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Autor Thema: Alfred Hitchcock Legacy  (Gelesen 73571 mal)
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Samir
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« am: 25. September 2006 um 01:03 »

Alfred Hitchcock Legacy





Biografie



Alfred Hitchcock wird am 13. August 1899 in London, als das letzte von drei (William 1890 und Eileen 1892) Kindern von William Hitchcock und seiner Frau Emma Hitchcock, geboren (am Tag darauf, also am 14. August 1899, kam seine Frau Alma Reville zur Welt). Seine Kindheit verbrachte, der sehr Religiös erzogene Hitchcock in einem Jesuiten Internat dem St. Ignatius College. Ursprünglich wollte Alfred Hitchcock Ingenieur werden und wurde daher von seinen Eltern an die School of Engineering and Navigation geschickt, wo er Mechanik, Elektrizitätslehre, Akustik und Navigation studierte. 1914 stirbt Hitchcocks Vater, worauf dieser seinen Lebensunterhalt selber verdienen musste. Er nahm eine Stelle bei der "Henley Telegraphen- und Kabelgeselschaft" an, wo er Spezialist für elektrische Unterwasserkabal wurde. Gleichzeitig besuchte er Kurse an der Londoner Universität u.a Zeichenkurse. In dieser Zeit entwickelt sich ein starkes interesse für´s Film- und Theatergeschäft. Filme von Chaplin oder Buster Keaton und das deutsche Kino um Fritz Lang oder Friedrich Wilhelm Murnau und vorallem die Filme von D.W. Griffith taten es ihm an und beeinflussten seinen Weg. 1920 schließlich kam er seinem Traum Filme zu machen einen bedeutenden Schritt näher. Zu der zeit machte die amerikanischen Filmgesellschaft "Famous Players-Lasky" (der spätere Paramount) ein Studio in Islington/London auf. Hitchcock bewarb sich als Zwischentiteldesigner und wurde engagiert, dort traf er im Jahr darauf seine zukünftige Ehefrau Alma Reville. 1922 kam dann unterwartet seine erste Regiearbeit, er sollte einen Film namens "Number 13" drehen, doch wegen finanziellen Schwierigkeiten konnte Hitchcock nur 2 Rollen fertigstellen. Im Jahr darauf ging das Studio für das er arbeitete nieder. Michael Balcon, Victor Saville und John Freedmann kauften das Studio auf und Hitchcock konnte dort weiter arbeiten. Als Regieassistent von Graham Cutts entstand "Woman to Woman" und zuvor arbeitete er noch an dem Film "Always tell your wife" mit. Noch im Jahre 1923 verlobte er sich mit Alma Reville. 1924 ging Hitchcock nach Deutschland um sein Handwerk in den Ufa Studios zu erweitern. 1925 kehrt er zurück nach London und dreht seinen ersten eigenen Film "Irrgarten der Lüste" im Jahr darauf kommt The Lodger raus und ab da begann seine Karriere richtig an. Am 2. Dezember 1926 heiratet er Alma Reville, am 7. Juli 1928 kommt seine Tochter Patricia Hitchcock zur Welt...



Filmografie

1. Number 13 (1922)
2. Irrgarten der Leidenschaft (1925)
3. Der Bergadler (1926)
4. Der Mieter (1926)
5. Abwärts (1927)
6. Easy Virtue (1927)
7. Der Weltmeister (1927)
8. The Farmer's Wife (1928)
9. Champagne (1928)
10.  Manxman, The (1929)
11. Erpressung (1929)
12. Elstree Calling (1930)
13. Juno and the Paycock (1930)
14. Sir John greift ein! (1930)
15. Mord - Sir John greift ein (1930)
16. Bis aufs Messer (1931)
17. Reich und Berühmt (1932)
18. Nummer siebzehn (1932)
19. Waltzes from Vienna (1933)
20. Der Mann, der zuviel wußte, (1934)
21. 39 Stufen, Die (1935)
22. Geheimagent (1936)
23. Sabotage (1936)
24. Jung und Unschuldig (1937)
25. Eine Dame verschwindet (1938)
26. Riff-Piraten (1939)
27. Rebecca (1940)
28. Der Auslandskorrespondent (1940)
29. Verdacht (1941)
30. Mr. und Mrs. Smith (1941)
31. Alfred Hitchcock's Saboteure (1942)
32. Im Schatten des Zweifels (1943)
33. Das Rettungsboot (1944)
34. Landung auf Madagaskar [Kurzfilm] (1944)
35. Gute Reise [Kurzfilm] (1944)
36. Watchtower over Tomorrow [Kurzfilm] (1945)
37. Spellbound - Ich kämpfe um dich (1945)
38. Notorious - Berüchtigt (1946)
39. Der Fall Paradin (1947)
40. Cocktail für eine Leiche (1948)
41. Sklavin des Herzens (1949)
42. Die Rote Lola (1950)
43. Der Fremde im Zug (1951)
44. Ich beichte (1953)
45. Bei Anruf Mord (1954)
46. Das Fenster zum Hof (1954)
47. Immer Ärger mit Harry (1955)
48. Über den Dächern von Nizza (1955)
49. Der Falsche Mann (1956)
50. Der Mann, der zuviel wußte (1956)
51. Vertigo - Aus dem Reich der Toten (1958)
52. Der Unsichtbare Dritte (1959)
53. Psycho (1960)
54. Die Vögel (1963)
55. Marnie (1964)
56. Der Zerrissene Vorhang (1966)
57. Topas (1969)
58. Frenzy (1972)
59. Familiengrab (1976)

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« Antwort #1 am: 25. September 2006 um 01:04 »

Der Mieter (1926)
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« Antwort #2 am: 25. September 2006 um 01:04 »

Abwärts (1927)
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« Antwort #3 am: 25. September 2006 um 01:05 »

Champagne
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« Antwort #4 am: 25. September 2006 um 01:07 »

Juno And The Paycock britische RC 2
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« Antwort #5 am: 25. September 2006 um 01:07 »

14. Sir John greift ein! (1930)
15. Mord - Sir John greift ein (1930)
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« Antwort #6 am: 25. September 2006 um 01:07 »

17. Reich und Berühmt (1932)
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« Antwort #7 am: 25. September 2006 um 01:08 »

Der Mann, der zuviel wußte, (1934)
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« Antwort #8 am: 25. September 2006 um 01:08 »

