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Autor Thema: Tropic Thunder  (Gelesen 3737 mal)
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freeman
Kinothekar
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« am: 23. September 2008 um 14:37 »

Tropic Thunder



Krieg macht Spaß! Nein? Na doch, hier schon Zwinkern. Auch wenn die Traumfabrik Hollywood in Tropic Thunder noch mehr ihr Fett weg kriegt als der gemeine Kriegsfilm.

Originaltitel: Tropic Thunder
Herstellungsland: Deutschland / USA
Erscheinungsjahr: 2008
Regie: Ben Stiller
Darsteller: Ben Stiller, Robert Downey Jr., Jack Black, Steve Coogan, Jay Baruchel, Nick Nolte, Brandon T. Jackson, Eric Winzenried, Valerie Azlynn, Matthew McConaughey, Matt Levin, Tom Cruise, David Pressman u.a.

Tropic Thunder … so heißt ein Buch, das von den Erlebnissen von fünf GIs in Vietnam berichtet. Nur vier dieser fünf GIs sollten aus Nam zurückkehren, drei schrieben ein Buch darüber und eines wurde dann von Hollywood aufgekauft, um daraus ein Mahnmal gegen den Krieg zu schustern. Die Besetzung des filmischen Denkmals geriet sehr eindrucksvoll. Da ist der abgehalfterte Sylvester Stallone Klon Tugg Speedman, dessen Actionfilmkarriere nur noch dahinsiecht. Dann der Furzkomödienstar Jeff Portnoy, der, einem Eddie Murphy gleich, alle Rollen seiner Filme gleich selbst spielt und den niemand mehr ernst nimmt. Und dann ist da noch Kirk Lazarus, das Oscargeadelte Method Acting Genie, den niemand mehr lieben könnte, als er sich selbst. Mit einigen anderen Nebendarstellern und einem britischen Regisseur, der hier sein Regiedebüt abliefern soll, zieht man in den Dschungel, um das brillante Tropic Thunder Buch zu verfilmen. Doch schon fünf Tage nach Drehbeginn liegt man einen Monat hinter dem Drehplan und der Regisseur ist mit den divenhaften Hauptdarstellern komplett überfordert. Ein neuer Ansatz muss her ...


Und dieser ähnelt dem Blair Witch Project Ansatz. Der Regisseur lässt seine Stars irgendwo im Dschungel absetzen und sie sollen fortan alle im Method Acting Verfahren auf die Geschehnisse reagieren. Dumm nur, dass in genau diesem Teil von Gottes weitem Rund ein paar militärisch angehauchte Drogendealer ihr Unwesen treiben und zunächst den Regisseur wegsprengen, um kurz darauf die Darsteller unter Beschuss zu nehmen. Doch diese erweisen sich als zäher als vermutet ... was unter anderem auch ein Pandabär zu spüren bekommt ...

Tropic Thunder bedient sich ausgiebig des Film im Film Ansatzes und erweist sich als bitterböser Rundumschlag gegen alles und jeden in der Traumfabrik Hollywood. Egozentrische Stars, unfähige Regisseure, planlose Crewmitglieder, arschkriechende Agenten, explodierende Budgets, unfähige Academymitglieder, bescheuerte Studioangestellte und geldgeile, intrigante Bosse in den höchsten Etagen Hollywoods, nichts und niemand ist in Ben Stillers Regiearbeit sicher – dies gilt unisono für das Zwerchfell des Zuschauers, der in den letzten Jahren wohl kaum soviel zu lachen bekommen haben dürfte, wie in dieser kaputten Hommage an Filme wie Apocalypse Now, Rambo (NATÜRLICH vor allem die II!!!) und Platoon. Zwar hat der Film auch einige echte Probleme, etwa, dass er gegen Ende zu dem wird, was er vorher ganz trefflich parodierte und sich dabei zu sehr in Richtung Krawallaction orientiert, die auch ein wenig die Witze erdrückt, im Großen und Ganzen funktioniert das Gebräu aber hervorragend, vor allem da zwei Joker des Filmes vortrefflich stechen.


