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Autor Thema: Six Feet Under Staffel 5  (Gelesen 19323 mal)
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Hannibal
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« am: 28. Oktober 2006 um 17:48 »

Six Feet Under Staffel 5




Technische Daten
Vertrieb: HBO/Warner
Regionalcode: 2
Laufzeit: 677 Minuten
Regie: u.a. Alan Ball, Kathy Bates
Darsteller: Peter Krause, Michael C. Hall, Frances Conroy, Lauren Ambrose, Freddy Rodriguez, Mathew St. Patrick, Justina Machado, James, Cromwell, Rachel Griffiths
Bildformat: 1,78:1
Sprachen: DD 5.1 (Deutsch, Englisch), DD 2.0 (Ungarisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Ungarisch, DfH, EfH
Freigabe: FSK 16

Film:

Die Film- bzw. Serienkritik ist (im Gegensatz zur Verpackung Zwinkern) spoilerfrei gehalten. Eine sehr kurze Inhaltsangabe ist gelb markiert, da sie eine kurze Zusammenfassung der Vorgängerstaffeln enthält.

7 Jahre ist es mittlerweile her, dass Alan Ball für „American Beauty“ den Oscar für das beste Drehbuch bekam. Vom einen auf den anderen Tag wurde sein Briefkasten regelrecht zugebombt mit unzähligen Angeboten, von denen er nach eigener Aussage kein einziges annahm. Lediglich eine gewisse Carolyn Strauss hatte Erfolg. Sie arbeitete für den amerikanischen Bezahlsender HBO und hatte die Idee zu einer Fernsehserie über ein Bestattungsunternehmen. Der Gedanke gefiel Alan Ball auf Anhieb, bot diese Branche doch Spielraum für unzählige Themen über das Leben und den Tod. Der Anspruch, der Ball angesichts dieser Themen vorschwebte, sollte mit dezent schwarzem Humor und völlig unamerikanischen Tabubrüchen a la Homosexualität, Drogen, Sex und jeder Menge F-Wörter gemixt werden. Heraus kam Anfang 2001 die erste Staffel zu „Six Feet Under“, deren erste Folge mit dem Tod von Nathanael Fisher, Bestattungsunternehmer und Vater, begann.
Von nun an verfolgte man – eingeleitet durch den Tod eines meist unbekannten Kunden des Bestattungsunternehmens – den Werdegang von Nathanael’s Hinterbliebenen. Keine Action, keine greifbare Spannung, kein Thrill und trotzdem wurde „Six Feet Under“ zum Publikumsliebling. Die Zuschauer ließ sich auch nicht von verhältnismäßig freizügiger Darstellung von homosexuellen Liebesszenen und permanenten Seitenhieben auf Politik und das typisch amerikanische Spießerleben abschrecken. In Fan-Kreisen sorgte dann die Nachricht, die Serie werde nach der 5. Staffel beendet zunächst für Unverständnis. Alan Ball machte diesen Schritt nicht aus finanziellen Gründen, schließlich liefen alle Staffeln überraschend erfolgreich, er wollte einen würdigen Abschluss. „Six Feet Under“ sollte sich nicht wie viele Seriengenossen mit der Zeit tot laufen und nur noch ein kommerzieller Mainstream-Brei sein, der für die Quoten Staffel um Staffel fortgesetzt würde.

Everthing.
Everyone.
Everywhere.
Ends.




Getreu diesem Motto, welches perfekt passend auf dem Cover der 5. Season sitzt, werden die Handlungsstränge der Familie Fisher zu einem alles klärenden Ende geführt. Dieses Ende darf – keine Angst – verraten werden, denn es zeigt den Abgang jedes einzelnen Charakters im großen Cast. Szenen aus den Jahren 2025 bis 2085, Menschen, denen man durch 5 Staffeln gefolgt ist, mit denen man Höhen und Tiefen durchstanden hat, kommen im Zeitraffer an ihr Ende, untermalt von einem hervorragend ausgewählten Song, kombiniert mit grandiosen Landschaftsaufnahmen. Diese unglaublich intensive Gänsehaut-Sequenz, die inszenatorisch & schauspielerisch als schlicht perfekt bezeichnet werden kann, zeigt wozu das Medium Film im Stande ist, für solche Momente wurde es erfunden. Und wenn dann der Abspann über die heimischen Bildschirm flimmert, haben wohl selbst gestandene Männer die Augen seltsam glasig glänzend. Besser hätte man dieses Ungetüm aus Anspruch und Provokation nicht enden lassen können



Aber gehen wir zunächst einmal zurück zum Anfang der Staffel. Nate Fisher, wieder mal grandios gespielt von Peter Krause, ist nach wie vor das geheime Zentrum der Serie, die Figur, mit der sich der Zuschauer aufgrund seiner freundlichen und offenen Ausstrahlung nach wie vor am besten identifizieren kann. Er trat in Staffel 1 wieder nach langjähriger Abstinenz in die Familiengemeinschaft, musste sich in Staffel 2 aufgrund einer lebensbedrohlichen Krankheit namens AVM mehr mit dem möglichen Tod auseinandersetzen, als ihm lieb war, lernte in Staffel 3, wie deprimierend eine feste Bindung sein konnte, musste in Staffel 4 erneut mit einem Schicksalsschlag zurechtkommen und beginnt nun in der letzten Staffel wieder eine neue feste Beziehung. Dabei wird gleich in der Hochzeitsfolge hervorragend die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft und die Probleme, mit denen Nate damals zu kämpfen hatte, lassen auch jetzt nicht lange auf sich warten. Menschen haben Ecken und Kanten, Beziehungen erfordern Kompromisse. Diese will Nate nicht eingehen. Er hat als Bestatter tagtäglich das Thema Tod direkt vor seiner Nase und merkt beinahe in jeder Folge wie unerwartet und schnell das Leben zu Ende sein kann. Diese Erkenntnis, die wir in unserem grauen Alltag oft völlig verdrängen, sorgt dafür, dass man sich auch als Zuschauer verändert. Wie krank erscheint der tägliche Ablauf von Aufstehen – Arbeiten – Schlafen, die eingespielte Routine, durch die wir beinahe schlafwandeln, angesichts der Tatsache, dass wir morgen gegen einen Baum fahren und auf der Stelle tot sein könnten?
Die Kompromisse, die Nate und wir alle eingehen um ins System zu passen, schränken unsere Freiheit massiv ein. Doch durch die Weigerung sich auch noch in seiner Beziehung anzupassen, resultieren Streit und Unzufriedenheit und Nate merkt nicht, dass all das ihn noch stärker einengt und so auch sein Privatleben zur Hölle wird.
Claire Fisher, Schülerin auf einer Kunsthochschule, befindet sich in der 5. Staffel in einem riesengroßen kreativen Loch und da aus finanziellen Gründen eine Studiumspause nicht in Frage kommt, beginnt sie zu jobben und sie ist geschockt von der ewig gleichen Tristheit des Arbeitslebens. Sie fällt abends nur noch müde ins Bett und ist zu nichts mehr im Stande, geschweige denn zu irgendwelchen kreativen Höhenflügen. Claire kann ihre Unzufriedenheit identifizieren, beginnt sich aber trotzdem langsam in den Tagesablauf einzugliedern. Das System lässt ihr keine Wahl, so dass auch die individuelle Künstlerin kurz davor steht, gleichgeschaltet zu werden.