39 Stufen, Die (1935)
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« Antwort #9 am: 25. September 2006 um 01:08 »

Geheimagent (1936)
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« Antwort #10 am: 25. September 2006 um 01:09 »

23. Sabotage (1936)
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« Antwort #11 am: 25. September 2006 um 01:09 »

Jung und Unschuldig (1937)
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« Antwort #12 am: 25. September 2006 um 01:10 »

25. Eine Dame verschwindet (1938)
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« Antwort #13 am: 25. September 2006 um 01:10 »

Riff-Piraten (1939)
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« Antwort #14 am: 25. September 2006 um 01:11 »

Rebecca




Originaltitel: Rebecca
Erscheinungsjahr: 1940
Laufzeit: ca. 125 Min.
Regie: Alfred Hitchcock
Darsteller: Laurence Olivier, Joan Fontaine, George Sanders, Judith Anderson , Nigel Bruce, Reginald Denny, Leo G. Carroll, u.a
Vertrieb: Euro Video
Bildformat: Vollbild 4:3
Sprachen: DD 2.0 Deutsch, DD 1.0 Englisch
Untertitel: keine
Freigabe: FSK 16


Film:

An der Riviera lernt der verwitwete Maxim De Winter (Laurence Olivier) eine junge Dame kennen (Joan Fontaine), die beiden verlieben sich in einander und Heiraten schnell. Zurück auf seinem Landsitz Manderley, kommt die zweite Mrs. De Winter gar nicht klar mit ihrer neuen Situation die Herrin von Manderley zu sein. Dazu hängt der Schatten der verstorbenen ersten Mrs. De Winter Rebecca zu sehr über ihr, sie glaubt das alles was sie macht und tut verglichen wird mit dem was Rebecca getan hat. Die Hausdame Mrs. Danvers, die Rebecca immer noch vergöttert, tut ihr übriges um es der neuen Mrs. de Winter so schwer wie möglich zu machen, sie scheut nicht mal davor sie in den Selbstmord zu verleiten. Als die wahren Umstände von Rebeccas Tod zum Vorschein kommen, ändert sich das Blatt…    



1939 kommt Alfred Hitchcock nach Hollywood, er folgte dem Ruf David O. Selznicks und unterschrieb bei ihm einen Vertrag über mehrere Filme, am ende wurden es nur drei Filme Rebecca, Spellbound – Ich kämpfe um dich und Der Fall Paradin entstanden unter der Produktion Selznicks. Hitchcock kam mit dem Exzentriker Selznick nie gut aus, da er sich zu sehr in die Arbeit Hitchcocks einmischte. Hitchcock wurde mit den Jahren immer wieder an andere Studios „verliehen“, was ihm aber sogar zu gute kam so konnte er sein Talent ausdehnen.

Ursprünglich sollte Hitchcock in seinem USA Debüt einen Film über die Titanic drehen, doch dies wurde nach seiner Ankunft in den Staaten schnell verworfen, stattdessen setzte Selznick Hitchcock an Rebecca dran. Die Rechte an der Vorlage von Daphne du Maurier, erwarb er erst kurz davor. Hitchcock war davon sehr angetan, versuchte er doch schon während der Dreharbeiten von The Lady Vanishes die Rechte an dem Stoff zu erwerben, doch das liebe Geld machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Doch war Rebecca der richtige Stoff für sein Amerika Debüt? Eher weniger dafür ist Rebecca zu sehr englisch ausgefallen, der Film ist ganz klar von seiner englischen Phase geprägt. Kein Wunder Geschichte, Schauplatz und Hauptdarsteller sind englisch. Doch zählt der Film für mich zu den besten Hitchcocks, aufjedenfall was die britischen Filme von ihm angeht ist es sein bester. Großartige Darsteller, tolle Atmosphäre und auch endlich mal ein Film wo die Handlung dem technischen Aspekt des Films sogar voraus ist. Hitchcock selbst sagt über Rebecca, dass er kein Hitchcockfilm sei. Was man so stehen lassen kann, den der Film hat nicht wirklich den typischen Hitchcock Flair, es ist kein Suspense geladener Thriller mit der Prise schwarzen Humor, um es mit Hitchcocks Worten zu sagen „Es ist eine Art Märchen. Es ist eine ziemlich vorgestrige, altmodische Geschichte ohne jeden Humor“. Was aber Hitchcock daraus macht ist alle erste Sahne. Denn er setzt die psychologischen Aspekt der Charaktere in Vordergrund. Das Psychospiel zwischen der neuen Mrs. De Winter, ihren wahren Namen erfahren wir nie, und Mrs. Danvers, die immer noch Rebecca treu ergeben ist und sie über den Tod hinaus weiter vergöttert. Hitchcock profitiert dabei ganz klar von der Darstellung der beiden Schauspielerinnen Joan Fontaine und Judith Anderson. Einerseits Fontaine die, die schüchterne und zerbrechliche Mrs. de Winter hervorragend spielt, auf der anderen Seite Anderson die, die eiskalt und selbstsichere Mrs. Danvers spielt, die besessen ist von der verstorbenen Rebecca de Winter, dadurch die neue Mrs. de Winter in den Wahnsinn treiben will, sie schreckt nicht mal davor sie in den Selbstmord treiben zu wollen. Dieser Starre Blick die Steife Haltung von Anderson, bringt der Figur Mrs. Danvers den richtigen Touch, schon in der ersten Szene zwischen Fontaine und Anderson merkt man das Machtspielchen. Beide Darstellerinnen wurden zu recht für einen Oscar nominiert.
Zwischen den beiden steht nur Laurence Olivier in der Rolle des Maxim de Winters, bei ihm fragt man sich ständig, was ihn ihm vorgeht, dieses unscheinbare und mysteriöse was seine Figur umgibt. Olivier, der ebenfalls zu recht für einen Oscar nominiert wurde, macht seinem Ruf alle ehre und gibt eine sehr gute Leistung ab.
Was macht man jedoch aus einem Film, der den Titel eines Charakters trägt die tot ist, die man auch im ganzen Film nie zu sehen bekommt? Na Hitchcock macht das Beste daraus, dem Zuschauer stört in keinem Moment, dass es Rebecca nicht einmal zu sehen bekommt. Ganz im Gegenteil dadurch entsteht eine mysteriöse Atmosphäre. Rebecca ist zwar körperlich nicht present, aber wie kein anderer Charakter im Film ist sie doch allgegenwärtig, sei es durch die Anwesenheit Mrs. Danvers oder am dominantesten durch Manderley dem Anwesen der de Winters. Das wie Rebecca von außen gesehen wunderschön ist, aber von innen eiskalt, isoliert und fremdartig. Erst als Manderley am ende niederbrennt, sind Fontaine und Olivier frei von Rebecca. Das Ende des Films ist ein Beispiel für die Zwistigkeit zwischen Hitchcock und Selznick. Die letzte Einstellung des Films zeigt wie das Kopfkissenbezug mit dem Initial R für Rebecca verbrennt, eine bildliche Untermalung das Rebecca nun endgültig weg ist, Selznick war das zu wenig, er verlangte von Hitchcock, dass aus dem Rauch von dem Brand ein großes R aufsteigt, visuell sicherlich keine schlechte Idee, würde aber überhaupt nicht zum Film passen. Hitchcock weigerte sich dies zu machen und behielt das dezente Ende mit dem Kopfkissenbezug.



