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Reviews => Asien => Thema gestartet von: Jorin am 06. April 2008 um 08:01



Titel: Bunshinsaba
Beitrag von: Jorin am 06. April 2008 um 08:01
Bunshinsaba

Vertrieb: Intercontinental Video Limited
Laufzeit: 92 Min.
Regionalcode: 3
Bildformat: 1,85:1 anamorph
Sprache(n): Dolby Digital 5.1 (Koreanisch), DTS (Koreanisch)
Untertitel: Englisch, Chinesisch, Koreanisch, Malaysisch
Freigabe ab: Nicht bekannt

Regie: Byeong-ki Ahn
Darsteller: Gyu-ri Kim, Se-eun Lee, Yu-ri Lee

Film:

Die junge Yoo Jin (Se-eun Lee) zieht mit ihrer Mutter in ein kleines eingeschworenes Provinznest, in dem Auswärtige nur ungern toleriert werden. Das bekommt sie sehr bald in der Schule am eigenen Leibe zu spüren, denn dort wird sie von einigen Klassenkameradinnen terrorisiert und misshandelt. Um den bösen Mädchen eine ordentliche Abreibung zu erteilen, beschwört sie mit ihren beiden Leidensgenossinnen bei einer Bunshinsaba-Séance die Geister. Wie es halt immer so ist (auch diese Damen haben anscheinend nichts durch voran gegangene Horrorfilme gelernt), geht das ordentlich schief, und eine unbekannte Macht nimmt langsam Besitz von Yoo Jin. Schon sehr bald wird jedes Mitglied der Mädchengang durch den ausgesprochenen Fluch ereilt und scheidet durch einen Aufsehen erregenden Selbstmord aus dem Leben. Yoo Jin merkt schnell, dass sie in einer mysteriösen Verbindung zu diesen Taten steht und kommt bei der Ursachenforschung einer schrecklichen Begebenheit auf die Spur, die im Dorf seit über 30 Jahren ein wohlbehütetes Geheimnis ist.

Mit wohldosierten Schocks, guten Schauspielerleistungen, effektiv eingesetztem Sounddesign und einer gelungenen Atmosphäre kann das neue Werk des koreanischen Horrorfilm-Experten Byeong-ki Ahn aufwarten. Überraschungen bleiben trotzdem aus, aber auffallend ist direkt, dass der Blut-  und Gewaltgrad um einiges höher angesetzt wurde, als bei vergleichbaren Filmen aus Japan. Auch wurde von den Machern Wert darauf gelegt, in den Ablauf noch einige dramatische Sequenzen einfließen zu lassen, die sich aber sehr gut mit den Thrillmomenten die Waage halten.

Diese grundsätzlich begrüßenswerten Eigenschaften können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch bei diesem Film das gleiche grundsätzliche Problem des Regisseurs (und des fernöstlichen Genre-Kinos zurzeit im Allgemeinen) wieder sichtbar wird: Sowohl Story als auch Inszenierung entbehren jeglicher Originalität und werden dadurch leidlich voraussehbar. Seine bislang drei Filme wirken immer wie ein Patchworkmuster aus den Stoffen, die bereits erfolgreich in Japan oder Amerika zu Genüge verwurstet worden sind. Besonders deutlich wird das hier durch den Einsatz der üblichen, mittlerweile total ausgelutschten Langhaarmädchen-Thematik, was hier für meinen Geschmack völlig unnötig ist, da eine vergleichbare Spannungskurve durchaus mit einer kurzen Frisur hätte erreicht werden können. So wirkt der Film wie ein Cash-In aus u.a. „Der Exorzist“, „Carrie“ (ohne die religiösen Elemente), „The Ring“ und „Ju-On“, und die eingesetzte Farbdramatugie erinnert an die Werke von Dario Argento. Auch nicht nehmen ließ es sich der Regisseur, eines der abgeschmacktesten Schlussbilder der Horrorfilmgeschichte anzuwenden, das schon seit „The Omen“ nicht mehr hätte wiederholt werden dürfen.

Was bleibt, ist ein handwerklich über weite Strecken gelungener Horrorfilm mit gut eingeflochtenen Dramaelementen, der für den Kenner allerdings im Nachhinein so wenig Sättigungswert bietet, wie ein Burger bei einem bekannten Schnellrestaurant. Das Können ist da, nur es fehlt die Inspiration. Wenn sich das asiatische Grusel-Kino nicht in die gleiche Sackgasse wie die amerikanischen Kollegen befördern will, dann ist bald eine kreative Frischzellenkur nötig.

:narr7:

Bild:

Praktisch fehlerfrei und gut in der Detailschärfe. Auch die Farbsättigung ist erfreulich gelungen. Für einen Import-Film auf einer HK-DVD ist das nicht selbstverständlich.

:narr9:

Ton:

Die sehr gute dts-Spur steigert das Gruselvergnügen noch um ein Vielfaches. Alle Speaker werden besonders in den horriblen Szenen gut ausgenutzt und schaffen eine angenehme Räumlichkeit. Die Dialoge sind klar abgemischt und immer gut zu verstehen. Der Subwoofer kommt nur ab und zu zum Einsatz. Die DD 5.1-Spur hat beim stichprobenartigen Hören nicht das gleiche Volumen und wirkt nicht so detailliert.

:narr9:

Extras:

Audio-Kommentar des Regisseurs und drei Mitwirkenden, allerdings ohne englische UT, und somit für Nicht-Koreaner praktisch wertlos.

:narr2:

Fazit:

Obwohl der Film von „Toilet Pictures“ präsentiert wird, ist das Ergebnis durchaus sehenswert: Unoriginell aber effektiv weiß der Ghostflick über die gesamte Laufzeit zu unterhalten. Da die HK-DVD qualitativ sehr gut und recht preiswert ist, kann eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden, aber ob der Film einen Wiedersehenswert hat, wage ich ein wenig zu bezweifeln. Vor allem hoffe ich, dass dem geneigten Seher eine Fortsetzung erspart bleibt….ich bin mir da nicht so sicher.

:narr7:

Dies ist ein vor langer Zeit unter Joomla veröffentlichtes Review und wurde nur "gerettet". Deswegen kann es zu kleinen Ungereimtheiten kommen, z.B. fehlende Bilder oder nicht nachvollziehbare Textstellen. Soweit möglich, wurde das Review jedoch geprüft und bereinigt.


Titel: Re: Bunshinsaba
Beitrag von: StS am 10. Januar 2009 um 09:46
Sehe ich ähnlich, den Streifen. Meine Meinung gibbet nun, einer Komplettüberarbeitung folgend, hier nachzulesen:
http://www.dvdnarr.com/community/index.php/topic,18066.0.html