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Autor Thema: Kritik zu Chuck und Larry  (Gelesen 921 mal)
0 Mitgliedern und 2 Gäste betrachten dieses Thema.
freeman
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Beiträge: 7.231



« am: 01. Oktober 2007 um 19:59 »

Die Kritik in Oldschool MIT CHAUVIBONUS!!!

Der Rest nimmt dann das:

Chuck und Larry



Originaltitel: I Now Pronounce You Chuck and Larry
Produktionsjahr: 2007
Herstellungsland: USA
Regie: Dennis Dugan       
Darsteller: Adam Sandler, Kevin James, Jessica Biel, Dan Aykroyd, Ving Rhames, Steve Buscemi, Nicholas Turturro, Richard Chamberlain, Rob Schneider u.a.

Chuck und Larry sind ultramännlich und hantieren jeden Tag mit langen Schläuchen! Nein, nicht was ihr denkt. Chuck und Larry sind Feuerwehrleute und als solche ultramännlich. Ok, Larry hat sich seit dem Tod seiner Frau selbst vom Markt genommen, aber Chuck ist potent genug, um für beide die Frauenwelt zu beglücken. Doch Larry plagen Probleme mit seinen Pensionsansprüchen. Der einzige Ausweg aus dieser Misere: Larry muss dringendst seinen Kumpel Chuck heiraten, denn als schwule Lebensgemeinschaft würde bürokratisch alles klar gehen mit Larrys Ansprüchen. Und obwohl sich Chuck massivst sträubt, lenkt er für seinen Kumpel Larry irgendwann ein ... und damit beginnen die Probleme eigentlich erst ...


Chuck und Larry ist ein inoffizielles Remake der australischen Spaßgranate "Schräge Bettgesellen" (die Macher wollen nun wohl die amerikanischen Remaker verklagen). Hier wie dort müssen sich zwei Feuerwehrleute mehr als nur freundschaftlich zusammentun, um finanziell über die Runden zu kommen. In Schräge Bettgesellen kam Grandioserweise noch der Umstand dazu, dass die beiden Feuerwehrleute in einer sehr kleinen Gemeinde lebten, die die beiden Hauptfiguren immer für die Verkörperung der Männlichkeit gehalten hatte. Und nicht nur die Feuerwehrleute gingen auf Distanz zu den beiden schrägen Bettgesellen, nein auch die Familien werden einbezogen und geraten in schräge Outingsituationen nach denen nichts mehr ist, wie es einmal war. Derartige Punkte spart Chuck und Larry weitgehend aus. Die beiden arbeiten in einer Großstadt, homosexuellen also eher anonym vor sich hin und auch der familiäre Part wird weitgehend ausgespart. Das Wichtigste ist aber: Bei beiden Filmen funktioniert die durchaus witzige Grundidee sehr gut und wird vor allem erstaunlich zotenfrei dargeboten! Gerade bei der Adam Sandler Variante nimmt dies doch arg Wunder, wobei es vermutlich über das Mitwirken von Alexander Payne (Sideways, About Schmidt) als Drehbuchautor erklärt werden kann. Allerdings gilt diese Zotenfreiheit nur im Bezug auf den homosexuellen Part der Geschichte, im restlichen Bereich scheinen dann noch diverse Adam Sandler Drehbuchspezies über das Skript planiert zu sein und integrieren noch so manchen überflüssigen Ekelwitz. Auch das Figureninterieur mit Gaststars wie Steve Buscemi, Ving Rhames, Richard Chamberlain, Rob Schneider und Dan Aykroyd ist mal wieder sandlertypisch einen ganzen Zacken zu schräg geraten. Obendrein menschelt es in Chuck und Larry doch überdeutlich. Kamen die beiden schrägen Bettgesellen in Sachen Moral noch eher unterschwellig daher, bekommt man es in Chuck und Larry massiv aufs Strom gestrichen, bis dann auch der letzte Vollidiot im Kino, der gerade seiner Ische unter der Bluse rumfummelt, verstanden hat: Schwule sind auch nur Menschen. Ein Hoch auf Hollywood für diese Erkenntnis ...

