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 am: 18. Oktober 2021 um 08:56 
Begonnen von StS - Letzter Beitrag von StS
Ach, mit der Produktionsqualität hatte ich so eigentlich keine Probleme.
Das Skript war einfach zu sehr auf ne Fortsetzung aus und an sich zudem nicht besonders gut ausgestaltet.

 2 
 am: 17. Oktober 2021 um 18:38 
Begonnen von StS - Letzter Beitrag von dÆmonicus
Der sieht schon so billig aus, da würde ich nicht auf die Idee kommen, den freiwillig anzusehen.  Mr. Green

 3 
 am: 17. Oktober 2021 um 13:59 
Begonnen von StS - Letzter Beitrag von StS


Entstehungsdaten:
Australien 2021

Regie:
Antaine Furlong

Darsteller:
Charlotte Best
Jonny Pasvolsky
Alex Menglet
Tahlia Sturzaker

Trailer

Nein, bei Antaine Furlong´s "Ascendant" handelt es sich nicht um das bis heute (Ende 2021) noch ausstehende finale cineastische Kapitel der "Divergent"-Franchise, sondern um einen australischen Thriller mit bestimmten Science-Fiction- und Fantasy-Elementen, der in den USA indes unter dem Titel "Rising Wolf" veröffentlicht wurde – wohlmöglich um potenzielle "Verwirrungen" exakt solcher Art zu vermeiden. Co-verfasst und in Szene gesetzt von Furlong, der zuvor bloß den 2009er Kurzfilm "Emergence" vorweisen konnte, eröffnet der Streifen in Gestalt einer jungen Frau namens Aria Wolf (Charlotte Best), welche gefesselt, geknebelt sowie mit verbundenen Augen in einem geräumigen, edel-schicken Fahrstuhl liegend aus einer erlittenen Bewusstlosigkeit zu sich gelangt. Mit einem Mal stürzt die Kabine in hoher Geschwindigkeit zig Stockwerke hinunter in die Tiefe: Aria´s Körper wird quasi in einen "Zustand der Schwerelosigkeit" befördert – hinauf gen Decke "gehoben" – bevor die Bremsen erneut greifen bzw. aktiviert werden und sie wieder auf den mit Teppich ausgelegten Boden hinabstürzt…

Obgleich desorientiert, verängstigt sowie vom Aufprall ein Stück weit mitgenommen, gelingt es ihr wenig später, ihre Hände zu befreien und sich auch sonst loszumachen – worauf sie ihre Umgebung näher betrachtet: Die Türen lassen sich nicht öffnen, die Sprechanlage stellt keine richtige Verbindung her, es ist Nacht und niemand kann ihre Hilferufe hören. Zudem vermag sie sich an kaum etwas aus ihrer Vergangenheit zu erinnern. Bis auf punktuelle Ausnahmen wird der Zuschauer nahezu den kompletten Verlauf über auf demselben Kenntnisstand wie sie gehalten: Eine einträgliche, bewährte Entscheidung Furlongs und seines Co-Autoren Kieron Holland. Plötzlich weicht das bisherige Flackern in einer Wand integrierter Bildschirme einer Video-Übertragung: Es erscheint der russische Kriminelle Yaroslav (Alex Menglet), der mit einigen "Henchmen" Aria´s Vater Richard (Jonny Pasvolsky) in seine Gewalt gebracht und sie dort eingesperrt hat. Das Schicksal ihrer Mutter ist noch unklar. Per Kamera kann Yaroslav sie sehen – und so eröffnet er ihr u.a. kurzerhand, dass ihr Dad mal der CIA angehörte…

Yaroslav´s Ziel ist es, von Richard die Identität und den Aufenthaltsort von jemandem mit dem Codenamen "The Engineer" genannt zu erhalten. Agenten sind geschult darin, auch unter Schmerzen keine Geheimnisse preiszugeben – weshalb die betreffenden Schläge eher eine "Wirkung" auf Aria ausüben, welche Yaroslav wiederum mehrfach in dem 120 Etagen hohen Gebäude hinauffahren sowie anschließend in der geschilderten Weise in die Tiefe hinunterrasen lässt. Da die CCTV-Schaltung nicht durchgängig ist, nutzt Aria die Zwischenzeiten dafür, nach einer Material-Schwachstelle der Kabine zu suchen sowie sich konkrete Gegebenheiten ins Gedächtnis zurückzurufen. Überdies verfügt sie gar über einen "Trumpf": In ihrer Latzhose hatte man ihr Handy übersehen! Zwar ist der Empfang mies und kann sie keinem ihre genaue Location mitteilen – doch ist es ihr möglich, mit "Uncle Jack" in Kontakt zu treten, der über die Arbeit ihres Vaters im Bilde ist, ihr ergänzende Infos liefert sowie anhand des Signals sogleich ihre Position zu orten beginnt: Ein Vorgang, dessen Ergebnis allerdings etwas dauern wird…

