Sir Khan
Mutti, ich will ein Ponyo!
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« am: 01. August 2008 um 12:13 » |
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Was ist FILM NOIR? - Da bemühe ich doch mal ein bißchen Wikipedia: "Der Begriff Film noir bezeichnet ein Filmgenre oder – aus Sicht anderer Filmwissenschaftler – eine Stilrichtung des Films. Seine klassische Ära hatte der Film noir in den USA der Vierziger- und Fünfzigerjahre. Wurzelnd in der Zeit des ausgehenden Zweiten Weltkriegs und beeinflusst vom deutschen Expressionismus sowie von der Tradition US-amerikanischer Kriminalliteratur stellt der Film noir einen Gegensatz zum konventionellen Hollywood-Kino dar. Er ist gekennzeichnet durch eine pessimistische Weltsicht, düstere Bildgestaltung und entfremdete, verbitterte Charaktere. Sein Stil hat sich teilweise in späteren Filmen („Neo-Noir“, Cyberpunk) wie auch in anderen Medien fortgesetzt. (...) Im Gegensatz zu Zuschreibungen wie Horrorfilm, Thriller oder Western wurde der Begriff auf Seiten der Filmpublizistik entwickelt und mit Sinn gefüllt und im Nachhinein eine Gruppe an vormals eher lose wahrgenommenen Filmen zusammengefasst. In den USA wurden die Filme, die später „Noir“ genannt werden sollten, oft als psychological melodrama oder psychological thriller bezeichnet. (...) Es gibt keine allgemein anerkannte Definition für den Film noir, jedoch ist eine Reihe von Kriterien diskutiert worden. Zum einen ist der zeitliche Rahmen, in dem Films noirs entstanden, begrenzt. Viele Filmwissenschaftler zählen Die Spur des Falken von 1941 als ersten und Im Zeichen des Bösen von 1958 als letzten Film noir der klassischen Ära. Doch sowohl Vorläufer des Film noir – wie etwa Blinde Wut (1936) – als auch jüngere Filme können unter den Begriff fallen. Das sind beispielsweise französische Kriminalfilme der 60er-Jahre und auch jüngere Produktionen aus beliebigen Ländern, die Noir-Elemente enthalten. Meistens werden sie jedoch nicht ausdrücklich als Film noir, sondern eher als „Neo-Noir“ oder Ähnliches klassifiziert. Wie der Zeitraum spielt auch die Herkunft eine entscheidende Rolle. Zum klassischen Film noir werden in der Regel nur US-amerikanische Filme gezählt – so sehen es z. B. die Filmkritiker Alain Silver und Elizabeth Ward. Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass auch nicht-amerikanische, vor allem französische Filme Elemente des Film noir entweder vorwegnahmen oder wieder aufgriffen.(...) Nach Ansicht vieler Kritiker müssen Films noirs zwingend in Schwarz-Weiß gedreht sein, die IMDb listet jedoch auch eine Handvoll Farbfilme als Film noir, darunter Todsünde (1945). Film noir ist grundsätzlich pessimistisch. In den Geschichten, die als charakteristisch angesehen werden, finden sich die Figuren in unerhofften Situationen gefangen und kämpfen gegen das Schicksal, das ihnen in der Regel ein schlimmes Ende beschert. Die Filme beschreiben eine Welt, der die Korruption innewohnt. Von vielen Filmtheoretikern wird Film noir mit der Gesellschaft seiner Zeit in den USA, die infolge des Zweiten Weltkriegs von Angst und Befremdung gekennzeichnet ist, in Verbindung gebracht. (...) Die Erzählweise vieler Film noirs bricht mit den damaligen Konventionen. Rückblenden, Vorausblenden und andere verzerrende Techniken wurden angewandt. In einigen Filmen wird eine Voice-over-Erzählung – meistens durch die Hauptfigur, eher selten durch einen allwissenden Erzähler – als strukturierendes Mittel verwendet. (...) Kriminalität, insbesondere Mord, ist ein Kernelement fast aller Films noirs, wobei häufig Motive wie Geldgier oder Eifersucht zum Tragen kommen. Die Aufklärung des Verbrechens, mit der ein Privatdetektiv, ein Polizeikommissar oder eine Privatperson befasst sein kann, ist ein häufiges, aber dennoch nicht vorherrschendes Thema. In anderen Plots mag es um einen Überfall, um Betrügereien oder um Verschwörungen und Affären gehen. Films noirs drehen sich tendenziell um Helden (eigentlich Antihelden), die ungewöhnlich lasterhaft und moralisch fragwürdig sind. Sie werden häufig als alienated (dt. veräußert, entfremdet) beschrieben, oder