbeitet wurde ist von Vorteil, denn so wirkt der Film deutlich old schooliger. Die Schauplätze sind zu meiner Überraschung recht nett und abwechslungsreich geworden. Obwohl alles im Rumänien gedreht wurde, können die guten Sets internationales Flair aufkommen lassen.


Fazit: Eine einfache Story, unzählige Bäddies und ein recht fitter Seagal machen diesen Streifen zu einem kurzweiligen Vergnügen. Die Stock Footage -Szenen sind zahlreich und können sofort als solche identifiziert werden, trüben das Gesamtbild aber nicht allzu stark. Die Action am Boden ist stattdessen hausgemacht, recht gut verteilt und macht Spass. Ein hoher Bodycount, blutige Shoot-Outs und ein cooler Showdown sollten jedem B-Action-Fan Spass bereiten. Steven Seagal wirkt ausserdem überhaupt nicht fehl am Platze, hat ein paar Pfunde abgenommen und macht ein paar wenige, aber coole Moves ohne überzogenen Doublemüll. Die Stock Footage -Szenen und die schon oft durchgekaute Story verhindern grösseres. Trotzdem: Ein guter Start in das B-Movie-Action Genre des Jahres 2007, da ist man direkt gespannt was die "Konkurrenz" (Van Damme und Lundgren) so bringen wird. Unterhaltsam sowie viel, viel besser als Attack Force und als so manche Gurke der letzten Seagal-Zeit.
 6 Narrenkappen




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