Nathanael: „Es gibt unendliche Möglichkeiten und du kannst nur weinen.“
David: „Und was soll ich bitte machen?“
Nathanael: „Du kannst alles machen, du Glücksschwein, du bist am leben!“


David Fisher, verzweifelt aufgrund eines traumatischen Erlebnisses, führt diesen Dialog mit seinem seit Staffel 1 verstorbenen Vater Nathanael am Ende der vierten Staffel. So verkorkst unser Alltag bei genauerem Nachdenken auch zu sein scheint, so simpel ist die Lösung. Dieses eine kurze Leben, welches wir haben, müssen wir in alle Richtungen ausnutzen.
So blitzen bei aller Gesellschafts- und Systemkritik immer wieder diese positiven Momente durch, die nicht nur den Charakteren der Serie Auftrieb verleihen.
Das diese Szenen oft durch bereits verstorbene Personen angestoßen werden ist gleichermaßen skuril wie clever, denn sie können vermutlich den Wert des Lebens wesentlich besser einschätzen als wir Lebenden. So führen sie in oft surreal und bizarr anmutenden Sequenzen Dialoge mit den Lebenden, bringen Denkanstöße, geben Tipps und im nächsten Moment wacht der Lebende in seinem Bett auf. Ob diese Form des Kontakts dann tatsächlich nur ein Traum war oder vielleicht doch mehr, bleibt dem Zuschauer überlassen.

Spoiler auf dem Backcover…

Denn ein Ereignis reißt die Fishers aus ihren Sinnkrisen in der 5. Staffel ruckartig heraus und lässt sie ins Bodenlose fallen. Diesen großen Knall kann man sich nach einem Blick auf die Rückseite der DVD-Box auf Anhieb erschließen, so dass jedem potenziellen Käufer strikt davon abzuraten ist. Auch der kleine beigelegte Flyer sollte besser nicht genau begutachtet werden. Die Überraschung ist – wenn man nicht durch Spoiler schon darauf gebracht wurde – auch für den mitfiebernden Zuschauer ein wahrer Schock, passt aber so grandios ins konsequente Gesamtbild der Serie, dass man in diesem Moment nicht weiß, ob man klatschen oder weinen soll. Die Inszenierung dieses Ereignisses ist perfekt durchdacht und wird von einer Seite angegangen, auf die bei einem normalen Mainstream-Produkt wohl gar niemand gekommen wäre. So wird man als Zuschauer zunächst auf’s Glatteis geführt und erst langsam beginnt man das Gezeigte in seiner metaphorischen Bedeutung zu verstehen und am Ende ist die eigene aufkeimende Interpretation dann Gewissheit und man wird mit Einblenden des Abspanns so unglaublich alleine gelassen, dass eine seltsame Gefühlslage den Zuschauer noch die nächsten Tage begleiten wird.  
Von hier an bewegt sich „Six Feet Under“ rasend schnell auf’s große Finale zu, hat zwischenzeitlich noch mal einen minimalen Durchhänger und steigt dann vollkommen ruhig zum Olymp der TV-Serien auf, denn das anfangs erwähnte Staffel- und Serienende ist so fantastisch, dass man es gar nicht oft genug loben kann.
Während andere Serien nur unterhalten, nimmt man hier etwas mit. Die Gewissheit, dass schon in der nächsten Minute alles zu Ende sein kann, wird einem über 5 Staffeln in jeder Folge serviert. Den moralischen Zeigefinger lässt „Six Feet Under“ dabei in der Hosentasche. Niemand sagt dem Publikum „Macht was aus eurem Leben!“, die Botschaft wird zwischen den Zeilen vermittelt, so dezent, dass man sie gar nicht als Botschaft wahr nimmt, sondern sie sich erst durch eigene Gedanken entwickelt. So entfaltet sich die Idee bei jedem Zuschauer anders und die Serie über das Bestattungsunternehmen wird zu einem regelrecht individuellen Erlebnis. Jeder zieht eine andere Quintessenz aus dem Gezeigten, aber eines dürften alle gemeinsam haben, nämlich den bewussten Zeitdruck im Nacken, denn egal was man vor hat…wir Glücksschweine haben nur ein kurzes Leben Zeit dafür.
Einziger Kritikpunkt zum Thema „moralischer Zeigefinger“ sind die schon in Staffel 4 und auch wieder hier auftauchenden politischen Aussagen a la „Bush ist scheiße!“. Ohne den Experten für unsichtbare Massenvernichtungswaffen in Schutz zu nehmen, muss man sagen, dass diese Einsprengsel oft in völlig unpassenden Situationen in den Raum geworfen werden und daher meist einfach nur selbstzweckhaft erscheinen. Es erweckt stellenweise den Anschein, dass der Drehbuchautor mit aller Gewalt ein politisches Statement in einen Dialog verfrachten wollte.
Bei allem künstlerischen Anspruch bleibt „Six Feet Under“ dennoch greifbar und vergisst nie den Ursprung einer TV-Serien, nämlich die Unterhaltung. Trotz zahlreicher Metaphern, ausgeklügelter Inszenierung und intelligenten Themen muss man nicht Philosophie oder Kunst studiert haben, um dem Gezeigten folgen zu können. Oberflächlich wird hier nämlich nur eine vollkommen normale Geschichte erzählt, von Menschen, die mit Liebeskummer, Trauer und Toleranz zu kämpfen haben. Aber wie der Name schon sagt, geht die Serie in die Tiefe und das nicht nur auf bei Dialogen und Handlung, sondern auch bei der Inszenierung.
Dabei glänzt die Kamera bspw. weniger durch besonders ausgekügelte Schwenks oder rasante Kamerafahrten, sondern schmiegt sich mit bis ins Detail ausgewählten Blickwinkeln aalglatt an die Geschichte der jeweiligen Folge an. Bei oberflächlichem Betrachten fallen derartige Feinheiten nicht auf, erst bei genauerem Hinsehen bekommt man ein Auge für diese oft klitzekleinen Details, die dafür sorgen, dass das Gesamtbild derart stimmig ist.



