NarrenTalk - Der DVDnarr.com Podcast
DVDnarr.com   
Home Forum NarrenTalk (Podcast) Fotogalerie Amazon.de
Suche Hilfe
Registrieren
Benutzername:   Passwort:
Passwort vergessen?
Seiten: [1]   Nach unten
  Sende dieses Thema  |  Drucken  
Autor Thema: Der Mythos - Special Edition  (Gelesen 16874 mal)
0 Mitgliedern und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Vince
Steelbook
*
Offline Offline

Beiträge: 4.348


Debakelvince


« am: 01. Oktober 2006 um 22:02 »

Der Mythos (2005)
Special Edition
OT: San Wa / The Myth



Technische Daten
Vertrieb: Splendid
Regionalcode: 2
Laufzeit: 115:45 Min.
Regie: Stanley Tong
Darsteller: Jackie Chan, Kim Hee-seon, Tony Leung Ka Fai, Mallika Sherawat, Sudhanshu Pandey
Bildformat: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Sprachen: DD 5.1 Deutsch, Kantonesisch
Untertitel: Deutsch
Freigabe: FSK 16

Film
Stanley und Jackie, ihr macht es mir nicht ganz leicht.
Man soll mir nicht nachsagen, ich wäre nicht mit allen positiven Erwartungen an Jackie Chans Folgeprojekt der außergewöhnlich gelungenen “New Police Story” herangegangen. Lobenswert, wie der Mann, der in seiner Karriere schon alles für sein Lebenswerk Wichtige erreicht hat, im lauernden Alter versucht, neue Wege zu ergründen und sich selbst neue Facetten abzugewinnen. Stanley Tong, der ein halbes Jahrzehnt lang nicht mehr von sich reden machte, begleitete Jackie ein Stück weit in den Neunzigern und zeigt sich nun bereit, diese neuen schauspielerischen Ambitionen durch ungewöhnliche Projekte zu unterstützen. Eines der größten Probleme von “Der Mythos” ist jedoch, dass wirklich neu oder ungewöhnlich allerhöchstens die Zusammenstellung ist, die Zutaten innerhalb und außerhalb von Jackie Chans Karriere aber altes Brot sind. Zu alledem altes Brot, das andere schon nach einer besseren Rezeptur gebacken haben und das vor allem in dieser Zusammenstellung nicht besonders gut schmeckt.



Ein positiver Aspekt allerdings vorweg: Den zuletzt enttäuschenden US-Nichtssagern - “The Tuxedo”, der noch grässlichere “Das Medaillon” und dem Hörensagen nach auch “In 80 Tagen um die Welt”, der meinem Erfahrungsschatz aus Angst vor ähnlichen Pleiten wie den zuvor genannten Filmen noch fehlt - hat auch diese Hongkong-Produktion wieder voraus, dass sie offenbar wenigstens so etwas wie Ehrgeiz vorweisen kann. Deshalb muss man sich als Zuschauer am Ende nicht mit sinn- und zusammenhangslosem Gewurschtel plagen, das Jackie selbst auf ein zweidimensionales Stereotyp reduziert und den Film um ihn herum als neutrales Mittel zur farblosen Präsentation des Stars. Nein, “Der Mythos” bemüht sich tatsächlich aufrichtig, einen solchen Mythos zu konstruieren. Mit einer modischen parallelen Erzählweise, die etwa zu Anteilen von 65 zu 35 Prozent zwischen Gegenwart und Vergangenheit (das China der Qing-Dynastie 200 Jahre vor unserer Zeit) wechselt, vollzieht sich ein mystisches Spiel um Identitäten, unsterbliche Liebesschwüre und die Symbolik der Schwerelosigkeit - leider jedoch alles Dinge, die nach dreister Kopie riechen. Oberflächlich aufbereitet, von tieferen Diskursen befreit, ohne eigene Innovationen.