in den Worten von Alain Silver und Elizabeth Ward, als „erfüllt von existenzieller Verbitterung“. Unter den archetypischen Charakteren des Film noir finden sich hartgesottene („hardboiled“) Detektive, Femmes fatales, korrupte Polizisten, eifersüchtige Ehemänner, unerschrockene Versicherungsangestellte sowie heruntergekommene Schriftsteller. Von diesen sind, wie das Gros der Neo-Noirs zeigt, der Detektiv und die Femme fatale diejenigen Charaktere, die am ehesten mit Film noir assoziiert werden, obwohl bei weitem nicht alle der klassischen Films noirs diese beiden Charaktere zeigen. Der Stil des Film noir ist geprägt von einer Low-Key-Beleuchtung, die kräftige Hell-dunkel-Kontraste und auffällige Schattenbilder erzeugt. Insbesondere der Schatten einer geöffneten Jalousie, der auf die Szene fällt, ist eine ikonografische Eigenart des Film noir, die schon früh zum Klischee avancierte. Außerdem ist der Film noir für seinen Gebrauch von Schrägsichten, niedriger Kameraperspektive und Weitwinkeln bekannt. Aufnahmen von Personen im Spiegel und durch gewölbtes Glas hindurch sowie andere bizarre Effekte kennzeichnen den Film noir. In den späten 40er-Jahren wurde es zudem üblich, an Originalschauplätzen und bei Nacht zu drehen. Den kompletten Eintrag findet Ihr HIER. Hauptsächlich werden in diesem Thread Filme der klassischen Ära vorgestellt. Beiträge von Jederfrau/-mann sind herzlich willkommen und werden hier eingepflegt. THE BIG CLOCK (Spiel mit dem Tode) - 1948 THE BIG SLEEP (Tote schlafen fest) - 1946 DOUBLE INDEMNITY (Frau ohne Gewissen) - 1944 FORCE OF EVIL (Die Macht des Bösen) - 1948 IN A LONELY PLACE (Ein einsamer Ort) - 1950 THE KILLING (Die Rechnung ging nicht auf) - 1956 KISS ME DEADLY (Rattennest) - 1955 SHADOW OF A DOUBT (Im Schatten des Zweifels) - 1943
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« Letzte Änderung: 14. September 2008 um 16:36 von Sir Khan »
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Vince
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« Antwort #1 am: 04. August 2008 um 18:09 » |
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Klasse Idee und hervorragendes Thema. Den Film Noir finde ich nämlich ungemein faszinierend, nur leider ist es auch noch so ein wenig die Faszination des Unbekannten, denn viele Beiträge der schwarzen Serie habe ich noch nicht gesehen. Weshalb ich womöglich nicht allzu viel beitragen können werde, aber den Thread dennoch interessiert verfolgen würde.
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dÆmonicus
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« Antwort #2 am: 04. August 2008 um 18:11 » |
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Ich will eigentlich auch immer was sehen, aber dann kommen mir doch andere Filme zuvor. Ausserdem muss der Cleric hier endlich mal was dazu schreiben. 
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Sir Khan
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« Antwort #3 am: 04. August 2008 um 22:16 » |
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Shadow of a doubt gesehen. Ein kleines Review kommt morgen oder übermorgen.
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Kenix
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« Antwort #4 am: 05. August 2008 um 10:18 » |
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Mir geht es da eher wie dÆmonicus + Vince. Kenne Einiges, auch an sogenannten Klassikern, hätte auch prinzipiell Lust auf Mehr, aber greife im Ernstfall doch eher zu etwas Anderem. Mir sind die Noirs fast eine zu sichere Bank, ich glaube vorher schon zu wissen, was ich bekomme. Auch Reviews interessieren mich in dem Fall eigentlich gar nicht.
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wolfman
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« Antwort #5 am: 05. August 2008 um 11:19 » |
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@Sir Wäre es nicht sinnvoll, jedes Kurzreview hier in einen neuen Beitrag hier im Thread zu packen. Ich hab nämlich jetzt gerade erst beim dritten Mal realisiert, dass du dein Eingansposting bearbeitet hast! 