Im Zentrum der menschlichen Geschichten stehen natürlich die Menschen bzw. die Schauspieler und am Cast der Serie hat sich seit der ersten Staffel eigentlich so gut wie gar nichts geändert. Herausragend wird die Figur das Nate von Peter Krause verkörpert, der seinen Charakter vollkommen glaubwürdig darstellt. Man hat das Gefühl, dass man es hier gar nicht mehr mit Schauspielern zu tun hat. Egal ob Michael C. Hall (David), Frances Conroy (Ruth), Lauren Ambrose (Claire) oder Freddy Rodriguez (Rico)…man kann diesem grandios agieren Ensemble nur wünschen in Zukunft auch in weiteren anspruchsvollen Produktionen der Traumfabrik gebührend eingesetzt zu werden, denn sie alle haben es nach 4 grandiosen Jahren „Six Feet Under“ verdient.
Des weiteren finden sich in den Nebenrolle jede Menge bekannte Namen. So liefern bspw. Kathy Bates („Misery“) und James Cromwell (“Ein Schweinchen namens Babe”) tolle Performances ab. Vor allem letzterer überrascht in einigen Szenen mit einer Intensität, die man dem Mann, der in Hollywood oft für unbedeutende Politiker-Rollen eingesetzt wird, gar nicht zugetraut hätte.  Definitiv auch ein Schauspieler, der in der Traumfabrik unter Wert verkauft wird.
Zur Musikuntermalung verliert Schöpfer Alan Ball im Bonusmaterial der 4. Season einige Worte und auch dort ist man überrascht, wie aufwendig hier nach dem perfekt passenden Soundtrack gesucht wird. Denn wie in fast allen Bereichen gibt man sich auch hier nicht mit Standartkost zufrieden. Größtenteils unbekannte Songs von teilweise bekannten (z.B. „Nirvana“) und oft auch völlig unbekannten Bands finden den Weg in die verschiedenen Folgen, oft auch nur in den Abspann. Auch dort wird nicht auf charteffektive Lieder gesetzt, sondern bewusst das musikalisch eingebaut, was die Folge in ihrer Kernaussage passend ausklingen lässt. Der Soundtrack schmiegt sich ähnlich perfekt wie die Kameraführung an die Geschichte und versucht die Intention zu unterstreichen.

Everthing.
Everyone.
Everywhere.
Ends.


Getreu diesem Motto muss auch eine Review irgendwann enden.
Die 5. Staffel der Erfolgsserie „Six Feet Under“ ist auch gleichzeitig de letzte. Von wirklichen Abnutzungserscheinungen ist hier im Gegensatz zu vierundzwanzigstündigen Kandidaten noch nicht mal ansatzweise die Spur. Zu viel Spaß macht es, die Familie Fisher auf ihrem Weg zu begleiten, mit ihr zu leiden, zu lachen, zu weinen. Und am Ende wird man weinen, denn sie sterben alle! Mit diesem konsequenten Ende unterstreicht die Serie ihre Intention noch mal mit einem übergroßen Edding und übergibt das Zepter ans Publikum. Jetzt seid ihr dran, make the most of now, denn das Ende kommt…irgendwo…irgendwann…irgendwie.
10 Narrenkappen

Bild:
Das Bild des HBO/Warner-Releases ist durch die Bank gelungen. Die Schärfe ist gut, der Kontrast nicht immer ganz perfekt, wobei hier auch oft der Stilmitteleinsatz eine entscheidende Rolle spielt. Die Farben strahlen kräftig, Bildrauschen trübt nur selten den guten Eindruck.
8 Narrenkappen

Sound:
Von der Dolby Digital 5.1-Spur ist leider nicht allzuviel zu hören. Effekte oder Tiefbasseinsatz kann man an einer Hand abzählen, die Dialoge kommen klar über den Center und immerhin die Musik versteht es, alle Lautsprecher ins Geschehen mit einzubeziehen.
Gegen Ende der Staffel gibt es einen Tonfehler zu beanstanden, bei dem die Tonspur des Centers in der Lautstärke für einige Momente unangenehm stark variiert. Dafür gibt’s einen halben Punkt Abzug.
4 Narrenkappen,5



Ausstattung:
Auch die 5. Staffel befindet sich wieder in einem schönen Digipack, welches wiederum in einer schön designten aufklappbaren Pappbox untergebracht ist. So schön auch die Gestaltung der Verpackung ist, kann ich hier nur noch mal die Warnung aussprechen sich die Rückseite als auch das kleine Booklet nicht näher anzuschauen, da die abgedruckten Bilder massive Spoiler darstellen!
Auch wenn auf der Packung die 75-minütige Abschlussepisode als Bonusmaterial angepriesen wird, werden wir knallharte DVD-Sammler das natürlich nicht in die Ausstattungswertung miteinbeziehen, da die letzte Folge genau wie der Pilotfilm in eine Serienbox gehört. Aber auch darüber hinaus kann die 5. Season überraschend gut punkten. Über die anschaulich animierten Menüs gelangt man zu 6 leider nicht untertitelten Audiokommentaren mit den Autoren, den Regisseuren und Alan Ball, sowie zu zwei ca. 30 Minuten langen Rückblicken auf die gesamte Serie. Trotz recht viel Eigenwerbung gestalten sich die Blicke in die Vergangenheit als äußerst unterhaltsam.
Darüber hinaus wird den Fans eine weitere Dokumentation „Leben und Verlust: Der Einfluss von SFU“ geboten, welche ebenfalls eine stattliche Laufzeit besitzt. Auch hier wird die Serie wieder über den grünen Klee gelobt, nichtsdestotrotz finden sich einige interessante Interviews in dieses Feature eingebettet. Zu guter letzt gibt es noch einige Stücke vom Soundtrack. Alles in allem knappe…
8 Narrenkappen

Fazit:
Das “Six Feet Under”-Finale ist der grandiose bestmögliche Abschluss für eine fantastische Serie, die über 5 Staffeln immer erfrischend anders war, zum nachdenken anregte, provozierte, faszinierte. Wer mit den Fishers bisher noch nicht in Verbindung kam, dem sei die demnächst erscheinende Superbox wärmstens empfohlen, alle anderen können auch bei dieser VÖ beruhigt zu greifen, denn bis auf den Ton-Bug gibt’s eigentlich nichts zu meckern.
8 Narrenkappen
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freeman
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« Antwort #1 am: 29. Oktober 2006 um 00:36 »

Zitat
Menschen, denen man durch 5 Staffeln gefolgt ist, mit denen man Höhen und Tiefen durchstanden hat, kommen im Zeitraffer an ihr Ende, untermalt von einem hervorragend ausgewählten Song, kombiniert mit grandiosen Landschaftsaufnahmen. Diese unglaublich intensive Gänsehaut-Sequenz, die inszenatorisch & schauspielerisch als schlicht perfekt bezeichnet werden kann, zeigt wozu das Medium Film im Stande ist, für solche Momente wurde es erfunden.


DAS ist der absolute Höhepunkt der Serie UND allgemein im Pantoffelkino. Ich hatte die Folge ja auf VHS von Prämere und da habe ich die letzten 10 Minuten garantiert an die 30 mal ablaufen lassen, wegen dem imo megagenialen Song ... Ein Traum ...