Die Gegenwarts-Szenen wirken dabei verstärkt “Indiana Jones”-inspiriert. Nur, die Sache ist für Jackie doch eigentlich schon seit 20 Jahren, also seit “Der rechte Arm der Götter” gegessen, oder zumindest seit dem besseren und erfolgreicheren Sequel “Mission Adler”. Durch kulturgeprägte Einsprengsel fühlt man sich zugleich an andere Abenteuerfilme wie “Auf der Suche nach dem goldenen Kind” erinnert. Nichts Neues aus heutigen Tagen also.
Und doch geht von dem Gegenwartsszenario eine eigenwillige Wirkung aus, die sich womöglich zu Teilen aus einer soweit noch unerfüllten Erwartungshaltung pellt, auf welche Weise sich dieser “Present Day”-Part später mit dem Vergangenheitsteil verbinden wird - was zweifellos am Ende des Films geschehen muss, so viel grundlegenden Filmverstand hat jeder Mensch, dies bei einer derart auffälligen Parallel-Narration sofort zu mutmaßen. Man traut Stanley Tongs Hand aber auch etwas mehr Raffinesse zu als etwa einem Kevin Donovan, der vor und nach “The Tuxedo” zurecht nie wieder Regie führen durfte. So ist schon die grundlegende Erwartungshaltung eine ganz andere, obwohl sich die Szenarien trotzdem unerbittlich wiederholen. Ein gutmütiger, moralisch unangreifbarer Jackie im Kampf gegen uneinsichtige Schergen, verwoben in einen Plot um ein wissenschaftlich-fiktionales Element ganz wie bei der “Gefahr im Anzug” - diesmal ist es das Geheimnis der Reproduktion von Schwerelosigkeit, das die Menschen beschäftigt.

Im historischen Teil haben wir eine Komplettimitation aktueller Wuxia-Filme um “Tiger & Dragon”, der sich ganz besonders durch die Liebesgeschichte zwischen General Meng-yi (Jackie Chan) und Prinzessin Ok Soo (Kim Hee-seon) als Vergleich aufdrängt, auch wenn das Motiv als solches so alt ist wie das Wuxia-Genre an sich. Chan selbst bedient sich dabei zu großen Teilen seiner Rolle aus “Shang-High Noon” speziell im scheuen Umgang mit der Prinzessin. Ich selbst hatte in einer Szene gar eine Art Déjà-Vu, als Jackie in einer fast identischen unterwürfigen Art kurz vom Boden aus zur Prinzessin hochblickt und gleich wieder wegschaut, so wie er es damals Lucy Liu gegenüber getan hat. Was nun freilich nicht gerade für Innovation oder Alternation spricht, die Jackie im Vorfeld des Projektes so entschlossen angepriesen hatte.
Nicht von ungefähr kommen im Finale zudem noch diverse Parallelen zu Stephen Sommers “Die Mumie”-Remake hinzu, das unter all der Popcorn-Verkleidung auf Karl Freunds Original von 1932 referierend die Unsterblichkeit der Liebe zum Thema hatte. Und in beiden Erzählebenen gibt es über diese offensichtlichen Parallelen hinaus noch zahlreiche weitere Strukturen zu erkennen, die auf andere Filme hinweisen.



Die Idee hinter “Der Mythos” soll folgende sein: Es bleibt nicht bei dem Science Fiction-Plot der Gegenwart als Rechtfertigung für allerlei Kampfspirenzchen des chinesischen Wiesels. Auch die Mythologie des historischen Abschnitts bleibt nicht auf sich allein gestellt. Die wissenschaftlich-fiktionale Komponente wird sich mit der Mythologie verbinden und die Wissenschaft produziert ein Symbol für das Überrational-Mythologische durch die Wechselwirkung der zeitlich voneinander separierten Erzählebenen. Man könnte sagen, die für sich betrachtet ausgesprochen simplen Plots von “The Tuxedo” (Wissenschaft) und “Das Medaillon” (Mythologie) werden miteinander in einen Zusammenhang gesetzt, um eine alles überschattende Semantik zu erstellen, die weit größer ist als ihre Einzelteile.

Problematisch daran ist, dass sich das Story-Prinzip von “größer als die Einzelteile” nicht ohne weiteres auf die Filmqualität übertragen lässt. Sowohl Jack (Jackie der Gegenwart)  als auch Meng Yi (Jackie der Qing-Dynastie) sind keinesfalls Protagonisten besonders gut durchdachter oder gar intelligenter Geschichten. Während Jacks abenteuerliche Erkundung eines religiösen Kultes und eines Phänomens der Schwerelosigkeit von Natur aus nicht besonders tiefsinnig ist (und es auch nicht zwingend sein muss), bietet auch Meng Yis Kampf gegen seine Feinde und gegen die kaiserlich auferlegten Bürden seiner Existenz nichts als oberflächliches Kostümspektakel. Von den großen Genreklassikern ist diese Geschichte durch seine simple Nachzeichnung grundlegender, unreflektierter Beziehungskonstellationen so weit entfernt, wie man sich nur vorstellen kann. Die Inhaltsangabe betreffend kann “Der Mythos” sicher mit Werken vom Schlage “Tiger & Dragon” konkurrieren, darüber hinaus jedoch wohl kaum.
Selbst den Historienprunk und die epischen Dimensionen betreffend ist Tongs Inszenierung heutzutage kaum noch konkurrenzfähig. Bilden US-Regisseure wie Peter Jackson und Ridley Scott inzwischen mehr als überzeugende imaginäre oder historische Welten von detailverliebter Schönheit und suhlen sich chinesische Filmemacher wie Zhang Yimou (“House of Flying Daggers”, “Hero”) in elegischer Darstellung von Bewegung und Farbenpracht, so wirken Tongs Dünen- und Gebirgsfelder und die bunten Kostüme der Darsteller und Statisten kaum noch irgendwie überzeugend, eigentlich sogar ein wenig künstlich. Wing-Hung Wongs Kamera fängt nur selten wirklich malerische Szenarien ein und verleiht den historischen Rückblenden leider stets einen Hang zur Langeweile, der durch die fehlende inhaltliche Substanz auch nicht wieder aufgewogen werden kann.