Da wären zum einen die drei grenzgenialen Auftritte von Tom Cruise, der als Studiochef einen genialen Monolog nach dem anderen abfeuert und mit Kraftausdrücken um sich schmeißt, als würde er derartige Ausbrüche bei seinen Scientologyreden üben. Wenn er dann auch noch beginnt, im Fatsuit zu Hip Hop Tönen durch seine Büros zu tanzen, liegt man lachend am Boden und beginnt per hysterischer Schnappatmung um Luft zu ringen. Alleine schon, wenn er einem lösegeldfordernden Bösewicht am Telefon empfiehlt, sich einen Schritt von dem Telefon zu entfernen, weil dieser sich dann vollkommen ungehindert selbst ins Knie figgen könne, knallt das so brachial rein, wie kaum ein anderer Gag der letzten großen Hollywoodkomödien. Das gleiche gilt eigentlich für alle Auftritte von Robert Downey Jr.. Denn wie bereits in seiner letzten Regiearbeit Zoolander tritt Ben Stiller zugunsten eines Co Stars vollkommen uneitel in den Hintergrund und überlässt jenem die besten Gags. In Zoolander kam diese Rolle einem gigantischen Owen Wilson als Haensel zu, in Tropic Thunder ist es Robert Downey Jr. als Method Actor Kirk, der sich für eine Rolle schon einmal einer Pigmentierungsoperation unterzieht und mit seinen Ghettoslangphrasen „echte Schwarze“ zur Weißglut treibt. Wann immer Downey im Bild ist und seine aufgespritzten Lippen aufmacht, ist allerhöchstes Amüsement angesagt und purzeln die Pointen in unglaublicher Anzahl und Dichte. Grandios.

Da steht Ben Stiller – wie gerade erwähnt – ein wenig zurück und hat bei weitem nicht so viele gelungene Szenen, punktet aber ebenfalls immer wieder mit ein paar aberwitzigen Sprüchen und Reaktionen auf seine Umgebung. Dagegen kommen zwei Komiker in Tropic Thunder gar nicht zum Zuge. Der in seiner englischen Heimat immer wieder gefeierte Steve Coogan als Regisseur hat seinen besten Auftritt bezeichnenderweise dann, wenn er verreckt und Jack Black kommt NIE im Film an. Seine Furzwitze sind einfach nur traurig, seine hysterischen Entzugserscheinungen peinlich und sein Showdownauftritt nur in Unterhosen passt nicht einmal ansatzweise zum bisherigen Niveau des Streifens. Ob Ben Stiller eine offene Rechnung mit Black zu begleichen hatte, oder Black bestimmte Drehbücher vor seiner Zusage nicht mehr liest ... man vermag es nicht zu sagen. Dagegen schlägt sich der Rest vom Cast – auch und vor allem der vollkommen neben sich stehende Nick Nolte – recht wacker und ist der Kinderdarsteller, der die Drogenmilitärs anführt, eine echte Offenbarung.


Was erstaunt, ist die technische Umsetzung des Filmes, der über ein ordentliches Produktionsvolumen verfügt haben dürfte. Hier setzt es technisch erstklassige Bilder. Seien es riesige Explosionen, coole CGI Shoots, fette Dschungelbilder und ziemlich druckvolle, teils erstaunlich brutale Action, hier hat Ben Stiller seine Hausaufgaben gemacht und überzeugt Tropic Thunder auf ganzer Linie. Auch der Score ist herrlich druckvoll geraten und hat mit einem gemeinen Komödienscore in seiner Brachialität so gar nichts gemein.

Was bleibt ist eine wirklich witzige Film im Film Komödie, die über ihre gesamte Laufzeit hinweg glänzend zu unterhalten weiß und überraschend hochtourig und actionreich daherkommt. Der Humor schwankt zwischen hochgradig intelligent und toll beobachtet sowie extrem tiefergelegt und niveaulos hin und her und bedient damit mühelos jedwede Form von Humorverständnis. Gegen Ende nimmt sich Tropic Thunder dann selbst ein wenig zu ernst, die Simple Jack Einlagen von Ben Stiller sind einfach nur megadämlich und nicht alle Darsteller des auf den Papier exzellenten Castes bekommen die notwendigen Entfaltungsmöglichkeiten. Dass es dabei sogar ein Komödienschwergewicht wie Jack Black getroffen hat, stimmt sehr nachdenklich. Die großen Gewinner der Mission Tropic Thunder heißen aber Robert Downey Jr. und Tom Cruise.
7 Narrenkappen

In diesem Sinne:
freeman
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wolfman
Xiao Pang
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« Antwort #1 am: 27. September 2008 um 15:41 »

Very nice! Lächeln Ich freu mich auf den! Wie immer aber erst auf Blu-ray oder DVD!
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dÆmonicus
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Hokusai


« Antwort #2 am: 27. September 2008 um 17:33 »

 Peinlich! Hab ich diesmal völlig überlesen.

