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Autor Thema: Population 436  (Gelesen 22300 mal)
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Vince
Steelbook
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Debakelvince


« am: 15. Juli 2006 um 18:50 »

Population 436 (2006)
OT: Population 436



Technische Daten
Vertrieb: Sony Pictures
Regionalcode: 2
Laufzeit: 88:35 Min.
Regie: Michelle Maxwell MacLaren
Darsteller: Jeremy Sisto, David Ames, Cory Cassidy, Fred Durst, Leigh Enns, Dana Horrox, Gavin Polone, Rick Skene, Charlotte Sullivan, Martin Trudel
Bildformat: 1,85:1 (anamorph / 16:9)
Sprachen: DD 5.1 Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Türkisch
Freigabe: FSK 16

Film
Ein Fremder aus der Großstadt ist mit seinem Truck unterwegs ins Backwood. Der Beruf zieht ihn dorthin... eigentlich hat er hier gar nichts verloren.
An einer Tankstelle kurz vor dem Zielort fragt er nach dem Weg, doch die Einheimischen verhalten sich merkwürdig. Sobald der Name des Ortes fällt, verdunkeln sich ihre Mienen und sie verziehen sich ins Haus. Merkwürdige Gestalten...
Also ohne Hilfe weiter. Aber dann: eine Autopanne. Verdammter Mist, ausgerechnet hier! Eine junge Frau fällt auf einer Wiese nahe des Unfalls von ihrem Pferd. Der Fremde ist hilfsbereit, die Frau aber weniger. Sie gibt sich geheimnisvoll. Irgendwas stimmt nicht.
Zum Glück kommt zufällig der Dorfsheriff an der Unfallstelle vorbei. Aber auch eher verhält sich komisch. Freundlich wird er erst, nachdem er sich per Funk mit seinen Kollegen abgesprochen hat. Er bietet eine Fahrt in den Ort an. “Keine Angst - wir sind von Grund auf gute Menschen. In Rockwell Falls gibt es keine Verbrechen.”

Aber das ist das Problem - rein statistisch gesehen müsste dann doch bald eines geschehen...

In ihrem Spielfilmdebüt als Regisseurin führt uns Michelle MacLaren in altbekannte Gefilde. Zwielichtige Dorfbewohner. Kleine Jungs, die auf ihrem zu großen Fahrrad angewackelt kommen und fragen “Hey Mister! Geht es Ihnen gut?”. Rätselhafte Vorgänge hinter den Kulissen und ein dunkles Geheimnis, das eine abgeschottete Gemeinde zu verstecken versucht. “Population 436" ist Kleinstadthorror in Reinform - wobei das “Horror” mit Vorsicht zu genießen ist, denn wer Schockmomente im Sekundentakt erwartet, dürfte enttäuscht werden.




Man sollte als Zuschauer schon eine gewisse Geduld aufbringen, um diesem Thriller - dieser Begriff passt vielleicht schon etwas eher als “Horror” - etwas abgewinnen zu können. Im Grunde handelt es sich um eine aufgeplusterte “Akte X”-Episode, was insofern nicht überrascht, als dass Michelle MacLaren früher vor allem als Produzentin und auch Regisseurin einzelner Folgen von Chris Carters Erfolgsserie fungierte. Das sieht man ihrem Film an. Wie “Akte X” in Kanada gedreht, entfaltet der Film eine ganz ähnliche Atmosphäre und atmet in jeder Sekunde den Flair der FBI-Ermittlungen - jederzeit könnte man glauben, Mulder und Scully würden um die Ecke kommen und ihre Ausweise aufklappen. Für eine richtige Filmproduktion werden auch ansonsten sehr schwache Duftmarken gesetzt. Weit von der markanten Überstilisierung jüngster Backwood-Terrorfilme um “The Devil’s Rejects” oder “The Hills Have Eyes” entfernt, ist “Population 436" überraschend down to earth und versucht gar nicht erst, mit visuellen Stilmitteln aufzufallen. Zwar ist der komplette Film mit einem gelb-bräunlichen Filter überzogen, doch insgesamt wirkt alles vergleichsweise schlicht und einfach. Das ist nicht einmal unbedingt negativ aufzufassen, denn es stellt einen angenehmen Kontrast zu den Overstyle-Schlachtfeldern dar, die derzeit an der Mainstream-Spitze im Genre Horror um die Gunst des Publikums kämpfen. Untersetzt mit einem permanenten Mystery-Einschlag, werden sich also zumindest die einstmaligen “Akte X”-Anhänger gleich heimisch fühlen, denen auch mal ein etwas gemäßigterer Spannungsaufbau ausreicht. Wollte man einen Vergleich ziehen, käme einem sofort “Needful Things” in den Sinn - kaum irgendwie stylish, aber unterschwellig doch spannend und sogar leicht fesselnd.