Der Aspekt der Optik ist aber auch auf der anderen Seite der Medaille ein gewaltiges Problem. Gerade die Special Effects wirken hier wie dort unharmonisch und teilweise (Jackie auf dem Wasserfall) gar  lächerlich. Ob nun riesige Feuerbälle, die von Pferden mit den Hacken abgewehrt werden oder Schwerthiebe mit Computerblut... technische Schnitzer dieser Art müssen in solchen Projekten einfach nicht mehr sein und reißen nur unnötig aus der Handlung.



Was man auch von der Entscheidung behaupten könnte, immer wieder zwischen beiden Erzählebenen abzuwechseln, ohne die historische Ebene direkt als Rückblende zu kennzeichnen. Abgesehen von etwas ungleicher Laufzeitverteilung zugunsten der Gegenwart werden beide Ebenen ebenbürtig behandelt. Die Übergänge erfolgen fließend, indem Jackie zum Beispiel in der Gegenwart als Jack von einer Klippe springt und ins Wasser eintaucht, bevor er als Meng Yi bekleidet mit seiner Rüstungstracht wieder auftaucht. Das hat den interessanten Effekt, dass wir als Betrachter des Geschehens vom Standpunkt her nicht unbedingt auf die Gegenwart fixiert sind, sondern uns sozusagen “zwischen den Zeiten” bewegen. Kritik, durchaus auch berechtigte Kritik, könnte man daran üben, dass durch den permanenten Wechsel der Erzählfluss zunichte gemacht wird. Meiner Auffassung nach sind die Wechsel allerdings ansprechend, teilweise gar interessefördernd umgesetzt. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass den einzelnen Szenen jeweils ziemlich schnell die Luft ausging, was abgesehen von der spektakulären letzten Schlacht des Meng Yi vor allem für den Vergangenheitspart zutrifft. Hier wirkte der fliegende Szenenwechsel hin zur Gegenwart oftmals wie ein Schluck eines neutralisierenden Getränkes bei einer Mahlzeit, wenn man so will. Wenn es drohte, langweilig zu werden, wurde einfach die Perspektive geändert.

Zugutehalten sollte man Stanley Tong, dass sein Werk mit zunehmender Laufzeit an Attraktivität gewinnt und die besten Sachen für den Schluss aufbewahrt werden. Die digital erstellte Abschluss-Location ist wirklich nett anzuschauen, das Wirework darin zwar nicht perfekt, aber doch ordentlich umgesetzt. Des weiteren ist da noch die herausragend intensive, bereits angesprochene Szene zu erwähnen, in der Meng Yi gegen eine ganze Armee von Kämpfern antritt und dabei eine verblüffend ähnliche Wirkung erzielt wird, wie sie in der Kampfszene von Christopher Walken in Tim Burtons Gruselmärchen “Sleepy Hollow” zu finden war. Mit anderen Worten, Jackie Chan verkörpert hier einen zwar ehrenhaften, dabei aber konsequent seine eigenen Ziele verfolgenden Menschen, der vor gnadenloser Brutalität nicht zurückweicht. Köpfe werden hier abgeschlagen, Kehlen aufgeschlitzt und Brustkörbe mit einem Speer durchbohrt, der anschließend wieder aus dem Rücken herausgezogen wird. Für Chans Verhältnisse sind das, obwohl die aufgezählten Szenen noch längst keinen vollwertigen Splatter-Charakter besitzen, ausgesprochen derbe Momente, die auch ein wenig an dem Saubermann-Image kratzen.
Rein von der Leistung als Darsteller her ergründet Chan, der mit “New Police Story” plötzlich die Schauspielerei entdeckte, keine neuen Pfade. Er fällt unter Stanley Tong, mit dem er unter anderem “Rumble in the Bronx” und “First Strike” drehte, in die altbekannte, aber nun mal auch liebgewonnene Jackie-Darstellung zurück. Er spielt wieder sich selbst, wie er jemand Anderen spielt, anstatt einfach nur einen Anderen zu spielen, wie ein Schauspieler das in der Regel handhabt. Das ist soweit in Ordnung, ich habe auch nicht wirklich angenommen, dass Benny Chan damals bei Jackie dauerhaft einen Schalter betätigt hätte. Und irgendwo gehört es ja auch zum altehrwürdigen Jackie Chan dazu.

