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Autor Thema: Die Narren-FILM-NOIR-Collection  (Gelesen 6079 mal)
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« Antwort #20 am: 08. August 2008 um 07:26 »

Vielen Dank für Deine Kurzreviews! Lesen sich auf jeden Fall interessant, die Titel - nur entstammen die Filme nicht gerade meiner "bevorzugten Epoche", weshalb mir irgendwie der rechte Zugang zu ihnen fehlt. Versucht hab ich es aber bereits - das auf jeden Fall.. Zwinkern
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Sir Khan
Mutti, ich will ein Ponyo!
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« Antwort #21 am: 08. August 2008 um 07:38 »

Danke, Hauptsache Dein Wille war da. Lächeln - Vielleicht kriege ich Dich ja eines Tages wieder, die Hoffnung stirbt zuletzt.  Sehr glücklich
Bis vor ein paar Wochen hätte ich auch nicht gedacht, dass ich mir diese Filme reinziehen würde, aber nach einem gelesenen Artikel über den letzten Film hatte ich plötzlich einen unstillbaren Hunger....RRRRROOAAARRRR!
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dÆmonicus
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Suck!


« Antwort #22 am: 08. August 2008 um 08:11 »

Sollte der eine oder andere über eine Free TV Ausstrahlung stolpern, wäre es nett das zu posten.  Sehr glücklich
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Grammaton Cleric
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« Antwort #23 am: 08. August 2008 um 19:42 »

Heute kommt KISS ME DEADLY (RATTENNEST) IM TV ...
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dÆmonicus
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Suck!


« Antwort #24 am: 08. August 2008 um 19:48 »

Ah, danke.  Sehr glücklich
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Sir Khan
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« Antwort #25 am: 08. August 2008 um 20:21 »

Wenn ich mir die ofdb so ansehe, dann kommt's wahrscheinlich geschnitten. Die DVD von dem Film gibt´s für 4,49 Euro bei play.com. Trau Dich, daemon. Lächeln
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Sir Khan
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« Antwort #26 am: 25. August 2008 um 19:43 »

THE KILLING (Die Rechnung ging nicht auf) - 1956  9 Narrenkappen
Eine Gruppe von Gangstern will mit Hilfe eines ausgeklügelten Plans ein Wettbüro ausrauben. Zunächst scheint alles reibungslos zu laufen, doch wie sich schon bald heraus stellt, droht die größte Gefahr aus den eigenen Reihen.

Bereits 1956 schuf Stanley Kubrick mit seinem dritten Langfilm sein erstes Meisterwerk, einen "Film Noir", wie man ihn sich kaum besser wünschen kann. In Zusammenarbeit mit dem "Hard-Boiled"-Krimiautor Jim Thompson entwarf er nach einer Vorlage von Lionel White ein nicht-linear erzähltes, realistisches und erfreulich moralfreies Drehbuch, welches erst nach und nach ein Gesamtbild ergibt und die Gangster nicht zu bloßen Abziehfiguren degradiert, sondern zu echten Charakterstudien heranwachsen lässt. Es ist erstaunlich, wieviele Elemente dieses Filmes bis heute ihre Gültigkeit haben und immer noch kopiert und variiert werden (z.B. die Erzählweise von RESERVOIR DOGS oder PULP FICTION). Kubricks Regie ist sehr dicht gehalten, und seine Filmsprache ist hier noch viel nahbarer, als in seinen späteren, noch mehr beachteten Produktionen. Kameramann Lucien Ballard überrascht mit ungewöhnlichen Perspektiven und flüssigen Fahrten durch ein Setting, welches mit harten, langen Schatten in Szene gesetzt worden ist. Nicht jeder der heutzutage eher unbekannten Schauspieler kann das hohe Niveau der Vorlage halten, jedoch ist dieses ein eher zu vernachlässigender Negativpunkt in diesem herausragenden Heist-Movie. Der Streifen war zum damaligen Zeitpunkt kein großer Erfolg und spielte gerade seine Produktionskosten wieder ein. Kirk Douglas war von diesem Film so begeistert, dass er Kubrick für sein nächstes Projekt PATHS OF GLORY anwarb. Der Rest ist Geschichte.
Spannend und tiefgründig erzählt: THE KILLING ist ein wahrer Klassiker und ein idealer Einstieg in die dramatische "Film Noir"-Welt.



<a href="http://www.youtube.com/watch?v=r0O1t28RjvA" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=r0O1t28RjvA</a>
« Letzte Änderung: 26. August 2008 um 15:33 von Sir Khan » Gespeichert
wolfman
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« Antwort #27 am: 26. August 2008 um 07:32 »

Klingt ja recht spannend. Gibt's da auch eine DVD von?

Und:
Zitat
Der Streifen war zum damaligen ??? kein großer Erfolg und ...


