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Autor Thema: Prison Break [Season 1]  (Gelesen 7944 mal)
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kaiserfranz
Steelbook
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Beiträge: 2.784



« am: 01. November 2006 um 23:13 »



Produktionsjahr: 2005/06

Produktionsland: USA

Darsteller: Dominic Purcell, Wentworth Miller, Sarah Wayne Callies, Amaury Nolasco, Paul Adelstein, Robert Knepper, Wade Williams, Robin Tunney, Stacy Keach, Marshall Allman, Rockmond Dunbar, Peter Stormare, Muse Watson, Frank Grillo

Prison Break ist der neue Hit auf dem nordamerikanischen Serienmarkt. Die Idee der Serie klingt beinahe wahnsinnig, beinhaltet aber unglaubliches Potential. Ein Mann lässt sich einsperren, um im Gefängnis seine vorher geplante Flucht in die Tat umzusetzen. Der Mann, um den es hier geht, heißt Michael Scofield (Wentworth Miller). Sein Bruder Lincoln Burrows (Dominic Purcell) sitzt in der Todeszelle des Fox-River-Gefängnis und wartet auf seine Hinrichtung. Burrows wird vorgeworfen, den Mord am Bruder der Vizepräsidentin begangen zu haben. Scofield ist fest von der Unschuld seines Bruders überzeugt und sieht keinen anderen Ausweg als seinen Bruder zu befreien. Dafür lässt er ein Tattoo auf seinem Körper erstellen, das einen detaillierten Plan der Fox-River Anstalt enthält. Scofield hat aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit als Ingenieur Zugang zu den Plänen der Anstalt, da seine Firma das Gefängnis geplant hat. Nach der minutiösen Planung der Flucht, überfällt Michael eine Bank, um ins Fox River eingesperrt zu werden. Während Scofield nun mit der Realisierung seines Plans beginnen kann, arbeitet die ehemalige Freundin und Anwältin Burrows, Veronica Donovan (Robin Tunney), daran die Verschwörung um den Mord aufzudecken.



Die Entstehung der Serie ist auf eine Idee einer Arbeitskollgein des Produzenten Paul Scheuring zurückzuführen. Obwohl Scheuring die Idee gut fand, hielt er das Projekt nicht für realisierbar. Die ursprüngliche Idee sah nur vor, dass ein Mann sich freiwillig einsperren lässt, um danach aus dem Gefängnis zu fliehen. Den inhaftierten Bruder entwicktelte Scheuring erst später und stellte das Projekt dem US-Sender Fox vor, der aus Angst, die Zuschauer würden die Sendung aufgrund der Länge ablehnen, die Sendung nicht produzieren wollte. Nach den großen Erfolgen von Lost und 24 änderte Fox jedoch seine Meinung, begann die Produktion im Jahre 2004 und schickte die Serie im August 2005 in die 1. Staffel.
Anfangs war auch ich skeptisch, wie die Macher es schaffen würden, die Spannung im Gefängnis aufecht zu erhalten. Wie bringt man den Zuschauer dazu nicht gelangweilt nach ein paar Episoden auszusteigen? Schließlich weiß der Zuschauer ja worauf, die Story hinausläuft, weil der Titel es eben auch schon verrät. Das eben genau dies nicht passiert, hat man dem exzellenten Drehbuch, welches in der gesamten Staffel nicht eine Sekunde Langweile aufkommen lässt, zu verdanken. Der Zuschauer zittert bei jedem einzelnen Schritt von Scofields Plan mit, weil ein Fehler diesen sofort beenden würde. Scofield hat es nicht nur alle Hände damit zu tun, seinen Plan umzusetzen. Sein größtes Problem ist der mangelnde Raum. Wie will man einen Ausbruchplan im Gefängnis umsetzen, ohne dass die anderen Insassen davon etwas mitkriegen? Im Verlauf der Zeit muss er zwangsläufig einige (unter anderem seinen Zellennachbarn  Fernando Sucre) in sein Vorhaben einweihen. Scofield hatte von vornherein nicht die Absicht, die Sache alleine durchzuziehen, was sich durch abzeichnet, dass er bei seiner Vorplaning die Geschichte von für ihn nützlichen Insassen wie die von John Abruzzi ausgiebig studiert hat. Dem Zuschauer treibt es immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht, wenn er sieht wie gerissen Scofield seinen Plan umsetzt.