Wie Hitchcock schon sagte, ist Rebecca eher ein Märchen, der Anfang hat ganz klar Ansätze einer Cinderella Story, das mittellose Mädchen das von der „bösen Stiefmutter“, in diesem Fall fällt die Rolle der Stiefmutter in den Schoß von Mrs. Edythe Van Hopper, die von ihr abfällig behandelt wird und sich ein “Prinz“, hier Maxim de Winter, in sie verliebt und sie heiratet. Doch schon bei der Ankunft der beiden auf Manderley, hier sollte man drauf achten das in dem Augenblick wo die neue Mrs. De Winter das Anwesen betritt direkt ein Regenschauer auftaucht, ändert sich die ganze Grundstimmung des Films, nix mehr mit „und so lebten sie glücklich und vereint bis ans ende ihrer Tage“. Ab hier beginnt das Psychospiel zwischen Fontaine und Anderson und das Rätselraten um die wahren Hintergründe um den Tod Rebeccas bestimmen den weiteren Verlauf des Films.



Rebecca wurde von den Kritikern sehr gut aufgenommen, in Hitchcocks Heimat England wurde der Film sehr geschätzt und in den Staaten sowieso, die Folge waren 11 Oscarnominierungen u.a auch die erste von fünf Nominierungen für die beste Regie für Hitchcock. Ebenfalls eine Nominierung bekam Franz Waxman für seine Musik. Der Komponist, der vor allem für seine hervorragende Musikuntermalung in James Whales Frankenstein Fortsetzung „Frankensteins Braut“ einen Namen machte, macht hier auch eine sehr gute Arbeit, die jedoch im Vergleich mit Bernard Hermanns späteren Hitchcockscores Abschläge bekommt. Rebecca wurde schließlich mit 2 Oscars ausgezeichnet. George Barnes bekam einen für seine Kameraarbeit in einem Schwarz-Weiß Film und natürlich als bester Film 1941. Mit diesem Oscar schaffte David O. Selznick, etwas was bis heute niemand sonst erreicht hat. Nach dem Oscar für Vom winde verweht im Jahr zuvor bekam er mit Rebecca, den zweiten Oscar für den besten Film hintereinander, weder zuvor noch danach hat es je einer geschafft den Oscar für den besten Film in 2 aufeinander folgenden Jahren zu bekommen.  
Wie kaum ein anderer Regisseuer wurde Hitchcock geremaket oder gesequelt. In Rebeccas Fall entstand 1997 ein Remake mit Faye Dunaway, Ian McDiarmid und Diana Rigg in den Hauptrollen.

 10 Narrenkappen

Bild:
Für das alter des Films ist das Bild gar nicht mal so schlecht ausgefallen, klar sind Bildfehler, Kratzer und all die anderen Nostalgischen Sachen mit an Bord aber das es auch schlechter geht hat man oft genug gesehen.

  2 Narrenkappen ,5

Ton:
Der Ton ist eigentlich nicht der rede wert, mono Ton, dumpf und schlapp, aber was anderes kann man auch nicht erwarten. Enttäuschend bei Euro Video ist aber vor allem das fehlen von Untertitelspuren, die dem O-Ton Gucker der die Sprache nicht so gut beherrscht den Spaß verdirbt.

 2 Narrenkappen

Extras:
Informationen über Cast & Crew und 2 Trailer sind alles was Eurovideo uns vorsetzt dafür gibt es

  2 Narrenkappen

Sollte man die Möglichkeit (hiermit ist vor allem der finanzielle Rahmen gemeint) haben an die US Criterion Collection Version zu kommen, sollte man sie nutzen, dort bekommt man ein schickes Doppel DVD Set mit jeder Menge Bonusmaterial



Fazit:
Hitchcocks Meisterwerk aus dem Jahre 1940 ist heute noch ein mehr als sehenswerter Film und zeigt wieder einmal wozu Hitchcock fähig ist und noch sein werden sollte.

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« Antwort #15 am: 25. September 2006 um 01:12 »

Der Auslandskorrespondent




Originaltitel: Foreign Correspondent
Erscheinungsjahr: 1940
Laufzeit: ca. 115 Min.
Regie: Alfred Hitchcock
Darsteller: Joel McCrea, Laraine Day, George Sanders, Herbert Marshall , Albert Bassermann, Robert Benchley, Edmund Gwenn, Eduardo Ciannelli u.a
Vertrieb: Kinowelt
Bildformat: 1,33:1 (Vollbild 4:3)
Sprachen: DD 1.0 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Freigabe: FSK 12


Film:

Die Inhaltsangabe entnehme ich hier einfach mal aus Truffauts Feder und ergänze es etwas.
Jones, ein amerikanischer Journalist, wird Anfang 1939 von seiner Zeitung nach Europa als Auslandskorrespondent geschickt, um sich über die Möglichkeit eines Weltkriegs zu informieren. In London trifft er einen alten holländischen Politiker Van Meer (Albert Bassermann, der für die Rolle eine Oscarnominierung bekam), der die Geheimklausel eines Bündnisvertrages mit sich führt. Nachdem ein Attentat auf ihn simuliert worden ist, wird der alte Holländer von Naziagenten verschleppt, und Jones macht sich auf die Suche nach ihm. Dabei hilft ihm ein Mädchen (Lariane Day), dessen Vater (Herbert Marshall) Präsident einer Pazifistischen Vereinigung ist und sich als führender Nazi entpuppt. Während eines Flugzeugabsturzes mitten über dem Meer bringt sich der Vater um, Jones wird von einem Schiff aufgefischt und kehrt mit dem Mädchen nach London zurück.




