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Autor Thema: Die Narren-FILM-NOIR-Collection  (Gelesen 7972 mal)
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Sir Khan
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« am: 01. August 2008 um 12:13 »

Was ist FILM NOIR? - Da bemühe ich doch mal ein bißchen Wikipedia:

"Der Begriff Film noir bezeichnet ein Filmgenre oder – aus Sicht anderer Filmwissenschaftler – eine Stilrichtung des Films. Seine klassische Ära hatte der Film noir in den USA der Vierziger- und Fünfzigerjahre. Wurzelnd in der Zeit des ausgehenden Zweiten Weltkriegs und beeinflusst vom deutschen Expressionismus sowie von der Tradition US-amerikanischer Kriminalliteratur stellt der Film noir einen Gegensatz zum konventionellen Hollywood-Kino dar. Er ist gekennzeichnet durch eine pessimistische Weltsicht, düstere Bildgestaltung und entfremdete, verbitterte Charaktere. Sein Stil hat sich teilweise in späteren Filmen („Neo-Noir“, Cyberpunk) wie auch in anderen Medien fortgesetzt. (...)

Im Gegensatz zu Zuschreibungen wie Horrorfilm, Thriller oder Western wurde der Begriff auf Seiten der Filmpublizistik entwickelt und mit Sinn gefüllt und im Nachhinein eine Gruppe an vormals eher lose wahrgenommenen Filmen zusammengefasst. In den USA wurden die Filme, die später „Noir“ genannt werden sollten, oft als psychological melodrama oder psychological thriller bezeichnet. (...)

Es gibt keine allgemein anerkannte Definition für den Film noir, jedoch ist eine Reihe von Kriterien diskutiert worden.
Zum einen ist der zeitliche Rahmen, in dem Films noirs entstanden, begrenzt. Viele Filmwissenschaftler zählen Die Spur des Falken von 1941 als ersten und Im Zeichen des Bösen von 1958 als letzten Film noir der klassischen Ära. Doch sowohl Vorläufer des Film noir – wie etwa Blinde Wut (1936) – als auch jüngere Filme können unter den Begriff fallen. Das sind beispielsweise französische Kriminalfilme der 60er-Jahre und auch jüngere Produktionen aus beliebigen Ländern, die Noir-Elemente enthalten. Meistens werden sie jedoch nicht ausdrücklich als Film noir, sondern eher als „Neo-Noir“ oder Ähnliches klassifiziert.
Wie der Zeitraum spielt auch die Herkunft eine entscheidende Rolle. Zum klassischen Film noir werden in der Regel nur US-amerikanische Filme gezählt – so sehen es z. B. die Filmkritiker Alain Silver und Elizabeth Ward. Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass auch nicht-amerikanische, vor allem französische Filme Elemente des Film noir entweder vorwegnahmen oder wieder aufgriffen.(...)
Nach Ansicht vieler Kritiker müssen Films noirs zwingend in Schwarz-Weiß gedreht sein, die IMDb listet jedoch auch eine Handvoll Farbfilme als Film noir, darunter Todsünde (1945).
Film noir ist grundsätzlich pessimistisch. In den Geschichten, die als charakteristisch angesehen werden, finden sich die Figuren in unerhofften Situationen gefangen und kämpfen gegen das Schicksal, das ihnen in der Regel ein schlimmes Ende beschert. Die Filme beschreiben eine Welt, der die Korruption innewohnt. Von vielen Filmtheoretikern wird Film noir mit der Gesellschaft seiner Zeit in den USA, die infolge des Zweiten Weltkriegs von Angst und Befremdung gekennzeichnet ist, in Verbindung gebracht. (...)
Die Erzählweise vieler Film noirs bricht mit den damaligen Konventionen. Rückblenden, Vorausblenden und andere verzerrende Techniken wurden angewandt. In einigen Filmen wird eine Voice-over-Erzählung – meistens durch die Hauptfigur, eher selten durch einen allwissenden Erzähler – als strukturierendes Mittel verwendet. (...)
Kriminalität, insbesondere Mord, ist ein Kernelement fast aller Films noirs, wobei häufig Motive wie Geldgier oder Eifersucht zum Tragen kommen. Die Aufklärung des Verbrechens, mit der ein Privatdetektiv, ein Polizeikommissar oder eine Privatperson befasst sein kann, ist ein häufiges, aber dennoch nicht vorherrschendes Thema. In anderen Plots mag es um einen Überfall, um Betrügereien oder um Verschwörungen und Affären gehen.
Films noirs drehen sich tendenziell um Helden (eigentlich Antihelden), die ungewöhnlich lasterhaft und moralisch fragwürdig sind. Sie werden häufig als alienated (dt. veräußert, entfremdet) beschrieben, oder in den Worten von Alain Silver und Elizabeth Ward, als „erfüllt von existenzieller Verbitterung“. Unter den archetypischen Charakteren des Film noir finden sich hartgesottene („hardboiled“) Detektive, Femmes fatales, korrupte Polizisten, eifersüchtige Ehemänner, unerschrockene Versicherungsangestellte sowie heruntergekommene Schriftsteller. Von diesen sind, wie das Gros der Neo-Noirs zeigt, der Detektiv und die Femme fatale diejenigen Charaktere, die am ehesten mit Film noir assoziiert werden, obwohl bei weitem nicht alle der klassischen Films noirs diese beiden Charaktere zeigen. Der Stil des Film noir ist geprägt von einer Low-Key-Beleuchtung, die kräftige Hell-dunkel-Kontraste und auffällige Schattenbilder erzeugt. Insbesondere der Schatten einer geöffneten Jalousie, der auf die Szene fällt, ist eine ikonografische Eigenart des Film noir, die schon früh zum Klischee avancierte. Außerdem ist der Film noir für seinen Gebrauch von Schrägsichten, niedriger Kameraperspektive und Weitwinkeln bekannt. Aufnahmen von Personen im Spiegel und durch gewölbtes Glas hindurch sowie andere bizarre Effekte kennzeichnen den Film noir. In den späten 40er-Jahren wurde es zudem üblich, an Originalschauplätzen und bei Nacht zu drehen.