Was macht "Prison Break" also so interessant? Wir haben zum einen den ungewöhnlichen und äußert interessanten Erzählstil, der den Zuschauer zu Beginn direkt vor vollendete Tatsachen stellt und die Dinge erst nach und nach aufarbeitet. Die Hintergründe der  gesamten Planung Scofields vor seiner Festnahme und die Gründe seines aufopferungsvollen Handelns erfährt der Zuschauer erst im Verlauf der Staffel. Zum anderen haben wir einen Spannungsaufbau, den man mit dem von 24 vergleichen kann. Wo 24 aber ab und an mal eine Pause einlegt, lässt Prison Break nicht locker, drückt weiter aufs Gaspedal und zieht den Zuschauer scheinbar mühelos weiter in seinen Bann. Dazu tragen auch die Schauspielleistungen insbesondere von Wentworth Miller (Michael Scofield) bei. Der 34 jährige bis dato weitgehend unbekannte Engländer spielt den Anführer der Ausbruch-Clique derart charismatisch und glaubhaft, dass man ihm die Rolle zu jeder Zeit abkauft. Ein weiterer Lichtblick der Serie ist Robert Knepper. Er spielt Theodore "T-Bag" Bagwell. Bagwell ist ein absolut widerwärtiger Schwerkrimineller, den Scofield und seine Bande aus verschiedenen Gründen mit ins Boot nehmen müssen. Knepper spielt die Figur so, dass der Zuschauer in manchen Momenten seinen wahren Charakter aus dem Gehirn löschen möchte, um dann im nächsten Moment durch eine seiner durchtriebenen Aktionen aus diesem Traum gerissen wird. Überhaupt vergisst man als Zuschauer bei dem überzeugenden Spiel des gesamten Casts manchmal, dass wir es mit Knastis zu tun haben. Die Autoren weisen den Zuschauer mit gekonnten Kniffen aber immer wieder darauf hin, dass es eben Kriminelle sind. Ihr Handeln bleibt die ganze Zeit unvorhersehbar und genau das macht den Reiz der Serie aus. Jeder hat seinen Grund, warum er einsitzt und jeder hat seinen speziellen Grund, warum er unbedingt auf der Stelle raus möchte. Sie müssen sich zusammenraufen, um gemeinsam den Plan umzusetzen. Das große Potential der Serie liegt für mich darin, dass auch wenn der Ausbruch gelingt, niemand vorhersagen kann, wie sich die Inhaftierten außerhalb des Gefängnis auf der Flucht verhalten werden. Insassen wie Bagwell und Abruzzi (Peter Stormare)  haben so gut wie kein Gefühl für Gerechtigkeit, was sie zu tickenden Zeitbomben macht.  Übrigens wird erst in Folge 16 wird genau geklärt, wieso jeder der Fluchtkandidaten im Fox River sitzt und warum Michael sich derart aufopferungsvoll für Lincoln einsetzt.

Um diese Hauptlandung zieht sich ein weiterer Handlungsstrang, in dem Veronica Donovan die tragende Rolle spielt. Sie tritt als Anwältin ihres Ex-Freundes Burrows auf und versucht aufzudecken, wer Lincoln Burrows tot sehen möchte und besonders warum. Auch hier haben die Autoren ganze Arbeit geleistet. Die Story – man darf sie nicht zu ernst nehmen – vermag über die gesamte Staffel hinweg zu fesseln. Böse Zungen könnten behaupten, dass dieser Handlungsstrang sich stark an 24 orientiert. Überhaupt erinnert die Serie durch ihren Spannungsaufbau und fast schon atemraubenden Cliffhangern stark an die Tage im Leben von Jack Bauer.