Genau wie dein Review. Und schade, dass jetzt nichts mehr nachkommt in diese Richtung, von dir net und von Six Feet Under net Zwinkern

In diesem Sinne:
freeman
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Hannibal
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« Antwort #2 am: 29. Oktober 2006 um 02:00 »

Zitat von: "freeman"

Genau wie dein Review. Und schade, dass jetzt nichts mehr nachkommt in diese Richtung, von dir net und von Six Feet Under net Zwinkern


Thx a lot Sehr glücklich Da Season 3 + 4 noch nicht reviewt wurden, will ich nicht ausschließen das von mir irgendwann noch was nachkommt Zwinkern

MFG
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« Antwort #3 am: 29. Oktober 2006 um 09:59 »

Sehr schöne Kritik!  Sehr glücklich
Die Serie selbst hab ich irgendwann im Verlauf von Staffel 2 abgebrochen, kann also nicht wirklich mitreden.  Zwinkern
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dÆmonicus
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Dragon


« Antwort #4 am: 29. Oktober 2006 um 10:31 »

Als nur sporadischer Serien Schauer kann ich da leider gar nicht mitreden.  Sehr glücklich
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kaiserfranz
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« Antwort #5 am: 29. Oktober 2006 um 12:14 »

Schöne Arbeit, Hannibal! Lächeln

Zur Serie:

Hab mir mal den Piloten und noch ein paar weitere Folgen gegeben und es war irgendwie nicht so mein Fall. Aber das ist ja Geschmacksache. Lächeln Ändert aber nix daran, dass du deine Begeisterung für die Serie optimal rüberbringst, was dem Lesevergnügen nur gut tut.

Reviewmäßig wird von dir aber doch bestimmt demnächst was nachkommen, wenn die 5. Staffel von 24 erscheint, oder? Lächeln

Gruss
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etzt schüttet Euch die Brühe nicht einfach in den Darm, sondern danket dem Herrn! - Jetzt reichts, beim Saufen lässt du den Meister aus'm Spiel. Wenn der hier wäre, würde er genauso schlucken wie wir, aber er ist nicht hier!

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« Antwort #6 am: 29. Oktober 2006 um 12:23 »

Ich werde immer unruhiger...
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Wenn du deine eigenen Sünden nicht siehst, wirst du immer glauben, dass du gut bist.
Wenn du sie aber siehst, dann können dich deine Gedanken unmöglich überreden, das du gut bist.
Es ist eine schwere Arbeit, sich selbst unablässig zu untersuchen.
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« Antwort #7 am: 29. Oktober 2006 um 12:25 »

Zitat von: "kaiserfranz"

Zur Serie:

Hab mir mal den Piloten und noch ein paar weitere Folgen gegeben und es war irgendwie nicht so mein Fall. Aber das ist ja Geschmacksache. Lächeln Ändert aber nix daran, dass du deine Begeisterung für die Serie optimal rüberbringst, was dem Lesevergnügen nur gut tut.

Reviewmäßig wird von dir aber doch bestimmt demnächst was nachkommen, wenn die 5. Staffel von 24 erscheint, oder? Lächeln


Muss dazu sagen, wenn ich die Serie im TV angefangen hätte, hätte ich vermutlich auch abgebrochen, denn ich hatte als ich Staffel 1 sah irgendwie was ganz anderes erwartet. Die ganzen schwarzhumorigen Werbespots, die da kamen, ließen ja gar nichts von dem sehr dominanten Dramateil erkennen. Aber wenn man das Teil auf DVD hat, guckt man halt weiter, weil man die Kohle dafür ausgegeben hat, dann wurde es doch Liebe Zwinkern

Jap, 25 Season 5 kommt von mir im Laufe des Novembers Zwinkern

MFG
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« Antwort #8 am: 29. Oktober 2006 um 12:31 »

Zitat von: "Hannibal"

Jap, 25 Season 5 kommt von mir im Laufe des Novembers Zwinkern

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Oh, Jack hat eine Stunde länger Zeit. Kommt das durch das Ende der Sommerzeit ?
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Debakelvince


« Antwort #9 am: 29. Oktober 2006 um 16:23 »

Bin wie immer begeistert. Die Komplettbox rückt in greifbare Nähe... muss nur noch was billiger werden.  Zwinkern
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Debakelvince


« Antwort #10 am: 12. Januar 2007 um 17:43 »

Ich bin durch.

Ich habe durch einen Film oder eine Serie noch nie geheult. Hin und wieder habe ich mal Wasser in den Augen stehen, aber eine Träne ist noch nie gekullert. Gestern war es dann soweit. Während des erschütternden Finales sind tatsächlich ein paar Tränen geflossen.
Ich hatte überhaupt nicht vor, ein Review zu schreiben, aber heute haben sich meine Finger wie von selbst bewegt, weil ich einfach nicht mehr diese letzten Bilder aus dem Kopf bekomme. Ich stelle das mal hier rein - hoffe mal, das ist okay, Hannibal. Wollte jetzt keinen Thread mehr aufmachen im Kurzreviewbereich.


Alle Menschen sind sterblich.
Sokrates ist ein Mensch.
Sokrates ist sterblich.


Die Logik des Aristoteles bricht sich in Form eines Syllogismus. Zwei unumstößliche Urteile führen zu einem dritten Urteil, dessen Existenz nach logischen Kriterien nicht zu leugnen ist. Eine emotionslose Operation des Verstands, die sich hier zur obersten Prämisse einer Dramaserie erhebt. Was kann dies anders als ein Paradoxon sein? Doch es ist keines; vielmehr ist diese trockene Feststellung von Logik ein Indiz dafür, dass Alan Balls “Six Feet Under” weit mehr sein will als TV-Unterhaltung. Es handelt sich um ein in Film und Fernsehen bis dato unerreichtes Ereignis, den sterblichen Menschen aus seinem Alltag zu reißen und ihn auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Ihm vorzuhalten, was er in Wirklichkeit ist: vergänglich.
Einzig Karl Popper und sein Falsifikationsprinzip können sich theoretisch einen letzten Funken Hoffnung bewahren, denn ihm zufolge ist jede Theorie nur auf unbestimmte Zeit gültig. Wenn irgendwann einmal der Fall eines unsterblichen Menschen einträte, stünde die logische Gleichung um den Menschen Sokrates auf wackligen Füßen. Doch mal abgesehen von der immensen Unwahrscheinlichkeit dieses Falls selbst nach Popperschen Kriterien: ist es nicht die reinste Ironie, dass die Gültigkeit von Theorien demzufolge genauso vergänglich ist wie die menschliche Hülle?