Das hilft unsereins wenigstens gut über die unzähligen Genreklischees hinweg, die sich durch die komplette Handlung ziehen und auch nicht vor dem ordentlichen, aber eben vorhersehbaren Ende halt machen. Das Drehbuch birgt keinerlei Überraschungen, sondern versorgt uns statt dessen mit Handlungsfolgen und Charakterkonstellationen, die im Prinzip von “Akte X” in den Neunzigern erfunden und seitdem im Rahmen der Mysterywelle hundertfach neu aufgerollt wurden. Vollkommen losgelöst von Ironie fallen die Klischees schließlich störend auf, was sich zuletzt auch auf die Schockeffekte überträgt, die über die ganze Laufzeit verteilt immer mal wieder, meistens selbstzweckhaft, eingestreut werden und von denen maximal einer wirklich funktioniert - eben deshalb, weil man die ihnen zugrundegelegten Schnittechniken schon längst kennt und sich deshalb kaum noch erschrecken kann. Das betrifft auch die im Prolog in aller Offensichtlichkeit verwendete Parallelmontage, die aber zumindest das Filmthema auf interessante Art begreiflich macht.

Der Plot hört sich dabei zunächst interessant an. Eine Kleinstadt, die versucht, ihre Einwohnerzahl konstant auf einer Zahl zu halten, nämlich auf 436. Das betont den typischen, in Filmen dieser Art meist destruktiven Konventionalismus von abgelegenen Gemeinschaften, die oft die Quelle allen Übels sind. So nett das im Ansatz sein mag, es wird leider nicht richtig nachvollziehbar erklärt, wie ein solch wahnsinniger Einfall überhaupt legitimiert und akzeptiert wird. Wieso bezweckt jemand, die Einwohnerzahl ausgerechnet exakt auf 436 zu halten? Mit der reinen Tradition, die im Film als Erklärung geliefert wird, ist das jedenfalls nicht zu erklären. Diese Problematik birgt zwar interessante Konstellationen (wenn ein Neuer zur Gemeinschaft stößt wie unser Hauptdarsteller Jeremy Sisto als Steve Kady, muss ein altes Mitglied sterben - ebenso, wenn eine Geburt ansteht), kann aber eben logisch nicht richtig begründet werden, was im Endeffekt dann konstruiert wirkt.




Auch wird, wie schon angeschnitten, die Chance vertan, die Kleinstadthorrorfilmklischees und die für einen abendfüllenden Spielfilm eher dünn ausgearbeitete Story ironisch zu brechen. Jeremy Sistos Figur arbeitet für das statistische Reichsamt und wird in eine Kleinstadt geschickt, die ihre Population konstant auf 436 hält, mit dem Auftrag, eine Volkszählung durchzuführen... besser könnten die Voraussetzungen nicht sein, um daraus hintenherum eine Art verkappte Parodie zu machen.
Eine besondere Rolle spielt dabei auch “Limp Bizkit”-Frontmann Fred Durst in seinem ersten größeren Filmpart als etwas naiver Sheriff. Ob seiner mangelnden Erfahrung beim Film, seinem Image als pöbelnder Rockstar und seinem nicht selten in der Öffentlichkeit laut ausgetragenen Privatleben wäre eine Bündelung ironischer Elemente auf seine Figur nicht undenkbar gewesen. Zumal die Rolle dafür eigentlich wie geschaffen wäre: Immer wieder taucht der Sheriff in die Handlung ein, bleibt längere Zeit dort, um dann wieder eine Weile aus dem Bild zu verschwinden bis zu seinem nächsten Auftritt. Doch wider Erwarten ist sein Sheriff wie der komplette Rest des Casts vollkommen ernst gemeint und auch so inszeniert. Das führt Durst schauspielerisch immer mal wieder vor kleinere Probleme, wenn er etwa den Unfalltod eines Gemeindemitglieds bedauern muss oder damit zu kämpfen hat, dass seine Angebetete Sex mit einem anderen hat. Die Unerfahrenheit als Schauspieler ist ihm an diesen Stellen anzumerken, doch insgesamt beweist er zumindest Charisma. Irgendwo ist Dursts Figur sogar mit die interessanteste im Film. Während nämlich viele andere zombiehaft durch die Gegend heizen oder sich mysteriös in ihre Klischees hüllen (so wie Charlotte Sullivan), stellt er die menschliche Komponente dar. Es ist irgendwie schön, den Macho-Rocker Durst als hintergangene, verwirrte Buddy-Persönlichkeit mit kleinen Anleihen an Sylvester Stallones Figur aus “Cop Land” zu sehen. Und es ist verrückt, dass er, dessen Rolle ja eigentlich dem internen Kreis der undurchsichtigen Gemeinde angehört, für den Zuschauer am Ende fast noch mehr Identifikationsfigur ist als Jeremy Sistos Hauptfigur, die ursprünglich aus der Großstadt kommt.