Als Handwerker hat der Meister aber nach wie vor noch so einiges drauf. Selbst 2006 sind die Martial Arts-Sequenzen die Highlights seiner Filme, die immer noch begeistern können. Ein paar wirklich schicke Choreografien wurden wieder aus dem Hut gezaubert. Fantastisch die Szenen auf dem Laufband mit klebender Oberfläche, auch der Schwertkampf im heiligen Tempel und die akrobatischen Einlagen auf dem Kutschbock. Jackie hat es in dieser Hinsicht einfach immer noch drauf, das kann man nicht anders sagen. Vermutlich wird er uns noch in zehn Jahren mit so mancher Einlage überraschen können. Im Prinzip wird nochmal das komplette Programm abgefragt. Das sieht alles für sich betrachtet, wie gesagt, schick aus, hat aber auch wieder einen Haken (der letzte, den ich mir heute herauspicke): stimmungstechnisch sind die zwei Stunden ein einziger Kuddelmuddel. Erinnert die Fließbandszene an “Mr. Nice Guy”-Zeiten und die Verfolgungsjagden über die Bergklippen an “Mission Adler”, so haben wir in dem Historienepos eine melancholische Grundstimmung, die sich auch auf die Kämpfe übertragen sollte. Nur ist dem leider nicht so: Beginnt Tong hier plötzlich, inmitten dieses ernsthaften Gefechts sich einen Running Gag mit einem austretenden Pferd zu erlauben, das somit etwas ungewöhnlich die Gegner niederstreckt, so muss man doch ein wenig am Feingefühl derer zweifeln, die für so etwas verantwortlich sind. Was die Grundstimmung betrifft, findet man jedenfalls nie einen Nenner, und das stört den Fluss im Gesamten.



Der Versuch seitens Stanley Tong und Jackie Chan, aus dem altbewährten Muster auszubrechen und neue Aspekte zu bieten, ist lobenswert, genauso wie der Drang nach einer intelligenten Auseinandersetzung mit einem komplexen Thema. Die Idee dahinter ist nicht einmal verkehrt. Sich von der wissenschaftlichen Basis aus der physikalisch nachweisbaren Schwerelosigkeit zu nähern und sie ehedem zum Symbol für die Mythologie der Unsterblichkeit der Liebe zu erheben, welche auf der anderen Seite der Erzählung wartet, das Ganze erzählt in einem fortwährenden narrativen Dualismus, das hätte Potenzial gehabt. Doch leider sind Gegenwart wie Vergangenheit der Geschichte viel zu simpel gestrickt, insgesamt zu uninteressant erzählt und auch visuell zu belanglos, als dass die hochgesteckten Ziele wirklich mit Innovation hätten vergolten werden können. Stimmungswechsel und schwache Special Effects machen die Atmosphäre kaputt und die außergewöhnliche Erzählweise kann irritieren.
Dennoch hatte ich beim abschließenden Schwenk von Jacks Haus am Hafen hin zur Stadtfassade im dämmernden Abendlicht eine leichte Gänsehaut ob des Bildes, das sich mir bot unter Kenntnis des gerade Gesehenen. Bei all den Schwächen, die sich in “Der Mythos” finden lassen, über die Nullaussage eines “Medaillon” ist Stanley Tongs Werk immer noch erhaben.
 6 Narrenkappen

Bild
Splendid eifert e-m-s nach, die zuletzt “New Police Story” mit einer superben Bildqualität veröffentlichten, und bringt den “Mythos” in größtenteils gestochen scharfen Bildern voller Details. Verschmutzungen sind nicht auszumachen. Die Farben wirken insgesamt zwar etwas ausgeblichen, das kann so aber auch auf die Intentionen des Regisseurs zurückzuführen sein.
Witzig ist es, dass man, wann immer der historische Jackie mit seinem Helm ins Bild tritt, glaubt, das Bild sei gestaucht. Der Helm hat einfach so eine unmögliche, lange Form, dass da eine solche optische Täuschung eintritt, als wäre etwas nicht mit dem Bild in Ordnung. Kaum ist der Helm weg, verschwindet auch das Gefühl. Zwinkern
 8 Narrenkappen ,5