Der Mut, mit dem Alan Ball sein Konzept um eine Bestatterfamilie aufzieht, kann nicht genug gelobt werden. “Six Feet Under” ist in seiner Anlage kommerzielles Gift. Wie kann sich eine solche Serie über Wasser halten in einem Teich der Unterhaltung, der Ablenkung von Problemen um die graue Tristesse der Normalität? Das ist die Frage. Der Mensch geht arbeiten, er kehrt heim zu seiner Familie oder in seine Single-Wohnung, er unterhält soziale Kontakte in einem Netzwerk von Menschen, da er auf Sozialität angewiesen ist. Im Fernsehen sieht er Nachrichten von Krieg und Tod, abstrahiert bis ins Unvorstellbare, kaum noch nachzuvollziehen, was der Tod wirklich bedeutet, in Abwechslung mit Werbeblöcken, die über Imperative zum Kauf von Produkten überreden wollen. In dem Leben, das er seinen Alltag nennt, verdrängt, selektiert und sortiert der Mensch Reize, die ihm wichtig erscheinen, um sich ein möglichst harmonisches Gesamtbild zu schaffen. Die Verdrängung der Tatsache des Todes gehört einfach dazu. Das Wissen um die eigene Sterblichkeit ist dem Menschen alleine vorbehalten, es ist ein menschliches Charakteristikum. Doch um diese Gabe hat er selbst nie gebeten; im Gegenteil kämpft er mit Händen und Füßen darum, sie zu vergessen. Unter anderem durch TV-Unterhaltung. Also, was zum Teufel hat eine TV-.Serie mit diesem Gegenstand im Fernsehen verloren. Und noch viel wichtiger: Wie konnte sie so erfolgreich sein?

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, aber es ist mir verdammt recht, denn lange hat man nichts mehr gesehen, das jeden einzelnen Zuschauer persönlich so berührte und ihm Selbsterkenntnis brachte. Wo andere Serien ihrer Art an der Mattscheibe aufhören zu existieren, greift diese durch das Glas hindurch und stößt die geballte Faust mitten in die Brust und den Kopf des Zuschauers, um Herz und Hirn zu stimulieren. Man wird berührt, oft auch sehr unangenehm, ganz besonders im durch Worte definitiv nicht zu beschreibenden Finale. Es wird verflucht persönlich in jeder erdenklichen Hinsicht.
Möglich, dass die Zuschauer diesen konkreten Angriff auf ihre Gefühle deswegen akzeptiert haben, weil sie durch das übrige Fernsehentertainment übersättigt waren. Es ist kein Geheimnis, dass die Qualität des TV-Angebotes in den letzten Jahren stark gesunken ist. Irgendwann tritt eine Überreizung durch billige, oberflächliche Fließbandware ein und man verlangt nach Qualität - “Six Feet Under” könnte davon profitiert haben und hat sich eine Nische gesucht, wider aller Gesetze überlebt. Und diese unerwartete Lebensspende wurde nicht missbraucht, denn nach fünf Staffeln erfolgte im Jahre 2005 auf dem Höhepunkt das Aus. Die Serie verriet nicht ihr eigenes Konzept und sorgte gemäß ihrer Thematik für einen runden Abschluss. 2001 - 2005... Rest in Peace. Ohne lebensverlängernde Maßnahmen.

Nun ist es Zeit, den Verstorbenen zu ehren.
Alan Ball wurde durch den Verlust seiner Schwester zu “Six Feet Under” inspiriert. Von Anfang an sollte man sich mit dem Tod auseinandersetzen, und so bekommen wir die Familie Fisher niemals komplett zu Gesicht. Das Oberhaupt verstirbt noch im Opener der ersten Folge bei einem Unfall während eines Leichentransports. Schon hier ist er getrennt von der Familie und wird sie niemals wiedersehen. Es geht bereits jetzt um nichts weiter, als eine Familie mit ihren Trümmerhaufen zu beobachten. Die Szenen reihen sich in unterschiedlichen Zeitabständen aneinander; manchmal parallel, manchmal um Minuten, Stunden, Tage oder Wochen versetzt. Hinweise darauf gibt es nicht, es geht einfach immer weiter und gezeigt wird das Wichtigste - am Ende einer Staffel und (meistens) 12 Folgen ist insgesamt etwa ein Jahr vergangen.

Es versammeln sich eher unbekannte Schauspieler vor der Kamera; Serienkomparsen, Theaterschauspieler. In Nebenrollen tummeln sich gerade im späteren Verlauf diverse Stars, etwa Kathy Bates (die auch in einigen Episoden Regie führte), James Cromwell, Ed Begley Jr., Lili Taylor oder Mena Suvari - doch den harten Kern bestreitet man mit eher unbekannten Gesichtern. Die Fishers mit Mutter Ruth (Frances Conroy), den Söhnen Nate (Peter Krause) und David (Michael C. Hall) und der Tochter Claire (Lauren Ambrose); Präparator Frederico Diaz (Freddy Rodríguez) mitsamt Familie; Nates Freundin Brenda (Rachel Griffiths) mit ihrem Bruder (Jeremy Sisto) und Davids Freund Keith (Mathew St. Patrick). Das ist der Kern, um den sich im Laufe der fünf Jahre immer wieder Bekannte verabschieden oder neu hinzukommen.

Alles beginnt mit einem von Vanitassymbolik gespickten, künstvoll montierten Vorspann. Erst dann der Prolog, in dem stets ein Mensch stirbt, dessen Todesumstände und Bestattung in der nun folgenden Episode eine Rahmenhandlung zieren, anhand derer sich die privaten Probleme des Fisher-Clans noch besser verdeutlichen lassen.

Wird in den ersten Folgen noch der zynische Blick auf das Geschäft mit dem Tod in den Vordergrund gerückt, so verschwindet dieser Ansatz recht schnell zugunsten des Dramagehalts, der sich in unzähligen zwischenmenschlichen Episoden, die alle Figuren zunächst unheimlich detailgetreu charakterisieren, sie im Wortsinne zu Individuen machen, um sie dann fortlaufend zu verändern durch die Erlebnisse in den fünf Jahren, denen wir beiwohnen dürfen.
Zu einfach hätte man sich vorstellen können, dass “Six Feet Under” tief in die Welten des schwarzen Humors versinkt und ehrlich gesagt hätte ich das ursprünglich auch erwartet. Die Arbeit mit dem Tod entwickelt auf Dauer natürlicherweise einen Hang zum Zynismus. Das ist ein Schutzmechanismus, um sich nicht mit der eigenen Endlichkeit auseinander setzen zu müssen und um nicht in Trauer und Mitleid mit den vielen Menschen zu ertrinken, die täglich im Bestattungsinstitut zu Gast sind, noch von frischer Trauer gezeichnet.
Auch ich selbst hatte wohl irgendwie die leise Hoffnung, es würde sich um eine von schwarzem Humor dominierte Serie handeln, damit ich mich quasi “aus der Verantwortung ziehen” könnte. Doch Alan Ball läge nichts ferner als diesen bequemen Ausgang zu wählen, und so integrierte er David ins Spiel, den direkten Erben der Firma seines verunglückten Vaters. Seinen eher rebellischen Bruder Nate, der wie durchs Schicksal geleitet entgegen seiner ursprünglichen Absichten ins Geschäft einsteigt, und seinen Mitarbeiter Frederico, zwingt er immer wieder dazu, Respekt für die Toten zu zeigen, nicht in ihrer Gegenwart über Banalitäten zu sprechen. So sichert sich Ball zum einen den ernsthaften Umgang mit dem Thema, zum anderen charakterisiert er David hiermit bereits: Er wird zum Spießer.