Und damit ist die fehlende Ironie letztendlich auch gar nicht mehr so tragisch, denn auch so ist es einigermaßen interessant und spannend, dem Geschehen zu folgen, wenngleich man sich hin und wieder einen lakonisch-ironischen Spruch von Mulder wünschen würde. Zwar bleiben größere Überraschungen sowohl den visuellen Stil, die Story und die Einzelideen betreffend aus, aber immerhin bekommt man sympathisch arrangierte Old School-Mysterykost geboten, die nicht auf den Magen schlägt. Blut und Gekröse darf man sich nicht erwarten, ebensowenig wie Slasher-Einstellungen oder irgendwelche Monsterfratzen. Sicher, zwischendrin wird es auch mal absurd (Stichwort Gemeindefest mit leichtem “Das Omen”-Touch), aber Grenzen werden zu keinem Zeitpunkt ausgetestet. Insofern ist “Population 436" zwar beileibe kein Must See, aber ein Can See absolut - mit einer besonderen Empfehlung für diejenigen, denen die derzeit im Trend liegenden schnellschnittigen Stilbomben auf den Sack gehen.
 6 Narrenkappen

Bild
Mit der Bildqualität kann man nicht ganz zufrieden sein. Zwar bleiben Verschmutzungen aus und die Farbgebung ist der Intention des Films wohl angemessen, doch speziell in Close Ups ist leider fehlende Bildschärfe zu konstatieren, die das Filmvergnügen etwas beeinträchtigt. Details gehen dabei insofern nur bedingt unter, als dass “Population 436" wider Erwarten ein sehr heller Film ist, der fast ausschließlich am Tage spielt. Alles in allem wenigstens zufriedenstellend.
 6 Narrenkappen

Ton
Der Sound gibt sich ähnlich bescheiden wie der Film: Effekte sind nicht vorhanden, weil sie rein handlungstechnisch nicht vonnöten sind. Die Stimmen kommen voluminös und druckvoll aus den Boxen, auch grundatmosphärisch wirkt die Kulisse relativ voll, aber richtige Effekte zeigen sich nie. Auch ein bedrohliches Summen des Basses fehlt fast immer. Man hätte dem Film hier sicher noch etwas an Effektivität zukommen lassen können, um so inhaltliche Schwächen zu kaschieren; diese Chance wurde leider vertan.
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Menüs



“Population 436" ist für Columbia eher ein Backkatalogtitel, und so ist die DVD fern der technischen Komponente eher spartanisch ausgefallen. Als Menü gibt es lediglich ein nicht musikalisch untermaltes Standbild, was auch bei der Kapitelauswahl der Fall ist. Ein “Extras”-Menü gibt es nicht, der Punkt “Alternate Ending” ist direkt auf der Hauptseite anwählbar.
 2 Narrenkappen ,5

Extras
Wie bei Columbia üblich, gibt es immerhin ein Kapitelblatt - soweit wie immer vorbildlich. Das alternative Ende (3:55 Min.; mit Abspann 4:26 Min.) ist das einzige richtige Extra, das geboten wird. Inhaltlich sehr unspektakulär, da ist man froh, dass die andere Variante geboten wurde, die insgesamt runder daherkommt und im Gegensatz zu dieser Variante auch Sinn macht. Weiterhin gibt es noch einige Trailer aus dem Hause zu begutachten (When a Stranger Calls, The Hunt for Eagle One, Freedomland, Fear Itself: Dark Memories, The Exorcism of Emily Rose, Second in Command). Der Film ist auf Wunsch untertitelt in Englisch, Deutsch, Französisch, Arabisch und Türkisch, die Specials sind in Deutsch und Französisch untertitelt.
 2 Narrenkappen