Ton
Ganz okay, aber wahrlich nichts Besonderes ist der deutsche Track, der trotz der zahlreichen Kampfsequenzen kaum über Standard-Actionniveau hinauskommt. Schaltet man testweise mal den Originalton herein, werden einige Unterschiedliche deutlich: Hier ist alles viel lauter, differenzierter und bombastischer. Also: Guckt mehr O-Ton. Zwinkern
 6 Narrenkappen ,5

Menüs und Verpackung
Splendid hat sich für die Special Edition mal wieder zu einem Digi hinreißen lassen. Das erfreut das Sammlerherz, auch wenn es leider kein Booklet gibt.



Die Menüs sehen aus wie eine aufgepeppte Version der Jackie Chan-Reihe in den Metallschubern: es gibt in der Mitte einen Bildschirm, der einen von Jackies Schwertkämpfen mit Kampfgeräuschen im Hintergrund ablaufen lässt. Im Gegensatz zu den alten Splendid-Menüs gibts aber auch noch sonstige Bewegung: links dreht sich vehement ein “Mythos”-Emblem und rechts sind die Auswahlbuttons in Sachen Bewegung nicht minder aktiv.
Animierte Übergänge gibt es auch, die Untermenüs sind aber starr und nur teilweise musikalisch unterlegt.
 6 Narrenkappen ,5

Extras
Auf der ersten Scheibe sind acht Splendid-Trailer zu finden (Thumbsucker, Zwei Herzen für Rani, Bloodrayne, Visitation, Lucky - Keine Zeit für Liebe, Blade of the Rose, Liebesgrüsse aus Peking, Sword in the Moon). Außerdem beglückt uns Stanley Tong mit einem Audiokommentar.
Auf der zweiten Scheibe findet man dann die weiteren Extras, die in drei Punkte gegliedert sind.
Das Making Of (20:02 Min.) ist im Originalton mit deutschen Zwangsuntertiteln enthalten. Dort fallen Lebensweisheiten wie “Spiele einmal in deinem Leben mit Jackie Chan in einem Film zusammen”, aber auch ein paar Infos über die Dreharbeiten und Drehorte, transportiert über Darstellerinterviews und unterlegt mit Greenscreen-Aufnahmen und sonstigen Behind-the-Scenes.
Von solchen gibt es auf der DVD noch einige mehr. Ein insgesamt 8-teiliges, thematisch geordnetes Behind-the-Scenes-Package wartet mit den Unterpunkten “Kampf um die Prinzessin” (6:59 min.), “Abenteuer in der Eishöhle” (6:50 min.), “Der Tempel in Dasar” (12:40 min.), “Kalaripayattu” (7:49 min.), “Die Verfolgung "Rats on the Glue"” (18:08 min.), “Himmlischer Palast” (11:42 min.), “Terra Cotta Museum” (8:27 min.) und “Ein gewaltiger Krieg” (16:20 min.).
Mit dem Musikvideo “Endless Love” (gesungen von Herrn Chan höchstpersönlich) in der Mandarin- (4:40) und der internationalen Version (4:47) ist das Bonusmaterial einer insgesamt in dieser Hinsicht etwas unbefriedigenden “Special Edition” auch schon beendet.
 4 Narrenkappen

Fazit
Jackie Chans aktuellster Film auf DVD ist zwar nicht sein schlechtester, gerade für eine Hongkong-Produktion aber doch noch unter seinen Möglichkeiten. Hardcorefans (gibt’s da eigentlich noch einen außer mir selbst?) Werden die Scheibe zwar sowieso um jeden Preis brauchen, alle anderen sollten sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass “New Police Story” wohl eher die Ausnahme von der Regel war (Liquid, mein Blick geht in deine Richtung Zwinkern ). Die Story ist einfach zu platt für die Ambitionen, die dahinterstehen.
Die Special Edition im hübschen Digi gab’s bei Release schon für 15€. Sie bietet eine sehr gute Bildqualität, einen eher unspektakulären Sound sowie eine zweite DVD mit Extras, die allerdings kaum informativ sind.
 6 Narrenkappen

Testequipment
TV-Gerät: Tevion 4:3
DVD-Player: Pioneer XV-DV313 5.1 Komplettsystem
Gespeichert
freeman
Kinothekar
*
Offline Offline

Beiträge: 7.231



« Antwort #1 am: 02. Oktober 2006 um 01:10 »