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Sir Khan
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« Antwort #6 am: 05. August 2008 um 11:25 » |
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Weiss nicht, beides hat seine Vor- und Nachteile. So wie ich es jetzt mache, finde ich es sehr übersichtlich. "Gast"-beiträge würde ich dann ebenfalls in mein erstes Posting editieren.Aber ich füge mich da gerne der Mehrheit  Soll ich es entsprechend wolfmans Wunsch umbasteln?
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Vince
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« Antwort #7 am: 05. August 2008 um 12:04 » |
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Mein Vorschlag: Kurzkritiken im Ursprungsposting sammeln, aber bei jeder neu hinzugekommenen Kritik ein Posting im Thread hinterlassen, damit man erkennt, dass was Neues hinzugekommen ist. Zu "Im Schatten des Zweifels": Seh ich ähnlich, ist auch in meinen Augen nicht unbeschadet gealtert, kommt merklich zu langsam in Schwung, ist dafür allerdings zum Ende hin sehr intensiv. Hitchcock überrumpelt den Zuschauer da irgendwie, weil der gar nicht ahnt, zu welchen Breitengraden sich die Spannung da aufschwingt. Im Endeffekt komme ich da aber auch nur auf eine 
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wolfman
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« Antwort #8 am: 05. August 2008 um 12:45 » |
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Mein Vorschlag: Kurzkritiken im Ursprungsposting sammeln, aber bei jeder neu hinzugekommenen Kritik ein Posting im Thread hinterlassen, damit man erkennt, dass was Neues hinzugekommen ist.
Ich möchte zu bedenken geben, dass irgendwann das Textfeld "voll" ist, und kein weiterer Inhalt mehr hinzugefügt werden kann. Alternative wäre, jede Kurzkritik in einem neuen Beitrag und vom Ausgangsposting über den Filmtitel verlinken.
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Sir Khan
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« Antwort #9 am: 05. August 2008 um 13:04 » |
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Das ist natürlich ein Argument. Dann werde ich´s ändern. Los geht´s: DOUBLE INDEMNITY ( Frau ohne Gewissen) - 1944 Ein Versicherungsvertreter lässt sich von einer fragwürdig frisierten Frau in einen Betrug verwickeln, bei dem er selbst zum Mörder wird.Ein als Film Noir-Überklassiker gewerteter Streifen, der mit seinen gestelzten Dialogen und steifen Darstellern heutzutage eher wie eine Parodie wirkt, was den Unterhaltungswert für mich aber gesteigert hat. Straff inszeniert und keine Sekunde langweilig. Raymond Chandler hat für diesen Film erstmalig an einem Drehbuch mitgearbeitet. Sehr zu empfehlen für gesellige Runden, wir haben viel gelacht! - Ich brauche unbedingt solche Streichhölzer, die man mit dem Daumen anzünden kann. Wie viel cooler kann man werden...? (SK) 
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« Letzte Änderung: 08. August 2008 um 16:13 von Sir Khan »
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Sir Khan
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« Antwort #10 am: 05. August 2008 um 13:05 » |
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IN A LONELY PLACE ( Ein einsamer Ort) - 1950 Humphrey Bogart spielt einen Autor, der des Mordes verdächtigt wird. Eine Nachbarin gibt ihm ein Alibi. Die beiden nähern sich an, und sie beginnt bald an seiner Unschuld zu zweifeln.Was hier besonders gefällt, ist, dass speziell Bogarts Spiel im Gegensatz zu dem z.B. des Hauptdarstellers in Double Indemnity auch heutzutage noch bestehen kann. Dieser Film kann mit einer gut erzählten Geschichte, glänzend aufgelegten und glaubhaften Schauspielern punkten, welche die Spannung bis zum bitteren Ende aufrecht erhalten können. Von nicht wenigen Stimmen wird dieser Film als Bogarts beste Leistung bezeichnet. Umso erstaunlicher ist es, dass es dieses Werk nie bis nach Deutschland geschafft hat; bis heute existiert keine entsprechende Synchronisation. (SK) 
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« Letzte Änderung: 08. August 2008 um 16:07 von Sir Khan »
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Sir Khan
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« Antwort #11 am: 05. August 2008 um 13:06 » |