Vordergründig könnte man "Ascendant" als eine Kombination aus Vincenzo Natali´s "Cube" und einem "milden" Vertreter des "Torture Porn"-Subgenres beschreiben: In ersterer Hinsicht angesichts der sich bewegenden "Kammer", in der Aria ohne weiterem Wissen erwacht, des Designs sowie ihrer Ausbruchs- bzw. Befreiungsversuche – in zweiter, da man den Fahrstuhl dazu nutzt, um "physisch" Druck auf sie auszuüben, sie mit dem "seelisch belastenden" Anblick ihres Vaters konfrontiert – welchen man seinerseits wiederum mit ihrer Bredouille, Schlägen und Werkzeugen malträtiert – sowie ihre jeweiligen "Leiden" voneinander abhängig macht. Es gibt auf jeden Fall uninteressantere und unoriginellere Ausgangs-Konzepte – und man kann dem Film auch nicht vorwerfen, es strikt nur dabei zu belassen, ohne "anreichernd" darauf aufzubauen: U.a. dank des bewährten "Erzähl-Kniffs", dass Aria eine Amnesie erlitten hat und von daher umso mehr herausfinden muss, werden dem Publikum (simultan mit ihr) nach und nach bedeutsame Aufschlüsse (auf die Vergangenheit und Gegenwart bezogen) offenbart…

Flashbacks führen in Aria´s Kindheit zurück, in welcher sie (Tahlia Sturzaker) gemeinsam mit ihrem Dad, ihrer Mutter (Susan Prior) und ihrer Schwester Zara (Karelina Clarke) außerhalb der City (am Meer) aufwuchs. Wie wir erfahren, verbinden die beiden Mädchen nicht bloß seltsame Symbolform-hafte Geburtsmale – sondern obendrein spezielle übernatürliche Fähigkeiten, mit denen sie Materie (bspw. Pflanzen und Objekte) "sich auflösen" und "wieder zusammenfügen" lassen können. Ihren Eltern war dies bekannt – weshalb sie ihre Töchter immerzu beschützten sowie ihre "Gaben" vor anderen geheim halten wollten; erst recht nachdem es zu einem Todesfall kam, den einer der Schwestern (mutwillig) verursachte. Ferner werden einem flüchtige "dystopische" Sequenzen präsentiert, bei denen nicht unbedingt sicher ist, ob sie aus der Jetztzeit stammen oder Zukunfts-Visionen sind, in deren Zentrum Zara (Lily Stewart) steht, welche seit damals eine fortbestehende "impulsiv-wütende Ader" aufweist. Dass nur wenige Erklärungen geliefert werden, dient der Erzeugung und Aufrechterhaltung von Neugier…

In diesem Kontext krankt "Ascendant" jedoch leider relativ merklich daran, dass man sich als Betrachter irgendwann durchaus mal konkrete Darlegungen und Antworten (über Andeutungen und Spekulationen hinaus) wünscht. Die Herangehensweise Furlongs und Hollands, das vom klaustrophobischen Setting und der fokussiert gehaltenen Handlung her "begrenzt Skalierte" zunehmend zu erweitern, ist keineswegs unclever und birgt eine Menge Potential in sich – allerdings wurde das Skript zu evident als "erstes Kapitel" einer angedachten Schrägstrich erhoffen Movie-Reihe angelegt: Die "Balance" aus "World-Building" und Eigenständigkeit (schließlich gibt es keine zugrunde liegende Buch-Serie und wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keine Sequels bestätigt oder angekündigt) vermochte schlichtweg nicht ordentlich getroffen bzw. gehalten zu werden. Da schon der vorliegende Streifen an sich nicht übermäßig "packend" geraten ist, schmälert das entsprechend unweigerlich etwaige Vorfreude auf eine mögliche Fortsetzung des Ganzen…