Btw. ich hab gestern zufällig Liebe lieber ungewöhnlich mit Cillian Murphy und einer bezaubernden Lucy Liu gesehen. Cillian Murphy spielt dabei einen Videothekar, der sich auf ältere und seltene Filme und eben auch Film Noir spezialisiert hat. Ganz nette Rom-Com. Der Originaltitel Watching The Detectives hat hier vermutlich dann auch mehr Zugkraft!  Zwinkern
« Letzte Änderung: 26. August 2008 um 07:36 von wolfman » Gespeichert


Sir Khan
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« Antwort #28 am: 26. August 2008 um 08:27 »

Danke für den Hinweis. Es gibt eine recht ordentliche deutsche DVD von diesem Film, allerdings völlig ohne Extras.
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Grammaton Cleric
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« Antwort #29 am: 26. August 2008 um 20:57 »

Besonders die letzte Einstellung von THE KILLING ist großartig - da war Haneke wohl nicht der Erste ... Zwinkern
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Sir Khan
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« Antwort #30 am: 02. September 2008 um 20:06 »

FORCE OF EVIL (Die Macht des Bösen) - 1948  7 Narrenkappen
Der aalglatte Anwalt Joe Morse plant durch Manipulation des Lottoergebnisses die Übernahme sämtlicher illegaler Spielbanken. Er versucht seinen Bruder Leo zu warnen, der einen dieser Läden besitzt, doch Leo lehnt eine Beteiligung an den kriminellen Machenschaften zum Wohle seiner Angestellten ab. Als zwei rivalisierende Gangsterbanden ins Spiel kommen, gerät Joe in eine scheinbar ausweglose Lage.

Nicht wenige Stimmen bezeichnen diesen Film als die beste schauspielerische Leistung des bereits im Alter von 39 Jahren gestorbenen John Garfield. Deutlich mehr hat mich jedoch die Darstellung von Thomas Gomez als Leo fasziniert, der dessen zerrissenen Charakter grandios überzeugend umsetzen kann und so als eigentliche Identifikationsfigur dient. Leider kann das Drehbuch wenig überraschen, ist in Teilen etwas steif in der Dialogarbeit und auch bei der Gestaltung der weiblichen Nebenfigur Edna Tucker motivationstechnisch fragwürdig und in dem Machismo seiner Entstehungszeit verhaftet. Auf der anderen Seite gelingt es dem Film, einen nachhaltigen Eindruck der damals grassierenden sozialen Angst zu vermitteln und lässt nicht gerade subtil das amerikanische System als den eigentlichen Verbrecher dastehen. Da die Laufzeit gerade mal 75 Minuten beträgt, wird die Story ohne Schnörkel und in einem angemessenem Tempo erzählt.  Kinematographisch gibt es einige eindrucksvolle, kunstvoll ausgeleuchtete Einstellungen zu bewundern, aber auf der anderen Seite auch Momente, die stilistisch recht patiniert erscheinen.

Martin Scorcese bezeichnet FORCE OF EVIL als maßgebliche Inspiration für sein eigenes Werk, und so ist es wenig verwunderlich, daß mit seinem Einfluss dieser fast schon vergessene Film-Noir-Klassiker eine Restauration und ein DVD-Release erfahren konnte.
Regisseur Abraham Polonsky geriet, auch auf Grund seiner aggressiven Kampfansage gegen die Wirtschaft in seinem Debutfilm, kurze Zeit nach der Filmpremiere in die Krallen des "Komitee für unamerikanische Aktivitäten" und wurde nach seinem unkooperativen Auftreten bei der Anhörung auf die "Schwarze Liste" gesetzt, was dazu führte, dass er seine nächste Inszenierung erst 20 Jahre später realisieren konnte. Nicht viel besser erging es John Garfield, dem ein ähnliches Schicksal widerfuhr: Auch er wurde als Kommunist abgestempelt, und dieser Umstand machte es für ihn so gut wie unmöglich, weitere Rollen angeboten zu bekommen. Wenige Jahre später erlag er einem streßbedingten Herzinfarkt.

Für dieses Review lag mir die britische DVD vor, die leider keine Untertitel oder Extras und etwas zu harten Bildkontrast aufweist, aber ansonsten günstig und empfehlenswert ist.