Fazit
Als alter Akte X-Jünger hatte ich zumindest einigermaßen meinen Spaß in der Stadt mit den 431 Einwohnern, auch wenn die Spannung allenfalls unterschwellig zum Vorschein kommt und die Klischees nicht lange auf sich warten lassen. Wer aber “Needful Things” und Artverwandte mochte, wird vermutlich auch an Michelle MacLarens Film-Regiedebüt Gefallen finden.
Die DVD genügt leider nicht Vollpreisanforderungen und sollte bis zu einer Reduzierung gemieden werden, da abgesehen von einem alternativen Ende kaum etwas geboten wird. Bild und Ton sind noch im Rahmen.
 4 Narrenkappen

Testequipment
TV-Gerät: Tevion 4:3
DVD-Player: Pioneer XV-DV313 5.1 Komplettsystem
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dÆmonicus
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Dragon


« Antwort #1 am: 15. Juli 2006 um 19:07 »

Danke fürs Review zu einem mir unbekannten Film. Interessieren tut er mich aber irgendwie nicht.  Mal scharf überlegen Könnte nicht mal sagen warum.
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« Antwort #2 am: 15. Juli 2006 um 21:14 »

Cool, danke Vince!  Sehr glücklich
Der steht auf jeden Fall schon länger auf meiner Liste - allein schon wegen Jeremy Sisto, einer der besten Jungschauspieler seiner Generation!
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Vince
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Debakelvince


« Antwort #3 am: 16. Juli 2006 um 15:30 »

Danke auch Jungs für das Interesse - und im Fall daemonicus eben Nicht-Interesse.  Zwinkern
Sisto ist mir auch schon öfter mal ganz positiv in Erinnerung geblieben. Hier macht er seine Sache auch nicht schlecht - hab ich im Review ja gar nicht so richtig erwähnt.
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dÆmonicus
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Dragon


« Antwort #4 am: 16. Juli 2006 um 15:36 »

Zitat von: "Vince"
Danke auch Jungs für das Interesse - und im Fall daemonicus eben Nicht-Interesse.  Zwinkern


Das Review habe ich ja mit Interesse gelesen.  Sehr glücklich
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Vince
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Debakelvince


« Antwort #5 am: 16. Juli 2006 um 15:41 »

Zitat von: "daemonicus"
Zitat von: "Vince"
Danke auch Jungs für das Interesse - und im Fall daemonicus eben Nicht-Interesse.  Zwinkern


Das Review habe ich ja mit Interesse gelesen.  Sehr glücklich


Ich meinte ja auch nur den Film. Ich weiß doch, dass du hier die treue Seele bist, die sich sämtliche Kritiken durchliest und fast immer auch noch seinen Kommentar dazu abgibt - das weiß ich zu schätzen.  Sehr glücklich
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Dragon


« Antwort #6 am: 16. Juli 2006 um 15:57 »

Ja mach ich gerne. Mich interessiert es einfach.  Sehr glücklich
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Subwiz
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« Antwort #7 am: 15. August 2006 um 19:39 »

Deine Rezension ist wirklich toll, aber in anbetracht des Films imo "ein wenig" zu lang. Ich bin echt baff und erschlagen, wie man zu einem derartig banalen Filmchen soviel Worte, Anmerkungen und Analysen einbringen kann. Wirklich beeindruckend. Du hast da Dinge angesprochen und thematisiert, die mir nicht einmal im Ansatz aufgefallen sind. Wirklich super und soviel Mühe mit einem Film, der dies imo nicht einmal verdient hat. Bei mir ist der so nebenher abgelaufen und nach spätestens 20 Minuten habe ich mir keinen Kopf mehr gemacht.