Film hatte ich ja im OT in der Sneak gesehen und fand den auch recht unterhaltsam. Bis auf die Tatsache dass Downey zum Teil (auch bewusst) nicht zu verstehen ist. Black fand ich grausam schlecht und völlig deplaziert, auch was die Ausrichtung seines Charakters betraff. Aber Spass macht der Film und es sind ein paar richtig gute Gags dabei, blutig ist er auch und die Explosionen sind richtig fett. Den Pandahut fand ich mal sehr geil.  Mr. Green
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WIESI
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« Antwort #3 am: 29. September 2008 um 13:07 »

Schöne Kritik, freeman ... wie immer eben Zwinkern
Film habe ich mir gestern im Kino angesehen, kann mich deiner Meinung eigentlich anschließen. Die Sache mit den Fake - Trailern fand ich richtig klasse und Tom Cruise hat in diesem Film wahrlich seine beste Rolle. Da finde ich übrigens auch, dass Jack Black der große Verlierer dieses Filmes ist, irgendwie ging der mir nur auf den Keks (die Sache mit den "Fatties" war noch ganz amüsant). Ben Stiller hielt sich (erstaunlicherweise) doch dezent im Hintergrund auf, was für mich kein Problem war, da ich Robert Downey Jr. am meisten abgewinnen konnte. Ein kleines Highlight: der Drogenbaron Mr. Green
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Kenix
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« Antwort #4 am: 02. November 2008 um 10:12 »

War gestern erst und damit recht spät im Kino. Allerdings auch nur, weil völlig überraschenderweise mein Dad wollte, der Film in seiner Stadt nicht mehr läuft und wir das entsprechend bei Uns verbunden haben. Hätte mir sonst demnächst den unrated DC bestellt, aber so...gut fand ich den jetzt leider gar nicht.
Der Humor besteht zumindest im Deutschen nur aus an einer Satzbaukette aufgereihten Fäkalien und Beschimpfungen, und im Bilde bloß aus diversen Gewaltsprenkeln, auf Dauer ein bißchen wenig und ganz einfach zu wenig lustig. Die reizvolle Grundidee kennt man aus dem wesentlich amüsanteren Drei Amigos [ Delta Farce klingt auch entsprechend ] und einige der Darsteller sind einfach ermüdend nervig oder fehlbesetzt oder falsch kostümiert.

So schreit der Sprengstoffexperte geradezu nach Christopher McDonald, Cruise hät ich lieber als Cruise gesehen und McConaughey - von dem ich gar nicht wusste, dass er mitwirkt - ohne seine Lockenpracht. Wäre was fürs Auge gewesen, sind nämlich schon genug Schallerfressen unter den Schauspielern anwesend. Die Jack Black - Rolle bekommt vielleicht ein Lacher hin und war sonst gelinde gesagt fürn Arsch.

Zumindest die Action war zeitweise recht fesch, und eine Erholung von den vorher geschaltenen offiziellen Trailern für Zufällig verheiratet und The Women. Gruselig.
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Jorin
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« Antwort #5 am: 12. November 2009 um 17:28 »

(Gesehen als Blu-ray im O-Ton, bei ungefähr Dreivierteln dann aber zur deutschen Synchro gewechselt)

Als die Verfilmung der Kriegserlebnisse eines Vietnam-Veteranen an den Starallüren der Hauptdarsteller zu scheitern droht, wird dem Regisseur die Pistole auf die Brust gesetzt: Entweder die Crew kommt endlich mal in Schwung, oder es gibt Saures!

Kurzum beschließt man, den Dschungel mit Kameras zu bestücken und die Hauptdarsteller mitten im dichten Grün auszusetzen. Mit voller Ausrüstung sollen sie am eigenen Leib erleben, wie sich die Soldaten damals gefühlt haben müssen. Die Kameras sollen dabei alles aufzeichnen.

Dumm nur, dass bei dieser Aktion so einiges schief geht. Sehr zu meiner Freude, denn trotz dreier Anläufe, die ich brauchte, um endlich bis zum Schluss des Streifens zu kommen, macht Tropic Thunder eine Menge Spaß. Die Schauspieler glänzen in ihren Rollen und füllen diese nahezu perfekt und mit allen Klischees aus. Mit einer der abgedrehtesten, lustigsten und besten Streifen dieses Jahres!

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