Inszenatorisch wurde bei der Serie so gut wie alles richtig gemacht. Ruhige Momente wechseln sich mit rasanten Sequenzen ab, so dass die Serie einfach nie langweilig wird. Die musikalische Untermalung der Szenen passt auch zu jeder Sekunde. Ohne weitere Lobeshymnen auf die Serie  singen zu wollen, kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass Prison Break alle meine Erwartungen mühelos übertroffen hat. Der komplette Aufbau der Umsetzung des Fluchtplans im Gefängnis fesselt einfach von der 1. Sekunde an und gipfelt in einem Finale, das den Zuschauer nach der 2. Staffeln betteln lässt. FOX hat sich mit dieser Serie ein weiteres beeindruckendes Standbein im Serienmarkt geschaffen. Wer mit 24 schon was anfangen konnte, wird an Prison Break sicherlich auch seine Freude haben.
Für diese Serie, die garantiert auch in Deutschland einschlagen wird (die RTL Group hat sich schon die Rechte gesichert), bleibt nur eine Wertung übrig.

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Gruss
kaiserfranz
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« Antwort #1 am: 02. November 2006 um 01:39 »

Zur Zeit quillt der Markt vor interessanten Serie förmlich geradezu über. Geht man nach dem Erfolg der Serie ist diese hier wahrlich ein großes Ding. Ich warte noch drauf, dass die endlich mal Deutschland erreicht. Obendrein habe ich gelesen, dass Staffel I nichts anderes ist als eine Art Prolog für das, was da noch kommen wird. Die haben mit der anscheinend noch viel vor, was dann mit nem Gefängnis nicht mehr viel zu tunhaben soll. Bin gespannt! Feines Review Kaiser! Schreib endlich mal mehr du faule Socke Zwinkern

In diesem Sinne:
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kaiserfranz
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« Antwort #2 am: 02. November 2006 um 23:57 »

Danke! Lächeln

Werde bei Gelgenheit wieder mal was beisteuern. Weitere Reaktionn werden wohl erst kommen, wenn die Serie bei uns läuft. Ihr könnt euch freuen. Die Serie ist der Oberknaller!!!

Gruss
kaiserfranz
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Hannibal
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« Antwort #3 am: 03. November 2006 um 00:13 »

Sehr schöne Review, die mein Interesse an der Serie stark gesteigert hat. Von einem so sehr begeisterten Kaiser liest man nur selten. Die 1.1er-Box ist ja z.Zt. sehr günstig, will aber wenn schon die komplette 1. Staffel. Beim ersten guten Angebot wird zugelangt Sehr glücklich

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« Antwort #4 am: 03. November 2006 um 00:55 »

Zitat von: "Hannibal"
Sehr schöne Review, die mein Interesse an der Serie stark gesteigert hat. Von einem so sehr begeisterten Kaiser liest man nur selten. Die 1.1er-Box ist ja z.Zt. sehr günstig, will aber wenn schon die komplette 1. Staffel. Beim ersten guten Angebot wird zugelangt Sehr glücklich


genau. 20€ ist zwar OK, aber dafür bekomme ich nur ne halbe Staffel, und was will man damit?
Interesse besteht an de Serie schon ewig, irgendwann hatte mal einer seinen Senf dazu gegeben, aber der Preis spricht da noch eine andere Sprache.
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meix
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« Antwort #5 am: 03. November 2006 um 07:00 »

Schönes Review Kaiser. Bei mir besteht auch großes Interesse. Hoffe da tut sich bald mal was mit ner Box der gesamten ersten Staffel!
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« Antwort #6 am: 03. November 2006 um 09:56 »

Kling wirklich gut, aber noch eine Serie auf DVD? Mich hat 24, die Simpsons  und Nip/Tuck schon zum Sklaven gemacht, ich dachte eigentlich das reicht.  Zwinkern
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