Mit Adam Elliots bezauberndem Trickfilm „Mary und Max“ (Kritik in dieser Ausgabe) feiert eine schwierige und in der Herstellung langwierige Spielart der Animation einen cineastischen Triumph. Dabei reicht die Historie der Knetanimation immerhin schon über 100 Jahre zurück. Dieser enge Verwandte des Puppentrickfilms erweckt primär aus Plastilin geformte Figuren via künstlerischer Handarbeit zum Leben, in dem diese Einzelbild für Einzelbild mehr oder weniger verformt werden. Unter den mannigfaltigen Spielarten des Mediums Animation führt die im Fachjargon „Claymation“ genannte Kunstform ein eher beschauliches Schattendasein, insbesondere, wenn es um den Bereich Kinospielfilm geht. Einer breiteren Öffentlichkeit blieb die Knetanimation in den ersten sechs Dekaden ihrer Existenz weitgehend verborgen. Meist war es den Besuchern von Animationsfilmfestivals vorbehalten, sich von den Möglichkeiten filmisch formbarer Knete beeindrucken zu lassen. Den Grundstoff Plastilin erfand 1897 der englische Chemiker William Harbutt. Es dauerte allerdings bis zum Jahr 1910, ehe der Film das Material für sich entdeckte. James Stuart Blackton schuf damit den Kurzfilm „The Chew Chew Land or the Adventures of Dollie and Jim“.
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