Nach dem für Hitchcock untypischen Rebecca, kam im selben Jahr noch ein eher unbekannter Film Hitchcocks, Der Auslandskorrespondent, ein Film nach dem Buch Personal History von Vincent Sheean. Von dessen Geschichte aber nicht viel übrig blieb. Im Gegensatz zu Rebecca war Der Auslandskorrespondent ganz klar ein Hitchcock Film, über die meiste Zeit sehr guter Suspense, technisch größtenteils brillant und mit einem geschickten MacGuffin, der Geheimklausel des Bündnisvertrags. Doch der Film wurde direkt als B-Film abgestempelt und das immer noch trotz insgesamt 6 Oscarnominierungen und einem Niveau das sich deutlich dem eines B-Movies abhebt. Doch das Thrillergenre, war 1940 in den USA nicht anerkannt, wie einige Jahre später oder zur selben Zeit in England. Darum ist die Besetzung auch nicht Namenhaft, was ein weiterer Grund war das der Film als B-Movie abgestempelt wurde. Ursprünglich bot Hitchcock die Rolle des Johnny Jones Gary Cooper an, doch der lehnte ab. Etwas was Cooper noch Jahre später bereut hatte. Auch Lariane Day war nicht gerade die erste Wahl Hitchcocks, was klar wird wenn man sie sich ansieht, sie hat so gar nix von den typischen Hitchcockfrauen. Dafür sind die Nebenrollen sehr gut besetzt wurden, Herbert Marshall der einen wundervollen Bösewicht abgibt, George Sanders der auch schon in Rebecca mitspielte spielt einen Journalistenkollegen von Jones mit dem ungewöhnlichen Namen Scott ffolliott, das kleingeschriebene f am Anfang und das Doppel f sind beabsichtigt und kein Fehler meinerseits. 2 ganz wichtige Nebenrollen, die vor allem für den für Abwechslung sorgenden Humor bestimmen, sind Robert Benchley in der Rolle von Stubbins dem Kollegen von Jones der immer wieder für Lacher sorgt, für diese Lacher überließ im Hitchcock freie Hand er durfte großteil seiner Dialoge selbst entwerfen. Der andere ist Edward Conrad in der Rolle des komischen kleinen Letten den keiner versteht.


Wie ich schon sagte ist das ein typischer Hitchcock, er erinnert auch schon etwas an Filme wie Die 39 Stufen oder spätere Filme wie Saboteure oder Der unsichtbare Dritte. Ein Mann der eine Reise quer durch Europa macht, im Falle von Der unsichtbare Dritte oder Saboteure war es natürlich quer durch die USA, um die Wahrheit zu enthüllen. Freilich hat es Jones bzw. Huntley Haverstock wie er sich nach seiner Umtaufung durch Mr. Powers, seinem Chef bei der Zeitung  nennen soll, einfacher. Er wird nicht von der Polizei gesucht und muss nicht seine Unschuld beweisen. Trotzdem ist er durch sein Wissen in akuter Lebensgefahr.
Wie schon bei Secret Agent, wo er die Schweiz durch die Alpen und der Schokoladenfabrik vorstellte oder Der unsichtbare Dritte mit Mt. Rushmore, versteht es Hitchcock seine Location visuell vorzustellen, in diesem Fall ist es Holland, was ist für Holland typisch natürlich Windmühlen und auch die Regenschirmszene (beide Szenen waren der Ausgangspunkt mit dem Hitchcock an den Film ranging) wo der Mörder nach dem vorgetäuschten Mord an Van Meer in einer Masse von Menschen verschwindet die alle Regenschirme auf hatten. Eine weitere Idee Hitchcocks die nicht verwendet wurde war ein Mord im Tulpenfeld, wo die Kamera eine Großaufnahme einer Tulpe zeigt in das dann auf einmal ein Blutstropfen reinfällt. Doch diese Szene hätte natürlich seine Brillanz durch die Schwarz-Weiß Aufnahme gänzlich verloren. Doch auch der Mord wie er im Film gezeigt wurde, zeigt mal wieder wie Abwechslungsreich Hitchcock die Morde in seinen Filmen gestaltet. Anstatt das einfach jemand auf den falschen Van Meer schießt, zeigt Hitchcock den Mörder der sich als Kameramann ausgibt, wie er ein Foto schießen will und dabei eine Pistole rauszieht und unbemerkt Van Meer erschießt. Hitchcock zoomt erst auf die Kamera wo die Pistole immer noch versteckt ist bleibt bei der zeigt wie die Pistole enthüllt wird und abschießt um dann die Auswirkung im Gesicht Van Meers zu zeigen, eine für die Zeit doch extrem Gewalttätige Aufnahme. Doch auf die beste Szene muss der Zuschauer bis zum ende warten, nachdem Van Meer gerettet wird und Fisher auffliegt flüchtet er mit dem Flugzeug nach Amerika, während der überfahrt wird das Flugzeug beschossen und stürzt ab. Schon allein die Einführung in die Szene ist genial, Großaufnahme des Flugzeugmodells von außen, gefolgt von einem heranzoomen an ein Fenster und dann in das innere wo Stephen Fisher und seine Tochter sitzen dann eine Kamerafahrt nach rechts um zu zeigen das  Jones und ffolliott, Fisher gefolgt sind und dies zeigt Hitchcock ohne einen Schnitt, bemerkenswert. Noch bemerkenswerter fällt dabei der Absturz des Flugzeugs aus. Der Absturz wird über den Schultern der Piloten im Cockpit gezeigt, Hitchcock zeigt durch das Fenster das immer nähr kommende Meer. Der geübte Zuschauer erkennt sofort eine Rückprojektion, doch Hitchcock treibt seine Vision auf einen technischen Höhepunkt. Das durch die Rückprojektion Dargestellte Meer kommt immer näher und ohne einen Schnitt taucht das Cockpit ins Meer ab und wird durchflutet. Da hab ich beim ersten Mal wirklich gestaunt. Wie hat er das gemacht? Die Antwort dazu gibt er in dem Interview mit Truffaut bekannt. Er ließ für die Rückprojektion ein Leinwand aus besonders starkem Papier machen, dahinter befand sich ein Wasserbehälter. Auf Knopfdruck konnte Hitchcock den Wasserdruck erhöhen, wodurch die Leinwand zerriss, während das das Cockpitmodell auf die Leinwand zuraste.