Sehr schönes Ding Herr Jackie Chan Superfan Zwinkern. Das Digi hatte ich auch in der Hand und es wirkt ja fast so überdimensioniert wie die Century3 Dinger von Fox. Nach deinem Review werd ich mir aber nur die einfache Variante zulegen, denn der insgesamt etwas unbefriedigende Tenor der Webwelt setzt sich in deinem Review ja fort. Mich stört rein von der Konzeption her schon der Mix aus Jetztzeit und Vergangenem, sowas mag ich gar nicht. Etweder ein Element des einen in das andere verlagern und dort die ganze Zeit den Film ansiedeln oder lieber gleich darauf verzichten. Was meinst du denn, wäre The Myth mit der Konzentration nur auf den Historienpart besser gefahren? Du deutest ja an, dass die Parts ohne einander nicht so gut funktionieren, weil sie nicht reizvoll genug sind, aber nimm einfach mal an, die hätten sich wirklich nur auf den Historienpart beschränkt und den ausgebaut ...

In diesem Sinne:
freeman, der bei den Männern noch ne andere Frage stellen wird Zwinkern
Gespeichert

Taran-tino
Limited Edition
*
Offline Offline

Beiträge: 11.068



WWW
« Antwort #2 am: 02. Oktober 2006 um 08:53 »

Schönes Ding.
Hab den Film immer noch nicht gesehen, hab aber allerding diese Korea Box mit der Figur die man aus dem Ton schaben musste.  Sehr glücklich
Gespeichert



wolfman
Xiao Pang
Administrator
*
Offline Offline

Beiträge: 23.169


Server-Dude!!!


WWW
« Antwort #3 am: 02. Oktober 2006 um 09:46 »

Tolles Review, und ich glaub ich machs wie gestern bei Seven Swords und werde den Nachmittags mal in den Player werfen.
Und wer von euch beiden erstellt jetzt ein Review zu Wu Ji (Reiter der Winde)? Zwinkern

Ich fand The Myth ein geglücktes Jackie Chan Werk, insbesondere wenn man seine jüngsten US-Gurken heranzieht. Die Mischung zwischen Gegenwart und Vergangenheit fand ich - im Gegensatz zu den vielen Indern Cool - nicht als störend, lediglich die Übergänge waren wie von dir im Review ja auch angesprochen etwas abrupt.

Wie hat den Splendid das "Synchronisations-Problem" gelöst? In der O-Ton-Version wird ja neben Kantonesisch und Mandarin auch noch Hindi, Koreanisch und Englisch gesprochen? Mal scharf überlegen Vermutlich alles eingedeutscht, oder?

Die HK-DVD gab es in vier verschiedenen Versionen, unter anderem als Avant Garde Limited Collector's Edition mit Fullrate DTS-Ton (1536 kbit/s) und Teracotta-Figur. Die Extras (ca. 270 Minuten) sind über 2 DVDs verteilt und alle englisch untertitelt. Bild und Ton sind hervorragend, aber aus Qualitäts-Gründen hat es der Abspann idiotischerweise  nur ins Bonusmaterial, nicht jedoch auf die Film-DVD geschafft.

Zitat von: "Vince"
Also: Guckt mehr O-Ton. Zwinkern
LOL Lautes Lachen  

Zitat von: "Taran-tino"
diese Korea Box mit der Figur die man aus dem Ton schaben musste.
Die ist aus Hong Kong! Zwinkern
Gespeichert



Vince
Steelbook
*
Offline Offline

Beiträge: 4.348


Debakelvince


« Antwort #4 am: 02. Oktober 2006 um 11:59 »

Thanks for feedbacking me, guys.  Zwinkern

Zitat von: "freeman"
Das Digi hatte ich auch in der Hand und es wirkt ja fast so überdimensioniert wie die Century3 Dinger von Fox.

Ist das jetzt irgendne Ironie, die ich nicht verstehe? Also mein Exemplar hat grad mal nen paar Millimeter Dicke...

Zitat
Was meinst du denn, wäre The Myth mit der Konzentration nur auf den Historienpart besser gefahren? Du deutest ja an, dass die Parts ohne einander nicht so gut funktionieren, weil sie nicht reizvoll genug sind, aber nimm einfach mal an, die hätten sich wirklich nur auf den Historienpart beschränkt und den ausgebaut ...