Der Zuschauer gewöhnt sich langsam, aber behände an die oft sehr schrägen Figuren, die da alsbald auf dem Bildschirm auftauchen. Mutter Ruth ist sehr lange Zeit geradezu unerträglich in ihrer quäkigen, konservativen Art, David ist nicht nur stocksteif, sondern auch noch schwul, und Claire ist gerade bekifft, als sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhält und wir sie zum ersten Mal sehen. Nate im Übrigen hat in diesem Moment Sex mit einer Unbekannten. Die Charaktere sind eigenwillig und zäh, nicht durchgehend liebenswert. Zwar wirkt anfangs noch (Frede)Rico, der Leichenpräparator so, wo er doch mit seinem jugendlichen Aussehen und ewigen Strahlen eine Art neuer Michael J. Fox zu sein scheint, doch auch dies währt nicht lange, da er bald schon regelmäßig aus der Haut fährt, egozentrisch wird und latente Schwulenfeindlichkeit andeutet.

Doch so fehlerhaft die Charaktere auch ausfallen, so realistisch wirken sie auch im Umkehrschluss und schnell übermannt einen dann eine Hassliebe zu ihnen allen. Man möchte in ihrer Nähe sein und an ihrem Leben teilhaben. Nate entwickelt sich dann zum geheimen Hauptdarsteller und zur primären Identifikationsfigur. Seine Handlungen wirken noch am meisten rational, doch auch er ist beileibe nicht perfekt.

Getragen von guten Schauspielern gewinnen jene Hauptfiguren soweit an Glaubwürdigkeit, dass die halbe Miete bereits gezahlt ist, denn wenn die Figuren funktionieren, müssen es fast zwangsläufig auch die Konflikte zwischen ihnen. Und schauspielerisch mag “Six Feet Under” nicht die Avantgarde sein, aber als sehr gut, stellenweise dann sogar genial, sind die Leistungen der Darsteller schon zu bezeichnen. Es ist anzuzweifeln, ob auch nur einer von ihnen zukünftig in größeren Produktionen Fuß fassen können wird - Michael C. Hall etwa hat sich wieder ins Theater zurückgezogen - doch innerhalb dieser Serie sind sie allesamt ganz einfach unaustauschbar. Was der Konzeption zugute kommt, denn sollte in den fünf Jahren einer von ihnen sterben, könnte er nicht einfach ersetzt werden wie - um beim Beispiel zu bleiben - ein Michael J. Fox in der Sitcom “Chaos City” durch Charlie Sheen. Er wäre weg - und es würde weh tun.

Ein wesentliches Problem von TV-Serien, die realistisch sein wollen, ist es, die Ereignisse sich nicht überschlagen zu lassen. “24" kann ein Liedchen davon singen. Es muss ja ständig etwas geschehen, damit es interessant bleibt, und so entsteht selbst in Dramaserien die Tendenz, zu übertreiben und das Leben der Figuren auf den Kopf zu stellen. “Six Feet Under” löst das Problem über weite Strecken hervorragend. Lediglich ein größeres Problem sehe ich, und das liegt in dem prozentualen Vorkommen von Schwulen. Zwar ist David als einer der Hauptcharaktere schwul und durch ihn und seinen Partner Keith wird man selbstverständlich auch in die Metiers geführt, in denen Schwule gehäuft vorkommen, doch abgesehen von Handlungsorten wie Gay-Bars entpuppt sich scheinbar auch im normalen Alltag der Fishers gefühlt etwa jeder zweite Neuling als schwul oder zumindest bisexuell. Das Thema ist einfach einen Schlag zu dominant von der reinen Häufigkeit. Andererseits wird dieses Manko allerdings dadurch ausgeglichen, dass das Thema hier wirklich absolut effektiv auf die Toleranzschiene geschoben wird. Fast parallel zum Umgang mit toten Körpern (der Präparationsraum dient ebenso oft als Unterhaltungsraum wie etwa die Küche und so bekommt man sehr oft den Blick auf nackte, tote Körper) werden schwule Beziehungen einfach normalisiert. Keith und David küssen sich liebevoll, haben Sex und verhalten sich einfach wie zwei Menschen in einer Beziehung, und was möglicherweise anfangs noch ein abwehrendes Gefühl erzeugen könnte, weicht mit zunehmender Häufigkeit des Gesehenen Toleranz auf gleichberechtigter Ebene mit einem Hetero-Pärchen, zumal die Probleme hier wie dort die gleichen sind und damit auch für Heterosexuelle Identifikationspotenzial in Davids Storylines existiert.

Dem hervorragenden Auftakt mit der ersten Staffel folgt leider ein längerer Durchhänger über die zweite und dritte Staffel hinweg. Man hat sich gerade erst an die Charaktere gewöhnt und ihre Verhaltensweisen ins Herz geschlossen, da veranstalten sie plötzlich unvorstellbare Dinge, die wiederum sehr gewöhnungsbedürftig sind und die man oft einfach ablehnt. Das eigene Wesen behalten sie zwar bei, aber irgendwie häufen sich die Kuriositäten und man weiß nicht recht, was man davon halten soll. Hinzu kommt, dass neue Figuren manchmal, aber nicht immer allzu sinnvoll eingeführt werden. Mit dem kauzigen Bestattergehilfen Arthur (Rainn Wilson, “Almost Famous”, “House of 1000 Corpses”) hätte man zum Beispiel sicher noch mehr anfangen können. Stillstand gibt es aber dennoch nicht. Das Leben schreitet unermüdlich voran und eben auf sein Ende zu.

In Sachen Narration wird erfolgreich mit lebendig gewordenen Gedankenspielen der Figuren experimentiert. Wo handlungstechnisch in der Realität nichts passiert, erscheinen den Fokuspersonen Verstorbene als Projektion ihrer eigenen Gedanken. Deutlich sichtbar handelt es sich nicht um “Geister” der Verstorbenen, sondern um rein neuronale Halluzinationen derer, die da gerade einen inneren Konflikt zu bewältigen haben. Der in Episode 1 verstorbene Nathaniel Fisher (Richard Jenkins) bekommt so noch mehrere Auftritte in den Gedankenspielen der Akteure. Fantastisch ist hier vor allem die Qualität der inneren Monologe, denn der tote Fisher-Vater (und alle anderen Toten) erscheint nicht als der, der er war, sondern als das, wofür sein Erzeuger sie gerade braucht. David wird von seinem Vater beispielsweise oft als Schwächling beschimpft, aber nicht, weil er dies zu Lebzeiten getan hätte, sondern weil David gerade mit seinen Komplexen zu kämpfen hat. Oft gleiten diese Erscheinungen ähnlich dem Kinofilm “Eternal Sunshine of a Spotless Mind” in den Horrorbereich, weil die Dialoge so treffend die Ängste der Charaktere beschreiben, dass es wahrhaft gruselig wird (etwa das “Mein Gesicht fällt mir immer ab”, als David mit zwei harten Schicksalsschlägen zu kämpfen hat, die sich zu einer bedrohlichen Masse summieren).