Mit 20 Drehtagen und einem limitierten Budget (ungefähr in der Größenordnung von drei Millionen Dollar) zur Verfügung, hat Furlong ein handwerklich solides Ergebnis geschaffen, das u.a. mit über 400 VFX-Shots (von denen die meisten wirklich gut ausschauen) sowie ein paar kompetent arrangieren Set-Pieces (á la eine Kletterpartie Arias im Fahrstuhl-Schacht) aufwartet. Die moderne Ausstattung und Farb-Gestaltung ist ansprechend anzusehen, Cinematographer Frank Flick ("the Last Race") hat alles in schicke Bilder gekleidet und der Score David Hirschfelders ("Shine") untermalt die Geschehnisse zumindest "zweckmäßig". In Sachen "Pacing" hätte man die Laufzeit jedoch getrost um zirka 10 Minuten straffen können. Durchweg ernst im "Ton" sowie mit einzelnen "kleineren Härten" bestückt, hält sich das Level der vermittelten Beklemmung und Spannung insgesamt in Grenzen – was auch mit daran liegt, dass einem Richard´s Schicksal nicht sonderlich "bewegt"; der passablen Performance Jonny Pasvolskys ("the Front Runner") zum Trotz. Generell sind die Charakter-Zeichnungen nicht gerade die besten…

Zusätzlich zum bereits Genannten fallen einem außerdem so einige "Oberflächlichkeiten" (wie im Bereich einer zutage tretenden "ökologischen Komponente") und "Logik-Schwächen" auf – was den Wunsch nach einer besseren Vorlage nur noch verstärkt. Warum z.B. hat man Aria überhaupt in den Fahrstuhl, und nicht gleich in denselben Raum wie ihren Vater gesteckt, um sie so im direkten Angesicht einander unter Druck zu setzen? Als "Baddie" bemüht sich Alex Menglet ("Sky Pirates") indes redlich – doch ist der Part einfach zu klischeehaft und schlicht gestrickt, um einen bleibenden Eindruck zu generieren – während Charlotte Best (TV´s "Home and Away") mit Engagement, Ausstrahlung und Talent als Lead überzeugt, aber nicht allzu viel "Substanzielles" zum Darbieten erhalten hat: Es ist eine vorrangig von Angst und Gewahrwerden sowie körperlichen Einwirkungen und Herausforderungen geprägte Rolle – bevor Aria ihre "Kräfte" zuletzt dann effektiv zu kontrollieren bzw. zu nutzen in der Lage ist. In der Beziehung – und nicht bloß des Klanges wegen – passt der Alternativtitel "Rising Wolf" natürlich prima…

Am Ende entfesselt Aria einige ihrer Fähigkeiten gegen Yaroslav und seine Schergen – wobei das volle Ausmaß jener weiterhin im Unklaren belassen wird; ebenso wie ihr derzeitiges Verhältnis zu Zara sowie so manch anderes. Sind die Schwestern inzwischen etwa "Feinde", da eine zu einer zerstörerischen Öko-Terroristin geworden ist? Weder der "Cliffhanger" vor den Credits noch der komplette Streifen an sich stellt einen vernünftig zufrieden. Alles in allem ist "Ascendant" nicht ununterhaltsam – allerdings (um mal die Formulierung eines US-Kritikers zu borgen) "overambitious and underwritten"; unvorteilhaft offensiv darauf aus, den "Grundstein" für eine "Young-Adult-Franchise" zu legen. Mit einem inspirierter verfassten Drehbuch hätte das durchaus klappen können – am Budget oder der Cast&Crew lag´s jedenfalls nicht. Interessant fand ich übrigens die wahre (von Yaroslav erzählte) Anekdote über Betty Lou Oliver, welche am 28. Juli 1945 in einem Fahrstuhl 75 Stockwerke in die Tiefe stürzte (und überlebte!), als ein B-25-Bomber im dichten Nebel ins Empire State Building krachte und die Tragseile der Kabine durchtrennte…