Eine ironische Geschichte zu den Dreharbeiten, vor allem im Bezug zu dem Ende des Films gab es mit dem zweiten Drehteam. Diese sollten zusätzliche Aufnahmen in London und Amsterdam machen, was sie auch taten. Bei der Rückfahrt mit dem Schiff wurde dieses torpediert, wobei das Filmmaterial zerstört wurde. Also musste das zweite Drehteam wieder zurück und alles neu Filmen.

Was bei dem Film oft übersehen wird ist, die etwas kritische Darstellung, die Hitchcock von Amerika zeigt, weil sie nicht in den Konflikt in Europa intervenieren wollen. Allein wenn man am Anfang mit dem zu beginn sehr naiven Charakters Johnny Jones konfrontiert wird, hat man das Gefühl Hitchcock zeigt das Klischee eines idealtypischen Amerikaners, ich mein allein der Name Johnny Jones kann kaum amerikanischer sein, auf die Frage seines Chefs was er den über die Lage in Europa wüsste, wirkt er verdutzt, was er den genau meine. Den Höhepunkt setzt dann die Frage Jones ob er denn auch Hitler interviewen soll, den der hat ja sicherlich was dazu zu sagen. Erst mit der Ankunft in Europa und den Geschehnissen, wird Jones bewusst wohin das alles führen wird und das, dass Böse (Nazis) aufgehalten werden müssen und dafür die USA intervenieren muss. Was er in der allerletzten Einstellung unter beweis stellt in dem er eine Radioansprache in London gibt, während um ihn der Bombenalarm ertönt und die ersten Einschläge zu hören, doch der appell an die amerikanische Bevölkerung ist wichtiger, so kommt es auch das der Abspann unter der amerikanischen Nationalhymne den Film abschließt. Der Kapitän des amerikanischen Schiffes das Jones und die anderen nach dem Flugzeugabsturz aufnimmt ist ein weiteres Zeichen dafür, um neutral zu bleiben verbietet er Jones und ffolliott irgendwelche Artikel über die gerade erlebten Geschehnisse zu senden.



Es gibt nicht viel was man an dem Film aussetzten kann, okay die Story an sich hat schon ein paar Haken, vor allem am Anfang braucht Hitchcock etwas zu lange um in die Geschichte rein zukommen und mit Darstellern vom Format eines Gary Coopers wäre der Film vielleicht noch besser geworden, aber Joel McCrea, dem vielleicht Westernfans ein Name ist, macht seine Sache gut und gibt einen sympathische Vorstellung dar.
 
Mit Rebecca und Der Auslandskorrespondent feierte Hitchcock 1940 einen tollen Einstand, was sich dann schließlich bei den Oscarverleihungen 1941 widerspiegelte 11 Oscarnominierungen für Rebecca und 6 für Der Auslandskorrespondent, beide waren für den Oscar als bester Film nominiert, den Rebecca auch schließlich gewann, naja über die ausbeute von 2 Oscars von insgesamt 17 Nominierungen kann man hinüber wegsehen.

In Deutschland kam der Film 1961 in die Kinos unter dem Namen Mord, wegen der Handlung wurde der Film in einer auf ca. 97 Minuten gekürzten Fassung gezeigt, erst das ZDF brachte 1986 die restaurierte und ungekürzte ca. 115 Minuten Fassung mit dem Titel Der Auslandskorrespondent ins Fernsehen.

  8 Narrenkappen


Bild:

Man kann natürlich von dem Film was Bild und Tonqualität nicht viel erwarten, dementsprechend fällt auch das Fazit darüber aus. Bildfehler, teilweise Unschärfe und Kratzer bestimmen das Bild, aber meiner Meinung nach gehört das irgendwo bei so einem alten Film mit dazu

 2 Narrenkappen ,5

Ton:

Was für Bild galt, gilt auch für Ton, wer mehr als das übliche Mono erwartet wird enttäuscht werden. Wenigstens bietet Kinowelt deutsche Untertitel.  

 2 Narrenkappen  

Extras:

Starinfos, Produktionsnotizen und 4 Trailer zu Citizen Kane, Der dritte Mann, Sein oder Nichtsein und High Noon, mehr bietet die DVD nicht für den Wissbegierigen Hitchcockfan.
 
 2 Narrenkappen

Fazit:

Ich mag den Film sehr, visuell und technisch ist er meiner Meinung nach seiner damaligen Zeit voraus und kann sich mit späteren bekannteren Werken Hitchcocks durchaus messen.

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29. Verdacht (1941)
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Saboteure




Originaltitel: Saboteur
Erscheinungsjahr: 1942
Laufzeit: ca. 104 Min.
Regie: Alfred Hitchcock
Darsteller: Robert Cummings , Priscilla Lane, Otto Kruger, Alan Baxter , Norman Lloyd, Clem Bevans, Alma Kruger, Murray Alper u.a
Vertrieb: Universal
Bildformat: 1,33:1 (Vollbild 4:3)
Sprachen: DD 2.0 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Schwedisch, Niederländisch, Norwegisch, Finnisch
Freigabe: FSK 16


Film:

Barry Kane (Robert Cummings), der in einer Rüstungsfabrik arbeitet, wird zu Unrecht der Sabotage verdächtigt. Er soll für einen Brand in der Fabrik verantwortlich sein, bei dem auch sein bester Freund ums Leben gekommen ist. Auf seiner Flucht und der Suche nach dem wahren Saboteur Frank Fry (Norman Lloyd) quer durch die USA findet er immer mehr über die Hintergründe und die Hintermänner der Sabotage heraus, vor allem der Ranchbesitzer Charles Tobin (Otto Kruger) trachtet ihm hinterher. Während der Flucht trifft er auch noch auf  Patricia Martin (Priscilla Lane) und verliebt sich in sie, doch sie möchte ihn zu nächst nur der Polizei übergeben. Erst mit der Zeit fängt sie an ihm zu glauben. In New York kommen sie Tobin und Fry schließlich auf der Spur, bis es schließlich zwischen Kane und Fry, zum großen Showdown auf der Freiheitsstatue kommt.