Mit der vierten Staffel beginnt ein merklicher dramaturgischer Anstieg auf einen eventuellen Klimax, der dann auch tatsächlich zum Ende der fünften Staffel eintritt und das Ganze so perfekt abschließt, dass es mit Worten einfach nicht wiederzugeben ist. Ich will es dennoch versuchen. Nachdem sich die Storyline wieder in absolut glaubwürdige Bahnen entwickelt hat und vor allem dadurch glänzt, dass sie mit ihrem radikalen Minimalismus doch so sehr bei der Stange hält und Langeweile praktisch ausschließt, behält man sich doch vor, alle Darsteller sterben zu lassen. Solange man an die aristotelische Logik glaubt, sollte dies nun kein Spoiler gewesen sein, denn Alan Ball hat uns nichts Neues damit erzählt, dass wir alle sterben. Die Serie schließt mit einer Collage, von der ich folgendes behaupte: Nie hat mich etwas tiefer getroffen und schmerzlicher berührt als diese Minuten. Die Minuten, in denen gezeigt wird, wie die Menschen sterben, an die man sich fünf Jahre lang gewöhnt hat. Da ist ein Auto, das einen Highway entlangfährt im sich anbahnenden Dämmerlicht, links und rechts Wüste, vorne der Horizont. Während Sias “Breathe Me” in hellem Klang erleuchtet, werden weiche Collagen eingeflochten, die in die Zukunft schauen. Wir sehen, wie die Hauptcharaktere über die Jahre hinweg sterben, einer nach dem anderen, jeder für sich allein. Dann ein Fade to White, wie in all den Expositionen mit all den Menschen, die gestorben und bei den Fishers präpariert wurden. Das ist der Moment aller Momente - schwer vorstellbar, dass man ihn jemals wieder vergessen wird.

Man möchte nun fragen, wozu das alles. Mit welchem Sinn wird uns hier der Tod vor Augen geführt in einer, das möchte ich nochmals betonen, zwar traurigen, aber sicher nicht deprimierenden Serie, die freilich nicht nur den Tod, sondern auch das Leben mitsamt seinen guten und schlechten Seiten zu bieten hatte?
Man gibt uns darauf keine Antwort. Wie wir darauf nun reagieren möchten oder müssen, ist jedem Einzelnen selbst überlassen. Dies hier ist nur der Stein des Anstoßes, darüber nachzudenken.

Danke dafür.
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« Antwort #11 am: 12. Januar 2007 um 18:45 »

Sehr schöne Review, die "Six Feet Under" geradezu perfekt beschreibt! Sowas in der Art hab ich mir ja insgeheim gewünscht und heute abend war dann sozusagen Bescherung Sehr glücklich

Serie sehen wir folglich so ziemlich gleich, wobei ich den Hänger in Staffel 2 nicht feststellen konnte, im Gegenteil...fand die zweite Staffel noch ein gutes Stück stärker wie die 2 und erst ab der 3 ging's für mich leicht bergab. Was gefiel dir denn an Staffel 2 nicht?

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Debakelvince


« Antwort #12 am: 13. Januar 2007 um 12:57 »

Hmm, das ist schwer zu sagen. Nachdem die erste Staffel so ein gutes Gespür für Drama und Ereignisaufteilung gefunden hatte, war ich mit der zweiten Staffel ein wenig enttäuscht, dass plötzlich ziemlich schnell recht viel passierte, Schlag auf Schlag. Dann musste ich mich noch an einige Charaktere gewöhnen bzw. daran, dass sie nicht immer gleich bleiben würden und einige Subplots haben mir auch nicht mehr so gefallen. Ruth hat mich zum Beispiel nie mehr genervt als in dieser zweiten Staffel (war da nicht auch die Sache mit der Selbsthilfegruppe und den Hausmetaphern? Ich hätte draufhauen können!  Lautes Lachen  ).
Season 3 fand ich dann noch schwächer (gar nicht gefallen hat mir Claires Entwicklung zur Kunststudentin - dieses kreative Gelaber geht mir so dermaßen auf den Sack...), so dass ich teilweise vom Gefühl her nur noch bei einer 7/10 war. Dann merkte man aber irgendwann, dass es aufs Ende zuging und man sich sozusagen dem Klimax näherte. Die Tatsache, dass "Six Feet Under" wirklich als abgeschlossenes Konstrukt funktioniert, ist auch in die Bewertung eingeflossen. Ich habe selten eine Serie gesehen, die so stimmig zum Abschluss gebracht wurde.
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« Antwort #13 am: 13. Januar 2007 um 13:25 »

Mir fällt gerade auf das ich seit knapp zwei Wochen nicht mehr weiter geschaut habe. Bin irgendwie am Anfang der dritten Staffel hängen geblieben...
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« Antwort #14 am: 26. Januar 2007 um 19:06 »

Ich bin nun auch fast durch. Mir ist bei der letzten Folge (5.06) aufgefallen das ich noch keine Serie gesehen habe in der solche Unmengen an Gras konsumiert werden...
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« Antwort #15 am: 28. Januar 2007 um 00:35 »

Ich bin nun auch durch. Grandiose Serie mit vielen tollen und packenden Momenten. Tolle Darsteller die ihre Figuren so überzeugend spielen das man einfach immer Mitgefühl aufbringt egal ob nun was positives oder negatives passiert.

Von der ersten bis zur fast letzten Folge eine tolle Familien-Saga deren (Teuren) Kauf ich nicht bereue.

Einzig die letzten Folgen nach Nates Tod hätte man sich schenken können. Hier ist man vollkommen auf der Stelle getreten. Auch die von freeman gelobten letzten 10 Minuten fand ich nicht so prickelnd.

Zum einen finde ich dieses Lied einfach zum erbrechen wiederlich, zum zweiten mag ich es generell nicht wenn ein Film bzw. eine Serie mit einem
"Blick in die Zukunft" ausläuft. Hier hätte ich mir ein Ende gewünscht das auch wirklich mit Claires Abschied abschließt. Die Fahrt durch die Wüste war schon nicht schlecht. Nur diese Blicke in die Zukunft waren hier völlig für den Hintern.

Trotzdem werde ich früher oder später die komplette Serie nochmal durchlaufen lassen.

Ein großes Danke von mir an Hannibal der mich mit seinen Reviews auf die Serie aufmerksam gemacht hat.

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Debakelvince


« Antwort #16 am: 28. Januar 2007 um 16:14 »

Zitat von: "DocVirus"

Zum einen finde ich dieses Lied einfach zum erbrechen wiederlich, zum zweiten mag ich es generell nicht wenn ein Film bzw. eine Serie mit einem
"Blick in die Zukunft" ausläuft. Hier hätte ich mir ein Ende gewünscht das auch wirklich mit Claires Abschied abschließt. Die Fahrt durch die Wüste war schon nicht schlecht. Nur diese Blicke in die Zukunft waren hier völlig für den Hintern.