gute
3 Narrenkappen



 4 
 am: 03. Oktober 2021 um 14:59 
Begonnen von StS - Letzter Beitrag von StS


Entstehungsdaten:
USA 2001

Regie:
Albert Pyun

Darsteller:
Tom Sizemore
Dennis Hopper
Steven Seagal
Jaime Pressly

Trailer

Bei "Ticker" haben wir es mit einen Action-Thriller aus dem Jahr 2001 zutun, der von dem Fernsehserien-erfahrenen Skript-Schreiberling Paul B. Margolis ("T.J. Hooker", "MacGyver", "Pacific Blue" etc.) verfasst wurde sowie ursprünglich mal (in den späten '90ern) in Form eines TV-Films für "Turner Broadcasting" mit Chuck Norris in der Hauptrolle realisiert werden sollte – bevor das Projekt letzten Endes bei der B-Movie-Schmiede "Nu Image" landete und man Albert Pyun (u.a. "Nemesis" und "Mean Guns") mit der Regie betraute. $11 Millionen wurden dafür eingeplant. Während die Pre-Production-Phase noch ordentlich anlief – inklusive der Verpflichtung einer durchaus namhaften Besetzung – wurde das Budget zwei Wochen bevor es "vor die Kameras ging" dann aber plötzlich auf 7 Millionen Dollar gekürzt sowie die veranschlagte Dreh-Zeit von 30 auf gerade einmal knapp über ein Drittel dieser Tage reduziert! Ein weiteres gewichtiges, daraus entstandenes Problem: Die Gagen der Schauspieler schlugen bereits mit etwa $6,2 Millionen zu Buche – ergänzt um zusätzliche Kosten (wie z.B. Bank-Gebühren) in Höhe von zirka 300.000 Dollar. Kurzum: "Unterm Strich" standen Pyun bloß nur noch rund eineinhalb Wochen und ungefähr $500.000 zur Verfügung…

Det. Ray Nettles (Tom Sizemore) hat die Ermordung seiner Familie noch immer nicht richtig verarbeitet, als er eines Abends gemeinsam mit seinem Partner 'Fuzzy' Rice (Nas) einige "verdächtige Gestalten" bemerkt und ihnen in ein Lager-Gebäude folgt – wo es stracks zu einer Konfrontation kommt, welche darin resultiert, dass der Anführer der Gruppe (Dennis Hopper als Alex Swan) Rice erschießt sowie mit einem Komplizen-Duo (Michael Halsey und Norbert Weisser) zu entkommen vermag. Einzig Swan´s mysteriöse Begleiterin Claire (Jaime Pressly) kann gefasst werden – doch verweigert die jedwede Aussage. Es dauert nicht lange, da nimmt Swan Kontakt zu den Cops auf, um ihre Freilassung zu fordern – ansonsten würde er mit dem Verüben von Anschlägen beginnen. Den Ernst seiner Worte beweisend, zündet er nach dem Verstreichen eines ersten Ultimatums sogleich eine Bombe in einer Bar: Diverse Unschuldige sterben. Da Nettles' Ansehen im Department inzwischen nicht mehr allzu hoch ist, genehmigt man ihm keine weiteren Ressourcen für seine individuellen Ermittlungen – also tut er sich stattdessen mit der "Bomb Squad" und ihrem Leiter Frank Glass (Steven Seagal) zusammen, um Swan möglichst rasch auf die Spur zu gelangen und aufzuhalten…

Story-technisch bietet einem "Ticker" nichts neues – im Gegenteil: Als Zuschauer erhält man eine unoriginelle Aneinanderreihung von "Standard-Situationen" und Genre-Klischees (samt entsprechender Dialoge) präsentiert – á la dass Nettles die gewaltsamen Tode seines Kindes, seiner Frau und seines Partners "schwer mitgenommen" haben, dass er den Fall nicht abgeben will, obwohl er das wegen Rice eigentlich müsste, dass es einen (von Peter Greene gemimten) Kollegen gibt, mit dem er regelmäßig aneinander gerät, oder dass sich Bomben scheinbar nur dann entschärfen lassen, wenn sich der Countdown "bedrohlich" der Null nähert. Vereinzelte sich um die "undurchsichtige" Claire rankende Gegebenheiten sind zumindest im Ansatz reizvoll – aber das war´s dann schon. Per se muss man ja nicht sofort vom Schlimmsten ausgehen, sobald ein Streifen dieser Art mit solch konventionellen, altbekannten inhaltlichen Elementen aufwartet – schließlich überzeugen (bspw.) Stephen Hopkins' "Blown Away" und Roger Christian´s "the Final Cut" ebenfalls nicht gerade prächtig in den Bereichen Charakter-Zeichnung und Plot-Ausgestaltung. Nein, dem geneigten Publikum kommt es da viel stärker auf "Dramatik" sowie die gebotene Action an…