Deine Vergleiche mit "Needful Things" und "Akte X" sind vom Ansatz her, um die Grundstimmung des Films zu charakterisieren, völlig legitim. Doch finde ich "Needful Things" um mindestens eine Klasse besser. Desweiteren könnte ich Dir bei näherer Überlegung bestimmt zig "Akte X"-Folgen aufzählen, die "Population 436" sehr alt aussehen lassen. Nur ein Beispiel aus dem Stegreif "A New Home". Deshalb würde bei mir "Population 436" auch nur 4/10 bekommen. Und das auch nur wegen Jeremy Sisto, der mir das erste Mal bei "May" sehr positiv aufgefallen ist. Auch als psychotischer Bruder einer verhaltensauffälligen Schwester sorgte er in der 1. Staffel von "Six Feet Under" für die Highlights.

Aber ansonsten eine wirklich gelungene und sehr lesenswerte Rezension, Nur, wie geschrieben, ein wenig zu lang. Zwinkern
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Debakelvince


« Antwort #8 am: 15. August 2006 um 20:38 »

Danke für die Rückmeldung!

Ja, das Thema "zu lang" haben wir gerade auch in der ofdb. Ich hab da folgendes geschrieben:

Zitat
An dem Punkt mit den Schnodderfilmen, die von mir eigentlich zu viel Aufmerksamkeit bekommen, ist natürlich was dran. Ich hab nen gewissen Zwang, meine zwei Seiten Text vollzukriegen. Und manchmal sind die besprochenen Filme wirklich so sinnentleert, dass ich das einfach nicht schaffe - siehe dasjenige zu "Good Burger", wahrscheinlich mein kürzestes Review aus der letzten Zeit. Aber irgendwie denk ich immer so: Vor dem Gesetz sind alle Filme gleich. Also haben sie auch alle das Recht, gleich behandelt zu werden. Und dann ist da noch der Reiz, das längste Review zu schreiben, das je zu einem blöden Film entstanden ist... wenn Badmovies allerdings mit nem externen Review schon vorgelegt hat, hab ich da nie ne Chance.  Mr. Green


Du siehst also, wohl oder übel wirst du dich damit anfreunden müssen... aber du kannst dich bei mir dann ja an die Reviews halten, die zu Filmen geschrieben wurden, bei denen es auch wirklich viel zu sagen gibt.  Zwinkern

Was die Vergleiche mit Needful Things und Akte X betrifft, ging es mir wirklich auch nur darum, Vergleiche "vom Feeling her" zu stellen, wie du ja auch festgestellt hast. Natürlich ist Needful Things nen ganzen Tacken besser und selbstverständlich gibt es Dutzende Akte X-Folgen, die Population 436 alt ausehen lassen, aber die Erzählweise ist doch sehr ähnlich, die Optik auch.

Und die 6/10 gab es von mir auch ein wenig im Kontext der aktuellen Filmlandschaft. Mitten im Mystery-Hype der Mittneunziger wäre die Note zu diesem Film vielleicht etwas schwächer ausgefallen. Heute ist das wieder mal ne hübsche Abwechslung für mich von den Horrorfilmen aus der Retro-Terrorfilm-Schiene der 70er Jahre, die den Markt überschwemmen. Da ist man auch mal wieder dankbar für etwas gedämpfte Mysterykost mit ruhigen Bildern.
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Obsessed with the "mess" that's America


« Antwort #9 am: 15. August 2006 um 21:39 »

Ach, zu lang gibt es erst im Ansatz ab 5 DinA4-Seiten...  Zwinkern

Nein, ich selbst schreib ja auch immer, was mir dazu einfällt, veruche aber die 5 Seiten Grenze einzuhalten. Und ob das nun ein kleiner, eher belangloser Streifen oder ein großer Blockbuster, der eigentlich ja meist viel belangloser daherkommt, ist, macht imo keinen Unterschied. In meinen Augen passt das schon, Vince - nicht von äußeren Einflüssen einschränken lassen, sondern immer so schreiben, wie es sich für Dich richtig anfühlt, wenn ich das mal so schreiben darf! Das bezieht sich jetzt nicht unbedingt auf die Anmerkungen von Subwiz, sondern war von mir ganz allgemein gedacht...  Zwinkern
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Vince
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Debakelvince


« Antwort #10 am: 15. August 2006 um 23:32 »

