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Autor Thema: Nie wieder Sex mit der Ex  (Gelesen 1127 mal)
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freeman
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« am: 17. Juni 2008 um 10:39 »

Nie wieder Sex mit der Ex



... will uns aufzeigen, wie es in Komödien nach dem "Und sie lebten fortan glücklich miteinander" auch weitergehen könnte und stellt die Frage, ob eine Trennung auch witzig sein kann.

Originaltitel: Forgetting Sarah Marshall
Produktionsjahr: 2008
Herstellungsland: USA
Regie: Nicholas Stoller
Darsteller: Jason Segel, Kristen Bell, Mila Kunis, Russell Brand, Bill Hader, Davon McDonald, Paul Rudd, Kala Alexander, William Baldwin, Jason Bateman u.a.

Peter Bretter ist Komponist für TV-Serien. Eine davon trägt den salbungsvollen Titel Crime Scene. Mit Sarah Marshall, der Hauptdarstellerin dieser Serie, verbindet Peter nun bereits eine sechsjährige Beziehung, die ihm letztendlich nicht gut getan hat. Denn als er Sarah erobert hatte, begann sein eigener Verfall. Er mutierte karrieremäßig zur zweiten Geige hinter Sarah und auch privat ging es steil bergab. So waren ganze Wochen in ein und derselben Jogginghose mit wilden figurverändernden Fressgelagen keine Seltenheit. Peter wurde über die Jahre zum Slacker. Ein Loser durch und durch. Und so passiert, was passieren musste: Sarah schießt ihn ab. Peter, der sich in seiner Loserwelt häuslich eingerichtet hatte, fällt aus allen Wolken. Zumal, als er sieht, für wen er weichen musste: Aldous Snow, ein britischer Rocker mit offen zur Schau getragener Sexsucht.

Fortan ergeht sich Peter in Selbstmitleid und erhält von seinem Bruder den Tipp, mal den Kopf freizumachen. Am besten bei einem Urlaub. Peter ist Feuer und Flamme für diesen Plan und tritt kurzfristig einen Trip nach Hawaii an. Kaum hier angekommen, wird alles nur noch schlimmer, denn ratet, wer auch auf der Insel weilt! Genau … Sarah und Aldous …


Hinter Nie wieder Sex mit der Ex steht der augenblickliche Komödiengott der US Traumfabrik: Judd Apatow. Und genau wie mit seinen Vorgängerwerken tue ich mich auch mit dem neuesten Streich des Produzenten extrem schwer. Mir verschließt sich weitgehend der Humor seiner Streifen und eigentlich erreichte mich im Endeffekt nur sein erster großer Achtungserfolg: Jungfrau 40, männlich, sucht …! Alle Folgewerke waren mir zu verquaste Mixe aus verschiedenen Genres. Sei es der Drama- Komödienmix aus Beim ersten Mal, der Teeniekomödien- Coming Out of Age Mix in Superbad oder der Kinderfilm – Komödienmix aus Ein Mann für alle Unfälle. Wirklich witzig ist dann meines Erachtens doch etwas anderes.

Und auch Nie wieder Sex mit der Ex geht in eine ähnliche Richtung. Denn auch hier hat man es eher mit einer Art Dramödie denn einer reinrassigen Komödie zu tun. Böte das Thema Trennung und deren Verarbeitung ein Füllhorn an schrägen, frechen oder auch besinnlichen Gags, liegt hier der Fokus viel zu stark auf dem Trennungsschmerz von Peter, was dem Film einen sehr schweren Grundton verleiht. Zumal Peter nicht einmal aus seiner Miespeterlaune herauskommt, selbst wenn es eigentlich bergauf geht. Die Folge ist ein irritierendes Gefühl für den Zuschauer, der nicht so recht weiß, ob das, was gerade auf der Leinwand geschieht, ernst gemeint ist oder doch einen Gag darstellen soll. Dementsprechend kann ich für mich konstatieren, keinen einzigen wirklich großartigen Gag in dem Film gesehen zu haben. Eher eine erstaunlich reife Abhandlung zu dem Thema Beendigung einer Beziehung und der Folgen, die sich daraus für die ehemaligen Liebenden ergeben.


Zwar greift Nie wieder Sex mit der Ex dafür einige Klischees auf, punktet aber im Ausgleich mit überraschend ausgefeilten Figuren, denen das Drehbuch Raum zur Entfaltung und Entwicklung zugesteht, was meines Erachtens den Dramaanteil noch einmal unterstreicht. Und so bekommt sogar der offensichtlich als Comic Relief angelegte Aldous Snow einige erstaunlich wahrhaftige und ernste Einlagen zugeschanzt, was dem Daniel Küblböck Lookalike einige Sympathien zufliegen lässt, obwohl er eigentlich wirklich komplett neben der Spur läuft.