Feuerbälle, gesprengte Gebäude, umhergeschleuderte Menschen, Shootouts und Fights gibt es im Vorliegenden reichlich – doch ist Quantität bekanntlich nicht automatisch gleich Qualität; zumal das meiste in dieser Hinsicht nicht einmal von Pyun stammt, sondern sich als "Stock Footage" anderer Veröffentlichungen entpuppt – und das leider auch nicht erst bei genauerer Betrachtung! Nach dem anstrengenden, u.a. von Zeit- und Geld-Knappheit geprägten Dreh hatte sich Pyun ans Editing begeben – bis gewisse Verantwortliche bei "Nu Image" ihm irgendwann erneut "dazwischen grätschten" und gravierende Änderungen an der von ihm in Arbeit befindlichen Version des Films verlangten: Vorrangig ging es ihnen darum, Neben-Darsteller Seagal mehr Screen-Time zu geben – seiner Figur also einen "dominanteren Part" zukommen zu lassen – sowie überdies den Action-Grad deutlich zu erhöhen, um eine bessere Vermarktbarkeit zu erzielen. Nunja, letztlich lief es darauf hinaus, dass Pyun die Vollendung verwehrt bzw. entzogen wurde – ähnlich wie Jahre zuvor bereits mal bei "Cyborg", wo Jean-Claude van Damme die Produzenten Menahem und Yoram Globus dazu überreden konnte, höchstpersönlich eine neue Schnitt-Fassung des Werks anzufertigen…

In beiden Fällen war es Pyun später tatsächlich noch gelungen, seine (sich wahrlich merklich unterscheidenden) "Workprints" herauszubringen. Glass z.B. sollte in "Ticker" ursprünglich bloß rein in Nettles' Kopf existieren – quasi als ein "Mechanismus seines Verstands", um ihm bei der Bewältigung seiner phobischen Furcht vor Bomben zu helfen. Des Weiteren war Chicago Schauplatz der Entfaltung und hatte Anthony Riparetti ("Road to Hell") bereits einen Score angefertigt – der dann aber durch andere Musik von Serge Colbert ("Derailed") ausgetauscht wurde, während man mit ein paar eingefügten Stadt-Aufnahmen (samt Cable-Cars und so) die Geschehnisse kurzerhand nach San Francisco verlegte. Wer darauf achtet, kann bei den Pkws allerdings noch die Illinois-Kennzeichen ausmachen – obgleich eh alles in Downtown Los Angeles gefilmt wurde; aber halt mit Sets, die man wie Chicago (und nicht wie die betreffende Metropole im nördlichen Kalifornien) hergerichtet hatte. Doch hey: Im Rahmen der "Stock Footage"-Sequenzen erhält man obendrein auch Locations in Südafrika sowie im Ostblock zu sehen – plus eine extravagante Halloween-Party, die einen ohnehin schon verwundert, da ansonsten überhaupt nichts auf eben jene Zeit Ende Oktober hindeutet…

Wem Genre-B-Movies aus jener "Ära" gut vertraut sind, der könnte Action-Momente u.a. aus "Red Zone", "Deadly Takeover" und "Sweepers" wiedererkennen – ebenso wie eine Szene mit Dennis Hopper aus "Frankie the Fly". Das wilde "Zusammenschustern" des Materials hat zu diversen Anschluss-Fehlern und sonstigen "Irritationen" geführt – etwa wenn plötzlich ganz andere Fahrzeuge oder Gebäude als die gerade zuvor noch erblickten explodieren. Zudem lässt einen eine technisch mies arrangierte und abgestimmte Green-Screen-Autofahrt unweigerlich mit den Augen rollen, bei der Hopper und Pressly vorne im Innenraum nebeneinander sitzen – sich jene allerdings nie begegnet sind! Die angespannte finanzielle Lage wirkte sich nämlich auch auf die Termin-Buchungen aus: Seagal war immerhin sechs Tage vor Ort – Hopper indes gar nur an einem; wobei er kein einziges Mal auf Pressly, Seagal oder Sizemore traf! Ihm und Pyun ist es durchaus anzurechnen, was sie aus diesen wenigen Stunden "herausholen" konnten – wobei es sicherlich fast nie über einen ersten Take hinausging. Per Editing und dem punktuellen Einsatz von Doubles vermochte dieser missliche Umstand insgesamt noch brauchbar gemeistert bzw. "kaschiert" zu werden…  