Ja, so seh ich das nämlich auch. Also meine 2 Seiten (ohne Inhaltsangabe, eine solche hab ich ja fast nie in meinen Kritiken drin) kriege ich inzwischen eigentlich zu fast jedem Film problemlos hin, wenn es nicht gerade so etwas Nichtssagendes wie "Good Burger" ist... mit kürzeren Texten bin ich einfach nie zufrieden, weil es einfach nicht zu mir passt. Ich komme auch nicht mit kurzgefassten Texten klar, kann schlecht repräsentativ zusammenfassen und schreibe einfach gerne alles rein, was ins Konzept meiner Kritik passt. Umgekehrt lese ich eben auch viel lieber lange Kritiken, unabhängig davon, wie platt der Film ist. Ich kann aber natürlich verstehen, wenn man gerade bei platten Filmen lieber eine kurze Übersicht geliefert haben will als etwas, das fast schon in die Analyse geht.
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Subwiz
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« Antwort #11 am: 16. August 2006 um 11:47 »

Zitat von: "Vince"
Du siehst also, wohl oder übel wirst du dich damit anfreunden müssen... aber du kannst dich bei mir dann ja an die Reviews halten, die zu Filmen geschrieben wurden, bei denen es auch wirklich viel zu sagen gibt.  Zwinkern

Und die 6/10 gab es von mir auch ein wenig im Kontext der aktuellen Filmlandschaft. Mitten im Mystery-Hype der Mittneunziger wäre die Note zu diesem Film vielleicht etwas schwächer ausgefallen. Heute ist das wieder mal ne hübsche Abwechslung für mich von den Horrorfilmen aus der Retro-Terrorfilm-Schiene der 70er Jahre, die den Markt überschwemmen. Da ist man auch mal wieder dankbar für etwas gedämpfte Mysterykost mit ruhigen Bildern.


Nein, nein mein lieber. Ich werd auch weiter die Reviews zu den "banalen" Filmen von Dir lesen, aber nicht mehr über die "Überlänge" meutern. Hast mir ja Deine Beweggründe sehr schön erklärt und diese akzeptiere ich völlig. Die Länge/Ausführlichkeit einer Rezension ist ohnehin reine Geschmackssache, über die man nicht streiten sollte. War ja auch mal ein überzeugter Anhänger der langen, ausführlichen Rezis. Du weißt ja sehr gut, wie ich persönlich dazu stehe. Zwinkern

Deine Argumentation bzgl. der Bewertung ist auch völlig plausibel und von Deinem Standpunkt aus absolut zu vertreten. Ich bin mit der Terrorfilmwelle der 70er aufgewachsen und jetzt echt dankbar, daß diese ENDLICH eine Wiederauferstehung feiert. Nach all diesen harmlosen Teenieslashern und Mysteryorgien der 90er ist das für mich eine willkommene Abwechslung. Das ist aber auch nur wieder eine wahrscheinlich sehr kurzlebige Welle, in der noch einige Filmmacher sich an ein paar Tabubrüchen versuchen werden und das Alles dann sehr schnell wieder abebbt. Entweder weil das Publikum sich wieder sattgesehen hat, oder die Jugendschützer dem Ganzen wieder mit massiven Schnitten, Indizierungen und Beschlagnahmungen den Garaus machen werden. Das besiegelte ja auch das damalige Ende der extrem harten Italo-Horror-Welle.
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Subwiz
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« Antwort #12 am: 16. August 2006 um 12:27 »

Zitat von: "StS"
Ach, zu lang gibt es erst im Ansatz ab 5 DinA4-Seiten...  Zwinkern

Nein, ich selbst schreib ja auch immer, was mir dazu einfällt, veruche aber die 5 Seiten Grenze einzuhalten. Und ob das nun ein kleiner, eher belangloser Streifen oder ein großer Blockbuster, der eigentlich ja meist viel belangloser daherkommt, ist, macht imo keinen Unterschied. In meinen Augen passt das schon, Vince - nicht von äußeren Einflüssen einschränken lassen, sondern immer so schreiben, wie es sich für Dich richtig anfühlt, wenn ich das mal so schreiben darf! Das bezieht sich jetzt nicht unbedingt auf die Anmerkungen von Subwiz, sondern war von mir ganz allgemein gedacht...  Zwinkern


Ich gebe Dir völlig Recht. Besonders bzgl. Deiner Anmerkung zu den Blockbustern. Überhaupt keine Frage. Es gibt zahlreiche "kleine" Filme und Indie-Produktionen die in fünf Minuten mehr Inhalt, Aussagekraft und Energie haben, als ein Großteil dieser sogenannten Blockbuster in zwei Stunden. Nur ein Beispiel: THE LAST HORROR MOVIE stellt imo einen Großteil der hochbudgetierten Serienkillerfilme tief in den Schatten. Und solche Beispiele finden sich in fast allen Genres

Also ist es völlig richtig, daß die Länge einer Rezension nicht an dem Budget des Films angepaßt werden soll/darf. Ich bin auch absolut Deiner Meinung, daß ein Rezensent, zumal in einem Medium wie diesem Forum, seine Review so verfassen soll, wie er es für richtig und ihn passend empfindet. Da sind wir uns völlig einig.