Im Großen und Ganzen ist Chuck und Larry allerdings recht sympathisch geraten und funktioniert der Film endlich einmal nicht nach dem üblichen Schema altbekannter amerikanischer Komödien. So sind die Gags ausnehmend gut über den Film verteilt und verliert der Film niemals sein Eingangstempo, einfach weil er nicht den Fehler macht, mit einer zu hohen Pace einzusteigen. Ab und zu macht sich sogar so etwas wie Gemütlichkeit im Storyverlauf breit, die mit dem Zurechtstutzen auf eine komödiengerechtere Laufzeit von 90 Minuten (derzeit knapp 120 Minuten!) umgangen hätte werden können. Langweile konnte ich dennoch für mich nicht ausmachen.


Dies verdankt der Streifen seiner überdeutlichen Ausrichtung auf die beiden Hauptdarsteller Adam Sandler und Kevin James, die erstaunlich gut harmonieren und wahrlich einige sehr gelungene Gags auf sich vereinen können. Irgendwann tritt zwar Adam Sandler deutlich in den Vordergrund, doch das war irgendwo auch abzusehen. Leider, und damit kommen wir wieder zu schräge Bettgesellen, hätte ich mir für den Streifen eine andere Besetzung gewünscht. Die Australier haben es ja vorgemacht, präsentieren sie doch Vorzeigemacho Paul Hogan als verkappten Homosexuellen, der mit viel Selbstironie sein Crocodile Dundee Raubeinimage durch den Kakao ziehen darf und alleine dadurch deutlich witziger wirkt, als der etwas bemüht wirkende Machosandler, dem man seine Wirkung auf Frauen nie so recht abnehmen will. Kevin James kommt dabei als "weicherer" Gegenpart im Vergleich zu Sandler und den schrägen Bettgesellen noch schlechter weg, wirkt er doch als "Popopirat" viel zu überzeugend und unterwandert damit eigentlich den Storyansatz, dass zwei der männlichsten aller Kerle einen auf homosexuell machen müssen. Obendrein hat Kevin James auch deutlich weniger gelungene Gags als Sandler abbekommen, bei dem zwar auch einige komplett vor den Baum gehen, die Masse an schrägen Situationen um Sandlers Chuck dieses Manko aber leicht ausgleicht. Ich hätte mir in der Rolle der Beiden viel lieber gestandene Mannsbilder vom Schlage eines Sly Stallone, Arnie oder Mel Gibson gewünscht, die allesamt schon bewiesen haben, dass sie zu selbstironischen Anflügen in der Lage sind. So castete man halt Comedians und die machen, was Comedians halt so machen ...

Das funktioniert zwar gut, aber so richtig befriedigend fällt das Ganze leider nicht aus. Dagegen bombt dann Jessica Biel alles weg. Schon bei ihrem ersten Auftritt hat das männliche Hirn erst einmal Pause und hört man förmlich, wie im Schädel Sabber von der Decke tropft. Zwar wird ihre Präsenz von einer schrecklichen Synchronstimme unterwandert, aber hey, Reden wird im Allgemeinen eh überschätzt. Dabei muss die Jessica gar nicht spielen. Sie muss einfach nur geil aussehen und das klappt bombigst. Ein Lächeln hier, ein Arschwackeln da und alles passt. Wenn sie dann auf einmal nur noch im dünnen Slip dastehend auf ihre Oberweite deutet und meint, die seien vollkommen echt, während man als Mann noch verarbeitet, was da für eine Knackkiste in dem Slip steckt, beginnt man zu rätseln, wie viele feuchte Teenieträume diese Szene wohl befeuern wird und das Review rutscht von ganz alleine aus dem pinknen Grundstorybereich in die Chauviecke ... aber hey, ich bin ja auch net wegen Adam und Kevin da rein Lautes Lachen . Also seht es mir nach. Der restliche Cast schlägt sich wacker, dient aber zumeist nur als Stichwortgeber für die Sandler/James Show.