An sich weist "Ticker" eine ordentliche Besetzung auf – welche ihrerseits aber nicht sonderlich viel zu "reißen" vermag. Tom Sizemore ("Atomica"), der damals noch regelmäßig in Hollywood-Produktionen auftrat, liefert eine "lustlos" anmutende Performance ab, bei der er in keinerlei Weise irgendwie gefordert wurde – weder physisch noch vom Skript her. Dennis Hopper ("the Last Ride") spult seine übliche "Baddie-Routine" runter – klar schwächer als bspw. in "Speed" sowie hier zu allem Überfluss einen miesen irischen Akzent präsentierend – Jaime Pressly ("Evel Knievel") sieht gewohnt attraktiv aus und hat tatsächlich einen tendenziell "mehrdimensionalen" Part abbekommen, Peter Greene ("Out in Fifty") gibt mal wieder einen "arschigen Typen" zum Besten und nicht nur Kevin Gage ("Fear Clinic") mangelt es hier an der "Screen Presence", für die er normalerweise ja bekannt ist. Die Nebenrollen werden unterdessen u.a. von Romany Malco (TV´s "Weeds"), Joe Spano (TV´s "Navy CIS"), den "Pyun-Regulars" Michael Halsey ("the Last Witch Hunter"), Norbert Weisser ("Cool Air"), Yuji Okumoto ("Blast"), Ice-T ("New Jack City") und Vincent Klyn ("Point Break") sowie den beiden Musikern Rozonda 'Chilli' Thomas (der Band TLC) und Nas ("John Q") ausgefüllt…

Letzterer agiert arg "hölzern" – und sein Ableben im Film, im Zuge dessen er Sizemore´s Figur noch einige "weise Worte" hinterlässt, ist dermaßen schlecht gespielt, dass es schon unfreiwillig komisch ist. Apropos: Auch Glass sorgt sich um Nettles' Wohlergehen und offeriert ihm im Verlauf so einige Tipps in Sachen "Zen" sowie in der Art von "Understand that death is just another stage on the playground","Love is eternal… and that's a long time" oder "Well, you know one thing about hitting the bottom: After that there's only one way you can go – and that's up". Total philosophisch und echt "großes Kino" – speziell als er mit einer solchen Rede loslegt, während Nettles eigentlich dringend Unterstützung bei der Entschärfung einer Bombe benötigt. Steven Seagal ("Marked for Death") verkörpert Glass passabel – mitunter bebrillt sowie nur zum Showdown hin plötzlich vom ruhig-gefassten Sprengstoff-Experten zu einem "1-Mann-Terroristen-Aufräum-Kommando" werdend – und das keineswegs rein "auf Autopilot geschaltet". Genau genommen hat er sich in mehrerlei Hinsicht in das Projekt mit eingebracht: Sein Schäferhund Kaos ist ebenfalls mit von der Partie, samt Hut und Bart tritt er kurioserweise überdies als Sänger auf (sogar in derselben Szene wie Glass) und selbst das Lied im Abspann (mit dem Titel "Love Doctor") stammt von ihm himself…

Darüber hinaus war es Seagal´s Wunsch, eine Location von einem Strip-Club hin zu einer Blues-Bar abzuändern – da das mal "eine Abwechslung" markieren würde – wobei er dann gleich das besagte "Cameo" mit einbauen konnte. Irgendwie "stimmungsvoller" wurde dadurch jedoch nichts: Einfach alles (Kulissen, Ausstattung etc.) sieht billig aus – inklusive der Optik von Cinematographer Philip Alan Waters ("Captain America"). Die meisten Einstellungen wirken schlecht geplant und "eilig abgehandelt", zwecks Geld-Sparen gab es nur wenige Außendrehs, die spärliche "eigene" Action wurde uninspiriert arrangiert und "coole" Momente erhofft man sich vergebens (zumindest amüsiert einen der, als Glass so hart gegen die Stoßstange eines Wagens tritt, dass drinnen der Airbag auslöst). Alles in allem ein ziemlicher "Komplett-Ausfall" also – kostengünstig, lahm und voller "Stock Footage". Ironischerweise war der Streifen für "Artisan Entertainment" die zweit-lukrativste Veröffentlichung überhaupt (nach "the Blair Witch Project") und stieg er in den japanischen Kinos direkt vor "Exit Wounds" in die Top-10 ein. Pyun jedenfalls hasst "Ticker" bis zum heutigen Tage – reagiert stets verärgert, wenn man ihn auf das Werk anspricht, und hat sich bereits mehrfach dafür "entschuldigt"…

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