Ich selbst habe auch keine Probleme damit, lange Rezensionen zu lesen. Im Gegenteil, ich mag sie. Da habe ich mich sehr mißverständlich ausgedrückt. Was ich mit meiner "Kritik" zum Ausdruck bringen wollte, war vielmehr etwas anderes. Ich kann mir gut vorstellen, daß viele Leser vor so langen Reviews sehr schnell kapitulieren und diese dann bestenfalls nur noch überfliegen, oder schnellstmöglich zum Fazit scrollen. Das finde ich dann sehr schade und wohl auch nicht im Sinne des Rezensenten. Deshalb wäre, jedenfalls meiner Ansicht nach, etwas weniger manchmal wesentlich mehr. Aber das ist eine reine Ansichtssache, über die man nicht streiten kann.
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freeman
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« Antwort #13 am: 16. August 2006 um 14:21 »

Zitat von: "Subwiz"
Ich selbst habe auch keine Probleme damit, lange Rezensionen zu lesen. Im Gegenteil, ich mag sie.


Dann gib dir mal Vinces Simpsons Reviews hier im Board ... Länger geht kaum noch Zwinkern ...

Sehe das wie StS und Vince: Jeder Film hat ein Recht besprochen zu werden und je nach Gusto kommt eben was unterschiedliches raus ... Bei den Kinokritiken versuche ich derzeit auch immer unter 2 Din A 4 Seiten zu bleiben ... is aber eher auch ne selbst auferlegte Sperre, sonst fang ich an zu schwafeln ... was ich ab undzu schon in 8 Zeilen Beiträgen schaffe ... Lautes Lachen

In diesem Sinne:
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Obsessed with the "mess" that's America


« Antwort #14 am: 16. August 2006 um 15:35 »

Zitat von: "Subwiz"
Ich kann mir gut vorstellen, daß viele Leser vor so langen Reviews sehr schnell kapitulieren und diese dann bestenfalls nur noch überfliegen, oder schnellstmöglich zum Fazit scrollen.

Das stimmt natürlich, doch damit muss man bzw kann ich leben. Wer meine Kritiken kennt, weiß eh eigentlich schon, auf was er sich da einlässt... Zwinkern
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Vince
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Debakelvince


« Antwort #15 am: 16. August 2006 um 17:46 »

Ja, das Problem hier bei den Narren ist halt, dass der StS und ich im DVD-Reviewbereich nahezu die einzigen sind, die was schreiben. Viel zu selten auch mal Leute wie Hannibal. Und da wir beide die längere Version bevorzugen, ist nicht für jeden Geschmack was dabei. In der ofdb erfüllen wir beide eigentlich schon besser unseren Zweck, weil es da alternativ auch Leute wie Onkel & Co. gibt, die sich kurz halten.
Wir brauchen hier also mehr Reviewer.  Zwinkern
In die ofdb kann ich von hier ja eh kaum was verlinken, das kommt so selten vor...
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Subwiz
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« Antwort #16 am: 16. August 2006 um 19:40 »

Zitat von: "freeman"
Zitat von: "Subwiz"
Ich selbst habe auch keine Probleme damit, lange Rezensionen zu lesen. Im Gegenteil, ich mag sie.


Dann gib dir mal Vinces Simpsons Reviews hier im Board ... Länger geht kaum noch Zwinkern ...


Werde ich bestimmt noch. Aber der wirkliche Hammer ist für mich die "Monster Legacy Collection". Die werde ich mir, soweit ich Zeit finde, häppchenweise zu Gemüte führen. Auf einmal oder auch nur an einem Tag ist unmöglich. Das ist ja ein BUCH!!! Ich freue mich aber schon drauf und bin echt gespannt. Habe zu diesen Klassikern selbst schon mal was ähnliches gemacht und weiß wieviel Mühe das macht.