Theoretisch vielleicht, allerdings traue ich Stanley Tong gerade im Historienpart nicht zu, eine komplette Laufzeit lang das Interesse aufrecht zu erhalten. Stelle dir "Tiger & Dragon" vor, streiche jeglichen Diskurs und behalte nur die Oberfläche. Hättest du wirklich Lust, dir das zwei Stunden lang anzusehen? Ich nicht. Die Geschichte bietet einfach nicht genug Substanz.
Wenn schon nur ein Teil, dann der Gegenwartsteil. Der ist zwar auch relativ sinnfrei, hätte aber durchaus noch einen guten Spät-"Mission Adler" abgeben können.
Man sieht also, die Gegenwart hat mir insgesamt besser gefallen. Ich bin zwar allgemein nicht so der Fan von Historienschinken, aber auch objektiv ist das nicht wirklich so doll, was da gezeigt wird. Den schwachen, sehr unepischen Score hab ich ja im Review nicht einmal erwähnt (vergessen).

Zitat von: "wolfman"
Wie hat den Splendid das "Synchronisations-Problem" gelöst? In der O-Ton-Version wird ja neben Kantonesisch und Mandarin auch noch Hindi, Koreanisch und Englisch gesprochen?   Mal scharf überlegen  Vermutlich alles eingedeutscht, oder?

Jepp.  Mit den Augen rollen  Kann sein, dass ein, zwei Sätze auch in einer anderen Sprache waren, das meiste wurde aber über einen Kamm geschert.
Gespeichert
Sheridan
Steelbook
*
Offline Offline

Beiträge: 3.081



« Antwort #5 am: 02. Oktober 2006 um 12:31 »

Zitat von: "Vince"

Zitat von: "freeman"
Das Digi hatte ich auch in der Hand und es wirkt ja fast so überdimensioniert wie die Century3 Dinger von Fox.

Ist das jetzt irgendne Ironie, die ich nicht verstehe? Also mein Exemplar hat grad mal nen paar Millimeter Dicke...


Die Version die ich zu kaufen gesehen habe war auch so ca. 2 cm breit. Keine Ahnung was du für ein Exemplar hast...
Aber die Review ist wie immer gelungen, auch wenn der Film von mir als nicht unbedingt Chan-Fan max. 1-2/5 bekommen würde.
Gespeichert
freeman
Kinothekar
*
Offline Offline

Beiträge: 7.231



« Antwort #6 am: 02. Oktober 2006 um 13:34 »

Geschockt Jo, die die ich in der Hand hatte war wirklich so 2 cm - wie Sheridan anmerkte - breit ... Wäre da fast schwach geworden ...

Oh, ich hätte gedacht, der Historienpart is ausbaufähiger als die 0815 Indilike Handlung ... allmählich werden die Zweifel immer größer Zwinkern

Wu Ji hab ich mir zumindest vorgemerkt. Ob ein Review rausspringt hängt von dessen Qualität ab. Und da dominieren ja derzeit viele Meinungen, die den nicht so besonders sehen. Wenn ich was Besonderes in ihm sehe, isser fällig, allerdings musser dafür unter die 19 Euro bei Amazon drunter. Die zahl ich net Zwinkern

In diesem Sinne:
freeman
Gespeichert

Vince
Steelbook
*
Offline Offline

Beiträge: 4.348


Debakelvince


« Antwort #7 am: 02. Oktober 2006 um 14:57 »

Zitat von: "freeman"
Geschockt Jo, die die ich in der Hand hatte war wirklich so 2 cm - wie Sheridan anmerkte - breit ... Wäre da fast schwach geworden ...


Hab mal gemessen, mit Schuber sinds schon so 1,6 cm, aber das ist eigentlich wirklich ein ziemlich dünnes Digi. So, wie damals die Black Hawk Down 2 Disc SE. Minimal dicker durch eine zusätzliche Klappe, aber die Trays selbst sind ganz normal dünn.
Gespeichert
freeman
Kinothekar
*
Offline Offline

Beiträge: 7.231



« Antwort #8 am: 02. Oktober 2006 um 15:44 »

Nur zur Info: Die die ich in der Hand hatte, hatte die Dicke von zwei Trays aus dem Königreich der Himmel Dirs Cut ... und war damit eben genauso fett, wie das von AvP oder Alien usw. Also normal dick und so wie Black Hawk Down war es auf keinen Fall ... ungefähr die doppelte Breite kommt hin und der Schuber machte auch einen sehr stabilen Eindruck ...