« Letzte Änderung: 04. September 2008 um 10:02 von Sir Khan » Gespeichert
dÆmonicus
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« Antwort #31 am: 02. September 2008 um 20:43 »

Ich habs immer noch nicht geschafft einen von deinen besprochenen Filmen zu sehen. Mal sehen, wann ich es dann endlich mal schaffe.  Sehr glücklich
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Sir Khan
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« Antwort #32 am: 03. September 2008 um 10:07 »

Hauptsache Du bist mit dem Herzen dabei! Mr. Green
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dÆmonicus
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« Antwort #33 am: 03. September 2008 um 10:27 »

Immer.  Mr. Green
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« Antwort #34 am: 14. September 2008 um 16:29 »

THE BIG SLEEP (Tote schlafen fest) - 1946  10 Narrenkappen

Vivian: What will your first step be?
Philip Marlowe: The usual one.
Vivian: I didn't know there was a usual one.
Philip Marlowe: Well sure there is, it comes complete with diagrams on page 47 of how to be a detective in 10 easy lessons correspondent school textbook and uh, your father offered me a drink.
Vivian: You must've read another one on how to be a comedian."

Privatdetektiv Philip Marlowe wird von einem alten Colonel beauftragt, einen Erpressungsfall zu klären und verfängt sich dabei immer mehr in den Verstrickungen aus Macht, Gier und Mord, bis er selbst in Lebensgefahr schwebt und schließlich gezwungen ist, zu radikalen Mitteln zu greifen.

Hier ist er nun: Mein erster Zehn-Punkte-Kandidat. „Film Noir“ in seiner Perfektion, möchte ich behaupten. Gut aufgelegte Darsteller präsentieren mit Freude am Spiel eine komplexe und  wendungsreiche Kriminalgeschichte und feuern sich  im Sekundentakt derart unterkühlte, zynische und rasiermesserscharfe Dialoge um die Ohren, die mit einer derartig zeitlosen Eleganz bestechen, dass dem geneigten Zuschauer die Tränen vor Freude in den Augen stehen. Besonders erfreulich ist hier, wie viele Kleindarsteller sich ebenfalls kurz mit gepfefferten Einschüben in Szene setzen dürfen. Die Drehbuchautoren haben sich bei der Bearbeitung eng an die literarische Vorlage von Raymond Chandler gehalten, da man der originären Brillianz der Story nicht mehr viel hinzuzufügen musste. Die durchgeführten Änderungen waren hauptsächlich mit den damalig herrschenden Zensurbestimmungen verknüpft, dem sogenannten "Hays Code".
In dieser Produktion findet man die Quintessenz dessen wieder, wie man sich einen „Film Noir“ der klassischen Sorte vorstellt: Ein Privatdetektiv, der einen scheinbar simplen Fall aufklären muss, eine zwielichtige und selbstbewusste „Femme Fatale“, die den Helden zu ihren oftmals dunklen Zwecken beeinflusst, und ein Sumpf voll zerrissener und mit Lastern oder Geheimnissen behafteter Charaktere, die einen guten Querschnitt der typischen „Hard Boiled“-Krimi-Gesellschaft verkörpern.
Das alles wird mit einem optimalen Musikscore unterlegt, und die stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Fotografie macht den filmischen Weihnachtsbraten fett.
Nicht zu vergessen ist das damalige Traumpaar Humphrey Bogart und Lauren Bacall, das unter der stilsicheren, kurzweiligen und mit filigranem Witz (z.B. die Telefon-Szene) versehenen Regiearbeit von Howard Hawks zur Höchstform aufläuft und für den letzten Schliff dieses makellosen Meisterwerkes sorgt.
Eine Neuverfilmung wurde 1978 mit Robert Mitchum in der Hauprolle realisiert, die aber die Qualität des Originals nicht mehr erreichen konnte.

Gesehen habe ich die deutsche DVD, die leider nur durchweg mittelmäßig, für einen ersten Einblick aber durchaus annehmbar ist. Für einen Kauf empfehle ich, erst einmal einen Qualitätscheck bei ausländischen DVDs durchzuführen.



<a href="http://www.youtube.com/watch?v=F94riE8ZD44" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=F94riE8ZD44</a>

Vivian: Speaking of horses, I like to play them myself. But I like to see them workout a little first, see if they're front runners or come from behind, find out what their whole card is, what makes them run.
Marlowe: Find out mine?
Vivian: I think so.
Marlowe: Go ahead.
Vivian: I'd say you don't like to be rated. You like to get out in front, open up a little lead, take a little breather in the backstretch, and then come home free.
Marlowe: You don't like to be rated yourself.
Vivian: I haven't met anyone yet that can do it. Any suggestions?
Marlowe: Well, I can't tell till I've seen you over a distance of ground. You've got a touch of class, but I don't know how, how far you can go.
Vivian: A lot depends on who's in the saddle."
« Letzte Änderung: 14. September 2008 um 23:20 von Sir Khan » Gespeichert
dÆmonicus
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« Antwort #35 am: 14. September 2008 um 20:23 »

Hört sich ja gut an, die Bacall find ich von den "alten" Schauspielerinnen eh eine der interessantesten. Danke fürs kurz notieren.  Zwinkern
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