Das Gleiche gilt für alle Figuren. Im Grunde genommen eben Klischeeabziehbilder hoch zehn, aber eben mit erstaunlich viel Charakter gesegnet und von grundsympathischen Darstellern verkörpert. Insbesondere der Hauptdarsteller und gleichzeitige Drehbuchautor Jason Segel weiß absolut in seiner Verliererrolle zu überzeugen, auch wenn der permanent etwas zu melancholische Anstrich seiner Figur gleichzeitig für eine starke Tonverschiebung im Film sorgt. Dennoch trägt der schlaksige Kerl mit dem treudoofen Hundeblick und dem witzigsten Heulen der Filmgeschichte den Film mühelos. Kristen Bell als Sarah Marshall hat offensichtlich viel Spaß daran, nach ihrer recht schnippisch angelegten Serienfigur Veronica Mars endlich einmal einfach nur eine verwöhnte Zicke zu spielen, die eigentlich selbst nicht so recht weiß, was sie möchte. Gerade ihr gesteht das Drehbuch einige echte Motivationsschlenker zu, die ihre Figur dann bei weitem nicht so eindimensional wirken lassen, wie es zunächst den Anschein haben könnte. Leider spielt Kristen letztendlich keine wirklich große Rolle im Film, muss sie doch zugunsten von Mila Kunis als Peters neuen Hawaiianischen Love Interest Rachel Jansen zurücktreten. Diese gibt aber ebenfalls eine grundsympathische Vorstellung, genau wie der gesamte Rest der Besetzung, aus dem eigentlich nur noch Aldous Snow Darsteller Russell Brand leuchtend herausragt. Die Type ist einfach zu schräg.


Technisch gilt dann das Gleiche wie für das komödiantische Potential des Streifens: Nie wieder Sex mit der Ex verschenkt einfach vieles. Hier die traumhafte Hawaii Kulisse. Ein Strand hier, eine Felsenklippe da … wirkliches Urlaubsfeeling will sich aber nie einstellen. Regisseur Nicholas Stoller scheint sich fast schon vehement zu weigern, die Insel als weiteren Darsteller zu installieren. Schade. Und der Score selber wärmt auch einfach nur altbekannte und tausendfach gehörte Urlaubshits auf, ohne irgendeine Form von Selbstständigkeit zu entwickeln.

Was bleibt ist eine erstaunlich unwitzige Komödie, die lieber dreimal ziemlich offenherzig das Gehänge des Hauptdarstellers in den Mittelpunkt rückt, als einmal richtige Krachergags zu servieren. Zwar gibt es immer wieder Momente zum Schmunzeln und auch langweilig wird die ganze Chose niemals wirklich, ohne seine grundsympathischen Hauptdarsteller und die nette Charakterzeichnung wäre der Film allerdings vollkommen egal … was er auch so irgendwie ist … Verschenkt … Wobei: Humor ist ja, wenn man trotzdem lacht Zwinkern
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freeman
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dÆmonicus
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Hokusai


« Antwort #1 am: 17. Juni 2008 um 10:47 »

Komischerweise  Zwinkern hatte der letztens in so ner Kinokurzsendung im Test besser abgeschnitten als You kill me. Was ich nicht verstehen kann, da ich You kill me (im OT) recht gut fand und mit dem Humor der hier aufgezählten Vorgänger auch nichts anfangen konnte.

Danke für die gelungene Frühstückslektüre.  Sehr glücklich
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freeman
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« Antwort #2 am: 17. Juni 2008 um 11:48 »

Ja, ich sehe auch gerade, dass der auf IMDB und Co erstaunlich wegkommt ... und weiß halt net so recht, warum ... *lach* ... ich sags ja, Komödien sind echt das härteste aller Genres ... You Kill Me kommt ja auch wieder mal fast nirgends im Kino ... genauso wie Doomsday ... oder die uncut von Happening ... Schönes Ding ...

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freeman
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dÆmonicus
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Hokusai


« Antwort #3 am: 17. Juni 2008 um 11:52 »

Doomsday ist auch in einer Szene cut. Also auch fast egal dass der nirgends kommt.  Zwinkern Obwohl der im Kino schon recht spassig war.

You kill me hat halt nen netten schwarzen Humor, was mir einfach mehr liegt. Kein Überfilm, aber hebt sich mal wohltuend aus der "Massenkomik" ab.

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JoeCool1980
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be Joe... be cool


« Antwort #4 am: 18. Juni 2008 um 15:39 »

Zu was du alles ins Kino gehst... Zwinkern
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Mit frndl. Grüßen
  JoeCool1980

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