1942 kommt der nächste Film nach Verdacht von Hitchcock raus. Mit Saboteure reihte sich ein weiterer Film der Sorte „Unschuldiger muss fliehen und auf eigene Faust seine Unschuld beweisen“, dabei kann man Saboteure als eine Mittelteil oder Verbindungsstück zwischen Die 39 Stufen und Der unsichtbare Dritte sehen. Vom Aufbau und der Struktur ähnelt er dem einen wie dem anderen sehr, unschuldig gesuchter Mann durchquert ein Land hinter dem wahren Schuldigen. Von Die 39 Stufen hat Saboteure vor allem die Beziehung zwischen dem Hauptprotagonisten und der Hauptprotagonistin, in beiden Fällen versucht die Frau zu nächst alles, um ihn der Polizei zu überführen, um mit der Zeit festzustellen das er unschuldig ist und sich in ihn zu verlieben. Dafür zeigt „Saboteure“ auch den Weg der schließlich zur Perfektion dieses Stoffes in Der unsichtbare Dritte führen sollte. Eine gute Story mit visueller Stärke zu verbinden. Damit ist vor allem das atemberaubende ende von Saboteure gemeint. Die Szenen auf der Freiheitsstatue sind genial gemacht, aber viel mehr setzt Hitchcock ein bekanntes Wahrzeichen des Ortes, wo die Geschichte spielt in Szene, um den Ort einzuführen. Dasselbe wird ein paar Szenen zuvor mit dem Wolkenkratzer in dem Priscilla Lane fest gehalten wird. Die Freiheitsstatue Szene ist eine direkt Verbindung zu der Mount Rushmore Szene in Der unsichtbare Dritte.



Selznick hatte das Drehbuch für den Film ausarbeiten lassen und wie so oft verkaufte er es samt Regisseur an einen anderen Produzenten. In diesem Fall an Frank Lloyd und Jack H. Skirball die den Film für Universal produzierten. Hitchcock hatte hier jedoch das gleiche Problem wie bei Der Auslandskorrespondent. Er musste ohne bekannten Darsteller auskommen und auch wie bei Der Auslandskorrespondent versuchte er hier Gary Cooper für die Hauptrolle zu gewinnen. Doch das Thrillergenre wurde immer noch als zweitklassig angesehen und von großen Darstellern gemieden. Die weibliche Hauptdarstellerin Priscilla Lane wurde ihm von dem Verleiher Universal aufgezwungen, er hätte lieber Barbara Stanwyck für die Rolle gehabt. Auch bei der Besetzung des Hauptschurken Charles Tobin musste er sich mit Otto Kruger begnügen, ursprünglich war Harry Carey gedacht, doch seine Frau war schon von der Anfrage empört, das ihr Mann einen Faschisten in dieser Zeit spielen sollte. Wobei ich hier die Leistung Otto Krugers nicht schmälern will, er macht seine Sache doch ziemlich gut, genau wie Norman Lloyd in der Rolle von Frank Fry. Lloyd der erst vor kurzem noch in der Komödie „In den Schuhen meiner Schwester“ zu sehen war, arbeitet nochmals in Spellbound und in einer Hand voll Folgen von Hitchcocks Serie Alfred Hitchcock zeigt, mit Hitchcock zusammen, später produzierte er auch Hitchcocks Serie.
Aber genau dieses Problem das Der Auslandskorrespondent in gesamter Sicht etwas schadete, schadet auch Saboteure. Robert Cummings, mit dem Hitchcock nochmals in Bei Anruf Mord arbeitete, bringt der Figur zwar Charme und gewinnt auch die Sympathien des Zuschauers. Doch wirkt er größten Teils etwas unpassend und damit die ganz klare parallel zu Joel McCrea in Der Auslandskorrespondent. Ebenfalls ist hier die parallel zu Der Auslandskorrespondent in der weiblichen Hauptdarstellerin zu sehen den Priscilla Lane ist nun wahrlich keine Frau die in einen Hitchcockfilm passte. Ihre Filmkarriere sollte auch nicht Lang dauern ein paar Jahre nach Saboteure spielte sie noch die Hauptrolle in Capras Arsen und Spitzenhäubchen an der Seite von Cary Grant, ein paar Jahre danach beendete sie schon ihre junge Filmkarriere.
Wenn wir schon bei der Besetzung sind sei hier zu erwähnen, dass eine Hollywoodlegende hier sein Spielfilmdebüt feierte, gemeint ist Robert Mitchum, der hier als Statist seine bemerkenswerte Karriere begann.

Bei Saboteure begann auch die Zusammenarbeit Hitchcocks mit Robert Boyle. Der hier sein Art Director war, ursprünglich sollte er nur die Storyboards für den Film ausarbeiten, doch Hitchcock merkte schnell das Potential Boyle und macht ihm zum Art Director des Films. Im Jahr darauf arbeitet er nochmals mit Hitchcock als sein Art Director bei Im Schatten des Zweifels. 16 Jahre später war er dann als Produktions Designer für Der unsichtbare Dritte, Die Vögel und Marnie verantwortlich und trug direkt zu ihrer visuellen Klasse bei. Bis dato kannte man Boyle nur als Art Director von dem ersten Lon Chaney Jr  Wolf Man.

Für eine Welle von Protestbriefen seitens der amerikanischen Marine sorgte das Einfügen von Archivaufnahmen des Wracks der Normandie, die im Hafen von New York nach einem Brand gekentert ist. Im Film begeht die Gruppe von Tobin und Fry einen weiteren Sabotageakt in dem sie ein neues Schiff der Marine bei ihrem Auslaufen in die Luft sprengen. Die Marine glaubte das, dass einfügen dieser Archivaufnahme zu der Annahme führen könnte die Normandie sei aufgrund eines Sabotageaktes gekentert, welches nicht so war.
Um in dieser Szene mal kurz zu bleiben. Auf diese Archivaufnahme folgt dann eine Nahaufnahme des Saboteurs Fry, der ein geniales diabolisches Grinsen aufsetzt, eine tolle Montage Hitchcocks in dieser Szene.