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KISS ME DEADLY ( Rattennest) - 1955 Privatdetektiv Mike Hammer nimmt nachts im Auto eine Anhalterin mit, die aus einem Sanatorium geflohen ist. Kurze Zeit später ist sie tot und Hammer schwer verletzt. Er bekommt es mit bösen Killern und vielen Leichen zu tun, je tiefer er seine Nase in die Hintergründe steckt.Another winner: Stimmungsvolle Fotographie, unterhaltsam stereotype Charaktere, die sich, heutzutage gesehen, der Parodie nähern, Dialoge, die durch Mark und Bein gehen, und ein interessanter Plot, der sich bis zum explosiven Finale zu steigern weiß. In gerade mal drei Wochen wurde dieser Film für 400.000 $ produziert. Dieser Film beinhaltet auch einen sogenannten MacGuffin mit einem Koffer, dessen Inhalt ein Geheimnis bleibt, was auch später u.a. in PULP FICTION zitiert worden ist. Must-See für Interessierte mit der gewissen Hard-Boiled-Würze. (SK) 
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« Letzte Änderung: 07. August 2008 um 19:29 von Sir Khan »
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Sir Khan
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« Antwort #12 am: 05. August 2008 um 13:07 » |
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SHADOW OF A DOUBT ( Im Schatten des Zweifels) - 1943 Der nette Onkel Charlie besucht seine Verwandten in einem Provinzstädtchen. Zunächst ist die Freude groß, jedoch findet seine Nichte bald heraus, dass Ihr Onkel nicht der Saubermann ist, der er vorzugeben scheint und bringt sich selbst mit ihrem Wissen in große Gefahr.Hitchcock bezeichnete dieses Werk einmal als seinen Lieblingsfilm, jedoch bin ich der Ansicht, dass diese Produktion nicht ohne Probleme gealtert ist. Um mit dem Positiven anzufangen: Das größte Plus ist Joseph Cotten, der alle Facetten seines zerrissenen Charakters hervorragend umsetzt und damit den Hauptteil des Filmes trägt (Stärkste Szene: Die Diskussion am Tisch). Knapp dahinter ist Theresa Wright, die eine der besser geschriebenen Hitchcock'schen Frauenfiguren glaubhaft in ihrer Wandlung darstellen kann. Probleme hatte ich jedoch mit einigen Nebenakteuren, deren Figurenzeichnung heutzutage nicht mehr so funktioniert, wie sie es im Entstehungsjahr vielleicht noch getan hat. Speziell ist mir dieses bei den Kindern aufgefallen, die schauspielerisch schwach sind und nichts zur Handlung beitragen, sondern eher für nervige Zwischeneinwürfe zuständig sind. Besonders auffällig ist es, wenn niemand der Darsteller auf die Kinder reagiert oder ihnen zuhört; die einzige Funktion, die sie anscheinend haben ist, dass sie die klassische suburbane Familie komplettieren. Als schwach geschrieben empfand ich auch die Liebesgeschichte zwischen Nichte und Detective, da an diesem Story-Ast zu wenig Substanz hing, um glaubhaft zu sein, wohingegen die leicht sexuelle Komponente, die unterschwellig im Verhältnis zwischen Onkel und Nichte mitschwang, eher irritierend auf mich wirkte. Des Weiteren braucht der Film bis auf die Eingangssequenz eine lange Zeit, um suspensemäßig ein wenig in Schwung zu kommen und wird eigentlich erst in der zweiten Hälfte wirklich interessant; ein kleines Problem, das ich mit einigen Hitchcock-Filmen habe (z.B. THE BIRDS). Auch holpert macher Szenenübergang erstaunlich unglücklich, und man fragt sich schon, ob da etwas geschnitten worden ist (besonders auffallend, wenn in den einem Moment das Nichtlein mit ihrem Lover glücklich durch die Gegend lustwandelt und sie ihn dann urplötzlich in der nächsten Szene der Lüge bezichtigt). Letztendlich ist SHADOW OF A DOUBT eher ein Drama über die Demontage einer Vorbildfigur, als ein Thriller der klassischen Sorte, aber alleine schon lohnenswert durch Cottons gelungenes Spiel. (SK) Weitere Infos: Interview Hitchcock/Truffaut; DVD-Review von Samir 
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« Letzte Änderung: 08. August 2008 um 16:09 von Sir Khan »
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Sir Khan
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« Antwort #13 am: 05. August 2008 um 23:29 » |
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Trailer oder alternativ Poster hinzugefügt.
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Sir Khan
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« Antwort #14 am: 06. August 2008 um 15:30 » |
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Ich habe gerade entdeckt, dass dieses Büchlein im Oktober erscheinen wird:  Kennt jemand deutschsprachige Literatur über FILM NOIR, die empfehlenswert ist?