Den kompletten Eintrag findet Ihr HIER.

Hauptsächlich werden in diesem Thread Filme der klassischen Ära vorgestellt. Beiträge von Jederfrau/-mann sind herzlich willkommen und werden hier eingepflegt.


THE BIG CLOCK (Spiel mit dem Tode) - 1948

THE BIG SLEEP (Tote schlafen fest) - 1946

DOUBLE INDEMNITY (Frau ohne Gewissen) - 1944

FORCE OF EVIL (Die Macht des Bösen) - 1948

IN A LONELY PLACE (Ein einsamer Ort) - 1950

THE KILLING (Die Rechnung ging nicht auf) - 1956

KISS ME DEADLY (Rattennest) - 1955

SHADOW OF A DOUBT (Im Schatten des Zweifels) - 1943
« Letzte Änderung: 14. September 2008 um 16:36 von Sir Khan » Gespeichert
Vince
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Debakelvince


« Antwort #1 am: 04. August 2008 um 18:09 »

Klasse Idee und hervorragendes Thema. Den Film Noir finde ich nämlich ungemein faszinierend, nur leider ist es auch noch so ein wenig die Faszination des Unbekannten, denn viele Beiträge der schwarzen Serie habe ich noch nicht gesehen. Weshalb ich womöglich nicht allzu viel beitragen können werde, aber den Thread dennoch interessiert verfolgen würde.
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dÆmonicus
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Hokusai


« Antwort #2 am: 04. August 2008 um 18:11 »

Ich will eigentlich auch immer was sehen, aber dann kommen mir doch andere Filme zuvor.

Ausserdem muss der Cleric hier endlich mal was dazu schreiben.  Sehr glücklich
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Sir Khan
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« Antwort #3 am: 04. August 2008 um 22:16 »

Shadow of a doubt gesehen. Ein kleines Review kommt morgen oder übermorgen.
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Kenix
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« Antwort #4 am: 05. August 2008 um 10:18 »

Mir geht es da eher wie dÆmonicus + Vince. Kenne Einiges, auch an sogenannten Klassikern, hätte auch prinzipiell Lust auf Mehr, aber greife im Ernstfall doch eher zu etwas Anderem. Mir sind die Noirs fast eine zu sichere Bank, ich glaube vorher schon zu wissen, was ich bekomme. Auch Reviews interessieren mich in dem Fall eigentlich gar nicht.
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wolfman
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« Antwort #5 am: 05. August 2008 um 11:19 »

@Sir
Wäre es nicht sinnvoll, jedes Kurzreview hier in einen neuen Beitrag hier im Thread zu packen. Ich hab nämlich jetzt gerade erst beim dritten Mal realisiert, dass du dein Eingansposting bearbeitet hast!  Zwinkern
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Sir Khan
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« Antwort #6 am: 05. August 2008 um 11:25 »

Weiss nicht, beides hat seine Vor- und Nachteile. So wie ich es jetzt mache, finde ich es sehr übersichtlich. "Gast"-beiträge würde ich dann ebenfalls in mein erstes Posting editieren.Aber ich füge mich da gerne der Mehrheit Sehr glücklich
Soll ich es entsprechend wolfmans Wunsch umbasteln?
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Vince
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Debakelvince


« Antwort #7 am: 05. August 2008 um 12:04 »

Mein Vorschlag: Kurzkritiken im Ursprungsposting sammeln, aber bei jeder neu hinzugekommenen Kritik ein Posting im Thread hinterlassen, damit man erkennt, dass was Neues hinzugekommen ist.