Für Deine Kinoreviews hatte ich noch gar keine Zeit. Ich weiß - UNVERZEIHLICH. Kommt aber alles noch. Da ich aber aus diversen Gründen nicht ins Kino gehen kann, lese ich die ohnehin meist erst um den DVD-Start - sonst wird mir bei guten Filmen die Wartezeit viiiiel zu lang.

Ich kann ja jetzt schon den Start von "Zodiac" kaum erwarten. Da werde ich dann auch schon im Vorfeld alles dazu lesen. Ich zerplatze ja jetzt schon bei dem Gedanken, auch hier bis zum DVD-Start warten zu müssen. Denn wenn Fincher hier nur annähern zur "Sieben"-Form aufläuft, wird das DER Film des Jahres - wenn nicht Jahrzehnts. Der dem Film zu Grunde liegende Fall gibt nämlich sämtliche Zutaten her, die hierfür von Nöten sind. Ich habe mich mit dem Zodiac-Killer-Fall vor ein paar Jahren für ein Projekt sehr intensiv beschäftigt und weiß daher, was hier möglich ist.
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Subwiz
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« Antwort #17 am: 16. August 2006 um 19:52 »

Zitat von: "Vince"

Wir brauchen hier also mehr Reviewer.  Zwinkern


Das hast Du wohl Recht. Würde echt nicht schaden und ich kann mir schon denken, worauf Du hinaus willst.  Zwinkern

Aber mir fehlt im Moment nicht nur die Zeit, sondern - ich muß es zu meiner Schande eingestehen - auch die Motivation. Aber wer weiß, wenn ich in evtl. einem Jahr aus dem Gröbsten raus bin und zum Atem holen komme, dann könnte es mich schon reizen. Aber eines ist sicher, dann werde ich einer jener Rezensenten sein, die mit 3000 Zeichen locker auskommen.  Zwinkern
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« Antwort #18 am: 16. August 2007 um 08:18 »

So, nun ebenfalls endlich mal gesehen - kann mich Vince´s Kritik ziemlich genau anschließen, dementsprechend auch von mir:

 6 Narrenkappen

Altmodische, unaufgeregte Unterhaltung - ein prima "Can See" halt. Sisto seh ich ja eh immer gern, Durst hat mich überrascht, da er tatsächlich gar nicht mal so schlecht spielt und zudem vollkommen entgegen seines Rüpel-Images besetzt wurde. Das Ende war gut, zumal ich die Visionen zuerst für Flashbacks auf den Tod der Ehefrau hielt, die Szene auf dem Marktplatz fand ich amüsant grotesk. Um mich erneut zu wiederholen: Ein netter Zeitvertreib, der Streifen...
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Vince
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Debakelvince


« Antwort #19 am: 16. August 2007 um 19:33 »

Schön, schön!  Sehr glücklich

Eigentlich wäre der Streifen ja auch ein typischer "StS bespricht den"-Kandidat gewesen...
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« Antwort #20 am: 16. August 2007 um 20:44 »

Hab ich mir damals auch gedacht und hätte ich gewiss auch gemacht - aber da warst Du extrem fix!  Zwinkern
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myrosebud
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« Antwort #21 am: 23. Oktober 2008 um 15:26 »

Hallo Leuts
ich hätte da mal eine Frage:

Ich habe am 18.10. auf Pro7 "Population 436" gesehen. Ich erinnere mich an einen anderen Film, wo auch jemand in eine Stadt kommt, und jeder der dort eine Nacht übernachtet, muss dort bleiben.
Hier war aber die Anfangszehne, das der Hauptdarsteller bei Ankunft von jemand einen Zettel in die Hand gedrückt bekommt, auf dem steht, dass er sofort wieder abreisen solle (was dieser natürlich nicht tut). Die Endszene ist ähnlich, da gibt der Haupdarsteller einen weiteren Ankömmling einen solchen Warnzettel.
Wie hieß dieser Film? Könnt ihr mir da weiterhelfen?
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KaPe
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Forums-Zeitreise...? Ich war dabei!


« Antwort #22 am: 23. Oktober 2008 um 15:33 »

Kann dir bei deiner Frage leider nicht helfen, aber...

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"Wie mich das schafft, mir über Dinge Gedanken machen zu müssen, von denen ich gerade mal kapiere, dass ich sie nicht verstehe."
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