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Grammaton Cleric
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« Antwort #15 am: 06. August 2008 um 19:22 » |
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Ich habe gerade entdeckt, dass dieses Büchlein im Oktober erscheinen wird:  Kennt jemand deutschsprachige Literatur über FILM NOIR, die empfehlenswert ist? Nein, nicht, dass ich wüsste. Englischsprachige hingegen gibt es einige, allen voran das Andrew-Spicer-Buch Film Noir. (ferner kann ich, wenn ich mal endlich Zeit habe, die Bibliografie meines Readers posten ...) Wer Interesse hat, der kann ja mal meine Paper zum Hauptseminar überfliegen ... 
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Sir Khan
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« Antwort #16 am: 06. August 2008 um 19:27 » |
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Schon längst gesehen. Saubere Arbeit. Macht Lust auf die Filme und werden bald gesichtet. Du bist herzlich eingeladen, auch hier ein paar (deutsche) Reviews in diesem Thread zu posten. Ich würde mich sehr freuen... 
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Grammaton Cleric
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« Antwort #17 am: 06. August 2008 um 20:29 » |
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Schon längst gesehen. Saubere Arbeit. Macht Lust auf die Filme und werden bald gesichtet. Du bist herzlich eingeladen, auch hier ein paar (deutsche) Reviews in diesem Thread zu posten. Ich würde mich sehr freuen...  Das kann dauern, aber ja, werde ich natürlich tun, kommt mir bald wieder einer unter die Finger ... 
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Sir Khan
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« Antwort #18 am: 06. August 2008 um 20:36 » |
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Ich warte gerne. Wie unser Alt-Bundeskanzler Kohl mal sagte: "Wichtig ist, was hinten raus kommt". 
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Sir Khan
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« Antwort #19 am: 07. August 2008 um 19:27 » |
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THE BIG CLOCK ( Spiel mit dem Tode) - 1948 Der despotische Herausgeber eines Kriminalmagazines tötet im Affekt seine Geliebte und versucht die Schuld zu vertuschen. Er beauftragt seinen erfolgreichsten Reporter in dem Fall Nachforschungen für eine Story anzustellen, und als dieser die Indizien zusammenträgt bleibt nur ein Schluss: Er selbst ist der Mörder.Mit einem einfallsreich komplexen Drehbuch an Bord und visuell sehr ansprechend mit starkem Kontrast in Szene gesetzt, handelt es sich bei diesem Werk eher um "Film-Noir-Light", denn im ersten Teil finden, bis auf die Anfangssequenz, verstärkt komödiantische Elemente ihren Einsatz, während erst in der anderen Hälfte die Spannungsschraube stetig angezogen wird und sich die Noir-Stilmittel bis zum furiosen Finale durchsetzen können. Vom Ensemble kann allen voran Charles Laughton als skrupelloser Diktator einer kafkaesken Kapitalismus- und Medien-Hölle mit einer zurückgehaltenen und trotzdem sehr wirkungsvollen Darstellung begeistern, während Ray Milland durch sein variables Spiel als Identifikationsfigur überzeugt. Das Set-Design des Filmes sollte in seinem Entstehungsjahr vermutlich futuristisch wirken, und dadurch ist THE BIG CLOCK auch heute noch erstaunlich modernistisch anzusehen und hat mich phasenweise an den 17 Jahre später entstandenen "Alphaville" von Godard erinnert. Eine interessante Anekdote: Noch während den Dreharbeiten haben sowohl Charles Laughton und Co-Star Elsa Lanchester ("Frankensteins Braut"), als auch Maureen O'Sullivan und Regisseur John Farrow geheiratet. 1987 entstand eine recht freie Adaption dieser Produktion mit Kevin Costner in der Hauptrolle. Die bei "Koch Media" erschienene DVD kann mit zwei verschiedenen deutschen Synchros und der englischen Original-Tonspur aufwarten, jedoch können leider nur englische Untertitel für Hörgeschädigte zugeschaltet werden, die zudem auch noch direktional auf dem Bildschirm erscheinen. Dieser Film sollte Pflicht für jeden Noir-Interessierten sein, der nur auf Grund der minimal zu langen Anlaufzeit die Höchstbewertung verwehrt bekommt. 
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« Letzte Änderung: 07. August 2008 um 21:43 von Sir Khan »
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StS
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« Antwort #20 am: 08. August 2008 um 07:26 » |
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Vielen Dank für Deine Kurzreviews! Lesen sich auf jeden Fall interessant, die Titel - nur entstammen die Filme nicht gerade meiner "bevorzugten Epoche", weshalb mir irgendwie der rechte Zugang zu ihnen fehlt. Versucht hab ich es aber bereits - das auf jeden Fall..