Zu "Im Schatten des Zweifels": Seh ich ähnlich, ist auch in meinen Augen nicht unbeschadet gealtert, kommt merklich zu langsam in Schwung, ist dafür allerdings zum Ende hin sehr intensiv. Hitchcock überrumpelt den Zuschauer da irgendwie, weil der gar nicht ahnt, zu welchen Breitengraden sich die Spannung da aufschwingt. Im Endeffekt komme ich da aber auch nur auf eine 7 Narrenkappen
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wolfman
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Server-Dude!!!


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« Antwort #8 am: 05. August 2008 um 12:45 »

Mein Vorschlag: Kurzkritiken im Ursprungsposting sammeln, aber bei jeder neu hinzugekommenen Kritik ein Posting im Thread hinterlassen, damit man erkennt, dass was Neues hinzugekommen ist.
Ich möchte zu bedenken geben, dass irgendwann das Textfeld "voll" ist, und kein weiterer Inhalt mehr hinzugefügt werden kann. Alternative wäre, jede Kurzkritik in einem neuen Beitrag und vom Ausgangsposting über den Filmtitel verlinken.
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Sir Khan
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« Antwort #9 am: 05. August 2008 um 13:04 »

Das ist natürlich ein Argument. Dann werde ich´s ändern. Los geht´s:

DOUBLE INDEMNITY (Frau ohne Gewissen) - 1944   8 Narrenkappen
Ein Versicherungsvertreter lässt sich von einer fragwürdig frisierten Frau in einen Betrug verwickeln, bei dem er selbst zum Mörder wird.

Ein als Film Noir-Überklassiker gewerteter Streifen, der mit seinen gestelzten Dialogen und steifen Darstellern heutzutage eher wie eine Parodie wirkt, was den Unterhaltungswert für mich aber gesteigert hat. Straff inszeniert und keine Sekunde langweilig. Raymond Chandler hat für diesen Film erstmalig an einem Drehbuch mitgearbeitet. Sehr zu empfehlen für gesellige Runden, wir haben viel gelacht! - Ich brauche unbedingt solche Streichhölzer, die man mit dem Daumen anzünden kann. Wie viel cooler kann man werden...? (SK)



<a href="http://www.youtube.com/watch?v=S3wjJcuGsVE" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=S3wjJcuGsVE</a>
« Letzte Änderung: 08. August 2008 um 16:13 von Sir Khan » Gespeichert
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« Antwort #10 am: 05. August 2008 um 13:05 »

IN A LONELY PLACE (Ein einsamer Ort) - 1950  8 Narrenkappen
Humphrey Bogart spielt einen Autor, der des Mordes verdächtigt wird. Eine Nachbarin gibt ihm ein Alibi. Die beiden nähern sich an, und sie beginnt bald an seiner Unschuld zu zweifeln.

Was hier besonders gefällt, ist, dass speziell Bogarts Spiel im Gegensatz zu dem z.B. des Hauptdarstellers in Double Indemnity auch heutzutage noch bestehen kann. Dieser Film kann mit einer gut erzählten Geschichte, glänzend aufgelegten und glaubhaften Schauspielern punkten, welche die Spannung bis zum bitteren Ende aufrecht erhalten können. Von nicht wenigen Stimmen wird dieser Film als Bogarts beste Leistung bezeichnet. Umso erstaunlicher ist es, dass es dieses Werk nie bis nach Deutschland geschafft hat; bis heute existiert keine entsprechende Synchronisation. (SK)



<a href="http://www.youtube.com/watch?v=Fu8E3LooDZo" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=Fu8E3LooDZo</a>
« Letzte Änderung: 08. August 2008 um 16:07 von Sir Khan » Gespeichert
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« Antwort #11 am: 05. August 2008 um 13:06 »

KISS ME DEADLY (Rattennest) - 1955  8 Narrenkappen
Privatdetektiv Mike Hammer nimmt nachts im Auto eine Anhalterin mit, die aus einem Sanatorium geflohen ist. Kurze Zeit später ist sie tot und Hammer schwer verletzt. Er bekommt es mit bösen Killern und vielen Leichen zu tun, je tiefer er seine Nase in die Hintergründe steckt.

