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Autor Thema: The Limits of Control  (Gelesen 982 mal)
0 Mitgliedern und 1 Gast betrachten dieses Thema.
dÆmonicus
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Hokusai


« am: 27. Februar 2010 um 22:31 »



The Limits of Control 9 Narrenkappen

Ein Film ohne Story, der im Grunde das gleiche Szenario einige Male wiederholt. Ein Mann bekommt den Auftrag sich in ein Café zu setzen, einige Tage und dabei auf die Violine zu achten. Er bekommt eine Streichholzschachtel. Darin einige kryptische Zahlen. Nachdem er sie gelesen hat, wird das Zettelchen gegessen. Die erste Station ist Madrid, danach Sevilla. Die Szenerie wiederholt sich, die Orte werden immer kleiner, das Musikinstrument variiert, bis zu einem verlassenen Ort und in dessen Nähe eine schwer bewachte Villa. Der Auftrag geht seinem Ende entgegen.

Verwirrt? Das war ich auch, denn Story gibt es wirklich keine richtige. Ein Thriller ohne Suspense, dafür mit wunderbaren Einstellungen. Figuren, die einem im Film die Ideen, die hinter den Aufnahmen stecken auch noch teilweise erklären ohne dass es merkwürdig wirkt. Neben dem großartigen aber etwas unbekannten Isaach de Bankolé (Manderlay) spielen John Hurt, Tilda Swinton und einer tollen, aber sehr kurzen Szene, Bill Murray. Dabei steckt der Film voller Humor, jede auftauchende Person stellt zumindest eine Frage stets aufs Neue, man muss spätestens beim dritten Mal schon schmunzeln, bevor die Personen sprechen. Und das machen hauptsächlich die "Kontaktpersonen", unser Protagonist schweigt sich bis auf ein paar Worte meist aus. "No" und "no mobiles" sind so die wichtigsten Aussagen die er treffen darf. Und natürlich kein Sex während der Arbeit, was zu einigen skurrilen Aufnahmen mit einer sehr nackten, aber auch sehr unwiderstehlichen Paz de la Huerta führt. Viel Kunst (es wird zu Beginn immer wieder das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía besucht), kunstvolle Einstellungen, Roter Hintergrund, trennende Linien, Gitter und Geländer prägen die erste Hälfte und die städtischen Aufnahmen. Die Kunst findet ihre Entsprechung in den Aufnahmen und Jarmusch schafft neue Kunst in bewegten Bildern. Ihm zur Seite steht dabei Christopher Doyle, bekannt hauptsächlich als Kameramann von Wong Kar-wai und ein eigenwilliger Soundtrack, u.a. von Sunn O))) .

Hatte den eigentlich nur ausgeliehen, aber ich werde mir die Scheibe sicher kaufen. Ein Audiokommentar wäre sicher toll, so muss man sich den Film aber selbst erarbeiten und auch ersehen. Kunstvolle Unterhaltung und unterhaltende Kunst. Wer Kunst auf Film und Leinwand mag muss "The Limits of Control" unbedingt sehen, wer auf eine Story nicht verzichten kann, sollte den Film wohl eher auslassen.  Narrentip!
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Alucard
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Allons-y Alonzo!


« Antwort #1 am: 28. Februar 2010 um 13:22 »

Ich mag Jarmusch sehr, nachdem ich bisher überwiegend nur ernüchterndes gelesen hatte, wollte ich den eigtl. auslassen.
Aber wenn ich das so lese, sollte ich mir die Scheibe wohl auch mal zulegen.

Siehst du: Nicht nur Warnungen von dir, sondern auch Empfehlungen können Empfehlungen sein  Zwinkern Mr. Green
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"Too much of anything is bad, but too much of good whiskey is barely enough." - Mark Twain
dÆmonicus
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Hokusai


« Antwort #2 am: 28. Februar 2010 um 13:33 »

 Lautes Lachen Na gut. Aber ich mag so Filme einfach, die mal aus dem üblichen ausbrechen und ich fand den einfach toll anzusehen und auch auf eine Art sehr amüsant.
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dÆmonicus
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Hokusai


« Antwort #3 am: 28. Februar 2010 um 18:32 »

Hab mal etwas die Kritiken gelesen und bin dabei definitiv auf der Seite von Georg Seeßlen (der lustigerweise in der Stadt wohnt, in der ich viele Jahre verbrachte) und da u.a. schreibt:

Zitat
Richtig bezaubert ist man in diesem Film, wenn man einiges von dem abschaltet, mit dem man so gewöhnlich ins Kino geht. Es ist eine Schönheit, in der man sich eher fallenlassen kann als mitzugehen. Man genießt diesen Film, glaube ich, wenn man sich klarmacht, dass er nichts, aber auch gar nichts bedeutet. Er ist einfach. Und das macht er verdammt richtig, auf einer Linie zwischen Dada und Buddha.
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