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Sir Khan
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« Antwort #21 am: 08. August 2008 um 07:38 » |
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Danke, Hauptsache Dein Wille war da.  - Vielleicht kriege ich Dich ja eines Tages wieder, die Hoffnung stirbt zuletzt.  Bis vor ein paar Wochen hätte ich auch nicht gedacht, dass ich mir diese Filme reinziehen würde, aber nach einem gelesenen Artikel über den letzten Film hatte ich plötzlich einen unstillbaren Hunger....RRRRROOAAARRRR!
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dÆmonicus
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« Antwort #22 am: 08. August 2008 um 08:11 » |
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Sollte der eine oder andere über eine Free TV Ausstrahlung stolpern, wäre es nett das zu posten. 
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Grammaton Cleric
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« Antwort #23 am: 08. August 2008 um 19:42 » |
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Heute kommt KISS ME DEADLY (RATTENNEST) IM TV ...
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dÆmonicus
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« Antwort #24 am: 08. August 2008 um 19:48 » |
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Ah, danke. 
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Sir Khan
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« Antwort #25 am: 08. August 2008 um 20:21 » |
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Wenn ich mir die ofdb so ansehe, dann kommt's wahrscheinlich geschnitten. Die DVD von dem Film gibt´s für 4,49 Euro bei play.com. Trau Dich, daemon. 
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Sir Khan
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« Antwort #26 am: 25. August 2008 um 19:43 » |
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THE KILLING ( Die Rechnung ging nicht auf) - 1956 Eine Gruppe von Gangstern will mit Hilfe eines ausgeklügelten Plans ein Wettbüro ausrauben. Zunächst scheint alles reibungslos zu laufen, doch wie sich schon bald heraus stellt, droht die größte Gefahr aus den eigenen Reihen.Bereits 1956 schuf Stanley Kubrick mit seinem dritten Langfilm sein erstes Meisterwerk, einen "Film Noir", wie man ihn sich kaum besser wünschen kann. In Zusammenarbeit mit dem "Hard-Boiled"-Krimiautor Jim Thompson entwarf er nach einer Vorlage von Lionel White ein nicht-linear erzähltes, realistisches und erfreulich moralfreies Drehbuch, welches erst nach und nach ein Gesamtbild ergibt und die Gangster nicht zu bloßen Abziehfiguren degradiert, sondern zu echten Charakterstudien heranwachsen lässt. Es ist erstaunlich, wieviele Elemente dieses Filmes bis heute ihre Gültigkeit haben und immer noch kopiert und variiert werden (z.B. die Erzählweise von RESERVOIR DOGS oder PULP FICTION). Kubricks Regie ist sehr dicht gehalten, und seine Filmsprache ist hier noch viel nahbarer, als in seinen späteren, noch mehr beachteten Produktionen. Kameramann Lucien Ballard überrascht mit ungewöhnlichen Perspektiven und flüssigen Fahrten durch ein Setting, welches mit harten, langen Schatten in Szene gesetzt worden ist. Nicht jeder der heutzutage eher unbekannten Schauspieler kann das hohe Niveau der Vorlage halten, jedoch ist dieses ein eher zu vernachlässigender Negativpunkt in diesem herausragenden Heist-Movie. Der Streifen war zum damaligen Zeitpunkt kein großer Erfolg und spielte gerade seine Produktionskosten wieder ein. Kirk Douglas war von diesem Film so begeistert, dass er Kubrick für sein nächstes Projekt PATHS OF GLORY anwarb. Der Rest ist Geschichte. Spannend und tiefgründig erzählt: THE KILLING ist ein wahrer Klassiker und ein idealer Einstieg in die dramatische "Film Noir"-Welt. 
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« Letzte Änderung: 26. August 2008 um 15:33 von Sir Khan »
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wolfman
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« Antwort #27 am: 26. August 2008 um 07:32 » |
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Klingt ja recht spannend. Gibt's da auch eine DVD von? Und: Der Streifen war zum damaligen ??? kein großer Erfolg und ... Btw. ich hab gestern zufällig Liebe lieber ungewöhnlich mit Cillian Murphy und einer bezaubernden Lucy Liu gesehen. Cillian Murphy spielt dabei einen Videothekar, der sich auf ältere und seltene Filme und eben auch Film Noir spezialisiert hat. Ganz nette Rom-Com. Der Originaltitel Watching The Detectives hat hier vermutlich dann auch mehr Zugkraft! 