Another winner: Stimmungsvolle Fotographie, unterhaltsam stereotype Charaktere, die sich, heutzutage gesehen, der Parodie nähern, Dialoge, die durch Mark und Bein gehen, und ein interessanter Plot, der sich bis zum explosiven Finale zu steigern weiß. In gerade mal drei Wochen wurde dieser Film für 400.000 $ produziert. Dieser Film beinhaltet auch einen sogenannten MacGuffin mit einem Koffer, dessen Inhalt ein Geheimnis bleibt, was auch später u.a. in PULP FICTION zitiert worden ist. Must-See für Interessierte mit der gewissen Hard-Boiled-Würze. (SK)

« Letzte Änderung: 07. August 2008 um 19:29 von Sir Khan » Gespeichert
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« Antwort #12 am: 05. August 2008 um 13:07 »

SHADOW OF A DOUBT (Im Schatten des Zweifels) - 1943  6 Narrenkappen
Der nette Onkel Charlie besucht seine Verwandten in einem Provinzstädtchen. Zunächst ist die Freude groß, jedoch findet seine Nichte bald heraus, dass Ihr Onkel nicht der Saubermann ist, der er vorzugeben scheint und bringt sich selbst mit ihrem Wissen in große Gefahr.

Hitchcock bezeichnete dieses Werk einmal als seinen Lieblingsfilm, jedoch bin ich der Ansicht, dass diese Produktion nicht ohne Probleme gealtert ist. Um mit dem Positiven anzufangen: Das größte Plus ist Joseph Cotten, der alle Facetten seines zerrissenen Charakters hervorragend umsetzt und damit den Hauptteil des Filmes trägt (Stärkste Szene: Die Diskussion am Tisch). Knapp dahinter ist Theresa Wright, die eine der besser geschriebenen Hitchcock'schen Frauenfiguren glaubhaft in ihrer Wandlung darstellen kann. Probleme hatte ich jedoch mit einigen Nebenakteuren, deren Figurenzeichnung heutzutage nicht mehr so funktioniert, wie sie es im Entstehungsjahr vielleicht noch getan hat. Speziell ist mir dieses bei den Kindern aufgefallen, die schauspielerisch schwach sind und nichts zur Handlung beitragen, sondern eher für nervige Zwischeneinwürfe zuständig sind. Besonders auffällig ist es, wenn niemand der Darsteller auf die Kinder reagiert oder ihnen zuhört; die einzige Funktion, die sie anscheinend haben ist, dass sie die klassische suburbane Familie komplettieren. Als schwach geschrieben empfand ich auch die Liebesgeschichte zwischen Nichte und Detective, da an diesem Story-Ast zu wenig Substanz hing, um glaubhaft zu sein, wohingegen die leicht sexuelle Komponente, die unterschwellig im Verhältnis zwischen Onkel und Nichte mitschwang, eher irritierend auf mich wirkte.
Des Weiteren braucht der Film bis auf die Eingangssequenz eine lange Zeit, um suspensemäßig ein wenig in Schwung zu kommen und wird eigentlich erst in der zweiten Hälfte wirklich interessant; ein kleines Problem, das ich mit einigen Hitchcock-Filmen habe (z.B. THE BIRDS). Auch holpert macher Szenenübergang erstaunlich unglücklich, und man fragt sich schon, ob da etwas geschnitten worden ist (besonders auffallend, wenn in den einem Moment das Nichtlein mit ihrem Lover glücklich durch die Gegend lustwandelt und sie ihn dann urplötzlich in der nächsten Szene der Lüge bezichtigt).
Letztendlich ist SHADOW OF A DOUBT eher ein Drama über die Demontage einer Vorbildfigur, als ein Thriller der klassischen Sorte, aber alleine schon lohnenswert durch  Cottons gelungenes Spiel. (SK)

Weitere Infos: Interview Hitchcock/Truffaut; DVD-Review von Samir



<a href="http://www.youtube.com/watch?v=krOqZS9Cxu4" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=krOqZS9Cxu4</a>
« Letzte Änderung: 08. August 2008 um 16:09 von Sir Khan » Gespeichert
Sir Khan
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« Antwort #13 am: 05. August 2008 um 23:29 »

Trailer oder alternativ Poster hinzugefügt.
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« Antwort #14 am: 06. August 2008 um 15:30 »

Ich habe gerade entdeckt, dass dieses Büchlein im Oktober erscheinen wird:



Kennt jemand deutschsprachige Literatur über FILM NOIR, die empfehlenswert ist?
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Grammaton Cleric
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« Antwort #15 am: 06. August 2008 um 19:22 »

Ich habe gerade entdeckt, dass dieses Büchlein im Oktober erscheinen wird:



Kennt jemand deutschsprachige Literatur über FILM NOIR, die empfehlenswert ist?