Das atemberaubende Ende hab ich ja schon angesprochen. Allein die Idee das Wahrzeichen New Yorks in die Story mit einzubauen ist schon klasse, diese dann auf diese Weise umzusetzen ist dann noch mal ein klasse für sich. Wenn man sich die Szene genauer ansieht fragt man sich jedoch warum das so ist und warum sie so gut klappt? Den schließlich hängt hier das Leben des Schurken Fry, sprichwörtlich am seidenen Faden. Die Szene ist in seiner Wirkung so stark das man selbst mit ihm Mitfühlt und hofft das Kane ihn retten kann. Hitchcock selbst hät es lieber gesehen wenn Kane da gehangen hätte, eine Sache die er dann auch bei Der unsichtbare Dritte am Mount Rushmore mit Eva Marie Saint verwirklichte. Doch auch so wirkte die Szene sehr gut. Für die Freiheitsstauen Szene wurden Fackel und Arm der Freiheitsstatue in Originalgröße nachgebaut.



Na wie auch immer der Zuschauer hat am ende sein Happy End, Kane ist entlastet und hat das Mädchen, doch Moment mal warum eigentlich? Den der eigentliche Hauptschurke Tobin konnte entkommen, jedenfalls ist das was man annehmen kann, denn eine Auflösung darüber hat Hitchcock versäumt, so dass man zu dem Schluss kommt das Tobin entkommen konnte, was das Happy End weniger “Happy“ macht.  

 8 Narrenkappen

Bild:

Die Restauration von Universal hat hier ganz klar Früchte getragen, der Film hat nun mehr als 60 Jahre auf dem Buckel und dafür sieht das Bild wahrlich klasse aus, kaum Rauschen oder Kratzer, klare Schärfe. So muss das sein, auch wenn sich Universal bei bekannteren Hitchcock Filmen sicher mehr mühe gemacht hat und bei den auch die Bildqualität noch nen Tick besser ist, kann man mit Hinsicht auf das Alter von Saboteure wenig meckern

 4 Narrenkappen ,5

Ton:

Beim Ton konnte man nicht mehr soviel rauskriegen wie beim Bild doch die Dolby Digital Mono Tonspuren haben für ihre Verhältnisse noch eine guten Klang, wobei hier die engl. noch um einiges dynamischer ist.

 2 Narrenkappen ,5

Extras:

Endlich bekommt man als Hitchcock Fan auch Bonusmaterial, ein informatives untertiteltes Making Of (ca. 35 min.), welches extra im Zuge der Restauration von Universal, für die DVD Veröffentlichung produziert wurde. Dazu kommen noch eine Fotogalerie, Storyboardzeichnungen und Skizzen von Hitchcock und der original Kinotrailer. Dafür gibt es verdiente

 4 Narrenkappen



Fazit:

Hitchcock lieferte mit Saboteuere einen temporeichen und mit sehr guten Ideen beladenen Thriller ab, der erahnen ließ was in diesem Genre vor allem von ihm noch folgen wird.      

 4 Narrenkappen ,5

Testequipment
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« Antwort #19 am: 25. September 2006 um 01:14 »

Im Schatten des Zweifels




Originaltitel: Shadow of a Doubt
Erscheinungsjahr: 1943
Laufzeit: ca. 103 Min.
Regie: Alfred Hitchcock
Darsteller: Teresa Wright, Joseph Cotten, Macdonald Carey, Henry Travers , Patricia Collinge, Hume Cronyn, Wallace Ford, Edna May Wonacott, Charles Bates u.a
Vertrieb: Universal
Bildformat: 1,33:1 (Vollbild 4:3)
Sprachen: DD 2.0 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Schwedisch, Niederländisch, Norwegisch, Finnisch
Freigabe: FSK 16


Film:

Auf der Flucht, findet Charlie Oakley (Joseph Cotten) unter dem Vorwand sie zu besuchen, zuflucht bei seiner Schwester Emma Newton (Patricia Collinge) und ihrer Familie, im kleinen Städtchen Santa Rosa. Vor allem seine Nichte Charlie (Teresa Wright), die nach ihm benannt wurde und ihn liebt und bewundert, freut sich riesig, da durch den besuch endlich wieder leben in das Haus der Newtons kommen soll. Keiner ahnt, dass Onkel Charlie auf der Flucht vor der Polizei ist, die ihn für den gesuchten Witwenmörder hält. Langsam kommt ihm seine Nichte Charlie auf die Spuren, was Onkel Charlie merkt…



Oft als der Lieblingsfilm Hitchcocks bezeichnet, glänzt der Film wieder durch visuelle Ausdruckskraft, Suspense und durch das Spiel zwischen Joseph Cotten (zwei Jahre zuvor in Orson Welles  Citizen Kane bekannt geworden) und Teresa Wright.
Bemerkenswert ist vor allem Hitchcocks Spiel mit den Gegensätzen. Zu nächst haben wir es hier mit einem Mann zu tun der „Schuldig“ ist und auf der Flucht ist, ganz im Gegenteil zu Hitchcocks Norm dem Unschuldigen der auf der Flucht ist, um seine Unschuld auf eigene Faust zu beweisen. Außerdem ist hier Teresa Wright die Hauptfigur und sie bildet einen starken weiblichen Gegenpart im Vergleich zu dem selbstsicheren Joseph Cotten, der zusammen mit Anthony Perkins in Psycho, die einzige böse Hauptfigur in einem Hitchcock Film spielt.

Dabei fiel ihm die Geschichte zu Im Schatten des Zweifels, einfach in den Schoß. Eine Mitarbeiterin von seinem Produzenten Selznick, erzählte ihm von einer Geschichte die ihr Mann geschrieben hat. Hitchcock ermutigte sie die Geschichte aufzuschreiben. Das neun Seitige Treatment wurde schließlich an den bekannten amerikanischen Schriftsteller Thornton Wilder, den Hitchcock sehr schätzte, geschickt. So kam es zu der Zusammenarbeit Wilders mit Hitchcock, zusammen mit ihm und seiner Frau Alma Reville, arbeitete Hitchcock das Drehbuch aus. Der Beitrag Wilders ist vor allem in Punkto Realismus und Logik zu sehen, wo wir wieder bei dem Punkt Hitchcocks Spiel mit den Gegensätzen sind. Hitchcock legte nie großen Wert auf diese Punkte, was ihm oft von so genannten „Wahrscheinlichkeitskrämern“, wie er sie selbst nannte, oft vorgeworfen wurde. Für den letzten Schlief des Drehbuchs sorgte schließlich Sally Benson. Einige Sachen aus dem Film stammen auch von Patricia Collinge, die im Film die Rolle der Mutter Emma spielt, u.a. die Garagen Szene in der Onkel Charlie versucht seine Nichte zu töten, wurde während der Dreharbeiten von ihr ausgearbeitet. Der Film ist aus Hitchcocks Sicht auch sehr persönlich ausgefallen, viele Bezugspunkte der Charaktere im Film haben direkten Bezug auf das Leben Hitchcocks, am auffälligsten hier ist sicherlich das er der Mutter im Film den Namen seiner eigenen Mutter Emma gab. Auch wenn, das Bild der Mutter im Film das genaue Gegenteil von Hitchcocks Mutter gewesen sein soll. Die Mutter im Film ist eine, der ungewöhnlichsten Muttercharaktere in einem Hitchcock Film, normalerweise ist die Mutterrolle in seinen Filmen ganz anders definiert, Besitz ergreifend wie in Die Vögel und vor allem Psycho oder ganz einfach schräg und ungewöhnlich wie es Jessie Royce Landis wunderbar in Der unsichtbare Dritte und Über den Dächern von Nizza verkörperte. Hitchcocks Mutter verstarb übrigens während den Dreharbeiten zu Im Schatten des Zweifels.