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« Letzte Änderung: 26. August 2008 um 07:36 von wolfman »
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Sir Khan
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« Antwort #28 am: 26. August 2008 um 08:27 » |
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Danke für den Hinweis. Es gibt eine recht ordentliche deutsche DVD von diesem Film, allerdings völlig ohne Extras. 
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Grammaton Cleric
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« Antwort #29 am: 26. August 2008 um 20:57 » |
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Besonders die letzte Einstellung von THE KILLING ist großartig - da war Haneke wohl nicht der Erste ... 
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Sir Khan
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« Antwort #30 am: 02. September 2008 um 20:06 » |
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FORCE OF EVIL ( Die Macht des Bösen) - 1948 Der aalglatte Anwalt Joe Morse plant durch Manipulation des Lottoergebnisses die Übernahme sämtlicher illegaler Spielbanken. Er versucht seinen Bruder Leo zu warnen, der einen dieser Läden besitzt, doch Leo lehnt eine Beteiligung an den kriminellen Machenschaften zum Wohle seiner Angestellten ab. Als zwei rivalisierende Gangsterbanden ins Spiel kommen, gerät Joe in eine scheinbar ausweglose Lage.Nicht wenige Stimmen bezeichnen diesen Film als die beste schauspielerische Leistung des bereits im Alter von 39 Jahren gestorbenen John Garfield. Deutlich mehr hat mich jedoch die Darstellung von Thomas Gomez als Leo fasziniert, der dessen zerrissenen Charakter grandios überzeugend umsetzen kann und so als eigentliche Identifikationsfigur dient. Leider kann das Drehbuch wenig überraschen, ist in Teilen etwas steif in der Dialogarbeit und auch bei der Gestaltung der weiblichen Nebenfigur Edna Tucker motivationstechnisch fragwürdig und in dem Machismo seiner Entstehungszeit verhaftet. Auf der anderen Seite gelingt es dem Film, einen nachhaltigen Eindruck der damals grassierenden sozialen Angst zu vermitteln und lässt nicht gerade subtil das amerikanische System als den eigentlichen Verbrecher dastehen. Da die Laufzeit gerade mal 75 Minuten beträgt, wird die Story ohne Schnörkel und in einem angemessenem Tempo erzählt. Kinematographisch gibt es einige eindrucksvolle, kunstvoll ausgeleuchtete Einstellungen zu bewundern, aber auf der anderen Seite auch Momente, die stilistisch recht patiniert erscheinen. Martin Scorcese bezeichnet FORCE OF EVIL als maßgebliche Inspiration für sein eigenes Werk, und so ist es wenig verwunderlich, daß mit seinem Einfluss dieser fast schon vergessene Film-Noir-Klassiker eine Restauration und ein DVD-Release erfahren konnte. Regisseur Abraham Polonsky geriet, auch auf Grund seiner aggressiven Kampfansage gegen die Wirtschaft in seinem Debutfilm, kurze Zeit nach der Filmpremiere in die Krallen des " Komitee für unamerikanische Aktivitäten" und wurde nach seinem unkooperativen Auftreten bei der Anhörung auf die "Schwarze Liste" gesetzt, was dazu führte, dass er seine nächste Inszenierung erst 20 Jahre später realisieren konnte. Nicht viel besser erging es John Garfield, dem ein ähnliches Schicksal widerfuhr: Auch er wurde als Kommunist abgestempelt, und dieser Umstand machte es für ihn so gut wie unmöglich, weitere Rollen angeboten zu bekommen. Wenige Jahre später erlag er einem streßbedingten Herzinfarkt. Für dieses Review lag mir die britische DVD vor, die leider keine Untertitel oder Extras und etwas zu harten Bildkontrast aufweist, aber ansonsten günstig und empfehlenswert ist. 
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« Letzte Änderung: 04. September 2008 um 10:02 von Sir Khan »
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dÆmonicus
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« Antwort #31 am: 02. September 2008 um 20:43 » |
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Ich habs immer noch nicht geschafft einen von deinen besprochenen Filmen zu sehen. Mal sehen, wann ich es dann endlich mal schaffe. 
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Sir Khan
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« Antwort #32 am: 03. September 2008 um 10:07 » |
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Hauptsache Du bist mit dem Herzen dabei! 