Nein, nicht, dass ich wüsste. Englischsprachige hingegen gibt es einige, allen voran das Andrew-Spicer-Buch Film Noir. (ferner kann ich, wenn ich mal endlich Zeit habe, die Bibliografie meines Readers posten ...)

Wer Interesse hat, der kann ja mal meine Paper zum Hauptseminar überfliegen ... Zwinkern
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Sir Khan
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« Antwort #16 am: 06. August 2008 um 19:27 »

Schon längst gesehen. Saubere Arbeit. Macht Lust auf die Filme und werden bald gesichtet. Du bist herzlich eingeladen, auch hier ein paar (deutsche) Reviews in diesem Thread zu posten. Ich würde mich sehr freuen... Sehr glücklich
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Grammaton Cleric
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« Antwort #17 am: 06. August 2008 um 20:29 »

Schon längst gesehen. Saubere Arbeit. Macht Lust auf die Filme und werden bald gesichtet. Du bist herzlich eingeladen, auch hier ein paar (deutsche) Reviews in diesem Thread zu posten. Ich würde mich sehr freuen... Sehr glücklich

Das kann dauern, aber ja, werde ich natürlich tun, kommt mir bald wieder einer unter die Finger ... Zwinkern
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Sir Khan
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« Antwort #18 am: 06. August 2008 um 20:36 »

Ich warte gerne. Wie unser Alt-Bundeskanzler Kohl mal sagte: "Wichtig ist, was hinten raus kommt".  Mr. Green
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Sir Khan
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« Antwort #19 am: 07. August 2008 um 19:27 »

THE BIG CLOCK (Spiel mit dem Tode) - 1948  9 Narrenkappen
Der despotische Herausgeber eines Kriminalmagazines tötet im Affekt seine Geliebte und versucht die Schuld zu vertuschen. Er beauftragt seinen erfolgreichsten Reporter in dem Fall Nachforschungen für eine Story anzustellen, und als dieser die Indizien zusammenträgt bleibt nur ein Schluss: Er selbst ist der Mörder.

Mit einem einfallsreich komplexen Drehbuch an Bord und visuell sehr ansprechend mit starkem Kontrast in Szene gesetzt, handelt es sich bei diesem Werk eher um "Film-Noir-Light", denn im ersten Teil finden, bis auf die Anfangssequenz, verstärkt komödiantische Elemente ihren Einsatz, während erst in der anderen Hälfte die Spannungsschraube stetig angezogen wird und sich die Noir-Stilmittel bis zum furiosen Finale durchsetzen können. Vom Ensemble kann allen voran Charles Laughton als skrupelloser Diktator einer kafkaesken Kapitalismus- und Medien-Hölle mit einer zurückgehaltenen und trotzdem sehr wirkungsvollen Darstellung begeistern, während Ray Milland durch sein variables Spiel als Identifikationsfigur überzeugt. Das Set-Design des Filmes sollte in seinem Entstehungsjahr vermutlich futuristisch wirken, und dadurch ist THE BIG CLOCK auch heute noch erstaunlich modernistisch anzusehen und hat mich phasenweise an den 17 Jahre später entstandenen "Alphaville" von Godard erinnert. Eine interessante Anekdote: Noch während den Dreharbeiten haben sowohl Charles Laughton und Co-Star Elsa Lanchester ("Frankensteins Braut"), als auch Maureen O'Sullivan und Regisseur John Farrow geheiratet. 1987 entstand eine recht freie Adaption dieser Produktion mit Kevin Costner in der Hauptrolle.
Die bei "Koch Media" erschienene DVD kann mit zwei verschiedenen deutschen Synchros und der englischen Original-Tonspur aufwarten, jedoch können leider nur englische Untertitel für Hörgeschädigte zugeschaltet werden, die zudem auch noch direktional auf dem Bildschirm erscheinen.
Dieser Film sollte Pflicht für jeden Noir-Interessierten sein, der nur auf Grund der minimal zu langen Anlaufzeit die Höchstbewertung verwehrt bekommt.



<a href="http://www.youtube.com/watch?v=F9xpU6qSszg" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=F9xpU6qSszg</a>
« Letzte Änderung: 07. August 2008 um 21:43 von Sir Khan » Gespeichert
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