Bitte was?!? Ich stimme dir ja zu, Zukunftsausblicke sind in aller Regel total für den Arsch, aber wenn das irgendwo passt, dann doch bitte hier! Es wäre eine Sünde gewesen, auf einen solchen Abschluss zu verzichten. Die letzten Minuten "Six Feet Under" sind für mich persönlich der größte Moment der Fernsehgeschichte.
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« Antwort #17 am: 28. Januar 2007 um 18:12 »

Zitat von: "Vince"
Zitat von: "DocVirus"

Zum einen finde ich dieses Lied einfach zum erbrechen wiederlich, zum zweiten mag ich es generell nicht wenn ein Film bzw. eine Serie mit einem
"Blick in die Zukunft" ausläuft. Hier hätte ich mir ein Ende gewünscht das auch wirklich mit Claires Abschied abschließt. Die Fahrt durch die Wüste war schon nicht schlecht. Nur diese Blicke in die Zukunft waren hier völlig für den Hintern.


Bitte was?!? Ich stimme dir ja zu, Zukunftsausblicke sind in aller Regel total für den Arsch, aber wenn das irgendwo passt, dann doch bitte hier! Es wäre eine Sünde gewesen, auf einen solchen Abschluss zu verzichten. Die letzten Minuten "Six Feet Under" sind für mich persönlich der größte Moment der Fernsehgeschichte.


Wie ich schon geschrieben habe mag ich solche Abschlüsse generell nicht. Und auch hier finde ich ihn vollkommen sinnlos. Durch den Schnitt zurück auf Claire die durch die Wüste fährt nachdem man gesehen hat wie sie stirbt verfehlt die ganze Szene ihre Wirkung.

Hätte man es schlicht gehalten wie zum Beispiel beim Ende der vierten Staffel von 24 (Jack läuft der untergehenden Sonne entgegen - mit dem Unterschied das Claire der Sonne entgegen fährt) hätte es mit Sicherheit mehr Wirkung gezeigt.

So verpasst man einer genialen Serie ein sentimental-kitschiges Ende.
Traurig eigentlich wenn man bedenkt das die 63 vorherigen Episoden ohne sowas ausgekommen sind.

Und es gibt einige andere Szenen die wohl eher zu den größten Momenten der Fernsehgeschichte zählen.
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« Antwort #18 am: 28. Januar 2007 um 19:14 »

Kann die Kritik da aber auch nicht mal ansatzweise verstehen. Genau das passt doch zum kompletten Konzept der Serie....und untermauert abschließend perfekt die Endlichkeit unseres Seins. Finde das ist mit Abstand das beste Finale, das eine Serie haben kann...

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« Antwort #19 am: 18. Februar 2007 um 11:21 »

Zitat von: "Hannibal"
Finde das ist mit Abstand das beste Finale, das eine Serie haben kann...


Sehe ich genauso wie du Hannibal.

Ich bin heute morgen auch fertig geworden mit der Serie und ein anderes Ende - das offene fragen gehabt hätte wie z.B. das Akte X finale im Hotelzimmer - hätte ich nicht gut gefunden. Man hätte sich dann ja nur gefragt wie würde es weitergehen? Was würde aus den Figuren werden? So bekam die Serie ein würdiges ende. Ich hab mir die erste Staffel als sie damals rauskam aus der Videothek ausgeliehen aber die folgenden Staffeln auf Vox ignoriert. Hannibals Reviews haben mich dann neugierig gemacht und als die Komplettbox auf die 100€ marke gefallen war hab ich sie mir gekauft und es nicht bereut. Meiner meinung ist die dritte Staffel die schwächste (abgesehen vom schockenden anfang mit Nates "erstem" Tod). Am meistehn hat mich in der dritten Staffel Lisa gestört, die fand ich irgenbdwie blöd und die ganze zeit dachte ich hoffentlich kommt Nate wieder mit Brenda zusammen. Ich kann jedem nur empfehlen einen blick auf SFU zu riskieren, jedoch sollte man ein wenig Toleranz mitbringen da auch Homosexualität behandelt wird. SFU ist eine der besten Serien die es jemals gab.
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« Antwort #20 am: 18. Februar 2007 um 14:49 »

Auch meiner einer ist soeben mit der fünften und (leider) letzten Staffel fertig geworden. Schade das es vorbei ist...

Zitat
Menschen, denen man durch 5 Staffeln gefolgt ist, mit denen man Höhen und Tiefen durchstanden hat, kommen im Zeitraffer an ihr Ende, untermalt von einem hervorragend ausgewählten Song, kombiniert mit grandiosen Landschaftsaufnahmen. Diese unglaublich intensive Gänsehaut-Sequenz, die inszenatorisch & schauspielerisch als schlicht perfekt bezeichnet werden kann, zeigt wozu das Medium Film im Stande ist, für solche Momente wurde es erfunden. Und wenn dann der Abspann über die heimischen Bildschirm flimmert, haben wohl selbst gestandene Männer die Augen seltsam glasig glänzend.
Dem kann ich nur zustimmen...das war eine der schönsten Sequenzen die ich je im Film/Fernsehen angeschaut habe und alleine der Gedanke daran läßt meine Augen sofort wieder feucht werden. Lächeln
Auch ansonsten ist Six Feet Under wohl die beste TV Serie die ich bisher gesehen habe, keine andere verbindet Anspruch und Unterhaltung so perfekt miteinander.
Ansonsten bleibt mir nicht viel zu sagen was nicht schon an anderer Stelle in diesem Thread geschrieben wurde. Bleibt mir nur noch meinem Kumpel, der mir vor einiger Zeit praktisch mit der Nase auf die Serie gestossen hat, endlich mal zum Dank dafür einen auszugeben. Lächeln
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« Antwort #21 am: 08. Mai 2007 um 23:52 »

Ich habe gerade eben auch die 5. Staffel abgeschlossen und bin noch völlig mitgerissen. Die letzten Minuten der Serie sind Momente, die man seinen Lebtag nicht mehr vergißt. Ich bin normalerweise nicht nahe am Wasser gebaut, aber das war einfach nur genial und gleichzeitig auch dermaßen traurig. Quasi die Essenz der ganzen 5 Staffeln komprimiert auf wenige Minuten...

Eine neue Nummer Eins auf meiner persönlichen Serien-Bestenliste besteigt den Thron.

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« Antwort #22 am: 24. März 2008 um 11:00 »

Hiermit möchte ich mich dem Höchstwertungsreigen der Anderen anschließen. Gestern habe ich die letzte Folge hinter mich gebracht. vor allem das letzte Drittel der 5. Staffel gehört ja wohl zum Besten und Intensivsten, was es bisher in einer Serie zu sehen/fühlen gab.

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