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dÆmonicus
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« Antwort #33 am: 03. September 2008 um 10:27 » |
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Sir Khan
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« Antwort #34 am: 14. September 2008 um 16:29 » |
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THE BIG SLEEP ( Tote schlafen fest) - 1946 Vivian: What will your first step be? Philip Marlowe: The usual one. Vivian: I didn't know there was a usual one. Philip Marlowe: Well sure there is, it comes complete with diagrams on page 47 of how to be a detective in 10 easy lessons correspondent school textbook and uh, your father offered me a drink. Vivian: You must've read another one on how to be a comedian." Privatdetektiv Philip Marlowe wird von einem alten Colonel beauftragt, einen Erpressungsfall zu klären und verfängt sich dabei immer mehr in den Verstrickungen aus Macht, Gier und Mord, bis er selbst in Lebensgefahr schwebt und schließlich gezwungen ist, zu radikalen Mitteln zu greifen.Hier ist er nun: Mein erster Zehn-Punkte-Kandidat. „Film Noir“ in seiner Perfektion, möchte ich behaupten. Gut aufgelegte Darsteller präsentieren mit Freude am Spiel eine komplexe und wendungsreiche Kriminalgeschichte und feuern sich im Sekundentakt derart unterkühlte, zynische und rasiermesserscharfe Dialoge um die Ohren, die mit einer derartig zeitlosen Eleganz bestechen, dass dem geneigten Zuschauer die Tränen vor Freude in den Augen stehen. Besonders erfreulich ist hier, wie viele Kleindarsteller sich ebenfalls kurz mit gepfefferten Einschüben in Szene setzen dürfen. Die Drehbuchautoren haben sich bei der Bearbeitung eng an die literarische Vorlage von Raymond Chandler gehalten, da man der originären Brillianz der Story nicht mehr viel hinzuzufügen musste. Die durchgeführten Änderungen waren hauptsächlich mit den damalig herrschenden Zensurbestimmungen verknüpft, dem sogenannten " Hays Code". In dieser Produktion findet man die Quintessenz dessen wieder, wie man sich einen „Film Noir“ der klassischen Sorte vorstellt: Ein Privatdetektiv, der einen scheinbar simplen Fall aufklären muss, eine zwielichtige und selbstbewusste „Femme Fatale“, die den Helden zu ihren oftmals dunklen Zwecken beeinflusst, und ein Sumpf voll zerrissener und mit Lastern oder Geheimnissen behafteter Charaktere, die einen guten Querschnitt der typischen „Hard Boiled“-Krimi-Gesellschaft verkörpern. Das alles wird mit einem optimalen Musikscore unterlegt, und die stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Fotografie macht den filmischen Weihnachtsbraten fett. Nicht zu vergessen ist das damalige Traumpaar Humphrey Bogart und Lauren Bacall, das unter der stilsicheren, kurzweiligen und mit filigranem Witz (z.B. die Telefon-Szene) versehenen Regiearbeit von Howard Hawks zur Höchstform aufläuft und für den letzten Schliff dieses makellosen Meisterwerkes sorgt. Eine Neuverfilmung wurde 1978 mit Robert Mitchum in der Hauprolle realisiert, die aber die Qualität des Originals nicht mehr erreichen konnte. Gesehen habe ich die deutsche DVD, die leider nur durchweg mittelmäßig, für einen ersten Einblick aber durchaus annehmbar ist. Für einen Kauf empfehle ich, erst einmal einen Qualitätscheck bei ausländischen DVDs durchzuführen. Vivian: Speaking of horses, I like to play them myself. But I like to see them workout a little first, see if they're front runners or come from behind, find out what their whole card is, what makes them run. Marlowe: Find out mine? Vivian: I think so. Marlowe: Go ahead. Vivian: I'd say you don't like to be rated. You like to get out in front, open up a little lead, take a little breather in the backstretch, and then come home free. Marlowe: You don't like to be rated yourself. Vivian: I haven't met anyone yet that can do it. Any suggestions? Marlowe: Well, I can't tell till I've seen you over a distance of ground. You've got a touch of class, but I don't know how, how far you can go. Vivian: A lot depends on who's in the saddle."
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« Letzte Änderung: 14. September 2008 um 23:20 von Sir Khan »
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dÆmonicus
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« Antwort #35 am: 14. September 2008 um 20:23 » |
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Hört sich ja gut an, die Bacall find ich von den "alten" Schauspielerinnen eh eine der interessantesten. Danke fürs kurz notieren. 
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