Visuell ist der Film wieder sehr anspruchsvoll, rauspicken möchte ich hier die Szene in der Joseph Cotten, mit dem Zug, in Santa Rosa ankommt. Bei der Ankunft, lässt Hitchcock aus dem Schornstein der Dampflok soviel schwarzen Rauch aufsteigen, dass der ganze Bahnhof davon voll ist und der Himmel ebenfalls bedeckt wird. Ein tolles visuelles Mittel um zu Zeigen das gerade was Böses in die Stadt kommt und sich in die unschuldige Kleinstadtidylle einnistet. Zitat von Francois Truffaut: „Der schwarze Rauch lässt sich so übersetzten: Jetzt zieht der Teufel in die Stadt ein“. Ungewöhnlich auch für Hitchcock, dass ein groß Teil des Films, an Original Schauplätzen gedreht wurde. Hitchcock der sich eigentlich immer vor so was scheut und viel lieber im Studio dreht, hat hier um den Grad an Realität zu bewahren, sich auf einen Dreh vor Ort durchgedrängt.



Doch auch inhaltlich hängt der Film in keinem Augenblick hinter der Technik zurück, sei es die sehr spannende Hauptgeschichte um Onkel Charlie und seine Nichte die im auf den Fersen ist oder die vielen kleinen Nebengeschichten, die im Gegensatz einigen anderen Hitchcockfilmen sehr gut reinpassen und den Film nicht überfüllen. Hiermit mein ich vor allem die Geschichten zwischen dem Vater von Charlie, Joseph Newton  (Henry Travers, Der Unsichtbare) und seinem Nachbarn Herb (Hume Cronyn, der auch in Hitchcocks Serie “Alfred Hitchcock zeigt“ ab und zu mal auftrat), die darüber diskutieren wie man sich am besten gegenseitig töten könnte. Höhepunkt hier bei ist natürlich ihrer Diskussion bei Tisch während am selbigen Tisch mit Onkel Charlie ein „Profi“ auf dem Gebiet sitzt. Bei so was merkt man, das die Charakterausarbeitung bei Im Schatten des Zweifels eine große Rolle gespielt hat. Das wird klar Sichtbar in dem Bezug Onkel Charlies zu seinen Nichten und seinem Neffen. Offensichtlich hat er am meisten mit seiner Nichte Charlie gemeinsam, sie trägt seinen Namen usw. Doch bei weiterem Verlauf und nachdem wir mehr über die Kindheit Onkel Charlies erfahren, merkt man viele Parallelen zu der kleinen Ann und dem jüngsten Kind Roger. Von der Mutter Emma erfahren wir, dass ihr Bruder Charlie, als er klein war ein Bücherwurm war, immer ein Buch in der Hand. Eine Beschreibung die auf die kleine Ann zutrifft. Nach einem Unfall als Kind bei dem er beinah ums Leben kam änderte er sich komplett in ein wildes Kind das ständig was machte, außerdem ist Onkel Charlie das jüngste Kind gewesen, das „Nesthäkchen“, eine Beschreibung die auf Roger zu trifft, welche im Film auch so ausgesprochen wird. Also eine Figur die sich in allen drei Kindern seiner Schwester wieder findet. Der Film wird auch dadurch zu einer ungewöhnlichen und dunklen Charakterstudie, mit Charakteren in die man hineinversetzt wird.  



Der Film zog 2 Remakes hinter sich 1958 erschien das erste Remake das sich nur an der Geschichte hielt unter dem Titel “Step Down to Terror“, 1991 kam dann eine direktes, jedoch mittelmäßiges Remake mit dem gleichnamigen Titel “Im Schatten des Zweifels“ ins Fernsehen.

 10 Narrenkappen

Bild:
Wie schon bei Saboteure ist das Bild auch hier sehr gut restauriert worden, auch wenn nicht ganz so gut wie bei Saboteure. Wo Saboteure ein geringeres Problem mit Bilddefekten hatte, kommt das deutlich öfter bei Im Schatten des Zweifels vor, leichtere Helligkeitsdefizite und Rauschen sind hier auch zu bemängeln. Dafür ist aber Schärfe und Kontrast für das alter des Films sehr gut ausgefallen

 4 Narrenkappen

Ton:

Der Monoton ist gleich wie bei Saboteure, die Mono Tonspur ist verhältnismäßig gut ausgefallen, kommt gleichmäßig und wirkt nicht dumpf und schlapp, wie man erwarten könnte.

 2 Narrenkappen ,5

Extras:

Universal spendete hier auch ein extra produziertes untertiteltes Making Of  (ca 35 Min.), mit interessanten Einblicken in die Entstehung des Filmes, dazu gibt es den Filmtrailer, eine Fotogalerie und Produktionszeichnungen.

 4 Narrenkappen ,5

Fazit:

Im Schatten des Zweifels ist einer der verkanntesten und tiefgründigsten Filme Hitchcocks, denn für mich zählt er zu den besten Filmen vom Meister. Der Film hat ne sehr gute Geschichte, eine großartige Charakterdarstellung und lässt den beiden Hauptdarsteller Teresa Wright und Joseph Cotten Platz sich zu entfalten und eine grandiose Leistung zu bieten.  

 6 Narrenkappen


Testequipment
TV-Gerät: LG 4:3
DVD-Player: Panasonic SC-HT 335 5.1 Komplettsystem
Gespeichert

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