In diesem Sinne:
freeman
Gespeichert

Vince
Steelbook
*
Offline Offline

Beiträge: 4.348


Debakelvince


« Antwort #9 am: 02. Oktober 2006 um 16:19 »

Dann haben die wirklich zwei Versionen rausgebracht.
Naja, ich bin zufrieden mit meinem dünnen Digi, so richtig begeistert war ich von den fetten Trays nicht und platzsparender ist es so außerdem noch. Wär nur schade, wenn das fette Digi ein Booklet hätte, meins hat nämlich keins.
Gespeichert
Taran-tino
Limited Edition
*
Offline Offline

Beiträge: 11.068



WWW
« Antwort #10 am: 02. Oktober 2006 um 19:48 »

Zitat von: "freeman"
Nur zur Info: Die die ich in der Hand hatte, hatte die Dicke von zwei Trays aus dem Königreich der Himmel Dirs Cut ... und war damit eben genauso fett, wie das von AvP oder Alien usw. Also normal dick und so wie Black Hawk Down war es auf keinen Fall ... ungefähr die doppelte Breite kommt hin und der Schuber machte auch einen sehr stabilen Eindruck ...

In diesem Sinne:
freeman

Jup, hab heut im ProMarkt alle 3! Fassungen in der Hand gehabt. Einmal die normale Einzel DVD im Amaray, denn die 2 Disc SE im Normalen Digi und die 3 Disc LE im Dicken Digi.
Gespeichert



freeman
Kinothekar
*
Offline Offline

Beiträge: 7.231



« Antwort #11 am: 03. Oktober 2006 um 01:04 »

Ach, da is noch ne DVD drin? Der Soundtrack oder wie? Haste mal geschaut?

In diesem Sinne:
freeman
Gespeichert

wolfman
Xiao Pang
Administrator
*
Offline Offline

Beiträge: 23.169


Server-Dude!!!


WWW
« Antwort #12 am: 03. Oktober 2006 um 08:19 »

Die 3-Disc-LE ist scheinbar identisch mit der 2-Disc SE, enthält zusätzlich aber noch die DVD "My Stunts"!
Zitat von: "OFDb"
Bemerkungen:
Aaalso:
Die 2 DVDs von der Mythos sind identisch zu der "normalen" Special-Edition. Außerdem ist in diesem Digipack noch die DVD zu My Stunts drin, die auch identisch zur einzelnen Version ist. Entgegen den Cover Angaben sind aber die Tonformate Dt./Eng. MPEG 2.0.

Evtl. ist diese Box Karstadt-exklisuv, denn ich hab sie nirgendwo anders gefunden. Auch der Preis ist spitze: diese 3er-Box bei Karstadt: 17,99€. Die 2er beim MediaMarkt: 18,99€; die 2er bei Saturn: 20,49€.

Eine ideale Gelegenheit also, den Film günstig und mit My Stunts zu bekommen!

Die Höhe der Limitierung ist nicht bekannt.

EAN: 4013549871891
Gespeichert



dÆmonicus
Globaler Moderator
*
Offline Offline

Beiträge: 33.954


Dragon


WWW
« Antwort #13 am: 03. Oktober 2006 um 09:52 »

Da ich mit Chackie Filmen noch nie was anfangen konnte, werde ich mir auch den sparen. Aber danke fürs informative Review.  Sehr glücklich
Gespeichert
Taran-tino
Limited Edition
*
Offline Offline

Beiträge: 11.068



WWW
« Antwort #14 am: 03. Oktober 2006 um 10:00 »

17,99€ war auch der Promarkt Preis. Na ich hab ja die Korea, ach ne, HK Box, reicht mir.
Gespeichert



Vince
Steelbook
*
Offline Offline

Beiträge: 4.348


Debakelvince


« Antwort #15 am: 03. Oktober 2006 um 12:38 »

War mir nicht bekannt, dass es eine SE mit Doku gibt. Naja, wurscht.  Zwinkern  Hab ja immerhin nur 14,99€ bezahlt...
Gespeichert
The Punisher
Hodor
Limited Edition
*
Offline Offline

Beiträge: 18.264


Iám Groot


WWW
« Antwort #16 am: 03. Oktober 2006 um 12:56 »

Schönes Review Vince, seit ich in der Vision den Artikel über den Film gelesen hab interessiert er mich.
Gespeichert

Mein DVD Profiler

I am haunted by dreams of blood, Visions of death and gore.
It is the future that I see,  and if this is truly my fate ... then so be it
freeman
Kinothekar
*
Offline Offline

Beiträge: 7.231



« Antwort #17 am: 03. Oktober 2006 um 13:51 »

Danke für die Info Wolfi ... Preis von 17.99 kann ich für Karstadt bestätigen ...

In diesem Sinne:
freeman
Gespeichert

Seiten: [1]   Nach oben
  Sende dieses Thema  |  Drucken  
 
Gehe zu:  



Impressum | Forumregeln | Kontakt | Sitemap
Powered by SMF 1.1.21 | SMF © 2006, Simple Machines