Bebildert wird die ganze Chose von Dean Semler, der bei einem Komödienstoff allgemein ein wenig verschenkt wirkt. Man denke nur einmal an die gigantischen Bilder in Apocalypto. Dennoch macht er einen hervorragenden Job und liefert einige sehr feine Bilder ab, die ihren Höhepunkt in den starken Szenen um die Feuerwehreinsätze von Chuck und Larrys Einheit haben. Der Score passt sich dem Thema an und liefert eben viele "schwule" Songs von den üblichen Verdächtigen. Einzig Barbra Streisand wird nur einmal verbal erwähnt, ansonsten hört man von Ace of Base bis Village People eigentlich alles, was in derartigen Filmen gerne lanciert wird.

Das Ergebnis ist eine nette Komödie mit nettem Unterhaltungspotential und einigen wirklich netten Momenten und Gags. Leider fand ich persönlich die Darstellerauswahl nicht so nett und auch die witzige Grundsituation wird durch zuviel Moral und einige zu derbe Sandlerkomödieneinlagen (schräge Typen, blöde Ekelwitze) teils sehr derb unterwandert. In einem Wort: Nett. Jessica Biel dagegen ist alles andere als nett. Spätestens im hautengen Catwomankostüm ist sie dann nur noch ... sorry ... Geil ... Kihi.
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freeman
« Letzte Änderung: 01. Oktober 2007 um 20:01 von freeman » Gespeichert

Vince
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Debakelvince


« Antwort #1 am: 01. Oktober 2007 um 20:18 »

Also der Biel-Part macht der Into the Blue-Kritik ja wohl mächtig Konkurrenz.  Lautes Lachen Lass das mal nicht den Stefan lesen...
Auch hier wieder gute Arbeit - dein Ansatz, dass das Figureninterieur nicht auf die beiden Comedians passt, ist durchaus nachvollziehbar. Alleine der Gedanke an Paul Hogan als Homosexuellen (und ich wusste btw. nicht mal, dass Chuck & Larry auch schon wieder ein Remake ist) ist schon viel witziger als es beim Gedanken an Sandler und James je sein könnte.
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freeman
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« Antwort #2 am: 01. Oktober 2007 um 20:23 »

Das Schöne bei den Schrägen Bettgesellen ist halt auch, dass da der zweite "schwule" Part von einem Kerl gespielt wird, der locker nochmal 10 Jahre älter ist, als Hogan, wodurch sein "Umschwenken" zum warmen Ufer noch herrlich absurder ist, als das vom Hogan. Zumal der Ältere auch ne Tochter hat, die er net mehr mag, seit sie sich als lesbisch outete ... Dann wird noch Sydney zur schwulsten Stadt Australiens umgedeutet und und und ... der macht wirklich ordentlich Laune ... kann ich nur empfehlen ...

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freeman
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StS
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Obsessed with the "mess" that's America


« Antwort #3 am: 01. Oktober 2007 um 20:58 »

Also der Biel-Part macht der Into the Blue-Kritik ja wohl mächtig Konkurrenz.  Lautes Lachen Lass das mal nicht den Stefan lesen...

Ach, ich seh´s ihm nach - wenn er mal eines Tages aus der Pubertät rauskommt, legt sich das schon wieder.  Zwinkern

Kritik liest sich gewohnt flott runter, an dem Film reizt mich absolut gar nichts - obwohl ich die Biehl ja mag, nur sollte sie sich langsam mehr Gedanken um ihre Karriere machen und mehr in Richtung "the Illusionist" gehen. In Sandler-Filmen spielen doch eh allgemein nur Darstellerinnen mit, die unbedingt unter allen Umständen wieder einen Box Office Erfolg benötigen (lustigstes Beispiel ist und bleibt da noch immer W.Ryder). Na ja, zumindest in dieser Hinsicht wurde das Ziel erreicht.
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dÆmonicus
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Hokusai


« Antwort #4 am: 01. Oktober 2007 um 21:44 »

Null Interesse am Film, aber das lesen kann man wieder geniessen.  Sehr glücklich
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freeman
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« Antwort #5 am: 02. Oktober 2007 um 00:16 »

Vielen Dank Männers ... Kihi ...

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freeman
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Ikarus
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« Antwort #6 am: 02. Oktober 2007 um 13:52 »

Schöne Kritik, den Film werd ich mit demnächstmal anschauen, schon alleine wegen Jessica Biel. Lächeln
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so long
Ikarus

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